Freitag, 23. November 2012

Umweltaktivist vom Hambacher Forst: "Gefährlich an der Räumungsaktion war alleine das Vorgehen der Polizei"

23.11.12 - Tagelang gingen Berichte über die polizeiliche Räumung des von Umweltschützern besetzten Hambacher Forsts durch die Medien, die damit gegen den weiteren Ausbau des Braunkohletagebaus im Köln-Aachener Revier protestierten. Schlagzeilen machte vor allem die "Rettung" eines Aktivisten, der sich in einem Tunnel versteckt und dabei die "Rettungskräfte" angeblich in Lebensgefahr gebracht hatte. In einer öffentlichen Stellungnahme stellt Jonas Zimmermann die tatsächlichen Zusammenhänge klar (Auszüge): "Es liegt mir sehr am Herzen, sichtbar zu machen, dass eine ganze Bewegung hinter dieser erfolgreichen Besetzung und weiteren Aktionen steht. Unsere erfolgreiche Blockade konnte nur gelingen, durch die Entschlossenheit, Wut und Unterstützung vieler Einzelpersonen, etwas gegen RWEs Machenschaften und die Zerstörung von Natur und Lebensraum zu unternehmen. ... Unsere Aktion ist von der Polizei und der Öffentlichkeit als Spinnerei dargestellt worden. 'Normale' Menschen würden nicht tun, was wir in den letzten Tagen an Widerstand geleistet haben. Doch die Menschen müssen endlich wieder erlernen, sich zu wehren, sich selbst zu organisieren. Es darf nicht sein, dass wir weiterhin in einem System leben, in dem Menschen für Profit und Gier sterben. ... Unsere Aktion war sorgfältig geplant, der Tunnel sicher gebaut, um weder uns, noch andere zu gefährden. Gefährlich an der Räumungsaktion war alleine das Vorgehen der Polizei, die Arbeiten begonnen hatten, ohne zu wissen, was sie eigentlich tun, geschweige denn zu wissen, wo ich mich eigentlich befand. Das wohl gefährlichste Vergehen der Polizei war es, über meinem Aufenthaltsort zu baggern, einen Räumungstunnel direkt über meinen Kopf an zu legen und sämtliche Warnhinweise zu ignorieren. ... Unser Widerstand endet nicht mit dieser Räumung, viel mehr war die Räumung ein Anfang für weitere Aktionen."

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