Aufstehn gegen Imperialismus: Krieg - Barbarei - Unterdrückung - Ausbeutung
Wichtige
Entwicklungen der letzten Jahre
Politischer Bericht der Bolschewistischen Initiative
Ökonomische
Krise – Weltwirtschaft
Die
mit dem Finanzcrash 2008 verbundene zyklische Krise brachte die
Weltwirtschaft auf ihren tiefsten Stand nach dem zweiten Weltkrieg.
Zum ersten Mal zeigte die Weltwirtschaft 2009 ein Negativwachstum,
das heißt sie schrumpfte real.
Seit
dem vierten Quartal 2009 ist die Weltwirtschaft von einem negativen
Wachstum zu einem positiven Wachstum übergegangen. Die Talsohle
wurde überschritten. Seit dem vierten Quartal 2009 – auch in den
letzten vier Jahren – wächst sie weiter. Aber dieses Wachstum ist
moderat, liegt noch unter dem Durchschnittswachstumswert der letzten
50 Jahre.
Das
durchschnittliche Wachstum der Weltwirtschaft in den letzten
50 Jahren lag bei 3,5 Prozent. In 2015 wurden drei Prozent
erzielt, denn im dritten Quartal verlangsamte sich durch den
Börsencrash in China das Wachstum ein wenig. Für 2016 wird eine
sich verstärkende Tendenz prognostiziert. Ihren Höhepunkt wird die
Wachstumsphase 2017 mit 3,5 Prozent erreichen. Danach wird die
Wachstumskurve sich nach unten bewegen.1
Die
kapitalistische Reproduktion verläuft zyklisch. Sie durchläuft die
Phasen Krise, Depression, Belebung, Aufschwung, um dann wieder in die
Krisenphase überzugehen. Aktuell befindet sich die kapitalistische
Reproduktion, mit anderen Worten das Wirtschaftswachstum, in der
Aufschwungsphase, die aber auf Schuldenbergen aufgebaut und sehr
labil ist.
Beim
Wachstum der Weltwirtschaft spielt die US-Wirtschaft mit ihrem
Wachstum von über zwei Prozent in den letzten zwei Jahren wieder
die entscheidende Rolle.
Die
viel höhere Wachstumsrate der „sich entwickelnden Ökonomien“
vor allem von China dauert an, allerdings hat sich das Tempo
verlangsamt. So wird in China 2016 ein Wachstum von etwa 6,5 Prozent
erwartet. Der Euroraum zeigt auch einen positiven Wachstumstrend,
aber die Rate ist mit etwa 1,8 Prozent noch recht gering, mit der
Tendenz nach oben. 1
Widersprüche
der Großmächte
Einmischung
und Ringen um Welthegemonie verschärfen sich. Der politische,
ökonomische und militärische Kampf um die Neuaufteilung der
Einflussgebiete spitzt sich sprunghaft zu. Das Ringen um
Neuaufteilung der Einflusssphären ist der Wettkampf um
Ausbeutungsressourcen, Mensch und Natur.
Auf
der Weltbühne ist bestimmend das Ringen der Großmächte um
Welthegemonie. Der US-Imperialismus versucht seine
Weltbedeutung zu halten, muss aber empfindliche Schwächungen auf
wirtschaftlichem, politischem wie militärischem Gebiet hinnehmen.
Durch die rasante ökonomische Entwicklung, trotz ihres krisenhaften
Verlaufs, stehen einige Länder auf dem Sprung in die Riege
der imperialistischen Mächte, zum Beispiel Indien und Brasilien. Das
sind große Länder, die über ein enormes Arbeitskräfte-Reservoir
und gigantische Rohstoff-Ressourcen verfügen.
Abhängige
kapitalistische Länder wie Türkei, Saudi-Arabien und Iran sehen
wir nicht als neue imperialistische Staaten an, auch wenn sie als
regionale Mächte auftreten und imperiale Ziele verfolgen.
Die
neue imperialistische Großmacht China ist nach wie vor, wenn
auch etwas verlangsamt auf Erfolgskurs und steigert ihre
Aggressivität, insbesondere im asiatischen Raum und bei der
Beherrschung der Seegebiete. Die Einflussnahme in die neokolonialen
Länder Asiens, die unter der Fuchtel des Westens stehen, forciert
China mit aller Macht. Asien soll mit allen Mitteln zu seinem
Hinterhof umgemodelt werden.
Der
russische Imperialismus fordert zunehmend, auch im Bündnis
mit China, den Westen, den EU- und US-Imperialismus heraus. Ein
Ergebnis ist der Krieg in der Ukraine, wo sich Russland und die von
den USA geführte NATO direkt gegenüberstehen. Mit gezieltem
strategischen Vorgehen soll der weitere Abfall von Staaten, wie
Armenien oder Georgien aus dem russischen Machtbereich an die NATO
und EU verhindert und altes Terrain wieder gut gemacht werden. Mit
der Intervention in Syrien hat sich Putin aus der weltpolitischen
Isolation rausgebombt und den Westen sogar gezwungen, mit ihm zu
verhandeln und partielle Bündnisse einzugehen. Allerdings übersteigt
der Machtanspruch Russlands seine reelle ökonomische Macht.
Wirtschaftlich ist Russland durch das Embargo der westlichen
imperialistischen Mächte –als Antwort auf die Besetzung der Krim
und des Kriegs in der Ukraine – und durch den momentanen
Preisverfall von Erdgas und Petroleum ziemlich geschwächt. Es wird
für das Jahr ein Negativwachstum von drei Prozent erwartet.
Russland versucht das mit einem aggressiv-militärischen Auftreten zu
verdecken.
Japan
ist militärisch auf der internationalen Bühne uneingeschränkt
zurück und mischt aktiv in internationalen Auslandseinsätzen
mit.
Der
afrikanische Kontinent ist ein Brennpunkt imperialistischer
Konkurrenz. Dort werden die Karten neu gemischt. Vor allem China
durchdringt politisch und ökonomisch offensiv den Kontinent, und
will sein Stück vom Kuchen. Die neokoloniale Wirtschaftsentwicklung
boomt mit Wachstumsraten von fünf bis zehn Prozent (in Staaten wie
Angola sogar bei 20,3 Prozent 2013) und enormen Extraprofiten für
die Imperialisten und die Kompradoren-Cliquen in den jeweiligen
Ländern. Aber auf der anderen Seite verelenden die afrikanischen
Volksmassen immer weiter. Umweltkatastrophen, Epidemien, Hunger und
Kriege sind nach wie vor an der Tagesordnung. Die Schere zwischen
ungeheurem Reichtum und bitterster Armut geht extrem weiter auf.
In
Lateinamerika gewinnt der US-Imperialismus wieder mehr an
Boden, in scharfer Konkurrenz zu China und dem EU-Imperialismus. Auf
dem Kontinent sind die „links“-sozialdemokratischen Regierungen
seit längerem auf dem Abstieg so in Venezuela, Ecuador, Chile,
Argentinien und Brasilien. Teilweise können sie sich nur noch mit
Hilfe von Notstandsgesetzen, Ausnahmezustand etc. an der Macht
halten. Die Illusion vom Chavez-Sozialismus des 21. Jahrhunderts
hat sich als reformistische Blase erwiesen. Die „linken“
Regierungen sind vielfach ebenso korrupt wie die
„rechts-konservativen“ und Handlanger der Kapitalmagnaten und
Konzerne.
Die
Stellvertreterkriege haben weltweit kontinuierlich in diesem
Zeitraum zugenommen. Die Liste der Kriege, bewaffneten Konflikte und
Bürgerkriege ist lang und wird immer länger.
Die
Widersprüche zwischen den Großmächten, die inneren Konflikte
in vielen abhängigen Ländern verschärfen sich täglich. Überall
werden Kriege geführt. Die Geschichte, als eine Geschichte der
Klassenkämpfe, verläuft nicht so wie die Imperialisten es wollen
und „planen“. Unerwartete Volkserhebungen brechen eruptiv aus,
wie zuletzt im arabischen Frühling, und die Geschichte nimmt einen
anderen Verlauf.
Unterdrückte
Schichten/Klassen der Bevölkerung schreien ihre Wut heraus, gehen
auf die Straße und fordern militant Demokratie und ihre Rechte ein.
Die Herrschenden und Imperialisten antworten mit Bürgerkrieg, mit
Intervention und so weiter. Es gibt kaum linke Alternativen, aber es
gibt z.B. eine islamische, arabische Rebellion.
Der
„Hauptfeind Kommunismus“ wurde durch den „Hauptfeind Islam“,
mit der Islamphobie des westlichen Imperialismus ersetzt.
Schwankendes
Projekt EU
Die
EU ist ein zeitweiliges Zweckbündnis der entwickelten
imperialistischen Mächte in Europa und der kleineren europäischen
Staaten, um ihre jeweiligen nationalen Interessen durchzusetzen. Die
Option ist stets aktuell: Das Projekt Europa ist jederzeit
aufkündbar, wenn die Gegensätze zu massiv aufbrechen.
Frankreich
und Deutschland sind die Hauptmächte im EU-Projekt. Sie begegnen
sich auf „Augenhöhe“, keiner von beiden Staaten kann in der EU
alleine bestimmen und Entscheidungen durchsetzen.
Ohne
diese beiden Länder geht in Europa gar nichts, nur wenn sie an einem
Strang ziehen, läuft das Projekt. Die „Griechenlandkrise“
hat drastisch gezeigt, welche unterschiedlichen Interessen die
jeweiligen Staaten in Europa vertreten und mit welchem politischen
und ökonomischen Druck Deutschland wie auch Frankreich ihr Konzept
durchdrücken mussten.
Die
Perspektive eines EU-Staatenbundes könnte nur unter der Vormacht
einer imperialistischen Großmacht z.B. Deutschland und der
Unterwerfung aller anderen Staaten verwirklicht werden. Das
politische Handeln Europas, sowohl in der „Griechenlandkrise“ wie
in der „Flüchtlingsbekämpfung“, der Schließung
nationaler Grenzen und ebenso der EU-Deal mit dem türkischen Staat
demonstriert die Brüchigkeit und die widerstreitenden Interessen der
Nationalstaaten.
Die
immens anwachsenden Widersprüche unter den EU-Ländern sowie
die unterschiedlichen Strategien der jeweiligen Regierungen beweisen
eigentlich nur eines:
Wenn
massiv eigene „nationale“ Interessen zur Disposition stehen, dann
setzen die Nationalstaaten mit widerstreitenden Interessen diese an
erste Stelle und nehmen auch ein Scheitern/Auseinanderbrechen
des Projektes EU in Kauf. Selbstverständlich ziehen die politisch
militärisch und ökonomisch vorherrschenden Staaten, Deutschland und
Frankreich, alle Register von Erpressungen und Drohungen aller Art,
um vor allem ihre Interessen durchzudrücken und allen anderen
aufzuzwingen.
Gleichzeitig
verstärken alle EU-Imperialisten und Staaten, da wo ihre gemeinsamen
Interessen im Vordergrund stehen, die Militarisierung ihrer
Außenpolitik. Sie vervielfachen EU-Auslandseinsätze, stärken
die Außengrenzen der Festung EU, hebeln das Asylrecht komplett aus
und betreiben eine Faschisierung sowie den Abbau demokratischer
Rechte nach innen etc.
Die
EU-Wahlen 2014 haben einen weiteren Zuwachs an Stimmen für offen
faschistische, rechte und ultrakonservative Parteien gebracht.
Unsere Hauptforderung ist Zerschlagung der imperialistischen
EU!
Stellvertreterkriege
Syrien,
Irak und Afghanistan, Jemen, Somalia, Südsudan und Sudan, Mali,
ZAR (Zentralafrikanische Republik), Palästina …
Die
Kriege in diesen Ländern laufen zwischen den Großmächten in
unterschiedlichen Bündnis- und Mächte-Koalitionen. Bedingt durch
das Auftreten und massive Erstarken der diversen vom westlichen
Imperialismus selbst mit geschaffenen
islamistisch-konterrevolutionären Gruppierungen wie IS und Boko
Haram, Taliban, oder Al Qaida und Al Shabab etc. bilden sich ständig
neue Fronten.
Russland
arbeitet seit seiner Intervention 2015 in Syrien zielstrebig auf den
Erhalt des Assad-Regimes hin und baut seine militärischen
Stützpunkte in Syrien aus. USA, BRD und andere westliche Staaten
intervenieren verstärkt in Syrien und Afghanistan. Saudi-Arabien,
„zuverlässiger“ Bündnispartner der BRD, bombt in Jemen das Land
in Schutt und Asche.
Libyen
ist ein zerfallender Staat in einem Bürgerkrieg, der von allen
Großmächten geschürt wird. In Afghanistan gewinnen die Taliban
wieder immer mehr an Boden. Die Instabilität des Iraks wächst von
Tag zu Tag. Nachbarstaaten wie der Libanon werden mit in den Strudel
der Kriegsschauplätze gezogen.
Zerfallender
mittlerer Osten und IS: Der Widerstand gegen imperialistische
Interventionen und Neuaufteilung verläuft aktuell nicht vor allen
Dingen durch antiimperialistische, nationale Befreiungsbewegungen,
sondern durch islamistische, reaktionär-konterrevolutionäre,
faschistische Kräfte, an erster Stelle dem IS (Islamischer Staat).
Diese haben großen Zulauf. Nicht nur im Mittleren Osten sondern auch
in Afrika, Asien und Europa. Sie werden nun von allen Imperialisten
zum Hauptfeind deklariert und werden gleichzeitig in ihren
unterschiedlichen Konstellationen, als Handlanger für die Erreichung
der eigenen Ziele instrumentalisiert.
Der
IS war im Irak von Anfang an im Kampf gegen die amerikanische
Besatzung und die kollaborierende Zentralregierung an vorderster
Front dabei; und hat sich als Verteidiger der Rechte vor allem der
arabisch sunnitischen Bevölkerung dargestellt. Er hat sich sowohl
mit Resten des Saddam-Regimes als auch mit sunnitischen regionalen
Clans verbündet. Der international vernetzte und operierende IS hat
aufgrund des vorherrschenden, westlichen Rassismus auch eine
Anziehungskraft auf MigrantInnen in Europa selbst.
Das
Sykes-Picot Abkommen, durch welches die Grenzen im Nahen/Mittleren
Osten im und nach dem ersten Weltkrieg gezogen wurden, wird zur
Makulatur. Es läuft momentan in diesem Gebiet ein Krieg, in dem sich
alle imperialistischen Großmächte und regionalen Mächte
beteiligen, um an der Neuordnung dieses Gebiets das maximale für
sich herauszuholen.
Seit
Beginn des Syrienkriegs haben sich zwei Koalitionen unter den
regionalen Mächten und den Großmächten, die hinter ihnen
stehen, und sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren versuchen,
herausgebildet:
Auf
der einen Seite stehen als regionale Kräfte, die Türkei,
Saudi-Arabien, Katar, die Arabischen Emirate, die KDP im Irak und
sunnitische, turkmenische Stämme in Irak und Syrien, Hamas und Fatah
in Palästina. Sie bilden die sunnitische Achse. Diese haben
alle ihre eigenen Interessen, aber in der Frage wie der neue Mittlere
Osten aussehen soll, sind sie einig: Er soll unter der Herrschaft des
sunnitischen Islams, der mit westlichen imperialistischen Mächten
kooperiert, stehen. Obwohl zwischen ihnen auch gravierende
Widersprüche darüber existieren, welche Auslegung des sunnitischen
Islam bestimmend sein soll. Der wahabistische, der sunnitische Islam
von Saudi-Arabien oder der moderat sunnitische Islam, wie zum
Beispiel in der Türkei von der AKP.
Zu
diesen Mächten gesellt sich als Regionalmacht auch Israel vor allem
durch seine Iranfeindschaft.
Die
westlichen imperialistischen Mächte stehen anscheinend hinter diesen
Mächten. Allerdings gibt es keine völlige Einheit in der Politik
gegenüber Assad in Syrien. Während die regionalen Mächte den
Assad-Clan in dem „neuen Syrien“ überhaupt weg haben wollen,
sind die westlichen imperialistischen Mächte durchaus zu
Kompromissen bereit.
Außerdem
sind die westlichen Mächte mit der Politik vor allem der AKP-Türkei,
insbesondere hinsichtlich der kurdischen PYD (Demokratische
Einheitspartei) in Syrien, überhaupt nicht zufrieden. Sie wollen,
dass die AKP Türkei die PYD als die „effektivste IS bekämpfende
säkulare, demokratische Kraft in Syrien“ unterstützt, anstatt sie
mit der PKK als terroristische Organisation gleichzusetzen.
Auf
der anderen Seite stehen als regionale Kräfte: Das Assad Regime
in Syrien, der Iran, die Hisbollah in Libanon/Syrien, die schiitisch
dominierte Zentralregierung im Irak und schiitische Stämme. Diese
bilden die schiitische Achse. Ihr Nahost-Zukunftsbild sieht
eine schiitisch islamische Vorherrschaft vor, wobei der Iran die
Hauptrolle spielt. Auch hier gibt es in der Frage über eine
arabisch-schiitische, oder iranisch-schiitische Vorherrschaft, große
Widersprüche, allerdings werden sie heute verdeckt durch den Krieg.
Hinter diesen regionalen Kräften stehen Russland und China.
Die
PYD versucht eine eigenständige Rolle zu spielen, ist aber objektiv
Teil dieser Koalition. Hinsichtlich der PYD ist die Lage so, dass sie
sowohl von westlichen imperialistischen Mächten als auch von
Russland unterstützt wird. Beide versuchen, sie zu
instrumentalisieren.
Die
dritte Kraft in diesem Krieg, die von beiden Koalitionen als
Hauptfeind der Menschheit definiert wird, ist der „IS“. Der IS
hat nicht nur eine Nahost – sondern eine Weltvision: Ein
islamisches Herrscherreich auf der ganzen Welt mittels der
salafistisch-sunnitischen Heilslehre! Seine Kampfmethode ist überall
nackter faschistischer Terror, gegen alle Nicht-Muslime, und
auch gegen diejenigen Muslime, die ihre „reine Lehre“ nicht
leben! Der IS ist ein Instrument für Interventionen der
Imperialisten und aller Reaktionäre in diesem Gebiet.
Der
Staat Israel mischt sich in den Krieg im Irak und Syrien
militärisch ein, indem er vor allem den Einfluss Irans durch
Bombardierung der schiitischen Hisbollah-Miliz einzudämmen versucht
und ansonsten sich darauf konzentriert, in Palästina eine
Zweistaaten-Lösung endgültig zu torpedieren.
Die
Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung aus „Ostjerusalem“
und der Westbank wird durch den zionistischen Staat massiv gewaltsam
betrieben, Ländereien und Häuser zerstört und enteignet, sowie
neue zionistische Siedlungen gebaut.
Unsere
Forderungen in allen reaktionären, imperialistischen
Stellvertreterkriegen:
Sofortiger,
bedingungsloser Waffenstillstand!
Sofortiger
Rückzug aller imperialistischen Großmächte! Selbstbestimmungsrecht
für alle unterdrückten Nationen und Gleichberechtigung aller
Nationalitäten! Recht auf staatliche Lostrennung und Bildung eigener
Staaten! Freiheit für Palästina und Kurdistan!
Demokratische
und antiimperialistische Revolutionen!
Weltkriegsgefahr
wächst
Chinas
weltweiter Expansionsdrang verschärft die Zuspitzung
innerimperialistischer Widersprüche. die bis zu einem militärischen
Konflikt zwischen den Großmächten führen können. Geographisch
geht es um die Oberhoheit Chinas und Japans über die angrenzenden
Meere, vom Japanischen Meer (Ost-Meer) bis zum Pazifischen Ozean
(Süd-Meer) und die Vormachtstellung der USA im asiatischen Raum. Das
ist tatsächlich eine neue Eskalationsstufe der
innerimperialistischen Widersprüche, die zu einer direkten
militärischen Konfrontation zwischen den zwei Großmächten, China
und USA (sowie deren Verbündeten), führen kann.
China
hat seine Großmachtansprüche längst offensiv formuliert: 2050 sei
es bereit, „eine gerechte Stellung“ in der Welt einzunehmen.
Militärisch ist China heute noch nicht in der Lage gegen die USA
Krieg zu führen, aber es rüstet fieberhaft auf, um in die
Konfrontation zu gehen.
In
der internationalen Mächtekonstellation USA gegen China, setzt der
Westen nun verstärkt auf Japan und seine Militarisierung.
Auslandseinsätze werden das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg per
Gesetz in Japan zugelassen. Obwohl das Gesetz gegen die Verfassung
steht und sich breiter Widerstand der Werktätigen dagegen
entwickelte.
Flucht
und EU-Imperialismus
Weltweit
sind 2015 über 60 Mio. Menschen auf der Flucht. So viele wie nie
zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Das
ist das Ergebnis von Krieg, Hunger, Armut und Verfolgung, die
verursacht werden durch das imperialistische System. Abhängige
Länder werden grenzenlos ausgeplündert, Menschen brutalst
ausgepresst und vernichtet, Ressourcen hemmungslos ausgebeutet.
Niemand
verlässt sein/ihr Land, wenn es nicht ums Überleben geht. Die
Kriege, die die BRD und die EU führen, kommen durch die erzwungene
Flucht der Menschen aus diesen Ländern in Europa an.
In
chauvinistischer Herrenmenschenmentalität gibt sich der deutsche
Imperialismus als der „Oberretter“ und gleichzeitig als der
„Zuchtmeister“. Die Geflüchteten, die noch gnädig aufgenommen
werden, haben sich gefälligst „uns“ anzupassen, und „unsere
Werte“ sofort zu übernehmen. Mit verschiedensten Druckmitteln wird
die deutsche Zwangsassimilierung und Leitkultur massiv durchgesetzt.
BRD
und EU haben das Asylrecht faktisch abgeschafft. Die Festung Europa
ist geschlossen.
Grenzen
auf – Bleiberecht für alle! und Gleiche Rechte für alle!
sind unsere Losungen. Gemeinsamer Kampf gegen Abschiebungen,
Zwangsinternierung, sowie deutschen Chauvinismus und Rassismus! 2
BRD-Staat
und Regierung
Die
Groko (Große Koalition) regiert das Land mit großer Mehrheit.
Das ist bester Garant für die Herrschenden ihre Interessen auf
breiter Front durchzusetzen. Durch die Landtagswahlen in
Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zeichnet sich
für die Bundestagswahlen 2017 ein Aufmischen der politischen
Parteienlandschaft ab. Die Nazi-Partei AfD marschiert! In den drei
Bundesländern hat sie aus dem Stand in Baden-Württemberg elf , in
Rheinland-Pfalz zehn und in Sachsen-Anhalt 17 Prozent
eingefahren
Die
Grünen sind relativ bedeutungslos geworden. Um ihren Niedergang
aufzuhalten, arbeiten sie mit ihrem Realo-Frontmann Kretschmann
heftig an einem staatstragenden Image und verfallen wie die SPD in
Lobpreisungen der scheinheiligen, verlogenen „Willkommenspolitik“
von Merkel. Ihre Haltung zur Verschärfung der Asylpolitik sowie ihre
Forderungen nach Begrenzungen der „Flüchtlingsaufnahme“ etc.
unterscheiden sich nur in Nebensächlichkeiten von der Groko-Politik.
Die Linkspartei setzte auf Teufel-komm-raus auf
Regierungsbeteiligungen. Ramelow als Ministerpräsident in seiner
SPD/Grünen/Linke Regierung profiliert sich nach der bürgerlichen
Mitte hin und lässt, wie auch die Grünen, geflüchtete Menschen
gnadenlos abschieben. Aber das hat der Linken wenig genutzt, in
Sachsen-Anhalt hat sie drei Prozent verloren.
Die
Positionierung ihrer „linken Frontfrau“ Wagenknecht für
„Flüchtlingskontingente und Obergrenzen“ verbunden mit
nationalistisch-rassistischen Parolen im Zusammenhang mit den
sexualisierten Angriffen Sylvester in Köln: „Wer Gastrecht
missbraucht, der hat das Gastrecht dann eben auch verwirkt,“
macht die Erosion in der Linkspartei deutlich.
Die
CSU übernimmt nach und nach immer offener die Positionen der
AfD-Partei. In der CDU findet eine SPD-isierung und in der SPD eine
CDU-isierung statt. Die Entwicklung der Parteienlandschaft driftet
nach weit rechts bis hin zu offen faschistischen Organisationen.
Gleichzeitig
schreitet im Namen des Kampfes gegen „Islamischen Terrorismus“
die Faschisierung des Staatsapparats rasant voran. Aufgedeckt
durch Snowden sind neben den NSA-Spitzeleien, die BRD-Abhörpraxis
als Spitzen der Eisberge von Überwachungs- und Kontrollstaat
sichtbar geworden. Die Tore für die komplette Durchleuchtung der
BürgerInnen, ihrer „Bewegungsprofile“, die totale Überwachung
der öffentlichen und privaten Räume sind weit geöffnet.
Jeder
Angriff des IS im Zentrum Europas wie in Paris oder Brüssel führt
zum weiteren rasanten Abbau demokratischer Rechte, zu einer
verschärften Faschisierung, totaler Überwachung des öffentlichen
und persönlichen Lebens der BürgerInnen sowie der Vernetzung aller
europäischen Polizei-, Militär- und Geheimdienstorganisationen.
Deutscher
Chauvinismus und Faschismus auf dem Vormarsch: Rassistische Hetze
gegen geflüchtete, jüdische, muslimische und schwarze Menschen
nimmt ungeheuerliche Dimensionen an.
Die
Befeuerung der Islamphobie ist in den letzten Jahren zum
Hauptmanöver in allen gesellschaftlichen Bereichen geworden. Sie
wird selbst unter linken Kräften geschürt, es sind nur sehr wenige,
die sich offensiv dagegen wenden.
Darüber
mobilisiert sich auch der faschistische Mob. AfD, PEGIDA und
Nazi-Netzwerke haben sich zu Massenbewegungen entwickelt. Sie setzen
die bürgerlichen Parteien mit einer Offensive faschistischer
Forderungen, mit Angriffen auf MigrantInnen, auf Menschen, die
nicht in ihr deutsch-völkisches Weltbild passen, mit alltäglichen
Brandsätzen auf Unterkünfte für Geflüchtete, unter
Druck. Ihr Erstarken wird von diesen bürgerlichen Parteien als
Rechtfertigung genutzt, Grenzen zu schließen, Geflüchtete
massenhaft abzuschieben und das Asylrecht außer Kraft zu setzen.
So
agieren bürgerlicher Staat und alle Parteien inklusive der
Nazi-Parteien AfD, Pegida etc. gemeinsam Hand in Hand, was durch
lärmende gegenseitige Verbalattacken und Propagandatricks verdeckt
werden soll.
Ein
tiefgreifender Einschnitt in der bundesrepublikanischen Realität war
das dubiose Auffliegen der NSU-Nazi-Organisation im Herbst
2011.
Die
Morde an neun MigrantInnen, die Bombenanschläge in der Probsteigasse
und Keupstraße in Köln und anderswo, die Verdächtigung der
Angehörigen und überlebenden Opfer als Täter bringen Abgründe der
Verstrickung staatlicher Institutionen (Polizei, Verfassungsschutz,
BKA etc.) in und Zusammenarbeit mit offen faschistisch
terroristischen Nazi-Netzwerken ans Tageslicht.
Seit
dem Jahr 2000, fast anderthalb Jahrzehnte, „versagen“ angeblich
die Ermittlungsbehörden bei der Aufklärung der Mordserie. In
Wahrheit bringen gut vernetzte, faschistische Terroristen unter den
Augen und teils unter Anleitung (direkter Mithilfe?!) des
Verfassungsschutzes Menschen aus rassistischen Motiven kaltblütig
um.
Auch
im NSU-Prozess in München und den vielen Untersuchungsausschüssen
findet keine wirkliche Aufklärung statt. Das Ausmaß von Verbindung,
Vernetzung, Verflechtung von staatlichen Stellen und
Naziorganisationen wird bewusst nicht aufgedeckt. Der institutionelle
und gesellschaftliche Rassismus, sowie der vorherrschende deutsche
Nationalismus bleiben unangetastet, ja werden im Gegenteil weiter
geschürt. Die Faschisierung wird ungebremst vorangetrieben.
Militarisierung
und Kriegseinsätze verstärkt: Ein neuer Bundeswehreinsatz folgt
dem nächsten, das ist mittlerweile Routine geworden. Nach den
Anschlägen in Paris sowie aufgrund der verstärkten Fluchtbewegungen
ins eigene Land zieht Deutschland sofort in den Syrienkrieg. Der
Afghanistaneinsatz wird reaktiviert und ausgeweitet. Mehr SoldatInnen
werden nach Mali geschickt. Gleichzeitig rüstet die deutsche
Militärmacht weiter auf. Der Umbau der Bundeswehr zur
Interventionstruppe für deutsche Großmachtgelüste schreitet voran.
Kriegsministerin von der Leyen „modernisiert“, sowohl in der
Waffenausstattung, als auch in der Kriegsführung und Ausbildung. Die
Auslandseinsätze der Bundeswehr werden ausgedehnt, die Truppe soll
zahlenmäßig „aufgestockt“ werden.
Der
Militärhaushalt für 2016 wurde im November 2015 um
1,32 Milliarden auf 34,3 Milliarden aufgestockt. Im Januar 2016
beziffert Kriegsministerin von der Leyen das notwendige
Aufrüstungsbudget für den Neukauf und die Modernisierung von
Waffengeräten bis 2030 auf insgesamt 130 Milliarden Euro. Und auch
diese Zahlen sind bestimmt noch untertrieben, und in den nächsten
Jahren wird weiter nachgelegt.
Innenminister
de Maizière forciert die Militarisierung nach innen. Neue
„Terrorbekämpfungseinheiten“ der Polizei werden gebildet. Die
Möglichkeit des Bundeswehreinsatzes zur Aufstandsbekämpfung nach
innen soll so schnell wie möglich gesetzlich abgesegnet werden.
Weiterhin führt die BRD die weltweite Hit-Liste der
Waffen-exportierenden Länder zusammen mit den USA und Russland an.
Klassenkämpfe
Arbeiterklasse
und Befreiungsbewegungen
Die
internationale Arbeiterbewegung und die nationalen
Befreiungsbewegungen sind heute nach wie vor noch in der Defensive.
Wir
sehen es als große Übertreibung an, die heutige Lage mit
„Haupttendenz ist Revolution“ zu umschreiben.
MarxistInnen-LeninistInnen sind revolutionäre OptimistInnen, aber
orientiert an der Realität. Zum Beispiel waren und sind für viele
Linke „Podemos“ in Spanien und „Syriza“ in Griechenland ein
Hoffnungsschimmer, in Lateinamerika der Zusammenschluss
lateinamerikanischer Länder wie Bolivien, Ecuador, Venezuela in
Alba. Die Kraft vieler dieser reformistischen Strömungen hat
zunehmend nachgelassen, und sie haben stark an Bedeutung verloren.
Eine
andere Entwicklung war der arabische Frühling mit seinen
Massenbewegungen und Aufständen, ja in einigen Ländern halben
Revolutionen, allerdings mit folgenden umso brutaleren
Konterrevolutionen.
Aktuell
gibt es noch marginale revolutionäre Befreiungsbewegungen. In Asien
sind der bewaffnete Kampf in Nepal und Sri Lanka faktisch
gescheitert. In bewaffneten Kämpfen, geführt von der KP
Philippinen, widersetzen sich die Volksmassen dem Imperialismus und
der einheimischen Reaktion. Sie versuchen sich in ihren befreiten
Gebieten zu verteidigen und setzen gleichzeitig auf Verhandlungen mit
der Regierung. In Indien kämpfen verschiedene maoistisch orientierte
Guerillaorganisationen und setzen weite Teile der indigenen
Bevölkerung (Adivasi) in Bewegung.
Die
langjährigen bewaffneten Befreiungsbewegungen ETA,
(Baskenland/Spanien) IRA (Irland) und FARC (Kolumbien) wurden
imperialistisch „befriedet“, ohne dass sie ihre politischen Ziele
maßgeblich durchsetzen konnten.
Heutige
gegen den Imperialismus gerichtete nationale bewaffnete
Widerstandsbewegungen stehen in den Ländern mit islamischer
Bevölkerungsmehrheit überwiegend unter der ideologischen,
reaktionären Führung von Islamisten, die gleichzeitig als
Instrument der Großmächte im Konkurrenzkampf untereinander
ausgespielt werden.
Befreiungsbewegung
in Rojava/Syrien
In
Rojava hat die kurdische nationale Befreiungsbewegung das Machtvakuum
in Syrien ausgenutzt, in einem zerfallenden Staat eigene Strukturen
aufzubauen und eine Autonomie zu verwirklichen. Ohne gegen das
faschistische Assad-Regime zu kämpfen. Vor allem ist die hohe
Beteiligung der Frauen im Kampf und in den entstehenden Institutionen
sehr auffällig und positiv. Das ist eine fortschrittliche
Entwicklung.
Die
YPG (Volksverteidigungseinheiten)/YPJ (Frauenverteidigungseinheiten)
haben mutig gegen die konterrevolutionären Angriffe des IS gekämpft
und auch mit Unterstützung der westlichen imperialistischen Mächte,
des russischen Imperialismus und der Peshmerga in Kobanê dem IS eine
Niederlage beigebracht. Rojava insgesamt ist eine Hoffnung für
viele demokratische und revolutionäre Bewegungen.
Die
demokratischen Errungenschaften sind ein wichtiger Fortschritt und
müssen unterstützt werden.
Aber
wir stellen auch die Begrenztheit und Zielsetzung dieser Bewegung
fest, wir schüren keine Illusionen. Das Gesellschaftssystem, das die
PKK/HDP/PYD aufbauen wollen, sprengt ausdrücklich nicht den
Rahmen des kapitalistischen Systems, sondern ist reformistisch.
Die YPG/YPJ die Rojava erkämpften, gehen militärisch gemeinsam mit
verschiedenen imperialistischen Mächten, so den USA, neuerdings auch
mit Russland, gegen den IS vor.
Internationale
Unterstützungsaktionen wie „Waffen und Geld für Rojava“,
die auf vielen verschiedenen Ebenen laufen, sind ein wichtiges Signal
internationaler Solidarität. Wir rufen die Völker auf
proletarisch-internationalistisch zu handeln. Aber wir fordern nicht
„unsere“ eigenen Imperialisten auf, Waffen zu liefern.
ArbeiterInnenbewegung
in der BRD
In
den letzten Jahren hat sich der Protest der Werktätigen gegen
Prekarisierung, gegen Niedrigstlöhne, gegen Arbeitsüberlastung und
Stellenabbau, für Tariflöhne und höhere Löhne, für mehr Personal
messbar verstärkt. Die Anzahl der Streiktage in 2015 ist die
höchste seit 1992. Streiks in vielen Bereichen haben stark
zugenommen: D-Bahn/GDL, Piloten/Lufthansa, Post, ErzieherInnen,
Charité, Amazon ... Ein Merkmal dieser Arbeitskämpfe sticht hervor:
sie liefen am massivsten und umfangreichsten im
Dienstleistungssektor, sowohl was die Zahl der Beteiligten, als auch
die durch Streik ausgefallenen Arbeitstage angeht. (2 Mio.
Streiktage 2015, davon 1,5 Mio. im Kampf der Sozial- und
Erziehungsdienste sowie bei der Post; WSI-Tarifarchiv)
Und
nicht, wie es bislang fast „gesetzmäßig“ war, in den
Schlüsselindustrien wie Chemie, Metall, Automobil, Bau, etc.. In den
Großkonzern-Industriebetrieben greift nach wie vor durchschlagend
die Standortlogik der reaktionären Betriebsratsfürsten und
der von ihnen gelenkten gelben IG Metall/IG Chemie
Gewerkschaftsbürokratie. Von den Gewerkschaftsfunktionären geschürt
wird ein Verteilungskampf auf hoher Ebene ausgefochten,
FacharbeiterInnen auf der einen Seite gegen prekär Beschäftigte wie
z.B. LeiharbeiterInnen auf der anderen.
Insbesondere
das Durchhaltevermögen und die Mobilisierung waren in all den
Streikaktionen herausragend. Im Ergebnis wurden einige
Forderungen durchgesetzt, aber in zentralen Forderungen wurden
vielfach faule Kompromisse, wie beim Poststreik durch ver.di,
abgeschlossen. Die Kampfkraft hat sich erhöht, das ist eine wichtige
Entwicklung. Aber die Durchschlagskraft, auch aufgrund
mangelnder Unterstützung durch die ArbeiterInnenklasse insgesamt,
ist noch viel zu schwach, zum Beispiel beim ErzieherInnenstreik.
Die
Angriffe von Kapital und Staat auf die demokratischen Rechte
der ArbeiterInnen gehen weiter. Das Tarifeinheitsgesetz wurde
verabschiedet und damit eine massive Einschränkung des Streikrechts.
In den Arbeitskämpfen finden selbständige Streiks, die sich gegen
die Zwangsvorgaben von Gesetz und gelben Gewerkschaften richten, nur
sehr vereinzelt statt. Insgesamt bewegt sich Widerstand im
vorgegebenen legalen Rahmen und überschreitet nur äußerst selten
den Rahmen von demokratischen Forderungen und legalen Kampfmitteln.
Eine
der größten politischen Aktionen der letzten Jahre fand 2015
in Berlin statt, die Anti-TTIP-Demonstration mit über 250 000
TeilnehmerInnen. Gegen Angriffe auf unsere Arbeitsrechte, auf
Umweltschutz etc. wurde zu Recht lautstark protestiert. Aber die
Stoßrichtung war teilweise nationalistisch ausgerichtet. Nicht nur
nahmen AfDler daran teil, sondern eine Hauptkritik vieler
Gruppierungen mündete darin, den deutschen Imperialismus als
unterjochten, abhängigen Juniorpartner, der von den USA über den
Tisch gezogen werden soll, hinzustellen. Dabei verlaufen die
TTIP-Verhandlungen auf Augenhöhe zwischen diesen Räubern, und jeder
will nur für sich die höchsten Vorteile herausschlagen.
Antiimperialistische
Kämpfe, wie gegen den G7-Gipfel der imperialistischen Großmächte
2015 in Elmau, haben nicht die Mobilisierungen wie in den Jahren
zuvor geschafft, waren aber trotzdem ein wichtiges Zeichen für die
verstärkte Zusammenarbeit vieler linker revolutionärer,
kommunistischer Gruppen und Organisationen.
Schülerstreiks
und Studentenproteste flammen in allen Kampfbewegungen immer mal
wieder auf.
In
der antirassistischen und antifaschistischen Arbeit
nimmt für viele Initiativen und Gruppen die Solidarität mit Opfern
faschistischer Gewalt und ihren Angehörigen, insbesondere auch im
Zusammenhang mit dem NSU-Prozess und dem Kampf zur Auflösung des
„NSU-Komplexes“, einen wichtigen Raum ein.
Antirassistische,
antifaschistische, kommunistische Gruppierungen und Netzwerke haben
auf lokaler Ebene sich vielerorts Woche für Woche gegen die
faschistischen Aufmärsche von AfD und die diversen Pegida-Ableger
gestellt, Blockaden durchgezogen und Unterkünfte für Geflüchtete
vor Angriffen geschützt. So demonstrierten oftmals Tausende Menschen
in Hamburg, Dresden, Leipzig und anderswo. Aber wir, die
kommunistischen wie die antifaschistischen und antirassistischen
Bewegungen müssen uns alle der Tatsache stellen: Wir sind zu
schwach organisiert und unzureichend bundesweit vernetzt.
Ein
politisches, internationales Fanal durch eine zentrale
Großdemonstration mit Hunderttausenden Menschen gegen Nazis,
Faschisierung, Asylrechtsverschärfungen, Flüchtlingshetze und für
Grenzen auf, Bleiberecht für alle, sowie für eine andere
Gesellschaft konnte nicht auf die Beine gestellt werden.
Unsere
Aufgaben
Wir
sind nach wie vor eine kleine Gruppe von MarxistInnen-LeninistInnen,
die sich den Aufbau der Bolschewistischen Partei in der BRD zum Ziel
gesetzt hat. In der ArbeiterInnenklasse propagieren wir unsere
marxistisch-leninistischen Einschätzungen und wenden uns vor allem
an die fortgeschrittensten ArbeiterInnen. Sie für unsere politische
Arbeit, den Aufbau der Kommunistischen Partei zu gewinnen und zu
organisieren, ist zentrales Kettenglied.
In
den Betrieben und Gewerkschaften zu arbeiten, ist unsere
praktisch-politische Hauptaufgabe. Gleichzeitig sind wir in
antifaschistischen, antirassistischen und antikapitalistischen
Bündnissen aktiv und versuchen, gemeinsam die aktuellen Kämpfe,
gemäß unserer Kraft, mit zu organisieren und mit zu tragen.
In
der aktiven Mitarbeit ist unser Ziel, unsere programmatischen
Kernpunkte in der politischen Ausrichtung zu verankern und
MitkämpferInnen für unsere Organisation zu mobilisieren.
Für
den Zusammenschluss der internationalen
marxistisch-leninistischen, revolutionären Bewegung unterstützen
wir das Projekt „ICOR“ (Internationale Koordination
Revolutionärer Parteien & Organisationen). Wir unterzeichnen
solche politischen Resolutionen von ICOR, denen wir inhaltlich im
Wesentlichen zustimmen.
In
produktiver und enger Zusammenarbeit stehen wir mit unserer
Geschwisterorganisation Bolşevik Parti (Nordkurdistan/Türkei).
Weiter haben wir regen Austausch, Unterstützung und Diskussion mit
den beiden Organisationen komak-ml und ia.rkp in Österreich.
Für
die Einheit der MarxistInnen-LeninistInnen in Deutschland beim
Aufbau der Kommunistischen Partei kämpfen wir auf verschiedenen
Ebenen. Wir sind in Diskussion und Auseinandersetzung mit sich auf
den Marxismus-Leninismus beziehenden Organisationen, denen wir
politisch nahestehen. In der Debatte wie in der praktischen
Zusammenarbeit bei Aktionen, Veranstaltungen etc. versuchen wir
gegenseitig unsere gemeinsamen Grundlagen auszuloten und zu stärken.
Gleichzeitig führen wir produktive Auseinandersetzungen über
strittige Fragen. Unser Ziel ist, sich für die gewaltige Aufgabe,
die wir uns vorgenommen haben, prinzipienfest zusammenzuschließen
und so die Reihen der Revolution und des Kommunismus zu stärken.
Für
die Einheit der marxistisch-leninistischen Gruppen/Organisationen zum
Aufbau der Kommunistischen Partei!
Auch
wenn der Imperialismus und sein Weltsystem ungeheuer stark
erscheinen, sie sind ein Papiertiger. Überall auf dem Erdball
brechen immer wieder spontane Klassenkämpfe aus und entflammen
Befreiungskämpfe. Über die Kontinente hallt der Ruf und die
Sehnsucht nach einer „anderen, ja einer sozialistischen
Gesellschaft“: Frei von Krieg, Ausbeutung, Unterdrückung,
Patriarchat, Chauvinismus und Nationalismus, Rassismus und
Umweltvernichtung.
Wir
kämpfen mit der festen Überzeugung, diese Welt wird unsere sein –
im Sozialismus und Kommunismus! Mit der gewaltsamen Revolution werden
die Ausbeuter und Unterdrücker weggefegt wie 1917 in der russischen
Oktoberrevolution!
Für
diese Welt lohnt es sich zu streiten und
zu kämpfen – hier und heute!<
1
www.ifw-kiel.de/pub/kieler-konjunkturberichte, April 2016
2
In der Trotz alledem! 71/2016 haben wir uns im Leitartikel
„Festung EU & Deutschland: Flüchtlingskrise? - Nein: Systemkrise!“
ausführlich mit der imperialistischen Politik gegen geflüchtete
Menschen und unseren Aufgaben befasst.
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