Donnerstag, 15. Dezember 2016

Post sorgt für Paketstau: Tägliches Arbeitspensum bei Tochterfirma DHL Delivery kaum zu schaffen. Beschwerden über Beschäftigungsverhältnisse nehmen zu




"Der Ärger ist groß. Pakete werden verspätet geliefert oder kommen bei 
vielen gar nicht an – im Weihnachtsgeschäft droht flächendeckendes 
Chaos. Die Welt berichtete am Montag von Paketen, die nicht regulär 
zugestellt, sondern einfach auf den Balkon geschmissen oder in der 
Mülltonne versenkt worden seien. Post-Boss Frank Appel hatte bereits 
Ende November erklärt: »Im Vergleich zum Vorjahr erwarten wir zehn 
Prozent mehr Sendungen.« Insgesamt rechne der Konzern an den Tagen vor 
Heiligabend »mit mehr als acht Millionen Paketen täglich – doppelt so 
viele wie sonst«. (...) Eine Ursache des Paketstaus ist die 
Überlastung der Mitarbeiter (...). Beschäftigte nannten gegenüber jW 
Fallbeispiele: »Ein Zusteller muss feststellen, dass er sein 
Tagespensum nicht mehr bewältigen kann und beschließt daher 
eigenmächtig, die verbleibenden letzten zehn Sendungsempfänger vom 
Zustellfahrzeug aus zu benachrichtigen. Eine Qualitätskontrolle der 
Post ertappt ihn dabei. Er wird fristlos gekündigt. Der Vorwurf: 
vorsätzliche Sendungsunterdrückung wegen nicht Erbringen von bezahlten 
Leistungen.« (...) Wenn in der regulären Arbeitszeit, nach zehn 
Stunden und 45 Minuten, nicht die vorgesehenen Pakete ausgeliefert 
würden, stehe am nächsten Tag schon mal ein Personalgespräch an. Es 
herrsche »Angst« unter der Belegschaft. Es gebe einen »hohen Druck, 
die Belastung sei immens«, die Arbeit sei nicht zu bewältigen. (...) 
Der Konzern UPS zahle beispielsweise einen Stundenlohn von fast 20 
Euro – DHL lediglich 12,38 Euro. DHL suche händeringend Personal, doch 
wolle kaum jemand den harten Job für das wenige Geld machen..." 
Artikel von Simon Zeise bei der jungen Welt vom 13. Dezember 2016
http://www.jungewelt.de/2016/12-13/023.php

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen