Montag, 18. November 2019

Ob das ein Putsch war in Bolivien? Die Antwort geben sie selbst: Die Fratzen, die jetzt wieder an die Macht drängeln – und die uniformierten Jäger indigener Aktivisten

„... Der Staatsstreich, der in westlichen Medien gemeinhin als 
Rückritt von Evo Morales präsentiert wird, nahm seinem Anfang mit dem 
Überlaufen von Armee und Polizei zu den Regierungsgegnern. Der 
Oberbefehlshaber der bolivianischen Streitkräfte, Williams Kaliman, 
und der Oberbefehlshaber der bolivianischen Polizei, Yuri Calderón, 
forderten am Wochenende den Rücktritt von Präsident Morales. Dies sei 
notwendig, um Bolivien aus der sozialen und politischen Krise zu 
führen, die das Land seit den Wahlen am 20. Oktober erlebe. Kaliman 
und Calderón verlasen am Sonntag zwei Kommuniqués, in denen sie 
Morales zum Rücktritt aufforderten. Auch kündigte die Armee am Sonntag 
auch Luft- und Bodenoperationen gegen "illegale und bewaffnete 
Gruppen" an, nachdem nach zu Angriffen auf Busse mit Regierungsgegnern 
gekommen war. Zugleich gab es Berichte über Angriffe von 
Scharfschützen auf Morales-Anhänger, die nach La Paz vorzudringen 
versuchen. Auf dem zentralen Prado-Boulevard in La Paz und Oruro 
marschierten derweil Dutzende Polizisten in einer Reihe mit 
Regierungsgegner und skandierten Slogans gegen Morales, wie es in 
einem Korrespondentenbericht der Nachrichtenagentur AFP heißt. Als die 
Einwohner der Stadt El Alto im Departement La Paz am Montag gegen den 
Staatsstreich protestierten, wurden sie von Polizei massiv attackiert. 
Dabei kam ein kleines Mädchen ums Leben. "Nach dem ersten Tag des 
Putsches geht die meuternde Polizei mit Schusswaffen vor und 
provoziert Tote und Verletzungen in El Alto. Meine Solidarität mit den 
unschuldigen Opfern, darunter ein Mädchen, und dem heldenhaften Volk 
in el Alto, das die Demokratie verteidigt", schrieb Morales auf 
Twitter. Polizei und Armee haben den Staatsstreich durch ihr 
politisches Agieren und das Überlaufen zu den Regierungsgegnern erst 
ermöglicht. Zumindest die Polizei ist bislang - in einem kompletten 
Machtvakuum - führend daran beteiligt, Proteste Indigener und andere 
Anhänger der Bewegung zum Sozialismus mit zunehmender Brutalität zu 
unterdrücken. Und das, obwohl Morales mit knapp 47 Prozent der Stimmen 
de facto Wahlsieger ist...“ – aus dem Beitrag „Warum es in Bolivien 
einen Putsch gab“ von Harald Neuber am 12. November 2019 bei 
telepolis, der vier Gründe anführt, die, entgegen medialer 
„Weichspülung“ auch hierzulande, deutlich machen, wie ein solcher 
Putsch, der es war und ist, abläuft... Siehe dazu auch zwei Beiträge 
über – sehr unterschiedliche – Reaktionen auf den Putsch, eine 
konkrete Skizze der Entwicklung seit den Wahlen und zwei Beiträge zu 
führenden Oppositionellen und dem „Handeln“ der Polizei – sowie den 
Hinweis auf unseren ersten Beitrag zum Putsch
http://www.labournet.de/?p=157209

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