Mittwoch, 21. Mai 2014

Wenn der Faschismus sein Haupt erhebt, dann ist Nichteinmischung verbrecherisch!

Von Ljubow Pribytkowa (Russland) vom 22. März 2014 Übersetzung und Zwischenüberschriften: Wolfgang Heine (2014) Im Februar 2014 ereignete sich in der Ukraine in Kiew ein faschistischer Putsch. Seine Symbolfigur wurde Stepan Bandera, der 2010 von Präsident Juschtschenko zum „Helden der Ukraine“ gemacht worden war. Es ist derselbe Hauptsturmführer Stepan Bandera, der während des 2.Weltkriegs die terroristischen Organisationen OUN-UPA gegründet hatte, der auf Treu und Glauben Hitler diente, gegen die Rote Armee kämpfte und half, die Sowjetunion zu zerstören. Zu Tausenden wüteten die Horden der Bandera-Faschisten auf dem Majdan, besetzten die Regierungsgebäude, zerstörten Lenin-Denkmäler und die Denkmäler für die Helden der Sowjetunion, bewarfen die Milizeinheiten mit Brandflaschen, zündeten die Berge von Autoreifen an, verprügelten mit Stöcken alle, die ihnen nicht gefielen. Der Majdan verwandelte sich in ein riesiges Flammenmeer. Dutzende Milizionäre wurden verletzt. In Lwów wurde das Büro der kommunistischen Partei der Ukraine verwüstet, der Sekretär des KP der Ukraine, Rostislaw Wassilko, wurde grausam gefoltert. Die Machtergreifung der Banditen in Kiew war nur möglich aufgrund der Unentschlossenheit des Präsidenten Janukowytsch, dieses schwachen und willenlosen Politikers, der nur dank der ausländischen Banken auf diesen Posten gelangt war. Die Anführer und die Hintermänner des faschistischen Putsches Hinter den bestialischen Banditen standen der Anführer der Neonazipartei „Swoboda“, Oleg Tjagnibok, der Anführer von „Batkiwschtschina“, Arseni Jazenjuk, und der Anführer der Partei „Udar“, Witalij Klitschko. Die reaktionärste Kraft der nationalistischen Bewegung ist nunmehr der „Rechte Sektor“ von Dmitri Jarosch, eines fanatischen Antikommunisten und unverhohlenen Rassisten, der öffentlich dazu aufrief, mit dem Terror auch auf dem Hoheitsgebiet Russlands zu beginnen. Die Hintermänner sitzen in den USA. Der Versuch, ihren Einfluß auf die Südostgebiete der Ukraine zu erweitern, stieß auf heftigen Widerstand. In den Industriegebieten Dnepropetrowsk, Lugansk, Donezk, Charkow begannen spontane Massenprotestaktionen. Hastig wurde nun in diese Städte Militärtechnik geschickt. Eine wilde Jagd auf die Gegner des Majdan Wie die Front des Volkswiderstands gegen die Eurokolonisation mitteilt, schlagen die Banditen des „Rechten Sektors“ Bürger zusammen, die russisch sprechen, und sie schüchtern Richter und Staatsanwälte ein und verprügeln sie. Im Südosten der Ukraine begannen Massenverhaftungen von Aktivisten der friedlichen Proteste. In allen der Massenmedien der Ukraine gibt es eine Goebbels-Propaganda gegen Andersdenkende. Es findet eine wilde Jagd auf die Aktivisten des Volkswiderstands statt. Es werden alle diejenigen verfolgt, die sich gegen den Majdan gestellt haben. Von den Geheimdiensten erhalten die Nazibanditen deren Namen und Adressen. Die bewaffneten Gruppierungen des „Rechten Sektors“ drangen systematisch in die Bürogebäude der Städte der östlichen Ukraine ein, um die Lage zu destabilisieren und die Macht zu ergreifen. Im Land wurde eine Teilmobilmachung erklärt. Die faschistische Hysterie begann bereits 1991 Die Faschisierung des politischen Lebens in der Ukraine begann unmittelbar nach der Zerstörung der UdSSR und der Verkündigung der unabhängigen Ukraine. Krawtschuk, Kutschma, Juschtschenko und Janukowytsch, ebenso wie die nicht unbekannte Julia Timoschenko, haben dies nicht behindert, sondern sie trugen, ganz im Gegenteil, entschieden dazu bei. Ab 1991 begann eine rückhaltlose Hysterie des faschistischen Revanchismus. Nazistische Bücherverbrennung in Iwano-Frankowsk Der Stadtrat Iwano-Frankowsk forderte, die Organisatoren der Feierlichkeiten zum 9. Mai, dem Tag des Sieges der Sowjetunion über den deutschen Faschismus, strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. In dieser Region wurden auch alle sowjetischen Panzer-Denkmäler beseitigt, die an den Orten des Einmarsches der sowjetischen Befreiungsarmee des Marschalls Rybalko aufgestellt worden waren. Hier wurden 1995 auch in den Schulen die ganze russische Literatur vernichtet und verbrannt. In den Schulhöfen brannten Feuer, wie im faschistischen Deutschland in den 1930er Jahren. Bereits 1994 waren Ternopol die russischen Schulen geschlossen worden. Erneute Ehrungen für die SS-Division „Galizien“ In Lwów wurden alle sowjetischen Denkmäler abgerissen und dafür Denkmäler für Stepan Bandera und die SS-Leute der Division „Galizien“ errichtet. Die Puschkin-Straße wurde nach dem SS-Hauptsturmführer Roman Schuchewitsch umbenannt. Schon seit vielen Jahren toben in dieser Stadt zu verschiedenen Aufmärschen die jungen Fanatiker von Bandera, Konowalez und Schuchewitsch. Sie sind voller Haß, Intoleranz und Feindschaft gegenüber den Russen. Sie sind besessen von Russenhass und der Antisemitismus. Überfall auf die Helden des Großen Vaterländischen Krieges Am 9. Mai 2011 überfielen junge Nazis in Lwów Kriegsveteranen, welche am Denkmal für die Helden des Großen Vaterländischen Krieges Blumen niederlegen wollten. Sie veranstalteten eine Schlägerei, rissen den Veteranen ihre Gardeschleifen[1] ab und brüllten dabei Bandera-Parolen. Die Lwówer Behörden verhinderten diese frevelhaften Taten nicht, sondern sie unterstützten die Verherrlichung des Faschismus. Sie heizten profaschistische Stimmungen an und erließen ein Gesetz, nach dem es verboten wurde, zum Tag des Sieges Rote Fahnen zu tragen und kommunistische und sowjetische Symbolik zu verwenden. Janukowytsch weigert sich… Im Herbst 2013 wurden in Kiew im Zusammenhang mit der Ablehnung des Präsidenten Janukowytsch, das knechtende Abkommen mit der Europäischen Union zu unterschreiben und seiner Orientierung auf eine Zollvereinbarung und Annäherung an Rußland, rechte Kräfte aktiviert. Die EU konnte eine solche Respektlosigkeit nicht durchgehen lassen. Doch nun haben auch in der Europäischen Union die USA das letzte Wort, weil dieser Staat an der Spitze des weltweiten imperialistischen Systems steht. Gerade deshalb wurde das eigensinnige Verhalten Janukowytschs von den USA als empörender Ungehorsam empfunden. Und mit jedem, der dem Weltgendarmen USA nicht gehorcht, bricht man das Gespräch ab. Er wird kurzerhand umgelegt, und ganz nebenbei wird das Land zerstört, welches er lenkte. So war es im Irak, in Jugoslawien, in Libyen und in Ägypten. Heute ist man dabei, Syrien den Todesstoß zu versetzen. Und nun ist die Ukraine an der Reihe. Die neue pro-faschistische Weltordnung der USA Das Schema der Aufrechterhaltung einer Weltordnung, die dem internationalen Kapital von Nutzen ist, wurde von den Amerikanern nunmehr bis zur Perfektion durchgesetzt. Nicht erst seit heute beschreitet der globale Imperialismus dabei den Weg einer profaschistischen, aggressiven Politik. Nach der Konterrevolution in der UdSSR und den anderen sozialistischen und volksdemokratischen Ländern hat das Fehlen des sozialistischen Weltsystems ihm seine Zurückhaltung genommen und freie Bahn gewährt. Der moderne Neokolonialismus wird in der Welt fast problemlos umgesetzt. Ein Land, das in eine schwierige wirtschaftliche Situation kommt, wird durch den Internationalen Währungsfonds (IWF), die Weltbank (WB) und die Weltweite Handelsorganisation (WTO), die unter der wachsamen Kontrolle der USA stehen, mit knechtenden Investitionen, mit grausamsten Kreditbedingungen und Wirtschaftssanktionen erwürgt, und in die Schuldenfalle getrieben. Wenn es versucht, Widerstand zu leisten, wird es durch die NATO mit militärischer Gewalt gezwungen. Der faschistische Hexensabbat auf dem Majdan Somit ist alles klar, was die brennenden Reifen auf dem Majdan betrifft. Es gibt in der Ukraine gar nicht so viele Autos, wie dort Reifen verbrannt wurden. Soviel zur Frage, mit wessen Geld der pro-faschistische Hexensabbat im Zentrum von Kiew veranstaltet wurde. Nicht nur einmal hundert Millionen Dollar bzw. Euro haben die USA und der Westen für seine Organisation ausgegeben. Zehntausende faschistischer Bandera-Anhänger mußten von den westlichen Städten der Ukraine zum Majdan herangekarrt und mit Zelten, Verpflegung und Brennmaterial versorgt werden. In Kiew wurden ihnen aus Europa und den Baltischen Ländern ausgebildete Kämpfer zu Seite gestellt, die sie belieferten, ausbildeten und ausrüsteten. Zunächst mit Stöcken, Steinen, Nebelgranaten und Brandflaschen, später dann mit Schußwaffen. Und es ging auch nicht ohne Scharfschützen ab. Was ist das Wesen des Faschismus? Viele wissen bereits, daß der Faschismus eine Ausgeburt des Imperialismus ist. Er kommt auf, wenn sich in diesem oder jenem Land die sozialen Widersprüche bis zum Äußersten verschärfen. Viele unterschiedliche Faktoren geben dem Faschismus sein Gepräge. Deshalb gibt es zwischen dem faschistischen Regime von Mussolini in Italien, von Franco in Spanien und dem Hitlerfaschismus in Deutschland einige nationale Unterschiede. Aber in all diesen Ländern waren die Gründe: die beginnende Wirtschaftskrise, die sich bis zum Äußersten verschärfenden sozialen Widersprüche, die Verschlechterung der materiellen Lage der Werktätigen, ihre wachsende Unzufriedenheit und ihre Protestaktionen. Doch in seinem Wesen ist der Faschismus überall gleich. Der Faschismus ist eine reaktionärste Diktatur der Bourgeoisie. Er ist ein Ultranationalismus, der zum Chauvinismus übergeht. Er ist Antikommunismus. Der an die Macht gekommene Faschismus hebt das bürgerlich-demokratische Regime im Land auf und errichtet eine bewaffnete Diktatur, eine Alleinherrschaft. Die Folgen des Faschismus sind für die Völker, die unter seinen Stiefel geraten, stets eine Tragödie. Der deutsche Faschismus Ein Hauptziel der Nazis Deutschlands war die Vernichtung des Kommunismus. Hitlers Machwerk „Mein Kampf“ war von dieser Idee durchdrungen. Die Faschisten hatten kapiert, daß der Kommunismus die einzige Kraft ist, die für den Imperialismus eine reale Gefahr darstellt. Vor dem Zweiten Weltkrieg hätte bereits durch das vereinte, entschlossene Handeln aller progressiven und friedliebenden Kräfte der Faschismus verhindert werden können. Doch die antifaschistischen Kräfte waren desorganisiert und die Arbeiterklasse war gespalten. Und so kamen die Nazis fast mühelos an die Macht. Am 30. Januar 1933 wurde Hitler Reichskanzler von Deutschland. Die Faschisten lösten sofort den Reichstag auf. Und um mit der Kommunistischen Partei Schluß zu machen, wurde eine grandiose Provokation inszeniert: man zündete den Reichstag an und beschuldigte dessen die Kommunisten. Der Hauptbeschuldigte war Georgi Dimitrow. Gleichzeitig wurden Zehntausende Kommunisten in die Gefängnisse geworfen. Der Reichspräsident Hindenburg erließ eine außerordentliche Verfügung, welche die Freiheit der Persönlichkeit, des Wortes und der Presse, die Versammlungs- und die Koalitionsfreiheit aufhob. Massenverhaftungen, Folterungen und Morde an Kommunisten Im Land begannen Massenverhaftungen, Folterungen und Morde. Unzählige Kommunisten wurden verhaftet. Die kommunistische Partei wurde verboten und verfolgt. Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften zerschlagen und ihr Eigentum beschlagnahmt, ihre Führer wurden in Konzentrationslager geworfen. Die sozialdemokratische Partei wurde verboten, die Mitglieder der Partei wurden ebenfalls in die Konzentrationslager geworfen. Die Faschisten strebten sogar danach, Selbstauflösung aller Parteien, sogar der bürgerlichen, herbeizuführen. Viele Antifaschisten, progressive Wissenschaftler und Künstler, wurden gezwungen, aus dem faschistischen Deutschland zu fliehen, so Albert Einstein, Leon Feuchtwanger, Erich Remarque, Thomas Mann, Arnold Zweig und andere. Der deutsche Faschismus kostete 50 Millionen Menschenleben Der deutsche Faschismus begann, mit einer zügellosen militärischen Aggressivität, andere Länder und Völker unter seine Gewalt zu bringen. Bis zum Überfall auf die UdSSR hatte Nazi-Deutschland schon viele Länder Europas okkupiert. Auf den besetzten Gebieten wurden mehr 10.000 Konzentrationslager, Gefängnisse und Ghettos errichtet. Darin hatten die Nazis etwa 18 Millionen Menschen aus über 30 Ländern eingesperrt, von denen 11 Millionen in den Ofen der Krematorien ums Leben kamen, das heißt 61 % wurden gequält, getötet oder verbrannt. Der Zweite Weltkrieg kostete 50 Millionen Menschenleben. Tausende Städte und Dörfer, Fabriken und Betriebe, Schulen und Krankenhäuser und Bergwerke wurden zerstört. Die Führung der UdSSR, mit ihrem Staatsoberhaupt Josef Wissarionowitsch Stalin, unternahm gewaltige Anstrengungen, um die antifaschistischen Kräfte zu vereinigen und eine Antihitlerkoalition zu bilden, um der unmenschlichen aggressiven Politik des Faschismus entgegenzutreten. Letzten Endes war diese Arbeit von Erfolg gekrönt. Die Unkenntnis junger Menschen über die Geschichte Heute ist es dringend notwendig, sich mit der Geschichte zu befassen. Viele junge Menschen, einschließlich Kommunisten, wissen einfach nicht, was Faschismus ist. So schreibt bspw. der Sekretär des ZK des Russischen Kommunistischen Jugendverbandes (Bolschewiki) (RKJV/B) Alexej Stabbs, der Mitglied ist im des ZK des Bündnisses „Rot Front“, in seinen Kommentaren zu den Ereignissen in der Ukraine auf der Webseite der RKAP[2], daß „eine Unterstützung dieser oder jener Seite in der Ukraine für die Linken heute nur eine dokumentarische Bestätigung ihrer eigenen Nutzlosigkeit“ bedeutet. Ich bin absolut nicht geneigt, dem jungen Genossen hier zuzustimmen. Falsch ist heute die Position all derer, die sich Kommunisten nennen, das dialektische Denken jedoch nicht beherrschen, sich in der Weltgeschichte nicht auskennen, und die außer über ein paar Begriffe wie Imperialismus und Sozialismus, Bourgeoisie und Arbeiterklasse, Sowjets und Diktatur des Proletariats, sonst aber über keinerlei marxistische Kenntnisse verfügen. Solche politisch halbgebildeten Genossen haben nicht begriffen, daß zwischen dem Faschismus und der bürgerlichen Demokratie ein großer Unterschied besteht. Und daß deshalb beim Aufkommen des Faschismus in einem Land die Position eines außenstehenden Beobachters und eine Politik der Nichteinmischung damals wie heute einer Wiederbelebung des Faschismus zunutze kommt. Die Internationalen Brigaden kämpften gegen den Faschismus Gerade deshalb kämpften in Spanien 1936-39, als General Franco an die Macht zu kommen drohte und durch Adolf Hitler militärisch unterstützt wurde, die Kämpfer der internationalen Brigaden Schulter an Schulter mit den Republikanern gegen die Faschisten. Ungeachtet aller Schwierigkeiten versorgte die UdSSR das republikanische Spanien mit Waffen. Und auch sowjetische Freiwillige, hauptsächlich die Panzersoldaten und Flieger, nahmen unmittelbar an den Kämpfen gegen die faschistischen Truppen teil. Um es noch einmal zu unterstreichen: Wenn der Faschismus sein Haupt hebt, bedeutet eine Nichteinmischung, bei fehlendem ernsthaften Widerstand und fehlender Einheit aller antifaschistischen Kräfte, für ein Land nicht nur einfach eine tödliche Gefahr, sondern sie ist auch verbrecherisch. Über die politische Dummheit so mancher „Kommunisten“ Traurig ist, daß viele, die sich für Kommunisten halten, in Rußland das Geschehen in der Ukraine nicht objektiv einzuschätzen vermögen. Einige schreiben – in völliger Verkennung dieses ernsthaften wissenschaftlichen Begriffs, und seinen Sinn nicht verstehend –, daß in der Ukraine eine revolutionäre Situation entstanden sei. Andere sehen nicht, daß der Faschismus die bürgerliche Demokratie durch eine militärische Diktatur der Bourgeoisie ersetzt hat. Sie erkennen nicht den prinzipiellen Unterschied dieser politischen Regimes. Und der Folge eines solchen Wechsels ist für die Mehrheit der Menschen katastrophal. Offenbar sind denen auch die Ereignisse im Europa der 1930-40er Jahre entgangen. In der Ukraine ist eine tiefgründige analytische Einschätzung für die Erarbeitung der richtigen Taktik des Kampfes unumgänglich, damit sie nicht an eine Schießerei auf Sperlinge erinnert. Man kann es nicht anders als politische Kurzsichtigkeit nennen, wenn zum Beispiel auf der Webseite des Bündnisses „Rot Front“ ein gewisser Nikolai Surski meint, daß in der Ukraine lediglich ein Machtwechsel eines Clan der Bourgeoisie mit einem anderen geschehen sei. Der Autor, welcher sich aus irgendeinem Grunde für sehr klug hält, schreibt sogar in seinem Artikel „Die Frühlingsverschärfung der ukrainischen Krise“: „Wenn eine fette Katze sich mit einer anderen um die saure Sahne streitet, so ist eine Einmischung dumm und falsch.“ Und der Beitrag der russischen Staatsmacht im Kampf gegen den Neonazismus in der Ukraine nennt er nicht anders als ein „Abenteuer des Bürgers Putin“. Der Genosse hat auf dem Majdan sein Gehirn vergessen… Diese Publikation auf der Webseite der Organisation „Rot Front“, die zu Ehren des bekannten Antifaschisten Ernst Thälmann so genannt wurde, solche Beiträge von Intellektuellen, die dem Kommunismus fremd sind, und die sich schlau hinter einigen marxistischen Phrasen verstecken, diskreditieren nur die Organisation „Rot Front“. Für die hat in der Ukraine lediglich ein Kampf zwischen der pro-europäischen Bourgeoisie und der pro-russischen Bourgeoisie stattgefunden. Ein Vertreter der Russischen Kommunistischen Arbeiterpartei (RKAPR), der in Kiew war, veröffentlichte am 5. März seine „Eindrücke vom Majdan“ (siehe). Darin teilt er uns mit, er habe auf dem Majdan eine „Menge von Plakaten gegen den Einmarsch der russischen Truppen gesehen, und daß ebenso Vergleiche von Putin und Hitler zu finden waren”. Und er kommentierte, daß dies „vollkommen gerechtfertigt“ sei. Es scheint so, als ob der Genosse zum Majdan gefahren ist, und dort vergessen hat, sein Gehirn mitzunehmen. Von den Ereignissen in der Ukraine hat er komplett nichts verstanden. Und von der politischen Position Wladimir Putins auch nichts. Widersprüchliche Erscheinungen richtig bewerten Es ist nicht kompliziert, mit einigen marxistischen Phrasen herumzuwerfen. Doch eine konkrete Analyse der konkreten Situation vorzunehmen, ist erheblich komplizierter. Wenn man dann bei der Erkenntnis und Bewertung einer historischen Persönlichkeit widersprüchliche Eindrücke hat, ist es noch viel komplizierter. Aber ohne das ist es unmöglich, zur Wahrheit zu gelangen. Stalin, der Führer der kommunistischen Sowjetunion, war am 23. August 1939 gezwungen, mit faschistischem Deutschland einen Nichtangriffsvertrag abzuschließen, weil es dafür eine dringende Notwendigkeit gab. Welche großen Anstrengungen mag es die sowjetische Führung erst gekostet haben, die Bemühungen der verschiedenen kapitalistischen Länder und der Völker im Kampf gegen den faschistischen Aggressoren unter einen Hut zu bringen, um die Antihitlerkoalition zu schaffen! Churchill und Roosevelt waren die Staatsoberhäupter von Ländern, die kaum Sympathien für die Sowjetunion hegten, aber der Beschluß, 1943 endlich die zweite Front zu eröffnen, war in ihrer außenpolitischen Tätigkeit ein Schritt vorwärts. General de Gaulle war ein Gegner des Kommunismus, einige Jahre lang ging er nicht auf den Vorschlag der Kommunisten Frankreichs ein, die Bemühungen im Kampf gegen den Faschismus zu vereinigen, doch schließlich siegte die Vernunft. Und de Gaulles blieb schließlich als ein Kämpfer gegen den Faschismus und ein Gegner der NATO in unserem Gedächtnis. Hat Wladimir Putin richtig gehandelt? Warum kann man heute eigentlich über Wladimir Putin keine dialektische Einschätzung treffen? Die Kommunisten schmücken sich gern mit dem Begriff des „dialektischen Materialismus”. Und so muß man heute einfach, wenn es in der Luft nach realem Faschismus riecht, auf eine undialektische Denkweise verzichten. Man kann nur dann zur Wahrheit finden, wenn man die dialektische Fähigkeit aufbringt, die einander widersprechenden Teile zu einem Ganzen zu verbinden. Ja, Wladimir Putin ist das Staatsoberhaupt eines bürgerlichen Staates. Aber ist es nicht einfach ein Verdienst des Präsidenten Putin, die Krim und Sewastopol mit Rußland zu vereinigen, wenn der Neonazismus mit der Besetzung der ganzen Ukraine droht? Es ist ein Zeichen von Courage, Vernunft und von Weitsicht bei der Lösung dieses gefährlichen Problems, wovon nicht nur das Volk der Krim einen Nutzen hat. Für die Arbeiterklasse Rußland ist es eine schlechte Sache, wenn sie solche kurzsichtigen Berater und „Führer“ hat, wie den verehrten Sekretär des Bündnisses „Rot Front“ A. Etmanow. Er nennt die Politik Rußlands in Bezug auf Krim nicht anders als eine Intervention. In einer Kampagne gegen die Intelligenz wurde so etwas von Lenin noch „Kot der Nation“ genannt. Der Mut und der Optimismus der Einwohner im Südosten Nicht zu vergessen sind der Optimismus und die Protestaktien der Arbeiter im Südosten der Ukraine. Sie sind nicht organisiert. Ihr Protest erfolgt im Rahmen von spontanen Kundgebungen mit Sprüchen wie „der Faschismus wird nicht durchkommen“ und „Russland, Rußland, Russland“. Sie sind weder geistig noch physisch bewaffnet. Und sich gehen den schwer bewaffneten Kolonnen der vereinten Neonazimacht entgegen und versuchen, die Fahrer der Panzer fast freundschaftlich anzuhalten: „Wer hat euch hierher gerufen, Jungs?” Dem Faschismus kann man auf diese Weise kaum Einhalt gebieten. Der materiellen Kraft kann man nur mit materieller Kraft entgegentreten… Heute sind wieder die Worte des bekannten tschechischen Kommunisten Julius Fučik aktuell, der 1943 von den Hitlerfaschisten hingerichtet wurde „Menschen … seid wachsam!” Übersetzung und Zwischenüberschriften: Wolfgang Heine (2014) [1] Schwarz-orange gestreifte Schleifen zur Erinnerung an den Sieg der Sowjetarmee über den deutschen Faschismus (nicht zu verwechseln mit den ähnlich aussehenden Sankt-Georgs-Schleifen des Zarismus!) [2] Russische Kommunistische Arbeiterpartei (RKAP)

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