Sonntag, 10. Mai 2015
Mexikos Kongress billigte Verfassungsreform zum Verschwindenlassen
Tiroler Tageszeitung v. 1.5.2015
Mexiko-Stadt (APA/dpa) - Mehr als sieben Monate nach der Entführung und dem mutmaßlichen Mord an Dutzenden Studenten in Mexiko hat das Parlament eine Verfassungsreform zum Verschwindenlassen gebilligt. Die Abgeordnetenkammer stimmte am Donnerstag dafür, das Verbrechen künftig ausdrücklich in der Verfassung zu untersagen.
Das ist Voraussetzung für entsprechende Ausführungsgesetze. Die Mehrheit der Regionalparlamente muss der Reform noch zustimmen.
Unter Verschwindenlassen verstehen Strafrechtler die Entführung von Zivilisten durch staatliche Sicherheitskräfte, ohne die Angehörige über deren Verbleib zu informieren. Im vergangenen September hatten Polizisten im Bundesstaat Guerrero 43 Studenten verschleppt und einer kriminellen Organisation übergeben. Bandenmitglieder räumten ein, die jungen Leute getötet und ihre Leichen verbrannt zu haben.
Das Verbrechen rückte die engen Kontakte zwischen Politikern, Sicherheitskräften und Kriminellen in den Fokus. In Mexiko gelten derzeit rund 22.000 Menschen als vermisst.
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