Donnerstag, 15. Dezember 2016
Google und Journalistenschulen: Investionen in Dankbarkeit
"... An diesem Wochenende ist es wieder so weit: Chefredakteure und
Verlagsmanager aus der ganzen Welt – auch von großen deutschen
Verlagen wie Axel Springer – fliegen zum Branchentreffen „Newsgeist“
ein, diesmal in Phoenix/Arizona. Der wesentliche Treiber dieser
geschlossenen Gesellschaft: Google. Google veranstaltet und fördert
Branchentalks, pumpt über einen eigens eingerichteten Fonds für
Innovationsprojekte europaweit 150 Millionen Euro in die teils
notleidende Szene und spendiert Stipendien für sogenannte
Datenjournalisten. Von den bisherigen Google-Aktivitäten profitieren
hierzulande – nicht zuletzt auch finanziell – Dutzende Medienhäuser,
darunter der Spiegel, die FAZ, Lokalzeitungen und auch die taz. Nun
kommt ein weiterer Baustein dazu: Googles „News Lab“ baut ein
„University Network“ auf und verpartnert sich dafür mit den
Institutionen, die Journalisten ausbilden – Journalistenschulen und
Fachbereiche an Universitäten, auch aus Deutschland. Der Tech-Konzern
unterstützt gezielt Einrichtungen, die „die Zukunft der Medien
gestalten, indem sie die nächste Generation von Journalisten
ausbilden“, wie Google-Manager Nicholas Whitaker zum Start erklärte.
Er will eigene Ausbilder schicken, die angehenden Journalisten
erklären, wie sie im Netz kommunizieren, recherchieren und
Informationen verifizieren – natürlich mit nützlichen Helferlein des
kalifornischen Konzerns. „Google will angehende Journalisten an sich
binden, die noch eine jahrzehntelange Karriere in den Redaktionen vor
sich haben und dann vielleicht ein Gefühl von Dankbarkeit für Google
mit sich herumtragen, weil das Unternehmen ihnen bei den ersten
Schritten geholfen hat“, befürchtet Lorenz Matzat..." Artikel von
Daniel Bouhs vom 9. Dezember 2016 bei der taz online
http://www.taz.de/Google-finanziert-Journalistenschulen/!5364327/
Siehe dazu den Kommentar "Warum Google kein Partner für Journalisten
sein kann"
http://www.labournet.de/?p=108600
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