- Gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie
“Seit Jahren kritisieren Gewerkschaften die schlechten Arbeitsbedingungen in der Schlachtbranche. Jetzt starten sie in einer Initiative mit Kirchen und Privatpersonen durch. Irgendwann hatte Susanne Uhl, Geschäftsführerin der DGB-Region Schleswig-Holstein Nordwest, die Faxen dicke. Immer wieder hat die Gewerkschafterin an der Seite der NGG in den vergangenen Jahren die Betreiber der drei großen Schlachthöfe in Schleswig-Holstein auf Missstände angesprochen. Darauf, dass vor allem die Werkvertragsmitarbeiter, meist Rumänen, zu lange arbeiten. Dass sie nicht genug Pausen haben. Dass sie zu schlecht bezahlt werden. Dass man sie bei den Unterkünften abzockt mit viel zu hohen Mieten. „Dann hat sich immer mal wieder was kurzfristig geändert, für ein paar Wochen“, erzählt sie. „Und dann ging es wieder von vorne los.“ Also suchte sich Uhl Verbündete. Seit dem vergangenen Jahr arbeiten nun nicht mehr nur Gewerkschaften zu dem Thema, sondern auch die örtliche evangelische und katholische Kirche und Privatpersonen – und die Initiative hat im Juni bundesweit zu einem Treffen eingeladen. (…) Die Initiative hat in ihrer Abschlusserklärung zu ihrem bundesweiten Workshop deswegen mehrere Forderungen beschlossen. Darunter: „Wir wollen, dass ein Jahr lang eine Abordnung von Arbeitsschutzexperten vor Ort im Schlachthof ist“, sagt Uhl. Die Experten sollen überwachen, dass Arbeitszeit- und Arbeitsschutzgesetze eingehalten werden. Außerdem soll der Bund gesetzlich die Werkverträge in den Schlachthöfen eindämmen – derzeit seien häufig über die Hälfte aller Beschäftigten über Subunternehmen angestellt. Über die Missstände ist die Initiative mit den Schlachthofbetreibern an mehreren Standorten im Gespräch…” Beitrag aus einblick September 2019 am 28.08.2019 beim DGB
Sonntag, 1. September 2019
Erklärung von Elmshorn der bundesweiten „Initiativenkonferenz zur Situation von Werkvertragsbeschäftigten in der Fleischindustrie“
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