Montag, 26. Februar 2018

Pariser Papierlose besetzen mehrere Betriebe: „Hier arbeiten wir, hier leben wir, hier bleiben wir!“


Seit dem 12. Februar 2018 halten rund 120 ArbeiterInnen ohne Papiere 
sechs Unternehmen im Großraum Paris besetzt – Logistik-Unternehmen, 
Großküchen, Abfall-Verwerter. Sie, die heute auch in solchen 
Unternehmen zumeist gezwungen werden, als Beschäftigte von 
Subunternehmen zu arbeiten, fordern das Normalste, was gefordert 
werden kann: Ihre Regularisierung. Sie arbeiten hier, leben hier, 
bleiben hier – das ist ihre Losung. Von den betreffenden 
Einzelgewerkschaften des Gewerkschaftsbundes CGT organisiert, haben 
sie zu dieser Streik- und Besetzungsaktion gegriffen, um die 
Errungenschaften der Kämpfe vor rund 10 Jahren zu verteidigen, als die 
damalige Sarkozy-Regierung gezwungen wurde, ihre Rechte anzuerkennen. 
Die Erfolge der Streikbewegung von 2008 und einer weiteren 2013, als 
Hollande regierte, haben beispielsweise dazu geführt, dass ein 
Lohnzettel ausreichte, um registriert zu werden. Erfolge, die in 
diesen beiden Streikbewegungen errungen wurden, seien heute einem 
Angriff ausgesetzt, der sich im wesentlichen durch alltägliche 
Beschneidungen solcher Rechte durch die Verwaltungen zeige und im 
immer offeneren Gegenangriff der Unternehmen, die ständig weitere 
Forderungen zur Umorganisierung der Arbeit nach ihren Profitwünschen 
erheben, wird in der Stellungnahme „GRÈVE DES TRAVAILLEURS SANS 
PAPIERS FRANCILIENS - Ils occupent leurs entreprises depuis le 12 
février 2018 !“ vom 12. Februar 2018 bei der CGT unterstrichen, mit 
der die Regierung aufgefordert wird, diese Regularisierung möglichst 
schnell umzusetzen.
http://www.cgt.fr/Ils-travaillent-dans-la-fabrication-des-plats.html

Siehe zum Kampf der papierlosen ArbeiterInnen in Paris auch eine 
Reportage und zwei Beiträge gewerkschaftsoppositioneller Strömungen in 
der CGT
http://www.labournet.de/?p=128094

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