Samstag, 19. August 2017
Absurde EU-Politik im Mittelmeer: Rettungsmissionen sollen zukünftig von libyschen Schleusern koordiniert werden
a) Mittelmeer: Immer mehr NGOs stoppen Rettungseinsätze
"Nach "Ärzte ohne Grenzen" haben weitere NGOs ihre Rettungseinsätze im
Mittelmeer gestoppt. Die Bedrohung durch die libysche Küstenwache sei
ein Grund. "Ärzte ohne Grenzen" will darüber hinaus vermeiden,
Migranten auf Anweisung zurück nach Afrika bringen zu müssen. (...)
"Die libysche Küstenwache hat für sich eine eigene Such- und
Rettungs-Area proklamiert, die sie aber gar nicht in ihrer Ausdehnung
verifizieren und haben den NGOs deutlich gedroht, diese Zone nicht
ohne ihre Erlaubnis zu befahren." Es sei eine "sehr konkrete Drohung,
die wir auch leider sehr ernst nehmen müssen", sagt Buschheuer ["Sea
Eye"]. Seine NGO hätte gar keine Möglichkeit, anders zu handeln, "weil
man das Gebiet nicht definiert hat". (...) Die Kehrseite des Rückzugs
aus dem Mittelemeer kennen die NGOs auch. Wenn weniger Schiffe im
Mittelmeer humanitäre Hilfe leisten, dann ist die Gefahr für die
Migranten, die es durch die Kontrollen der libyschen Küstenwache
schaffen, deutlich höher, zu ertrinken. Trotz der Rettungsaktionen der
NGOs sind allein in diesem Jahr mindestens 2400 Menschen im Mittelmeer
gestorben - das macht es zum tödlichsten aller Meere..." Artikel von
Lisa Weiß, ARD-Studio Rom, vom 13.08.2017 bei der Tagesschau
http://www.tagesschau.de/ausland/ngos-mittelmeer-101.html
b) [Petition] EU-finanzierte Gewalt gegen Flüchtende durch Libysche
Küstenwache beenden!
"... Die europäische Abschottungspolitik will Menschen, die ein Recht
auf Schutz vor Gewalt und Verfolgung haben, daran hindern, Europa zu
erreichen. Dafür arbeitet die EU auch mit repressiven Regimen
zusammen. Besonders fragwürdig ist die Kooperation mit der Libyschen
Küstenwache, deren Mitglieder internationales Seerecht und die Genfer
Flüchtlingskonvention missachten - und das, obwohl sie seit Monaten
von europäischen und deutschen Marinesoldaten ausgebildet werden..."
Sea-Watch-Petition an Bundeskanzlerin Merkel
https://sea-watch.org/petition-eu-finanzierte-gewalt-gegen-fluechtende-durch-die-libysche-kuestenwache-beenden/
Und sie ist dringend:
c) Merkel stellt mehr Geld in Aussicht: Libyen bei Bekämpfung von
Flucht übers Mittelmeer wieder im Fokus
"Um die Flüchtlingsmigration nach Europa zu stoppen, will Merkel
stärker mit Libyen zusammenarbeiten. Die Bundeskanzlerin kann sich ein
Abkommen vorstellen – Vorbild: Türkei. Sorgen bereiten die
katastrophalen menschenrechtlichen Zustände im Land..." Beitrag vom
14. August 2017 beim Migazin
http://www.migazin.de/2017/08/14/merkel-geld-aussicht-libyen-bekaempfung/
d) Hilfsorganisationen in Europa: Weg mit den Rettern
"Erst von Italien kriminalisiert, jetzt von Libyen verjagt: Die
Hilfsorganisationen, die schiffbrüchige Flüchtlinge aus dem Mittelmeer
retten, stehen offenbar der großen Politik im Weg. (...) In der
riesigen SAR-Zone werden dann fortan libysche Schiffe retten - und die
Geretteten zurück an Land bringen - und vielleicht auch die
EU-Einsatzkräfte der Mission "Sophia" - oder auch gar keiner. Dann
wird dort eben wieder mehr gestorben. So wie früher, ehe die privaten
Helfer kamen. Damit wäre das politische Nahziel, die Zahl der
Flüchtlinge, die in Italien anlanden, zu reduzieren, ja schon ein
Stück weit geschafft. Und das Fernziel, diese Flüchtlingsroute genauso
dichtzumachen wie die türkisch-griechische, scheint dann zumindest
denkbar. Zynisch? Ja...." Kommentar von Hans-Jürgen Schlamp vom
14.08.2017 beim Spiegel online
http://www.spiegel.de/politik/ausland/italien-weg-mit-den-rettern-a-1162725.html
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