Mittwoch, 26. Februar 2020

Frauenstreik 2020: Nur gemeinsam sind wir stark!


Dossier

Frauenstreik 2020: Nur gemeinsam sind wir stark!Liebe Gewerkschafter*innen, liebe Gewerkschaftsaktive, noch immer ist keine umfassende Geschlechtergerechtigkeit erreicht. Die Liste der Ungerechtigkeiten ist lang und jeden Tag im Alltag spürbar (…) Wir stehen in der langjährigen Tradition der Frauen*bewegung, die gegen diese Gewalt und Ungerechtigkeiten seit Jahrzehnten auf die Straße geht. (…) Wir sind in vielen lokalen Bündnissen bundesweit organisiert. Viele von uns sind Gewerkschafter*innen und unterstützen aktiv gewerkschaftliche Kämpfe. Auch Gewerkschaftskolleg*innen aus Betrieben bringen sich bereits mit ihren feministisch-gewerkschaftlichen Themen und Aktionsformen im Frauen*streik ein. Uns vereinen gemeinsame Werte und Ziele und wir wollen unsere Kräfte bündeln, um den zunehmenden gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Denn bedingt durch den Aufschwung rechter Strömungen in unserer Gesellschaft sind Geschlechtergerechtigkeit und Frauen*rechte immer stärker unter Beschuss. (…) Daher sollten jetzt die Gewerkschaften auch in Gänze die Chance ergreifen, bei der größten globalen Frauen*bewegung seit den 70er Jahren mitzumachen. Gemeinsam mit euch wollen wir auf die Straße. Diskutiert feministische Anliegen in euren Gremien und beschließt die Teilnahme an lokalen Aktionen. Engagiert euch in den Bündnissen bei euch vor Ort und bringt eure Themen dort ein. Ruft eure Mitglieder dazu auf, mit uns hierfür zu kämpfen. Die Zeit der Unentschlossenheit ist abgelaufen. Gemeinsam können wir noch stärker werden. Gemeinsam für eine soziale, feministische Zukunft! Am 8. März gemeinsam feministisch streiken!” Aufruf vom 1. bundesweiten Vernetzungstreffen 2020 in Jena externer Link an die Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes auf der dt. Aktionsseite, dort Forderungen, Infos und Termine. Siehe zum diesjährigen Frauenstreik Grundinfos und erste Aufrufe:
  • [Hamburg] Wenn wir streiken steht die Welt still. Wir haben die Macht, die Welt anzuhalten und sie grundlegend zu verändern! New
    Das „Hamburger Bündnis zum internationalen 08. März Streik“ ruft Frauen sowie trans*, inter und nicht-binäre Personen zur Verweigerung der Haus- und Sorgearbeit am internationalen Frauenkampftag auf. Am Sonntag, den 08. März, lädt das Bündnis zur Demo „Ohne uns steht die Welt still“ ein. Sie beginnt um 15 Uhr an den Landungsbrücken und endet gegen 18 Uhr mit einer Kundgebung am Neuen Pferdemarkt. Bereits am Freitag, den 06. März, bietet ein Streikcafé im Arrivati-Park ab 12 Uhr eine Anlaufstelle für alle Streikenden. Für Samstag, den 07. März, ist ein Aktionstag mit dezentralen Veranstaltungen geplant. Ziel des Streiks ist es, unbezahlte Arbeit sichtbar zu machen, Beziehungs- und Familienzusammenhänge zu politisieren und eine Aufwertung von Care-Berufen zu erstreiten. Der Auftakt der Proteste findet am 29.02.2020, dem Equal Care Day, statt. Dies passiert im Rahmen einer Kundgebung, die um 16 Uhr am Mönkebergbrunnen beginnt. Von dort aus wird es verschiedene Aktionen im öffentlichen Raum geben, um die Rolle von unbezahlter Arbeit sichtbar zu machen. Das „Hamburger Bündnis zum internationalen 08. März Streik“ besteht aus knapp 50 Organisationen, Gruppen, Vereinen und zahlreichen Einzelpersonen. Es ist Teil eines bundesweiten Netzwerkes, dessen Gruppen in über 40 Städten Aktionen zur Skandalisierung unbezahlter und schlecht bezahlter Care-Arbeit organisieren. „Wir fordern die gesellschaftliche Anerkennung und materielle Aufwertung der Care-Arbeit, bezahlter sowie unbezahlter. Wir stehen für eine Gesellschaft ein, in der wir alle nach unseren Bedürfnissen arbeiten, und ein gutes sowie sicheres Leben führen können!“ sagt die Aktivistin Laura Kröger aus dem Hamburger Bündnis. Die feministischen Proteste in der Bundesrepublik Deutschland reihen sich in eine globale feministische Streikbewegung ein. Überall gehen Menschen am internationalen Frauenkampftag auf die Straße und legen die bezahlte, sowie unbezahlte Arbeit nieder, mit dem Ziel diese sichtbar zu machen, aufzuwerten und die Gesellschaft zum Stillstehen zu bringen. Allein in Spanien beteiligten sich letztes Jahr mehr als 5 Millionen Arbeiter*innen. In Hamburg gingen mehr als 7000 Personen auf die Straße. Das Hamburger Bündnis ruft zum Bestreiken der unbezahlten Care- und Sorgearbeit auf…” Aufruf zum internationalen 8. März-Streik von und beim FStreikHamburg externer Link, siehe auch:
  • Gewerkschaft feministischer denken. AG Feministische Lohnarbeitskämpfe zum bevorstehenden 8. März New
    Der Internationale Frauentag naht. An vielen Orten weltweit beziehen auch GewerkschafterInnen Position für eine geschlechtergerechte Welt. Wie letztes Jahr bereits in Ansätzen erkennbar, können die (internationale) Mobilisierungskraft feministischer Bündnisse und die hier vorzufindenden Arbeits- und Gesellschaftsvisionen unsere häufig ritualisierten Protestformen und unsere gewerkschaftlichen Zukunftsvisionen in Bewegung bringen und bereichern. Gleichzeitig liefert gewerkschaftliche Praxis allerhand konkrete Kämpfe für eine betriebliche Fundierung feministischer Bewegungen. Dass einigen trotz thematischer Parallelen die (kulturelle) Kluft für einen Schulterschluss noch zu groß erscheint, sollte beiden Seiten Ansporn sein, kontinuierlich und in konstruktiver Auseinandersetzung aufeinander zuzugehen: Um die grundlegenden gesellschaftlichen Kämpfe in der gegenwärtigen politischen Lage auszufechten, bedürfen wir alle der Bündelung unserer Kräfte. Die feministische Mobilisierungswelle ist für uns als GewerkschafterInnen Anlass, unsere Arbeit einmal mehr zu reflektieren – denn natürlich ist unsere Bewegung selbst nicht frei von Diskriminierungsformen und allzu oft verschwinden die Fragen, die sich damit stellen, im gewerkschaftlichen Alltag…” Artikel der AG Feministische Lohnarbeitskämpfe erschienen in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit 02/2020 – die AG ist ein Zusammenschluss von GewerkschafterInnen
  • Frauen*streik am 8. März 2020: GEW unterstützt feministische Proteste: „Wenn Frauen* streiken, steht die Welt still!“
    Die GEW unterstützt die am 8. März 2020 geplanten bundesweiten feministischen Streiks. „Wir rufen daher dazu auf, sich (außerhalb der Erwerbsarbeitszeit) an Aktionen und Demonstrationen von lokalen Frauen*streik-Bündnissen zu beteiligen. Lasst uns mit den Aktivist*innen vom Frauen*streik solidarisch zusammenstehen“, heißt es in einem Beschluss, den der Bundesfrauenausschuss der Bildungsgewerkschaft am 9. Februar 2020 verabschiedete. Auch GEW-Mitglieder sind aufgefordert, sich am Internationalen Frauentag mit eigenen Aktivitäten unter dem Motto „Wenn Frauen* streiken, steht die Welt still!“ zu beteiligen. Schwerpunkt des bundesweiten Frauen*streiks 2020 externer Link ist die unbezahlte Sorgearbeit. Thematisch verknüpft sich das mit dem GEW-Beschluss Zeit zu leben – Zeit zu arbeiten externer Link  aus dem Jahr 2017 und insbesondere dem Verhältnis, das privat geleistete Sorgearbeit zur Erwerbsarbeit einnimmt sowie der Aufwertung von pädagogischen und bildenden Berufen allgemein. „Dieser Streik ist kein Streik, wie wir ihn aus unseren Betrieben und Tarifauseinandersetzungen kennen“, heißt es in dem Beschluss weiter. Es werde kein Streikgeld geben und keinen betrieblichen Streikaufruf. Der Bundesfrauenausschuss appelliert jedoch an alle Kolleginnen: „Lasst uns die jetzt anstehenden Kämpfe mit auf den Weg bringen: Körperliche Selbstbestimmung! Zeitliche Selbstbestimmung! Finanzielle Unabhängigkeit!“…” Aufruf vom 20.02.2020 bei der GEW externer Link
    • Vom Frauentag zum Muttertag zum Kauftag oder doch zum Streiktag?AKTIONEN UND DEMONSTRATIONEN IN LEIPZIG, DRESDEN UND CHEMNITZ. Infoseite der GEW Sachsen externer Link
  • [Berlin] Am 8. März die Kraft der Arbeiterinnen gegen Outsourcing und Befristung auf die Straße tragenKolleg*innen aus unterschiedlichen Betrieben in Berlin, Gewerkschafter*innen, Studierenden, Aktivist*innen und politischen Gruppen rufen als Teil der Kampagne “Auslagerung und Befristungen verbieten!” am 8. März zu einem Block gegen Outsourcing und Befristung auf der Frauen*kampftags-Demonstration in Berlin auf…” Aufruf vom 19.2.2020 bei Klasse Gegen Klasse externer Link zum Block “Gegen Outsourcing und Befristung” am 8. März, 14 bis 18 Uhr am Leopoldplatz, Berlin-Wedding
  • [DGB-Frauen] Aufruf zum Internationalen Frauentag 2020: Faire Vergütung – nur mit Tarif!Liebe Kolleginnen, höhere Entgelte, bessere Arbeitszeitregelungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld – Tarifverträge setzen Standards für alle. Besonders für Frauen lohnen sie sich: Zwischen Frauen und Männern klafft eine durchschnittliche Lohnlücke von 21 Prozent; wo Tarifverträge gelten, schrumpft die Entgeltlücke. In tarifgebundenen Betrieben liegt der Bruttostundenlohn von Frauen im Schnitt fast ein Viertel über dem in nicht tarifgebundenen Betrieben. Und wo nach Tarif gezahlt wird, gibt es meist auch Betriebsräte, die sich für diskriminierungsfreie Gehälter einsetzen. Gleiches Gehalt für Männer und Frauen – Tarifverträge tragen dazu bei. Sie stärken die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben! Tarifpolitik ist Gleichstellungspolitik!...” Aufruf vom 06.02.2020 externer Link
  • [ver.di Bundesfrauenrat] Aktivitäten der lokalen Frauen*streik-Bündnisse 2020Aufruf und Forderungen der Frauen in ver.di zum Frauen*streik am 8. März externer Link
  • #AufschreiGlobalWie jedes Jahr, am Internationalen Frauentag (8.3.2020) werden weltweit Tausende von Frauen* auf den Straßen sein, die alle gegen dasselbe protestieren, unabhängig von Nationalität, Ort, Gender und ideologischen Unterschieden. Frauen* der Welt werden für ihre Rechte kämpfen. Um uns alle auf lokaler und globaler Ebene symbolisch zu verbinden, führen wir eine Aktion durch: Um 16 Uhr rufen wir alle dazu auf, 1 Minute lang zu schreien. AufschreiGlobal wird ein weiblicher Schrei der Wut, des Zorns, der Trauer, oder auch der Freude sein – jeder von uns kennt diese Emotionen, auch wenn unsere Gründe anders sind. Jeder kann schreien. Wir müssen nicht einmal dieselbe Sprache sprechen, um eine Stimme zu werden. Die stimme der Frauen*. Das Schreien wird zu einer Art Katharsis, die Emotionen auslöst. Körperliches Schreien verwandelt unsere negativen Emotionen in positive, Sauerstoff setzt Kraft und Energie frei. Wir geben unsere Stimme! Wir sind Frauen*, wir sind wütend, wir werden nicht aufgeben! Alle Frauen* zusammen!…” Aufruf und weitere Infos externer Link zu 8. März: 16 Uhr: #AufschreiGlobal / Global Scream / #GlobalnyKrzyk
  • Frauen* kämpfen. Weltweit. Für Würde und Selbstbestimmung.Die Wandzeitung zum 8. März von und bei Radikale Linke Berlin externer Link
  • Heraus zum Frauen*kampftag 2020.
    Mobi-Video bei youtube externer Link  von Links-Feministische Vernetzung Süddeutschland

Grundinfos

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=163490

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