Liebe Kolleg*innen und Freund*innen, sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchten wir Sie wieder auf Publikationen und Nachrichten aus unserer Projektregion aufmerksam machen. Zudem finden Sie Hinweise auf kommende Veranstaltungen in Berlin. Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre!
VERANSTALTUNGEN in Berlin
ARBEITSKREIS MENA, 05.12.2019, 15.30-18.00 UHR
Soziale Bewegungen in Palästina – mit zwei Aktivistinnen aus der Region
RLS, Franz-Mehring-Platz 1
Wir bitten um Anmeldungen an juliane.drueckler@rosalux.org. Das genaue Programm wird per Email verschickt.
AUDIO-SPAZIERGANG “ANOTHER PLACE/EIN ANDERER ORT: BERLIN“
Der Audio Spaziergang - gleichzeitig eine stereophone Performance - verbindet Berlin, Beirut und Damaskus und kartiert Ideen von Exil und Zugehörigkeit. Während des Spaziergangs durch die Straßen Kreuzbergs hört man die Lebensgeschichte einer jungen palästinensischen Syrerin. Politischer Aktivismus, Verfolgung und Exil haben sie geprägt. Mit den Zuhörenden teilt sie ihre Gedanken und Gefühle und beleuchtet verschiedene Aspekte von Migration: Freiheit und fragile Sicherheit, Sehnsucht und Einsamkeit, Solidarität und Hoffnung. Von Victoria Lupton und Doha Hasan.
«Ein anderer Ort» ist auf Englisch, Arabisch und Deutsch hörbar und wurde am 5. Oktober 2019 im Café Kotti veröffentlicht. Die Audiodatei und weitere Informationen hier.
ROJAVA: EXISTENZ UNTER BESCHUSS
Live-Aufnahme der Veranstaltung vom 16.10.2019
Der Abzug der US-Truppen und die unmittelbar danach begonnene türkische Militäroperation «Friedensquelle» gegen die mehrheitlich kurdische Region Rojava im Norden Syriens kamen mit Ansage. Die Angriffe lassen nicht nur hiesige Linke fassungslos zurück, sondern sind selbst in Washington, dem ehemaligen Bündnispartner der Kurd*innen in Nordsyrien, hoch umstritten.
Um die aktuellen Dynamiken und Kräfteverhältnisse zu verstehen, haben wir diskutiert mit:
Sozdar Sevim (Dest-Dan - kurdischer FrauenRat Berlin)
Mariana Karkoutly (Adopt a Revolution)
Kristin Helberg (freie Journalistin und Autorin)
Anita Starosta (medico international), angefragt
Moderation: Charlotte Tinawi (Rosa-Luxemburg-Stiftung)
PUBLIKATIONEN
ISRAEL
„Schusswaffen in Israel. Realität, Politik und feministische Kritik“
Die wachsende Verfügbarkeit legaler und illegaler Waffen und die fehlende Durchsetzung von Recht und Ordnung in den palästinensischen Gemeinden in Israel führen – so Rela Mazali und Meisa Irshaid - zu einer enormen Zunahme von organisierter Kriminalität, Schießereien und innerfamiliärer Gewalt.
PALÄSTINA
„Machtspiele in Ramallah“
Im Januar 2005 fanden in Palästina die letzten Präsidentschaftswahlen statt, die Mahmud Abbas für sich entscheiden konnte. Gewählt wurde er für vier Jahre. Nun erscheint es möglich, dass sowohl Parlaments- als auch Präsidentschaftswahlen durchgeführt werden. Helga Baumgarten analysiert die Situation vor Ort und erklärt mögliche Nachfolgeregelungen und Wahl-Szenarien.
LIBANON
„Was machen wir jetzt?“ Zu den Massenprotesten im Libanon und im Irak
Seit dem 1. Oktober 2019 bis zum heutigen Tag finden im Libanon und im Irak Massenproteste statt. Beide Protestbewegungen brachen nicht nur nahezu gleichzeitig aus, die Leute auf der Straße demonstrieren auch gegen ähnliche Missstände und haben ähnliche Forderungen: gegen das herrschende politische System und gegen die herrschende politische Elite, gegen Konfessionalismus, Klientelismus und Korruption, gegen politische Gewalt und Willkürlichkeit, gegen neoliberale und kapitalistische Politik, gegen Althergebrachtes, und damit für eine Neuerfindung von politischer Praxis und System in beiden Ländern.
Miriam Younes und Mohamad Blakah beschreiben die Hintergründe der Proteste, die Forderungen der Protestierenden, die Reaktionen der staatlichen Autoritäten sowie Herausforderungen, Perspektiven und gemeinsame Anknüpfungspunkte beider Bewegungen.
Miriam Younes und Mohamad Blakah beschreiben die Hintergründe der Proteste, die Forderungen der Protestierenden, die Reaktionen der staatlichen Autoritäten sowie Herausforderungen, Perspektiven und gemeinsame Anknüpfungspunkte beider Bewegungen.
„Die Revolution der 99 Prozent“Seit Ende Oktober 2019 entfaltet sich im Libanon nichts weniger als eine Revolution – das Land ist seither durch Demonstrationen lahmgelegt, an denen sich Bürger*innen aller Klassen, Regionen und religiöser Hintergründe beteiligen, eine für Libanon sehr ungewöhnliche und seit den späten 1960er Jahren nicht dagewesene Entwicklung. Unter anderem mit dem Slogan «Killon ya3ni killon» («Alle meint alle») fordern die Demonstrant*innen die endgültige Abschaffung des nepotistischen, korrupten Klientelsystems, mit dessen Hilfe die politischen Eliten gemeinsam seit den 1990er Jahren das Land beherrschen und seine ökonomischen Ressourcen unter sich aufteilen.Zum Artikel von Eva Dingel
“New Ways of Relating to Each Other"Lara Bitar im Interview mit Miriam Younes zu den Protesten im Libanon, ihren Ursprüngen und den Versuchen, die Bewegung zu verunglimpfen.Zum Artikel (Englisch)
IRAK
„Vom Libanon bis zum Irak, von Bagdad nach Beirut – es ist eine Revolution“
Seit dem 1. Oktober haben sich die Proteste im Irak zu Massenprotesten entwickelt, die alle gesellschaftlichen Schichten vereinen. Ansar Jasim sprach mit Sami Adnan, einem Bagdader Aktivisten und Gründer der Seite «Workers against Sectarianism» über die Hintergründe der Proteste.
„Wir würden sterben, wenn wir nur von der Landwirtschaft leben müssten“
Wenn es um die politische Ökonomie des Irak oder Irakisch-Kurdistans geht, dann stehen die Erdölvorkommen im Vordergrund der Betrachtung. Öl wird als so genannte resource curse analysiert, womit der Irak quasi dazu verdammt sei, ewig in autoritären Strukturen mit «schwacher» Zivilgesellschaft und überbordender Korruption zu verharren. Die Bevölkerung sei demnach auf Staatsgelder bzw. heutzutage auf Gelder der Parteien, Gruppen und Milizen angewiesen, die sich die Staatsgelder zu Eigen machen. Problematisch und zu kurz gegriffen ist dabei vor allem, dass Analysen der politischen Ökonomie Irakisch-Kurdistans meist getrennt vom Rest des Irak vorgenommen werden. In diesem Artikel soll die Wirtschaft des Irak und Irakisch-Kurdistans globalhistorisch und aus unterschiedlicher Perspektive beleuchtet werden. Den Anfang macht die Landwirtschaft.
„Irak: Atmosphäre des offenen Protests“Bei den letzten Wahlen im Irak im Mai 2018 betrug die Wahlbeteiligung lediglich 44,5 Prozent, dies ist trotz der Proteste, die seit 2015 in der Hauptstadt und verschiedenen Provinzstädten stattfanden, die schwächste Wahlbeteiligung seit 2005. Neben der Korruption scheinen alle Proteste durch ein Thema vereint: Mangelnde Arbeitsplätze, Klientelismus der Eliten und die neoliberale Ausrichtung der irakischen Wirtschaft. Die Atmosphäre des offenen Protests, die 2011 die Region erfasst hat, ist im Irak erhalten geblieben und hat vielen Iraker*innen gezeigt, dass sie ihre Diktatoren selbst und ohne Interventionen von außen stürzen können.Zum Artikel von Ansar Jasim
SYRIEN
„Kein Frieden in Nordsyrien“
Der türkische Angriffskrieg gegen Rojava in Nordsyrien dauert nun schon mehr als einen Monat an. Er hat bereits hunderte Menschen das Leben gekostet und Tausende vertrieben. Die zwischen der Türkei, den USA und Russland beschlossenen Waffenruhen haben kein Ende der Offensive bewirkt. Ismail Küpeli schreibt zur Situation vor Ort und den Verhandlungen in Genf.
IRAN
„Teherans offener Horizont. Libanesische Perspektiven auf die Iranische Revolution von 1979“
Die nunmehr 40 Jahre zurückliegende iranische Revolution ist der Teleologie erlegen. Um die konfessionelle Pattsituation im heutigen Nahen Osten zu erklären, blicken Beobachter*innen auf die globale Schockwelle zurück, die der völlig überraschende Sturz des Schahs losgetreten hat. Im Frühling 1979 wurde, so scheint es, das «radikale» Schiitentum entfesselt. Diese bedrohliche Bewegung hat ihren von der Flamme des revolutionären Umsturzes befeuerten Expansionismus nie verhehlt. Als die Schiiten «im Iran erwachten, war es um das Kapitel konfessioneller Toleranz geschehen». Infolgedessen befinden sich die islamische Welt allgemein und der Nahe Osten im Besonderen fest im Griff eines folgenschweren Konflikts zwischen Schiiten und Sunniten. Dieses Narrativ eines «konfessionellen Erdbebens», das sich seither Bahn bricht, gewann mit dem Sturz des langjährigen Diktators Saddam Hussein im Jahr 2003 und den Auswirkungen des «arabischen Frühlings» noch an Dramatik. Der Iran und sein regionaler Erzfeind Saudi-Arabien stehen folglich in unerbittlicher geopolitischer Rivalität zueinander. Allerdings ist es nicht ganz unproblematisch, die Schicksalhaftigkeit dieser Entwicklung dermaßen zu betonen.
Zum Artikel von Simon Wolfgang Fuchs
SAUDI-ARABIEN
„Die saudische Angst vor den Frauen“
Was die einen als Meilensteine auf dem Weg in ein modernes Saudi-Arabien werten, liest sich für andere wie blanker Hohn. Bis heute leiden Frauen im Königreich unter einer tief verwurzelten Diskriminierung – vor dem Gesetz gelten sie im Grunde als Menschen zweiter Klasse, hinsichtlich Ehe, Scheidung, Sorgerecht oder Erbrecht unterstehen sie den Männern. Doch nun das: Seit August 2019 können sie ohne Zustimmung ihres männlichen Vormundes verreisen, schon Mitte 2018 fiel das Autofahrverbot. Ist das endlich das Ende des patriarchalen Systems in Saudi-Arabien? Muhammad bin Salman, Kronprinz und starker Mann in der Monarchie, schien es ernst zu meinen mit seiner «Saudi Vision 2030». Der «kühne Entwurf für eine ambitionierte Nation», so der Untertitel, soll die Wirtschaft des Landes weniger abhängig vom Öl machen – und dazu braucht es auch die Arbeitskraft der Frauen.
Zum Artikel von Christopher Resch
NEUES AUS DEN BÜROS
Das Büro Israel auf Instagram
Das Israel-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung hat nun auch einen Instagram-Kanal. Auch dort möchten wir eine Plattform für Information, Analyse und Debatte sein, die einen Blick auf Israel von innen heraus ermöglicht & progressive Stimmen aus Israel hörbar macht. Zudem geben wir dort eine wöchentliche Empfehlung, für alle, die sich mit verschiedenen Themenfeldern näher beschäftigen möchten. Ihr könnt uns gerne folgen: @rlsisraeloffice.
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