Samstag, 22. Februar 2020

Tarifrunde 2020 im Sozial- und Erziehungsdienst im öffentlichen Dienst


"Mehr braucht mehr" - ver.di-Tarifrunde 2020 im Sozial- und Erziehungsdienst im öffentlichen Dienst“Die Verhandlungskommission der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für die Sozial- und Erziehungsdienste hat am heutigen Freitag (14. Februar 2020) in Hannover die Forderungen für die Tarifrunde 2020 im Sozial- und Erziehungsdienst im öffentlichen Dienst beschlossen. Bei den Verhandlungen, die am 5. März mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) aufgenommen werden, geht es um eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die rund 234.000 Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten des öffentlichen Dienstes. Dazu gehören Beschäftigte in den Kindertagesstätten, aus dem Bereich der Sozialarbeit und der Behindertenhilfe. „Der gesamte Bereich der Sozial- und Erziehungsdienste ist immer mehr in den gesellschaftlichen Fokus gerückt und die Anforderungen an die Beschäftigten sind immer anspruchsvoller geworden“, betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Viel zu wenig Beschäftigte müssten mit sehr großer Verantwortung viel zu viel Arbeit verrichten. Dazu komme, dass die neuen Anforderungen vielfach nicht in den Tarifverträgen abgebildet würden. (…) Aus diesem Grund hat die ver.di-Verhandlungskommission folgende Forderungen beschlossen: Verbesserung der Eingruppierungsmerkmale, Anpassung der Stufenlaufzeiten, Anerkennung der Berufserfahrung, Berücksichtigung der Änderungen in der Behindertenhilfe, Verbesserung der Bewertung der Leitungstätigkeit, genereller Rechtsanspruch auf Qualifikation…“ ver.di-Pressemitteilung vom 14.02.2020 externer Link und die Sonderseite “Mehr braucht mehr” zur Tarifrunde externer Link. Siehe auch Details zu den Forderungen:
  • Beginn Tarifrunde 2020 im Sozial- und Erziehungsdienst im öffentlichen Dienst – Rückblick auf den Arbeitskampf im Jahr 2015 New
    “… Im Vorfeld der Auseinandersetzungen lohnt sich ein Rückblick auf den Arbeitskampf im Sozial- und Erziehungsdienst im Jahr 2015, damals glaubten die Streikenden, dass  der Arbeitskampf viele Impulse für den nächsten Anlauf zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe geben würde. (…) Viele Beschäftigte aus Städten, die als Streikhochburgen galten, plädierten für eine Fortsetzung der Kita-Streiks vom Mai, doch die Mehrheit der Tarifkommission sprach sich für die Annahme des Ergebnisses aus. Bei der sich anschließenden Urabstimmung stimmten dann Ende Oktober dem Ergebnis 57 Prozent der ver.di-Mitglieder und 72 Prozent der Mitglieder der GEW zu. Die Beschäftigten hatten ursprünglich den materiellen Ausdruck der Anerkennung ihrer Tätigkeiten auf ein Volumen von rund 10 Prozent beziffert, bekommen haben sie aber im Schnitt nur 3,7 Prozent mehr Lohn. (…) Vor Ort hätten mit vielen Aktionen, gemeinsam mit den anderen DGB-Gewerkschaften, den sozialen Bewegungen und Gruppen Veranstaltungen durchgeführt werden müssen, die die Bildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen thematisieren und auf das Kaputtsparen in der öffentlichen Daseinsversorgung hinweisen. (…) Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, als die große Gewerkschaft, die den Arbeitskampf maßgeblich geführt hat, hat es nicht geschafft, das wichtigstes Ziel dieser Auseinandersetzung, den Frauenberuf „Erzieherin“ endlich aufzuwerten, zu erreichen. Die Verärgerung der Streikenden ist nachvollziehbar. Wer aber nach vorne schaut, kann aus diesem Arbeitskampf ganz viel für den nächsten Anlauf zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe mitnehmen. Es müssen unbedingt die freien und gemeinnützigen/kirchlichen Einrichtungen einbezogen werden, damit dann nicht nur ein Drittel der Einrichtungen bestreikt werden, sondern im Arbeitskampf schließen machtvoll zwei Drittel der Einrichtungen. Dann wäre die Ausgangsposition nicht nur ausreichend stark, auch die Feminisierung des Arbeitskampfes würde weiter voranschreiten.” Lesenswerter Beitrag vom 19. Februar 2020 beim Gewerkschaftsforum externer Link
  • Sozial- und Erziehungsberufe: Bringen wir gemeinsam in Ordnung, was nicht stimmt!
    “In den Gesprächen zur Bilanzierung haben die Arbeitgeber bereits eingeräumt, dass auch sie anerkennen, dass Weiterentwicklungen notwendig sind. Bislang jedoch wurden sie nicht konkret. Der Forderungsbeschluss ist vor dem Hintergrund dieser Gespräche getroffen worden und umfasst alle Tätigkeitsbereiche sowie grundlegende Strukturfragen. Dabei wurde auch bedacht, dass wir in diesem Jahr mit den kommunalen Arbeitgebern mehrere Tarifauseinandersetzungen führen. Eine Besonderheit dieses Jahres ist, dass wir die Tarifregelungen verhandeln noch bevor sie gekündigt werden können. Darum planen wir nun in den Einrichtungen und Diensten, lokal und in den Regionen Aktionen unterhalb von Streiks, die den Arbeitgebern und den politischen Entscheidern deutlich machen, dass Verbesserungen weiterhin notwendig sind. Wir sehen in den festgelegten Forderungen einen guten Ansatz für weitere Aufwertungsschritte. Damit wir unsere Forderungen am Verhandlungstisch wirkungsvoll vertreten können muss deutlich werden, dass alle ver.di Mitglieder aus dem Sozial- und Erziehunsgdienst diese Forderung tragen und mit Aktionen unterstützen. (…) Die erste Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste im öffentlichen Dienst findet am 5. März 2020 in Potsdam statt.“ Beitrag vom 14.02.2020 auf der ver.di-Sonderseite externer Link mit umfangreicher Darstellung der Forderungen
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=163119

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