Kopf zwischen Knie und Asphalt
Standbild aus dem Video des Augenzeugen
Foto: Bildschirmfoto/indexoncensorship
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Oppong hatte seinerzeit einen Verkehrsunfall mit einer Verletzten beobachtet, an dem ein Streifenwagen der Polizei beteiligt war. Weil er am Unfallort Aufnahmen gemacht hatte, war er zunächst als Gaffer verdächtigt worden. Er habe sich als Journalist zu erkennen gegeben, damit aber das rabiate Vorgehen der Beamten nicht verhindern können. Nach Sichtung der Speicherkarte, die keine Bilder des Unfallopfers enthielt, sei der Vorwurf »Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen« aber fallengelassen worden, betonte Oppong gegenüber jW. Das Amtsgericht erließ den Strafbefehl auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen »Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Körperverletzung«. Angeblich hatte ein Beamter eine Schürfwunde am Unterarm und eine Polizistin nach der Auseinandersetzung eine Prellung am Schienbein. Das könnten sie sich laut Oppong auch selbst zugezogen haben.
Allerdings hat auch Oppong Strafanzeige erstattet. Ermittelt werde zur Zeit gegen acht Polizisten, so der Afrodeutsche, der den Beamten auch Rassismus vorwirft. Im Sicherstellungsprotokoll für die Speicherkarte sei er als »angeblicher Journalist« bezeichnet worden. »Die hätten mich einfach mal googeln können«, so Oppong, der bereits Medienpreise wie den Grimme-online-Award und ein Recherchestipendium der Otto-Brenner-Stiftung gewonnen hatte. Aber er kenne das: Als Journalist nicht ernst genommen zu werden, wenn man schwarz sei. Seinen Personalausweis hätten die Einsatzkräfte zunächst gar nicht sehen wollen, sondern erst auf der Wache.
Gegen den Strafbefehl legte Oppong Rechtsmittel ein. Ermittlungen gegen die Fahrerin des Unfallstreifenwagens wegen fahrlässiger Körperverletzung seien inzwischen nach Paragraph 153 StPO eingestellt worden – also wegen Geringfügigkeit und weil »kein öffentliches Interesse« bestehe.
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