Samstag, 22. Februar 2020
Endlich konnte die BRD „Verantwortung übernehmen“ – jetzt hat sie sie. Für den Fortgang des Bürgerkriegs in Libyen
„... Nach einem Raketenbeschuss des Hafens von Tripolis durch die
Libysche Nationalarmee (LNA) des aufständischen Generals Chalifa
Haftar, der die libysche Hauptstadt belagert, hat die libysche
Einheitsregierung von Ministerpräsident Fajis Sarradsch die Gespräche
über einen Waffenstillstand für Libyen aufgekündigt. Am Dienstagmittag
waren im kommerziellen Teil des im Zentrum von Tripolis gelegenen
Hafens vier Raketen eingeschlagen. Aufnahmen zeigen brennende
Lagerhallen. LNA-Sprecher Ahmed al-Mismari sprach von einem Angriff
auf ein mit Waffen beladenes Frachtschiff. Nach libyschen
Medienberichten starben drei Menschen unweit des unter albanischer
Flagge fahrenden Frachtschiffes „Anna“, das vor dem Halt in Tripolis
bis zum 15. Februar im türkischen Hafen Mersin gelegen hatte. Es ist
unklar, was an Bord war, die Botschaft der LNA aber ist klar:
Lieferungen an die Einheiten der Regierung werden zukünftig ohne
Rücksicht auf zivile Opfer angegriffen. Ministerpräsident Sarradsch
kündigte noch am Abend auf einer Pressekonferenz in Tripolis an, die
„5 plus 5“- Gespräche zwischen den libyschen Kriegsparteien
auszusetzen. Bei diesem auf der Berliner Libyen-Konferenz
beschlossenen Format kommen je fünf Offiziere beider Seiten unter
UN-Aufsicht zusammen, um die bisher nur mündlich beschlossene brüchige
Waffenruhe in einen schriftlich vereinbarten Waffenstillstand zu
verwandeln...“ – aus dem Beitrag „Libyen-Frieden zerschossen“ von
Mirco Keilberth am 19. Februar 2020 in der taz online – worin die
Frage allerdings ausgeblendet bleibt, inwieweit ein nicht bestehender
Frieden zerschossen werden kann... Zur Entwicklung in Libyen nach der
Konferenz in Berlin und den fortgesetzten Kampfhandlungen mit Waffen
aus Teilnehmerstaaten der Konferenz sowie der militärischen Eskalation
der Kontrolle vier weitere Beiträge, zwei Hintergrundbeiträge und der
Hinweis auf unsere kleine Materialsammlung aus Anlass der Konferenz
https://www.labournet.de/?p=163256
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