Dienstag, 27. Februar 2018

ausgestrahltNews | Potenziell betroffen – Was tun?!

der Staat sucht ein Atommüll-Lager. Laut Standortauswahlgesetz kommen dafür Regionen mit geologischen Formationen aus Salz, Ton oder Kristallingestein in Betracht. Im September 2017 hat das Suchverfahren offiziell begonnen. Aktuell versucht die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), einen Überblick über die geologische Datenlage im Land zu gewinnen.
Auch .ausgestrahlt ist nicht untätig geblieben. Wir haben anhand von Studien der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) eine Deutschlandkarte erstellt, die erstmals Landkreise aufzeigt, die von der Standortsuche potenziell betroffen sein könnten.
Warum greift .ausgestrahlt den Behörden vor? Warum warten wir nicht ab, bis die BGE erste Standortgebiete veröffentlicht? Schließlich ist es durchaus möglich, dass dann weitere Regionen hinzukommen oder andere von uns markierte Standorte wegfallen.
Die Betroffenen an den potenziellen Standorten haben jedoch nur dann eine Chance auf ein faires Verfahren, wenn sie frühzeitig aktiv werden – also jetzt!
Denn das Standortauswahlverfahren, das der Bundestag im März 2017 gesetzlich beschlossen hat, ist – anders als behauptet – weder fair noch wissenschaftsbasiert noch partizipativ.
Auf der .ausgestrahlt-Website findest Du unsere ausführliche Kritik am Standortauswahlverfahren und weitere Informationen, die wir laufend ergänzen.
Im Shop liegen dazu druckfrisch oder als PDF die neue Broschüre „Atommüll-Lager per Gesetz“ und der kostenlose Flyer „Ene, mene, muh ...“ bereit. Darin erläutern wir auch, was Betroffene jetzt tun können, um ihre Rechte zu erstreiten.
Wenn Du in einer der betroffenen Regionen lebst, bestell doch gleich ein Infopaket, mit dem Du auch die Menschen in Deiner Umgebung informieren kannst.
Oder organisiere eine Infoveranstaltung an Deinem Wohnort; .ausgestrahlt vermittelt Referentinnen oder Referenten, die das Suchverfahren erläutern.

Weitere aktuelle Informationen in diesem Newsletter:
1. Atompolitisch versagt: Der GroKo-Vertrag
2. Rechtswidriger Atommüllexport
3. Tihange 1: Gefährliche Vorboten
4. Workshop „Jugend trifft Erfahrung“
5. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand
Herzliche Grüße
Angela Wolff
und das ganze .ausgestrahlt-Team


1. Atompolitisch versagt: Der GroKo-Vertrag
Obwohl Atomstrom die Energiewende ausbremst, spielt Atompolitik im Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung so gut wie keine Rolle. Und das, was drin steht, bietet kaum Anlass zur Freude. Mehr dazu im aktuellen Blog-Beitrag von Jochen Stay.

2. Rechtswidriger Atommüllexport
Mit Zustimmung des Bundesumweltministeriums plant Vattenfall, defekte Brennstäbe aus dem AKW Brunsbüttel zu Forschungszwecken nach Schweden zu schicken. Danach sollen die strahlenden Abfälle dort verbleiben. Das Ministerium schafft so einen Musterfall, mit dem das Exportverbot für Atommüll rechtswidrig umgangen wird. Alibigründe könnten dann künftig vorgeschoben werden, um Atommüll im Ausland loszuwerden. .ausgestrahlt hat diesen Skandal publik gemacht. Die taz berichtet darüber.

3. Tihange 1: Gefährliche Vorboten
Bislang konzentrierte sich das öffentliche Interesse auf das Gefährdungspotenzial des belgischen Risse-Reaktors Tihange 2. Doch das ARD-Politmagazin Monitor hat aufgedeckt, dass auch der Nachbarreaktor Tihange 1 gefährlicher ist, als bislang gedacht. In dem AKW häufen sich sogenannte Precursor-Ereignisse – Vorboten, die auf Schäden im Reaktorkern hinweisen. Auch der Atomkatastrophe in Tschernobyl war ein unbeachteter Precursor vorausgegangen. Hier geht's zum Monitor-Beitrag, in dem auch die Menschenkette vom letzten Sommer eine Rolle spielt.

4. Workshop: Jugend trifft Erfahrung
„Atommüll – Was geht uns das an?“ lautet der Titel des nächsten Workshops aus der Veranstaltungsreihe „Jugend trifft Erfahrung“. Organisatorin ist die BUNDjugend mit Unterstützung des Trägerkreises Atommüllreport, dem auch .ausgestrahlt angehört. Erneut treffen junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren zum Austausch mit erfahrenen Atomkraftkritiker*innen zusammen. Der Workshop findet vom 9. bis 11. März statt; Veranstaltungsort ist Karlsruhe. Interessierte können sich hier informieren und anmelden.

5. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand
Dass RWE nichts mit Ökostrom zu tun hat, ist schon länger klar. Trotzdem wird die RWE-Tochter „Innogy“ in den Medien immer wieder als „Ökostromtochter“ bezeichnet. Eine neue Untersuchung zeigt deutlich, wie falsch das ist. Höchste Zeit gegen das mediale Greenwashing vorzugehen. Mach mit und verschicke einen Leser*innenbrief, immer wenn Du den Begriff „RWE-Ökostromtochter“ liest.
In Baden-Württemberg übt das Umweltministerium Druck auf die Ärzteschaft aus, weil diese sich gegen die Deponierung und das Recycling von radioaktivem Müll aus dem AKW-Abriss wendet. Die Ärztinnen und Ärzte halten jedoch dagegen – etwa unlängst bei einem Symposium zur Freimessproblematik. Mehr dazu hier.

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.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation. Wir unterstützen Atomkraftgegner*innen, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen. Mit diesem Newsletter informieren wir über Kampagnen, Aktionen und politische Entwicklungen.
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