Mittwoch, 28. Februar 2018

Rundbrief des Werner-Fuss-Zentrums

Prädikat sehenswert
Ab 19. April 2018 bundesweit in den Kinos zu sehen:

SPK Komplex

Im Rahmen der Berlinale wurde der Film die ersten 4 Male aufgeführt. Immer waren die Kinos bis auf den letzten Platz ausverkauft.
Zum Inhalt:
1970 gründete der Arzt Wolfgang Huber in Heidelberg mit Patienten das „Sozialistische Patientenkollektiv“, kurz SPK. Hubers Experiment fand bald viele Anhänger, führte aber auch zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Uni Heidelberg und der baden-württembergischen Landesregierung. Im Zuspitzen des Konflikts radikalisierte sich das SPK, Gerüchte über latente Verbindungen zur RAF wurden laut. Huber, seine Frau und weitere Mitstreiter wurden verhaftet und vor Gericht gestellt.

Die SPK-Prozesse nahmen in der Härte, mit der sie von beiden Seiten geführt wurden – von Versuchen, Rechtsanwälte auszuschließen, bis zur Totalverweigerung der Angeklagten – die späteren Stammheim-Prozesse vorweg.
In SPK KOMPLEX erzählt Regisseur Gerd Kroske über Interviews mit Hubers Weggefährten, mit Ermittlern, Richtern und Journalisten sowie über eine Fülle von unveröffentlichten Aufnahmen und Archivmaterial aus dem „Deutschen Vorherbst“ die weitgehend unbekannte Geschichte des SPK und ihrer Folgen bis heute.

Bei allen Unterschieden in vielen Aussagen und der Rhetorik, mit denen diese vorgetragen und Begriffe angewendet werden, haben die 1980 gegründete Irren-Offensive und das SPK (siehe heute http://www.spkpfh.de) ein Ziel gemeinsam: das Ende von Zwang und Gewalt in der Psychiatrie.
Sehr gut an dem Film ist, dass er zeigt, wie die Wut und Verzweiflung über die Entrechtung, Endwürdigung und Folter der Zwangspsychiatrie schon mal in Gewaltbereitschaft umgeschlagen ist. Auch heute droht die Geduld überzogen zu werden, mit der wir mit ansehen müssen, wie wir um die Versprechen der Behindertenrechtskonvention (BRK) auf eine gewaltfreie Psychiatrie betrogen werden. Jetzt droht durch die geplante Professionalisierung der Berufsbetreuer die BRK sogar ins Gegenteil um zu schlagen: Die Gefährdung, wenn nicht sogar Zerstörung der Selbstbestimmung, die durch die PatVerfü mit eingebauter Vorsorgevollmacht nach 30 Jahren Kampf für die Unteilbarkeit der Menschenrechte möglich geworden ist: Geisteskrank? Ihre eigene Entscheidung!

Das SPK hat sich vehement gegen den Film gewehrt, siehe hier: http://spkpfh.de/Achtung_Gattungsgifter_am_Werk.htm
Trotzdem ist der Film ein gelungenes Kontra gegen das vor einem Jahr erschienene Buch des Arztes Christian Pross über das SPK mit dem verleumderischen Titel: Wir wollten ins Verderben rennen.
Ein Interview mit dem Regisseur in der Taz „Das SPK hat rebelliert“: https://www.taz.de/Archiv-Suche/%215484189&/
Radiointerview im Deutschlandfunk Kultur: http://www.ardmediathek.de/radio/Kompressor-das-Kulturmagazin/Dokumentarfilm-SPK-Komplex-Aus-der-/Deutschlandfunk-Kultur/Audio-Podcast?bcastId=47760956&documentId=50139782
Eine Filmkritik im Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/kultur/spkkomplex-im-forum-gegen-kapitalismus-und-irrenhaus/20988368.html
Bericht in "Junge Welt": https://www.jungewelt.de/artikel/327898.in-die-enge-getrieben.html

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Am 22.2. um 20.15 Uhr wurde in Arte der Fernsehfilm

Gefangen - Der Fall K.

erst aufgeführt. Eng angelehnt an die tatsächliche Geschichte zeichnet der Film den Skandal um Gustl Mollath mit ausgezeichneten Schauspielern (z.B. Jan Josef Liefers und Julia Koschitz) nach.
Am Donnerstag, 1. März um 14:00 wird er in Arte wiederholt. Danach kann er einen Monat lang hier in der Mediathek abgerufen werden:
https://www.arte.tv/de/videos/074497-000-A/gefangen-der-fall-k/


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Wieder ein Grund mehr, unbedingt eine PatVerfü zu haben:
In der Zeitschrift Psychiatrische Praxis wird doch tatsächlich nur 42 Jahre nach "Einer flog über das Kuckucksnest" das Elektroschocken mit Zwang und Gewalt beworbenhttps://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0043-116921
Mit vielen Lügen und der Angabe der E-mail Adresse der Autoren, wird behauptet, das sei sowohl medizinisch wie ethisch gerechtfertigt.
Wir werden über unser weiteres Vorgehen dagegen bald wieder berichten.

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Dies sind Nachrichten des Werner-Fuß-Zentrums
im Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
http://www.psychiatrie-erfahrene.de

Geisteskrank? Ihre eigene Entscheidung!
Informieren Sie sich: http://www.patverfue.de

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Bitte vormerken:
T4 Umzug am 2. Mai, dem "Day of Remembrance and Resistance" um 16 Uhr, ab 15 - 16 Uhr sammeln und Demo vor dem Justizministerium, , 16 Uhr Umzug zum T4 Denkmal

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