Freitag, 12. Juli 2013
Gentechnik-Seilschaften: Außerordentlicher Newsletter am 26.5.2013
************www.biotech-seilschaften.de.vu**************
DARF GERNE WEITERGELEITET WERDEN ... GANZ ODER TEXTWEISE
*************Verfasst von: Jörg Bergstedt***************
Gentechnikfilz-Newsletter am 10.7.2013
zusammengestellt in der Projektwerkstatt von Jörg Bergstedt (Autor
„Monsanto auf Deutsch“)
Hallo,
es geht in die Sommercamps – da will ich noch einen
Gentechnik-Newsletter loslassen. Einige Infos haben sich wieder neu
angesammelt, die seien weitergegeben. Auf den Sommercamps, die
ohnehin ja interessant sind (schließlich wäre eine
Themenbeschränkung auf Gentechnik ja ein bisschen dürftig), laufen
auch einige der bekannten Ton-Bilder-Schauen usw. (siehe Termine am
Ende).
Nach den Sommerferien mit Abschluss verschiedener Klimacamps geht es
dann wieder richtig los – unter anderem mit dem Maulkorbverfahren in
Saarbrücken. Da wird es endlich mal wieder richtig spannend. Am
16.9. ist der nächste Verhandlungstag … und geladen sind als Zeugen
die Macher des Gießener Gengerstefeldes, d.h. zwei Top-Größen der
deutschen Agrogentechnik (mehr siehe unten). Ich werde in den Tagen
davor (ca. 11.-15.9.) in Rheinland-Pfalz und im Saarland
Veranstaltungen zum Thema machen, um auch über den Versuch zu
informieren, kritische Informationen zu verbieten. Einige Termine
sind schon fest „gebucht“, andere könnten noch hinzukommen (z.B. am
15., also dem Tag davor). Neben der Ton-Bilder-Schau „Monsanto auf
Deutsch“ könnten auch noch zwei neuere Themen passend sein: Meine
neue Ton-Bilder-Schau zu Strategien des Widerstandes (Auswertung von
mehreren Jahren kreativer Aktion gegen die Agrogentechnik) und den
Vortrag „Macht macht Umwelt kaputt – über den Zusammenhang von
Umweltzerstörung und Herrschaft“.
Beide Themen könnten dann auch auf die Herbst-Veranstaltungstouren
passen, an denen wir jetzt schon planen. Zum Beispiel neben der
Saarland-RLP-Tour Mitte September eine Westtour im Oktober und eine
Südtour wahrscheinlich Ende November.
Soweit die Einleitung … viel Spaß beim Lesen, viele weitere Wochen
mit der endlich herrlichen Sonne (auch und gerade für die
LandwirtInnen, die das dringend gebraucht haben) und weniger
Machtgehabe in diesem Land wünsche ich mit besten Grüße aus der
Projektwerkstatt in Saasen … Jörg B.
P.S. Wer weiterhin die Infos aus den Gentechnik-Seilschaften
erhalten will und noch nicht für den Newsletter angemeldet ist,
sollte das tun – per Formular auf www.biotech-seilschaften.de.vu
oder Mail an saasen@projektwerkstatt.de.
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NEUES AUS DEN SEILSCHAFTEN
Landtag Mecklenburg-Vorpommern beschließt Eiweißpflanzenförderung
ohne Gentechnik
Der Versuch, den Fuß wieder neu in die Tür zu bekommen, ist
gescheitert: Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern beschloss, die
angestrebte Forschung zum Eiweißpflanzenanbau unter Ausschluss der
Gentechnik zu machen. GentechnikprotagonistInnen wie Prof. Inge
Broer hatten im entsprechenden Ausschuss noch für die Einbeziehung
geworden. Der Beschluss lautet nun (Drucksache 6/1925 vom
22.05.2013): "Der Landtag bekennt sich zu dem Ziel der Ausweitung
des Anbaus von einheimischen Eiweißpflanzen sowohl im
konventionellen als auch im ökologischen Landbau und unter
Ausschluss der Nutzung von gentechnisch veränderten Organismen."
Mühsamer Sieg nach über 4 Jahren:
Forschungszentrum Jülich muss Einblick in Förderunterlagen zur
Agrogentechnik gewähren
Und wieder ein brisantes Gerichtsverfahren gegen das Bollwerk der
Gentechniklobbyisten und ihrer Unterstützer gewonnen! Diesmal
dauerte das Verfahren allerdings sehr lange. Es begann am 30.5.2009
mit einem Akteneinsichtsgesuch. Dieses basierte auf dem
Umweltinformationsgesetz, nach dem alle Menschen ohne Angabe von
Gründen in alle umweltrelevanten Unterlagen bei staatlichen Stellen
Einblick nehmen können. Gerichtet war es an das Forschungszentrum
Jülich, welches Gelder der Bundesregierung für die Agrogentechnik
vergibt. Brisant könnten diese Unterlagen sein, weil bereits
mehrfach über betrügerischen Umgang mit solchen Fördergeldern
berichtet wurde. Bergstedt selbst hatte umfangreiche Daten dazu in
seinem Buch „Monsanto auf Deutsch“ und im gleichnamigen Vortrag benannt.
Doch das Forschungszentrum verweigerte die Akteneinsicht. „Leider
ist das typisch. Alle befragten Bundesbehörden zur Agrogentechnik
hielten sich nicht an das geltende Recht“, zieht Bergstedt ein
ernüchterndes Fazit seiner Bemühungen um Akteneinsicht. Schon 2009
hatte der das Bundesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit (BVL) als zuständige Genehmigungsbehörde vor
Gericht gebracht und zur Akteneinsicht zwingen können. Andere
Bundesbehörden verweigern die Einsicht bis heute. Nun könnte ein
weiteres Bollwerk organisierter Intransparenz gefallen sein. Das
Verwaltungsgericht Gießen urteilte nach der mündlichen Verhandlung
am 12. Juni 2013, dass dem Antrag des Klägers auf Akteneinsicht
„vollumfänglich“ (mündliche Mitteilung vom heutigen Tag)
stattgegeben worden sei (Az. 1 K 1581/11.GI). Danach müsse das
Forschungszentrum vollständig und innerhalb von einem Monat die
Einsicht gewähren. Rechtskräftig ist das Urteil aber noch nicht. Das
Forschungszentrum Jülich kann zum Verwaltungsgerichtshof ziehen.
Bergstedt befürchtet das: „Die wollen vertuschen und lassen dabei
keine Gelegenheit aus.“ Sein Verdacht ist, dass viel Zeit geschunden
werden solle. Denn angesichts deutlich auseinanderklaffender Praxis
auf Versuchsfeldern zum Förderantrag geht es auch um den Verdacht
ständigen Betrugs unter Beihilfe von staatlichen Stellen. „Die
wollen verzögern, bis alle Verjährungsfristen abgelaufen sind“,
vermutet der jetzige Sieger im Verwaltungsgerichtsprozess. Das
Verfahren hätte sich aber so oder so gelohnt. „Es ist mal wieder
bewiesen: Staatliche Stellen sind nichts als Steigbügelhalter für
Konzerninteressen – und die Vertuschung der mafiösen Geflechte
hinter den Kulissen.“
Längerer Text und alle Dokumente:
http://de.indymedia.org/2013/07/346492.shtml.
Es geht wieder los: Maulkorb-Verfahren in Saarbrücken
Zuerst der Termin, damit der schon mal vorgemerkt werden kann: Mo,
16.9. um 11 Uhr beim Oberlandesgericht Saarbrücken
(Franz-Roeder-Str. 15, Saal 223). Das Besondere: Die Professoren aus
Gießen und Erlangen, Karl-Heinz Kogel und Uwe Sonnewald, sind als
Zeugen geladen. Geprüft werden soll, ob mit dem Gengerstefeld
betrogen worden ist (Simulation bzw. andere Forschung als im Förder-
und Genehmigungsantrag). Das kann spannend werden – es ist der erste
Verhandlungstag mit Zeugen, die vernommen werden.
Ansonsten hat sich in den ganzen Monaten ohne Verhandlungstermin
einiges getan. Alle aktuellen Schreiben finden sich wie auch eine
Darstellung des gesamten Verfahrens unter:
www.projektwerkstatt.de/gen/filz_brosch.htm. Von Bedeutung kann auch
eine neu entdeckte Interviewpassage der Mehrfach-Versuchsleiterin
Inge Broer sein, gegen die sich etliche der vor Gericht verhandelten
Betrugsvorwürfe richteten. Dort führt sie aus: „Der Weizen, den wir
als Modell zur Überprüfung unserer Verfahren an Getreide genutzt
haben, ist nicht für den Markt gedacht.“ Das aber wäre nach den
Förderrichtlinien gar nicht zulässig gewesen.
Wer hat Lust, vorher eine Veranstaltung zu machen? Z.B. die die
Ton-Bilder-Schau „Monsanto auf Deutsch“, also passend zu den vor
Gericht umkämpften Enthüllungen? Oder die neue Ton-Bilder-Schau zum
Rückblick auf den Gentechnik-Widerstand und möglichen
Schlussfolgerungen auch für andere Aktionen? Gut passen täte auch
die ebenfalls recht neue Veranstaltung „Macht macht Umwelt kaputt –
über den Zusammenhang von Herrschaft und Umweltzerstörung“ (alle
Themen siehe unter www.vortragsangebote.de.vu). Bitte meldet Euch,
ich würde gern die Tage vorher im Saarland oder auf dem Weg dahin
mit Veranstaltungen füllen.
30 Jahre „Grüne Gentechnik“ – und die feiern auch noch!
Das lief mir letztens über den weg: Veranstaltung am 19. September
2013, von 15:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr in der IHK Köln, Camphausen-Saal
Vor 30 Jahren wurde in Köln ein Meilenstein auf dem Weg der grünen
Gentechnik gelegt: Der belgische Wissenschaftler Jozef „Jeff“
Schell, von 1978 bis 2000 Direktor und Leiter der Abteilung
„Molekulare Grundlagen der Pflanzenzüchtung“ am heutigen
Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln,
entwickelte 1983 erstmals gentechnisch veränderte Tabak-Pflanzen.
Diesem Datum ist die diesjährige Biotechnologie-Veranstaltung
gewidmet. Der Bogen reicht vom persönlichen Erleben (Frau Betsy
Schell / Herr Prof. Dr. Ingo Potrykus) bis hin zu heutigen
Entwicklungen (Herr Prof. Dr. Achim Tresch). Die Ergebnisse des von
BMELV / FNR geförderten Projekts SynRg®, das mit Polyphenolen und
Fettsäuren herkömmlich gezüchteter Ölsaaten neue Polymere aus
nachwachsenden Rohstoffen entwickelt, zeigt auf, wo wir von den
Ergebnissen der Pflanzengentechnik profitieren und wo die
Beschränkungen durch die Nichtnutzung dieser Technologie liegen
(Quelle: http://www.ihk-koeln.de/Gruene_Gentechnik.AxCMS)
Gedanken zum Freihandelsabkommen
Es ist in vieler Munde: EU und USA wollen eine Freihandelszone
bilden. Sofort werden die Teufel an die Wand gemalt. Sie stammen
alle von der anderen Seite des Atlantiks. Dabei ist schon beim
Vergleich hüben wie drüben keine Eindeutigkeit zu sehen. Klar: In
Sachen Agrogentechnik sind die meisten Staaten in Europa
restriktiver als die USA. Aber selbst in diesem Themenbereich wächst
der Widerstand auch in Nordamerika. Bei Aktentransparenz oder
Haftungsrecht sind die USA hingegen immer gegenüber der EU, vor
allem gegenüber Deutschland, verbraucherInnen-freundlicher gewesen.
Es ist daher Quatsch anzunehmen, durch ein Freihandelsabkommen mit
den USA würde in der EU alles schlechter. Wenn es wieder mal
schlechter wird, dann weil Politik (und andere Mächtige) es so
wollen – und wir pennen. Nicht der Abbau von Grenzen ist das
Problem, sondern die Art, wie ein solcher gestaltet wird:
• Grenzen auf und unkontrollierte Freizügigkeit vor allem für
Menschen – das wäre viel wichtiger!
• Durchsetzung von menschen- und umweltfreundlichen Standards in der
neuen Freihandelszone
• Als Mindestforderung: Jeweils die bessere Regelung für den
gesamten Raum übernehmen – egal ob made in USA oder made in EU.
Was nicht hilft, ist das ewige Gejammere, die USA würden Europa
überrollen. Geschichtlich ist das bisher erst einmal geschehen, und
zwar umgekehrt. Die Menschen, die damals in Nordamerika lebten, hat
es weitgehend vernichtet. So etwas steht jetzt nicht an. Das
Freihandelsabkommen zielt vor allem auf eine Stärkung gegenüber
anderen Teilen der Welt. Dort herrschen immer noch üble Bedingungen.
Denken wir bei allem Protest gegen konkrete Regelungen der
Freihandelszone also immer daran, auf wen sich das wie auswirkt. Und
eher nicht an Deutschland. Der Staat hat genug Schaden angerichtet
und dominiert das Weltwirtschaftsgeschehen schon wieder. Ordentlich
umfairteilen wäre gut. Besser noch, den Menschen einfach das zu
lassen, was sie schon hätten, wenn „wir“ es ihnen nicht – oft mit
Waffengewalt – weggenommen hätten: Selbstbestimmung, Boden, Essen,
Produktionsmittel …
Mir ist jede Grenze weniger recht – am liebsten ganz weg. Staaten
nützen nur sich selbst und dem von ihnen garantieren Eigentum (mit
Profit). Ich kann auf sie gut verzichten!
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SPRÜCHEKLOPFERiNNEN
Heute: Die Monsanto-Ente … die Hintergründe über die Meldung,
Monsanto würde Europa verlassen
Es mag ja manche enttäuschen, aber das Ganze war eine Ente. Komplett
erfunden. Ich habe das von Anfang an unfreiwillig live miterlebt und
dummerweise auch selbst etwas dazu beigetragen. Es begann mit einem
taz-Anruf am 31.5.2013. Der erreichte mich, als ich auf dem Sprung
zur Veranstaltungstour durch Bayern war. Monsanto würde Europa
verlassen, schilderte mir der taz-Redakteur und fragte, was ich dazu
sagen würde. Ich hab natürlich nix gesagt, denn die Meldung kannte
ich noch nicht. Aber ich habe im Verlauf des Gesprächs erwähnt, dass
aufgrund fehlender Versuchsfelder viele AktivistInnen sich auf
andere Aktionsorte wie Tierfabriken usw. konzentrieren würden – es
sind ja keine Ein-Themen-Leute. Tags drauf erschien der
entsprechende Artikel
(http://www.taz.de/Sieg-fuer-Anti-Gentech-Bewegung/!117205/), und
die taz stelle meine Aussage in den falschen Kontext. So wirkte es,
also sei das nun die Reaktion auf den Monsanto-Rückzug. Viele
Zeitungen übernahmen die Meldung der taz – immerhin ein guter
Werbeerfolg für die taz, die sich damit ins Gespräch brachte.
GentechnikbefürworterInnen wie das FDP-MdB Christel Happach-Kasan
sahen Europa mal wieder im Untergang begriffen. Andere kommentierten
das Geschehen etwas anderes, z.B. der Gentechnikpropagandist Gerd
Spelsberg: "Monsanto gibt „den Kampf für gentechnisch verändertes
Saatgut in Europa auf“ (taz). Keine Lobbyarbeit mehr, keine Anträge
für neue Anbauzulassungen gentechnisch veränderter Pflanzen, auch
keine Freilandversuche. „Widerstand lohnt sich“, feiern sich die
Gentechnik-Gegner. „Ein Triumph der Unvernunft“, kommentierte auf
der anderen Seite Hartmut Wewetzer in der Zeit. Doch, so merkwürdig
das klingt: Der Rückzug könnte auch Chancen eröffnen, endlich
nüchtern und ohne den ganzen Monsanto-Ballast über Pflanzenforschung
und die Relevanz gentechnischer Verfahren zu diskutieren." (Quelle:
http://www.gute-gene-schlechte-gene.de/monsanto-gibt-gentechnik-in-europa-auf/)
Doch alles war eine Ente: "Die Berichte über den vermeintlichen
Monsanto-Rückzieher beim Anbau gentechnisch veränderter Sorten in
Europa sind reines Wunschdenken. Tatsächlich gibt der Konzern nur
zu, dass er keine Akzeptanz in der Öffentlichkeit findet. Umso
energischer versucht er es nun durch die Hintertür der Bürokratie."
(http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/06/07/zu-frueh-gefreut-monsanto-dementiert-rueckzug-aus-europa/)
Peinlich, peinlich, dass die taz so etwas nötig hatte. Noch frecher
war, dass die Zeitung in einer später veröffentlichten
Selbstbeweihräucherung dann auch noch eine Schuldzuschiebung an
andere ranhängte. Die hätten den taz-Artikel nicht verstanden (siehe
http://blogs.taz.de/hausblog/2013/06/07/uber-monsanto-wie-ein-taz-bericht-um-die-welt-ging/).
Ich kann nur sagen: „Nein, liebe taz. Ich kann mich noch genau
erinnern, wie Ihr mich angerufen habt. Ihr habt glasklar die
Unwahrheit gesagt – und wusstet das besser. Schade drum. Aber kein
Grund, nicht mehr mit Euch zu reden. Ich würde mich aber freuen,
wenn Ihr beim nächsten Mal keine Tricks anwendet.“
Anti-Zensur-Konferenz-Macher liebt Diktaturen
Bislang habe ich wenig über die AZK geschrieben, ob ich selbst mal
als Referent auftrat, um mir ein Bild von allem zu machen (auch
hinter den Kulissen). Es war eher ein langweiliger Tag – frontale
Vorträge, Appelle an die 2000 Gäste, nicht selbst denken und zu
diskutieren, sondern zuzuhören usw. Alle paar Tage stammen aus der
gleichen Quelle, einer christlich fundamentalistischen Gruppe namens
OCG, die vielerorts kritiklos verteilten „Stimme&Gegenstimme“. Es
spricht vieles dafür, dass die VerteilerInnen die selbst nicht
lesen, sonst würden sie das vielleicht nicht weitergeben. In einer
der letzten Ausgaben (32/13) schrieb Ivo Sasek ein Vorwort, aus dem
mal zitiert sei: „Was leider nur die allerwenigsten begreifen, ist
die Tatsache, dass alles und jedes unter diesem Himmel einzig nach
dem diktatorischen Prinzip funktioniert und überlebt. Vom kleinsten
Fußballclub bis zur harmlosesten Blasmusikkapelle, von der
hintersten Reinigungsfirma bis zum frommsten christlichen Hauskreis
läuft alles nach diktatorischen Prinzipien ab, auch wenn man sich
einen noch so demokratischen oder brüderlichen Anstrich gibt. …
Warum also labern wir die ganze Zeit von Demokratie und verteufeln
ganz grundsätzlich jede Form von Diktatur - wo doch sämtliche
Naturgesetze uns nur auf dem Weg klarer Diktate bestehen lassen? Der
einzig wirklich entscheidende Faktor dreht um die Frage: Welchem
Diktator wir uns unterwerfen - denn auch hinter jeder noch so feinen
Demokratie verbirgt sich ein Diktator. Obendrein ein Bestgetarnter,
weil "seine errungene Mehrheit" diktiert. Diese aber kommt in den
allermeisten Fällen auf dem Weg eben jener Diktatoren zustande, die
von Grundlegung "ihrer Demokratie" an die Massenmedien im Griff
hatten. Lasst uns daher zur eindeutigen Mehrheit heranwachsen (...),
durch S&G, durch Klagemauer.tv etc. Denn die Gerechten sollen
herrschen - als wirklich gute und gemeinnützige "Diktatoren".“
Stoff zum Nachdenken:
• Kritik an vereinfachten Welterklärungen: www.kopfentlastung.de.vu
• Emanzipatorische Gentechnikkritik:
www.projektwerkstatt.de/gen/emanz_kritik.htm
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WIDERSTAND, AKTIONEN, PROJEKTE
Drei FeldbefreierInnen von Gatersleben bleiben ohne Strafe –
Magdeburg stellt ein!
Eigentlich schon aufgelöst, erschien am 2. Juli doch noch einmal
eine Pressemitteilung des Aktionsnetzwerkes „Gendreck-weg“. Die
Sache war es auch wert – und so sei hier der komplette Pressetext
angeführt:
Das Landgericht Magdeburg hat die Einstellung des Strafverfahrens
wegen der teilweisen Zerstörung eines Genweizenfelds in Gatersleben
im April 2008 angeboten.
Vorangegangen war dem ein jahrelanger Prozess durch alle Instanzen.
Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst auf eine viermonatige Haft
ohne Bewährung plädiert, dann lautete im November 2010 das Urteil
Geldstrafe zwischen 20 und 30 Tagessätzen. Mit Erfolg legten drei
der sechs Aktivisten 2012 Revision ein. Das Oberlandesgericht
Naumburg befand, dass die von den Angeklagten in Frage gestellte
Genehmigung für den Gentechnikversuch in der unmittelbaren
Nachbarschaft der Genbank in Gatersleben doch vom Gericht geprüft
werden muss.
Holger Isabelle Jänicke, einer der Rechtsberater der Gruppe, sagte
zu der Einstellung des Verfahrens: "Das Landgericht Magdeburg zieht
nun die Reißleine. Würde es den Prozess so durchführen, wie es das
OLG verlangt, wäre wiederum eine mehrtägige Verhandlung notwendig,
die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch enden
könnte. Mit der Einstellung werden auch Kosten und Arbeit gespart.
Da auch im noch laufenden Schadensersatzverfahren vor dem
Zivilgericht in Magdeburg diese Frage eine entscheidende Rolle
spielt, gibt es Chancen dafür, dass sich fünf Jahre nach der
Feldbefreiung ein Gericht mit der Rechtswidrigkeit des
Genweizenversuches in Gatersleben auseinandersetzt."
Christian Pratz, einer der Feldbefreier ergänzte: "Dieser
Genweizen-Versuch steckte von der öffentlichen Förderung, dem
Genehmigungsverfahren, bis zu den Schadensersatzforderungen voller
Widersprüche. Wir haben den Weizen zerstört, um eine konkrete Gefahr
für die Nutzpflanzen in der Genbank abzuwenden. Im Rahmen der Straf-
und Zivilprozesse konnten wir zeigen, wie diese Freisetzung in
Gatersleben nur aufgrund von Mauscheleien genehmigt wurde und die
Durchführung mit unglaublichem Schlendrian in den zuständigen
Behörden und bei dem IPK Gatersleben verbunden war."
Bericht und Links zum OLG-Urteil über
http://de.indymedia.org/2013/07/346648.shtml.
BUND entdeckt andere Firmen
Da muss ich doch mal loben, schließlich passieren ja nicht nur blöde
Sachen. Der BN (Bund Naturschutz = Landesverband des BUND in Bayern)
hat einen Flyer zu Glyphosat herausgebracht. Und dort wird
tatsächlich aufgelistet, dass dieses Zeug nicht nur bei Monsanto in
den Spritzmitteln drin ist, sondern auch in vielen anderen Mitteln
vieler anderer Firmen. Glückwunsch – endlich mal nicht nur
Monsanto-Hass, sondern eine an inhaltlichen Kritiken orientierte
Kampagne!
Andere entdecken Monsanto, wo es gar nicht ist
Zweischneidig wirken ja die Aktionen unter dem Motto „march against
monsanto“. Einerseits werden da viele Menschen aktiv, die bislang
wenig zu sehen waren – gerade junge Leute, bei denen der Verdacht
bestand, etwas viel digital zuzugucken statt mitzumischen.
Andererseits sind die Parolen mitunter arg einseitig gegen den
gehassten US-Konzern. In Zürich sammelten AktivistInnen Beispiele in
Form von Flyern, auf den Monsantohass mit Chemtrail-Wirrungen und
Rassismus verquirlt wurden. Ein anderes Flugblatt rief zum Boykott
von Firmenprodukten auf, die zum Monsantokonzern gehören sollten.
Ich habe stichprobenhaft fünf Firmennamen überprüft – alle gehörten
nicht zu Monsanto. Wer so informiert, belügt die Menschen genauso
wie Regierungen und Konzerne. Emanzipatorische Bewegung sollte mehr
Anspruch an die politische Aktion haben! Wie wäre es mit einer
kleinen Umbenennung für den nächsten Aktionstag? Mindestens „march
against monsanto & Co.“ sollte doch drin sein …
Neue Ton-Bilder-Schau – wer hat Lust, dazu eine Veranstaltung zu
machen???
„Monsanto auf Deutsch“ dürfte inzwischen viele kennen. Mehrere
100mal ist die Ton-Bilder-Schau gelaufen – als Abendveranstaltung
mit 5 bis 180 BesucherInnen (den Rekord hält bis heute einer der
ersten Abende überhaupt, nämlich der in Kammerstein), als Teil
größerer Kongresse (dann auch mit mehr ZuschauerInnen) oder per DVD
ohne Referent. Das Projekt trug seinen Teil dazu bei, die
Agrogentechnik weitgehend von den Feldern zu drängen. Doch weder ist
damit alles gut noch ist Gentechnik das einzige Problem. Deshalb
gibt es jetzt demnächst eine neue Ton-Bilder-Schau … folglich können
auch alle, die schon einmal „Monsanto auf Deutsch“ bei sich hatten,
überlegen, nochmal was zu machen in der nächsten Zeit, z.B. auf der
Veranstaltungstour im November durch den Süden oder andernorts.
Anfragen erwünscht … hier ein Werbetext für die Veranstaltung:
• Die Mischung macht's - erfolgreiche Strategien des Widerstandes am
Beispiel der Agrogentechnik
Seit 2004 starteten Gentechnikkonzerne und Lobbygruppen eine neue
Kampagne zur Durchsetzung ihrer Profitinteressen und zur Anlage von
Feldern mit manipulierten Pflanzen. Ab 2005 entwickelte sich - wie
schon Mitte der 90er Jahre - eine spannende Mischung des
Widerstandes: Feldbefreiungen, Feldbesetzungen, Aktionen vor
Konzernzentralen und -versammlungen, Recherchen hinter den Kulissen,
brisante Veröffentlichungen und viele informative Veranstaltungen.
Mit Erfolg: 2012 gab es kam noch Felder und die großen Konzerne
kündigten ihren Abgang aus Deutschland an – und der Sommer 2013 wird
wahrscheinlich ganz ohne gv-Pflanzen ablaufen. Da lohnt sich der
Rückblick: Was macht solche Widerstandsstrategien aus? Und was lässt
sich daraus für andere Kampagnen und Aktionen lernen - z.B. für den
Widerstand gegen Atom oder Kohle, Tierfabriken oder Schlachthöfe,
Nazis oder Sozialabbau, Militär oder Repression. Fotos, kurze Filme
und ausgewählte Anekdoten machen die Ton-Bilder-Schau zu einer
rasanten Erinnerung an vergangene Protestjahre. Dann folgen Thesen
für eine entschlossenere Protestkultur auch zu anderen Themen. Am
Ende besteht die Gelegenheit zur Debatte, Entwicklung eigener Ideen
und für konkrete Verabredungen …
Endlich wieder da: Direct-Action Taschenkalender für 2014
Im Seitenhiebverlag neu erschienen ist der direct-action
Taschenkalender für 2014. Im handlichen A6-Format enthält er neben
Kalendarium, Monatsübersichten, Menstruationskalender, Stundenplaner
und vielen praktischen Dingen mehr auch Tipps, Tricks und Ideen für
kreative politische Intervention von unten. Wem Latschdemos,
Onlinepetitonen und Co. zu lahm, zu hierarchisch organisiert oder
einfach zu wirkungslos sind, oder wer in netten Dosen über das Jahr
verteilt seinen politischen Handlungsrahmen erweitern will liegt mit
diesem Kalender genau richtig. Verlag: Seitenhieb. ISBN:
978-3-86747-053-7. DIN A6, Gebunden, 164 Seiten, 3,50€ … bestellen
auf www.aktionsversand.de.vu.
********************
TERMINE: VORTRÄGE u.ä.
(genauer und mit Links zu Ankündigungsmaterial auf
www.projektwerkstatt.de/termin.html)
Vorab eine kleine Rückmeldung (aus einer Mail) nach „Monsanto auf
Deutsch“ am 25.6.2013 in Lüneburg:
*vielen Dank für den tollen Abend am Dienstag!!* Es war wirklich ein
*rundum gelungener Abend* und ein *Erlebnis für alle Besucher*,
nicht nur für die, die hinterher noch mit in die Kneipe gekommen
sind! Ich glaube fast, man konnte ein wenig die Spannung und die
Aufmerksamkeit spüren, mit der die Besucher Deinem Vortrag gefolgt
sind. Das war toll!
Als ich dann am nächsten Tag in der Mensa mit zwei Studentinnen am
Tisch saß -- ich kam drauf zu, als sie schon einige Zeit im Gespräch
waren -- *war Dein Vortrag die ganze Zeit das Gesprächsthema*. Sie
fanden Deinen Vortrag ganz, ganz toll, auch die Art, wie Du ihn
präsentiert hast! Von anderer Seite bekam ich die gleichen
Rückmeldungen: alle fanden diesen Abend klasse und waren froh, dabei
gewesen zu sein: sie haben Deinen Vortrag als besonderes Erlebnis
wahrgenommen!
Für meine Begriffe auch: ich war wieder mit Spannung dabei (- obwohl
ich den Vortrag ja schon kannte -) und habe mich gefragt, woher Du
die Energie nimmst, dieses Programm mit soviel Einsatz und Verve
jedesmal von neuem durch- bzw. vorzuführen? Übrigens: Es waren ja
61-62 Leute da. *Für Lüneburg und so eine Veranstaltung waren das
viele Besucher!*
Die dann noch mit Interesse und Spannung dabei waren. Es war für uns
( und für mich ) auch aus dieser Perspektive ein Erfolg!
Es ist Sommerpause. So gibt es nicht viele Termine der
TON-BILDER-SCHAU "Monsanto auf Deutsch - Seilschaften zwischen
Behörden, Forschung und Gentechnikkonzernen" und weiteren Themen
• Di, 23. Juli, abends im Münsterland auf dem Anti-Atom-Aktionscamp
(http://antiatomcamp.nirgendwo.info)
• Mi, 24. Juli, vormittags (gleicher Ort): Die neue Ton-Bilder-Schau
(oder als Workshop) zu "Die Mischung macht's - erfolgreiche
Strategien des Widerstandes am Beispiel der Agrogentechnik" (siehe
Text oben)
• So, 25.8., ab 15 Uhr auf dem Klimacamp in Manheim (westlich Köln,
https://klimacamp.ausgeco2hlt.de/): Workshop "Macht macht Umwelt kaputt"
• Do, 29.8., ab 15 Uhr (gleicher Ort): Ton-Bilder-Schau oder
Workshop "Die Mischung macht's - erfolgreiche Strategien des
Widerstandes am Beispiel der Agrogentechnik" (siehe Text oben)
11.-15.9.: Veranstaltungstour mit „Monsanto auf Deutsch“ und anderen
Themen durch Saarland und Rheinland-Pfalz. Bisher angedacht:
• 12.9. „Macht macht Umwelt kaputt“ in Ludwigshafen
• 13.9. Eine der Ton-Bilder-Schauen in Saarbrücken
• 14.9. „Monsanto auf Deutsch“ im Raum Koblenz
• 15.9. vielleicht noch was im Saarland (aber noch nicht klar)
Oktober: Veranstaltungstour durch Nordrhein-Westfalen
Ende November: Veranstaltungstour durch Bayern (Anfragen für Orte
sind gern gesehen)
VOR GERICHT
• Mo, 16.9. um 11 Uhr beim Oberlandesgericht Saarbrücken
(Franz-Roeder-Str. 15, Saal 223): Nächste Verhandlung im
Maulkorb-Verfahren der Gentechniklobby gegen den Buchautor "Jörg
Bergstedt"
Außerdem wird es in den nächsten Monaten in Kerpen und Köln Prozesse
geben des Konzerns RWE gegen Jörg Bergstedt wegen Aktionen gegen den
Braunkohleabbau – und auch hier stehen neben den umweltpolitischen
Themen die Verflechtungen zwischen Firma und Politik im Mittelpunkt.
Veranstaltungen soll es Ende Juni in der Region geben und vom 23.8.
bis 2.9. auf dem Klimacamp im Rheinland (in Manheim westlich Köln,
siehe www.klimacamp.ausgeco2hlt.de/).
TERMINE: SEMINARE
Wir planen wieder einige Schulungen in der Projektwerkstatt. Hier
der Stand der Terminplanung (genauere Infos und Formular für
(Vor-)Anmeldungen auf www.projektwerkstatt.de/termine):
• 1. bis 10. November 2013 in Marburg, Gießen, Wetzlar, Herborn,
Weilburg, Heuchelheim, Gladenbach und Saasen: Globale - das
globalisierungskritische Filmfestival in Mittelhessen
Die Globale Mittelhessen ist ein globalisierungskritisches
Filmfestival, das dieses Jahr zum 5. Mal stattfindet. Es ist
mittlerweile zum festen Bestandteil der politischen Kultur in der
Region geworden. Zu den Themen der Globale Mittelhessen gehören die
globale Finanz- und Wirtschaftskrise ebenso wie die weltweite
Spekulation mit Ackerflächen und Wasser. Die Produktionsbedingungen
bei der Massenfertigung von Konsumgütern und Nahrungsmitteln finden
ihren Platz wie auch die Kriege um Rohstoffe. Wir haben aber auch
Filme im Programm, die Alternativen und Ansätze für einen Wandel
aufzeigen. Die meisten Filme werden durch Regisseurinnen und
Regisseure sowie sachkundige Referentinnen und Referenten begleitet.
Erstmals werden auch in der Projektwerkstatt in Reiskirchen-Saasen
Filme gezeigt - und auch hier rundherum mit
Informationsmöglichkeiten, Diskussionen, ReferentInnen usw.
Übernachtung möglich - von hier aus können dann auch andere Filmorte
besucht werden. Die geplanten Filme in der Projektwerkstatt: Die
Zukunft pflanzen, Rising resistance, Climate change, vielleicht noch
mehr.
• 8.-10. November in der Projektwerkstatt Saasen: Seminar "Macht
macht Umwelt kaputt!"
Herrschaft bedeutet die Möglichkeit, Abläufe und Verhältnisse so
regeln zu können, dass andere die negativen Folgen erleiden müssen.
Umweltzerstörung basiert regelmäßig auf diesem Prinzip: Industrie
und ihre Staaten graben in armen Regionen nach Energiequellen und
Rohstoffen, transportieren schiffeweise Nahrungsmittel oder Holz zu
sich und kippen den Müll wieder in die Peripherien zurück. Städte
nutzen das Umland als Baufläche, Straßentrassen oder für Müllhalden.
Die Natur zählt nichts, weil die Menschen in ihr still sind oder
still gehalten werden. Wer Umwelt dauerhaft schützen will, muss
daher die Machtfrage stellen. Doch was geschieht tatsächlich?
Umweltverbände setzen auf Staat, Umweltpolizei, Gesetze und Firmen,
um die Welt grün zu halten. Diese Schüsse gehen nach hinten los -
schon seit Jahrzehnten. Nötig ist eine Umweltschutzstrategie, die
die Menschen ermächtigt, ihr Leben wieder selbst zu organisieren -
ohne Hierarchien und Privilegien. Nur ein Umweltschutz von unten ist
ein wirksamer Umweltschutz. ++ Infoseite:
www.umwelt-und-emanzipation.de.vu
• 20.-22. Dezember (Freitag ab 20 Uhr) in der Projektwerkstatt
Saasen: Offene Räume - Theorie und Praxis
Als "offener Raum" kann ein Aktionsfeld bezeichnet werden, in dem es
keine Beschränkungen gibt, diesen zu nutzen und zu füllen - außer
die anderen AkteurInnen, mit denen bei Interessenkollision (z.B.
Nutzung der gleichen Infrastruktur, Flächen u.ä. zur gleichen Zeit)
eine direkte Vereinbarung geschlossen wird. Ein Raum und seine
Ausstattung (Technik, Räume, Wissen, Handlungsmöglichkeiten usw.)
ist dann offen, d.h. gleichberechtigt für alle nutzbar, wenn die
Beschränkungen physisch und praktisch nicht bestehen, d.h. der
Zugang zu den Handlungsmöglichkeiten darf weder durch verschlossene
Türen, Vorbehalte, Passwörter usw. verwehrt werden können noch
dürfen Wissensbarrieren hingenommen werden, die Einzelne von der
Nutzung des offenen Raumes und seiner Teile ausschließen. Dieses
bedarf in der Regel eines aktiven Handelns, um Transparenz
herzustellen, Zugänge zu Informationen zu ermöglichen und
Erklärungen z.B. für technische Geräte bereitzustellen. Die Idee
offener Räume tritt als Gegenkultur zu Haus- und Eigentumsrechten
auf, lehnt formale Hierarchien und Privilegen (exclusice Passwörter,
Definitionsmachten usw.) ab. Sie stößt damit aber auf Probleme. Im
Seminar sollen Idee, Funktionsweisen, Schwierigkeiten und
Lösungsmgölichkeiten diskutiert werden.
• 6.-8. oder 13.-15. Dezember in der Projektwerkstatt: "EA" - wie
geht ein Ermittlungsausschuss bei Aktionen?
Bei vielen Aktionen und Demonstrationen gibt es im Hintergrund
Menschen, die sich darum kümmern, dass von Repression Betroffene
nicht allein gegen Polizei, Justiz usw. ankämpfen müssen. Sie
versuchen, den Überblick zu behalten, überwachen die Behörden
und/oder vermitteln VerteidigerInnen. Genannt wird eine solche
Gruppe meist Ermittlungsausschuss, kurz EA. Viele Menschen schreiben
sich deren Telefonnummer auf den Unterarm oder (schlauer) an
unbekanntere Orte am Körper, um z.B. nach einer Verhaftung dort
Bescheid geben zu können. Mit dieser Schulung soll das nötige
Grundwissen der EA-Arbeit vermittelt werden. Ziel ist neben der
Stärkung bestehender EA-Strukturen der Aufbau eines Netzwerkes
(eventuell im Rahmen der Selbst- und Laienverteidigung vor Polizei
und Gericht), um auch bei spontanen Aktionen sowie in gegenseitiger
Hilfe zur Selbsthilfe aktiv werden zu können (z.B.: Gruppe A macht
Aktion und bittet Gruppe B, im Hintergrund "EA" zu sein ... die
helfen wieder Gruppe C bei einer anderen Gelegenheit usw.).
• Ab 22. Dezember über Weihnachten bis keine Lust mehr ist ... in
der Projektwerkstatt Saasen: Sortieren, archivieren und gestalten in
den Bibliotheken der Projektwerkstatt
Das kabrack!archiv ist eines der größten, unabhängigen und
politischen Archive des Landes. Schön sortiert nach Themenfeldern
werden Bücher, Flugschriften und Medientexte gesammelt. Sie sind für
alle Menschen zugänglich - besonders wertvoll für alle, die an
politischen Projekten werkeln und die Projektwerkstatt auch dafür
nutzen. Rund um Weihnachten wollen wir, wie 2012 schon einmal,
gemeinsam neue Materialien einsortieren und auch die im vergangenen
Jahr noch nicht geschafften Bereiche endlich einrichten (z.B.
Antifa, Gender/Feminismus, Kontakte in Städten&Regionen). Wer will
mitmischen? Egal ob für einen Tag oder länger ... herzlich willkommen!
Die fehlenden Angaben und weitere Termine erscheinen so schnell wie
möglich auf www.projektwerkstatt.de/termin.html !
********************
P.S. Wie immer das Nachwort: Von der Broschüre „Organisierte
Unverantwortlichkeit“ und dem Buch „Monsanto auf Deutsch“ sind noch
genügend Bestände vorhanden. Bestellungen über das Infoformular auf
unserer Internetseite www.biotech-seilschaften.de.vu, unter
www.aktionsversand.de.vu oder in der Projektwerkstatt. Da andere
Verlage – teilweise mit erstaunlich widerlichen Unhöflichkeiten –
die brisanten Botschaften nicht verlegen wollten, wird „Monsanto auf
Deutsch“ wohl erstmal die einzige Enzyklopädie der
Agrogentechnik“mafia“ bleiben. Bestellseite www.aktionsversand.de.vu.
Und: In der Projektwerkstatt und anderen Aktionshäusern sind immer
wieder Sachspenden gefragt. Auf der Seite
www.projektwerkstatt.de/gesucht findet Ihr eine Liste. Wer was
Passendes übrig hat ... wir freuen uns!!!
--
Verfasst in der
Projektwerkstatt Saasen, 06401/90328-3, Fax -5, 01522-8728353
Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen (20 km östlich Giessen)
www.projektwerkstatt.de/saasen
++ Tagungshaus ++ politische Werkstätten ++ Archive und
Bibliotheken ++ Direct-Action-Plattform ++ Bahnanschluß ++
ReferentInnenangebote ++ Sachspenden gesucht: Was gerade fehlt,
steht immer unter www.projektwerkstatt.de/gesucht ++
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Mailingliste von Hoppetosse - Netzwerk für kreativen Widerstand. Alle Infos und Formular für Aus-/Eintragen sowie Archiv: www.projektwerkstatt.de/hoppetosse.
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