Montag, 26. November 2012

Podiumsdiskussion: Brasiliens „grüne“ Flut – Die Auswirkungen des massiven Ausbaus der Wasserkraft auf Mensch und Umwelt

Mi, 28.11.2012: Brasiliens „grüne“ Flut – Die Auswirkungen des massiven Ausbaus der Wasserkraft auf Mensch und Umwelt Mit: Padre Antonio Claret, Pfarrer/Aktivist, Pará, Brasilien Leonardo Bauer Maggi, Bewegung der Staudammbetroffenen Movimento dos Atingidos por Barragen (MAB), Staatliche Universität São Paulo, Brasilien Moderation: Thomas Fatheuer (ehemaliger Leiter des Rio-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung) und Heike Drillisch (GegenStrömung) Mi, 28.11.12 19:00 bis 20:30 Uhr Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin 10117 Berlin, Schumannstr. 8 Brasilien rühmt sich, die weltweit „grünste“ Stromproduktion zu haben: 700 Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 80 Gigawatt erzeugen 74 Prozent der Stromproduktion Brasiliens. Doch ist Strom aus Wasserkraft auch immer grün, nachhaltig, sozial verträglich und gerecht? Bereits in den 80er-Jahren erlangten der Tucuruí-Staudamm und der Sobradinho-Stausee traurige Berühmtheit wegen ihrer Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Seit jüngerer Zeit setzt das Land bei seinem massiven Ausbau der Wasserkraft vor allem auf Großprojekte und sieht das größte Potenzial der Wasserkraft genau dort, wo die Staudämme am umstrittensten sind: in Amazonien. Diese Entwicklung bedroht nicht nur die Umwelt und die Artenvielfalt, sondern hat weitreichende soziale Folgen für die dort lebenden Menschen: Indigene, Kleinbauern und -bäuerinnen, lokale am und vom Fluss lebende Gemeinschaften. Laut Schätzungen der Weltstaudammkommission sind in Brasilien eine Million Menschen von Staudämmen betroffen und haben ihre Heimat verloren. 70 Prozent dieser Betroffenen sollen nie eine Entschädigung erhalten haben, schätzt die Bewegung der Staudammbetroffenen MAB - Movimento dos Atingidos por Barragens. Am Fluss Xingu im Amazonas-Bundesstaat Pará baut Brasilien derzeit das umstrittenste aller Stauwerke: Belo Monte, das mit 11 Gigawatt Leistung zum drittgrößten Staudamm der Erde werden würde. Auch europäische Konzerne verdienen am Belo-Monte-Projekt: u.a. Voith und Siemens, die über ihr Joint Venture die HydroTurbinen liefern, und die Münchener Rück, die die Rückversicherung des Megaprojekts übernimmt. An der Abendveranstaltung werden zwei Vertreter der Bewegung der Staudammbetroffenen MAB aus erster Hand von den aktuellen Auswirkungen der Megaprojekte in Brasilien berichten. Im Anschluss laden wir Sie auf einen Ausklang mit Getränken und Brezeln ein. Sprache: Portugiesisch/Deutsch mit Simultanübersetzung Anmeldung: Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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