Freitag, 12. Juli 2013

Podcast des Gespräch mit dem Schriftsteller Christian Geissler

Im Sommer 2008 starb Christian Geissler im Alter von 79 Jahren in Hamburg. Er war einer der wenigen Intellektuellen, die keinen Frieden mit diesem Staat und den gesellschaftlichen Verhältnissen geschlossen hatten. Da vor allem für jüngere Menschen Christian kein Begriff mehr ist, wird es anfangs eine Einführung in sein umfassendes literarisches Werk geben. Schwerpunkt wird aber ein längeres Radiointerview aus dem Jahre 2005 sein, das anläßlich des 18.März, dem Tag für die Freiheit den politischen Gefangenen, mit ihm geführt wurde. Dieses Gespräch handelte von: - seiner Zeit in der KPD - die Ereignisse am 2.6.67, dem Tod von Benno Ohnesorg - Ulrike Meinhof, die er schon seit den fünfziger Jahren aus der KPD kannte - 14.5. 1970: die Befreiung von Andreas Baader aus dem Gefängnis und seine Auseinandersetzung mit der RAF - seine Arbeit im Komitee gegen die Folter an den politischen Gefangenen in der BRD - die Zeit um 1989 mit den Brüchen und Dissonanzen - Ausblick, um zu lernen und damit wieder stärker zu werden - zwischendurch wurde Musik gespielt, die die Geschichte des Aufbruches behandelte. Leider war die Zeit bedingt u.a. durch sein Alter und seine angegriffene Gesundheit zu knapp, um dieses Gespräch zu Ende zu bringen. "...im übrigen: die geschichte des bewaffne- ten kampfes ist nach 77 und auch nach 89 und auch nach 92 und auch nach 98 so wenig zuende wie die geschichte der internationalen klassenkämp- fe. für diese treue im histo- rischen prozess sorgt das herrschende system der aus- beutung des menschen durch den menschen. das ist, mitten in der scheiße, schön. der mensch, das ist seine schön- heit, läßt sich auf die dauer nicht erniedrigen und beleidigen..." Christian Geissler schrieb das an die Medien 1998 nach der Auflösungserklärung der RAF. http://www.radioflora.de/contao/index.php/Beitrag/items/gespraech-mit-christian-geissler.html

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