Freitag, 12. Juli 2013
Verliert der Imperialismus die Kontrolle über Ägypten, verhieße dies einen erheblichen Aufschwung des Kampfes in Libyen gegen die Besatzungsmächte der NATO, in der Türkei einen stärkeren Kampf gegen die Salafisten an der Macht, in Palästina einen Aufschwung des Kampfes gegen Israel, in Syrien verstärkten Widerstand gegen die imperialistische Aggression, in der Türkei eine stärkere Volksbewegung gegen die islamisch-faschistische Diktatur, usw.
DIE ANTIIMPERIALISTISCHE REVOLUTIONÄRE ARBEITERBEWEGUNG BEIM STURZ DES FASCHISTEN MORSI
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke
Kairo, 7. Juni 2013, Tribuna Popular (TP). – Zwei grundlegende Faktoren haben den Sturz des ägyptischen Diktators Morsi eingeleitet, welcher vom Volk „Morselini“ wegen seiner Tendenz zur Selbstdarstellung als ein neuer „Mussolini“ im Land am Nil genannt wurde. Der erste grundlegende Machtfaktor besteht aus der Rolle der Armee, die sich mit voller Kraft gegen den Diktator, seine Unterstützerbasis bei den Moslembrüdern und sogar gegen die imperialistische Propaganda-Agentur Al-Jazeera gestellt hat. Der zweite grundlegende Machtfaktor ist die historisch beispiellose Volksbewegung. Schon beim Volksaufstand zum Sturz von Washingtons Agent Mubarak kam es zu einer gigantischen Massenbeteiligung, welche jedoch in diesen Tagen beim Sturz von Morsi noch weit übertroffen worden ist. Es wird geschätzt, dass trotz der von den Moslembrüdern und ihrer Todesschwadron angedrohten Ermordungen 5- bis 10-mal mehr Menschen in ganz Ägypten auf den Straßen protestierten.
Welche Rolle und Orientierung hat das Oberkommando des ägyptischen Militärs? Wir meinen keinesfalls, dass es sich bei den ägyptischen Militärs um revolutionäre Anhänger Nassers handelt. Aber unter ihnen sind sehr wohl Nationalisten vertreten, die hinsichtlich der US-Militärstützpunkte die Unabhängigkeit Ägyptens anstreben, auch wenn sie in sehr enge Beziehungen zum US-Militär eingebunden worden sind. Der kürzlich erfolgte provokatorische Abbruch der Beziehungen zu Syrien durch Morsi hat das Oberkommando der ägyptischen Streitkräfte sehr verärgert, denn dort will man keinen Konflikt mit den arabischen Brüdern. Anzumerken ist, dass der Hass von Morsi auf Bashar und Syrien und seine Komplizenschaft beim Angriff der USA auf Syrien seinen Sturz beschleunigt hat. Dies ist positiv. Dabei ist wünschenswert, dass die Beamten mittlerer und niederer Ebene sich radikalisieren und stärkeren Einfluss erlangen. Nasser kam aus den ägyptischen Streitkräften. Aus diesen militärischen Kreisen stammten jedoch auch die Verräter Sadat und Mubarak, so dass dort etliche Konstellationen denkbar sind.
Wir meinen, dass der enorme Masseneinfluss die unmittelbare Entwicklung bestimmt. Das städtische Industrieproletariat und die Bauern haben sich mit den Mittelschichten und dem gesamten Volk zur Massenbewegung vereint. Mehr als 20 Millionen Menschen in Kairo, Alexandria, Port Said, Damiette, Mahalla, Suez, Luxor, Mansura, Sharqiya, Memfiya, Kafr und Sheikh und all den anderen Städten sind nicht zu unterschätzen. Washington fühlte sich stark aufgestellt durch die Moslembrüder, welche stark im Niedergang stecken. Genau deshalb gibt sich Obama verzweifelt, fordert er wütend eine „Zivilregierung“. Aber das ägyptische Volk ist nicht Obamas Kolonie.
Welche Rolle üben die Revolutionäre über die linksgerichteten Kräfte hinaus in dieser Entwicklung aus? Wir haben dazu keine genaue Einschätzung. Die Kommunisten der KP Ägyptens haben ihre volle Unterstützung gegenüber den Militärs und dem Volksaufstand bekundet. In der Front der Nationalen Errettung (FSN) wächst der Einfluss des Anführers und Nasser-Anhängers Hamdeen Sabahi, der in den Präsidentschaftswahlen mindestens 25% erzielen konnte. Er wäre ein guter Präsident mit der Unterstützung der Arbeiterklasse, des Volkes und der Armee.
Während das ägyptische Volk im Aufstand ist und jubelt, leistet das antiimperialistische Syrien heldenhaft Widerstand. Dabei tritt auch die Hisbollah in Aktion. Die libanesische Armee schlägt die faschistischen Söldnermilizen nieder. Die türkischen Volksmassen bilden eine breite Front gegen den türkischen Ableger von Morsi namens Erdogan. An ihrer Massenbewegung haben die Kommunisten erheblichen Anteil. Die Einschätzung des Kampfes in Ägypten kann nicht von der Lage in Syrien, Palästina, Libanon, der Türkei … losgelöst werden.
Aber Ägypten hat eine strategische Position. Verliert der Imperialismus die Kontrolle über Ägypten, verhieße dies einen erheblichen Aufschwung des Kampfes in Libyen gegen die Besatzungsmächte der NATO, in der Türkei einen stärkeren Kampf gegen die Salafisten an der Macht, in Palästina einen Aufschwung des Kampfes gegen Israel, in Syrien verstärkten Widerstand gegen die imperialistische Aggression, in der Türkei eine stärkere Volksbewegung gegen die islamisch-faschistische Diktatur, usw.
Die arabischen, türkischen, armenischen, kurdischen, persischen, turkmenischen, kaukasischen, syrisch-kaldäischen Völker, die in der Wiege der Zivilisation im Mittleren Osten seit Jahrtausenden zusammenleben, haben ihr letztes Wort noch nicht gesprochen. Ihre Helden der Vergangenheit und von heute sind die Kurden Saladino, Öcalan, Kaykapoaya und Bagdache, der libanesische Schiit Nasrala, die Ägypter Nasser und Sabahi, der Syrer Baschar Al-Assad, die Palästinenser Ahmad Saadat und Arafat, die Türken Mustafa Sufi und Nazim Hikmet, der syrisch-türkisch-arabische Mihrac Ural usw. Unter ihren mit Blut beschriebenen Fahnen ziehen sie in den Kampf für eine demokratische, sozialistische, einige, fortschrittliche, unabhängige und brüderliche Zukunft.
Quelle: Civilización Socialista
http://prensapcv.wordpress.com/2013/07/07/egipto-las-fuerzas-antimperialistas-revolucionarias-y-obreras-en-el-derrocamiento-del-fascista-morsi/
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