Donnerstag, 26. Mai 2016

Die Technik ist nicht neutral



"Die neuen Technologien könnten einer nichtkapitalistischen 
Gesellschaft helfen, belastende Arbeit zu verringern. Doch das wird 
nicht automatisch geschehen. Auch in der durchdigitalisierten 
Gesellschaft bleiben Arbeitskämpfe zur Überwindung des Kapitalismus 
unerlässlich. (...) Sehr wohl aber ist es wichtig, deutlich zu machen, 
dass in der nichtkapitalistischen Gesellschaft der Einsatz von 
moderner Technologie seinen Schrecken verlieren würde. Maschinen 
können viele der Tätigkeiten übernehmen, die die Menschen krank machen 
und psychisch und physisch belasten. Hier würde eine Parole Anwendung 
finden, die häufiger auf Demonstrationen gerufen wurde: »Endlich geht 
die Arbeit aus, und der Staat, der macht nichts draus«. Eine solche 
Position könnte tatsächlich eine Linke aus einer ständigen 
Defensivhaltung herausbringen und die Brücke schlagen zu den vielen 
Beschäftigten in unterschiedlichen Branchen, deren Arbeitsplätze durch 
den Einsatz von neuen Technologien entweder weniger werden oder ganz 
wegfallen könnten. In dieser Hinsicht sind die Thesen von Mason also 
durchaus hilfreich für eine linke Debatte. Doch die muss eben auch 
deutlich machen, dass die neuen Technologien mit Abstrichen in einer 
nichtkapitalistischen Gesellschaft ihren Schrecken verlieren und im 
Gegenteil mithelfen können, die notwendige Arbeit zu verringern. Doch 
die Technik ist nicht neutral. Das heißt auch, dass in einer 
nichtkapitalistischen Gesellschaft nicht einfach die vorhan¬denen 
Produktions- und Distributionsmittel weiter verwendet werden 
können..." Artikel von Peter Nowak in der Jungle World vom 19. Mai 2016
http://jungle-world.com/artikel/2016/20/54038.html

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