Freitag, 16. November 2012
RUNDREISE zur Situation in Ciuadad Juárez, Mexiko
Öku-Büro München und Telon de Arena präsentieren "El Enémigo",
Teaterlesung, Vortrag und Diskussion mit den Kunstaktivistinnen Perla de la
Rosa und Guadalupe de la Mora zur Situation in Ciudad Juárez, Mexiko.
Über den „Krieg" in Ciudad Juárez und in Mexiko allgemein bekommen wir
jeden Tag zu lesen, zu hören und zu sehen. Auf der Welle der Gewalt, die
über Mexiko rollt, reiten die Medien gerne; denn Blut verkauft sich gut.
Die Berichterstattung über Mexiko hierzulande stellt die Situation als
pures Chaos dar. Es ist zwar richtig, dass man nicht so einfach die Lage
dort verstehen kann, aber derartig sensationalistisch geprägte
Informationen hinterlassen den Eindruck, dass nur durch mehr Gewalt die
Lage unter Kontrolle zu bekommen sei. Jedoch der größte Teil der
MexikanerInnen ist anderer Meinung: mehr Gewalt ist keine Lösung.
Ciudad Juárez liegt an der Grenze zu den USA, es erreichte traurige
Berühmtheit, die Stadt der Feminizide zu sein. Wo unzählige, vor allem
junge arme Frauen auf grausame Weise ermordet worden sind. Obwohl die
mexikanische Stadt durch den Interamerikanischen Gerichtshof verurteilt
wurde, diese Verbrechen aufzuklären, ist Straflosigkeit hier der
gemeinsame Nenner.
Durch den Krieg wurde Juárez zu der gewalttätigsten Stadt der Welt. Die
Einsätze von Militär und Bundespolizei hat die Lage noch verschärft und
nicht wenige Menschen bezeichnen sie als Teil des Problems. Auch die Anzahl
der Menschenrechtsverletzungen durch Armee und Polizei haben sich vermehrt.
Seit über zehn Jahren sind die Mitglieder des das Theater-Kollektivs
Telón de Arena in Ciudad Juárez aktiv. Sein erstes Ziel ist es, gutes
Theater zu machen. Dass sie dies erreicht haben, zeigen die mehrfachen
Auszeichnungen, die sie bereits erhalten haben. Außerdem sehen sie ihre
Verantwortung in der Suche nach Auswegen aus der aktuellen Situation in
ihrer Stadt. Die Arbeit von Telón de Arena beschränkt sich nicht nur auf
die Inszenierung von Theaterstücken, sie engagieren sich auch in Schulen
und Jugendzentren. Sie wollen das Theater also zu den Menschen bringen,
statt die Menschen zum Theater.
Perla de la Rosa und Guadalupe de la Mora sind seit mehr als zwanzig Jahren
aktive Theaterschaffende, sie engagieren sich auch für ihre Stadt. Sie
werden über der aktuelle Lage in Ciudad Juárez, über die Militarisierung
und über die Folge der Straflosigkeit der Frauenmorde sprechen. Die
Unternehmungen der Zivilgesellschaft, um ernsthafte Veränderungen in ihrer
Stadt voranzutreiben, wird allerdings der wichtigste Bestandteil ihres
Vortrags sein. Den Anfang wird ein Fragment der Lesung „El Enemigo", ein
Stück von Perla de la Rosa, zu der Situation in Ciudad Juárez, bilden.
„Das Leben ist stärker als die Angst" - Perla de la Rosa über ihr
Theaterstück „El Enemigo"
Das Theaterstück „El Enemigo" (der Feind) ist - laut der Autorin Perla
de la Rosa - aus dem Schmerz entstanden, den die Aussagen von Angehörigen
der Opfer des sogenannten „Kriegs gegen das organisierte Verbrechen" der
mexikanischen Regierung hervorgerufen haben.
Perla de la Rosa sagt über das Stück: „Es ist aus Fragmenten einer
Realität entstanden, die wir nicht verstehen können. Es sind Fünkchen
inmitten einer unüberwindbaren und chaotischen Dunkelheit: Wer ist der
Feind? Wer ist dieses Monster der tausend Köpfe? Was ist sein Gesicht? Was
ist die Menschheit? Woraus sind wir gemacht? Was ist das Ehrwürdige, das
Leben, das Wort? Wo gibt es ein bisschen Licht? Wie können wir einen
Neustart wagen, wenn das Labyrinth sich auch in uns selbst befindet?"
Sie kommt zu dem Schluss, dass der Kampf sich lohne, denn trotz allem sei
das Leben stärker als die Angst.
In der anschließenden Diskussion wollen wir u.a. über verschiedene Wege
zur Zusammenarbeit mit Telón de Arena diskutieren.
Die Rundreise wird vom Diakonisches Werk und Kathfonds unterstützt
Termine
17.11.12
Freiburg
Susi Cafe
Vaubanallee 2a
19:00 Uhr
19.11.12
Zürich
Infoladen Kasama
Militärstr. 87 A
19:30
20.12.12
Bern
Reitschule
Neubürckstr. 8
19:30
21.11.12
München
Einewelthaus
Schwantahlerstr.80
19:30
22.11.12
Insbrück
Begegnungsbogen
Viaduktbogen 37
19:30
23.11.12
Wien
Grünes Haus,
Lindengasse 40
1070 Wien
19:30
25.11.12
Salzburg
Literaturhaus
Strubergasse 23/H.C. Artmann-Platz
20:00
26.11.12
Bielefeld
Welthaus
August-Bebel-Straße 62
19:30
27.11.12
Köln
Allerwelthaus
Körnerstraße 77-79
19:30
28.11.12
Essen
Campus Essen
Raum R11 T06 D16
19:00
29.11.12
Bremen
Ev. Zionsgemeinde
Kornstr. 31
19:30
1.12.12
Berlin
Tagung der Mexiko Menschenrechtskooordination
Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstraße 8
15:00
Weitere Infos
www.oeku-buero.de
--
Oekumenisches Buero fuer Frieden und Gerechtigkeit e.V.
Oficina Ecumenica por la Paz y la Justicia
Pariser Str. 13
D-81667 Muenchen
Alemania
Tel: + 49 89 4485945 Fax: + 49 89 487673
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Vertretungsberechtigter Vorstand: Karl Schuhbauer, Miriam Stumpfe
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