Freitag, 28. Juni 2013

„Entweder Diktatur (d.h. die eiserne Macht) der Gutsbesitzer und der Kapitalisten, oder Diktatur der Arbeiterklasse.“ (W.I. Lenin)

Rede des Sekretärs des ZK Russischen Kommunistischen Arbeiterpartei (RKAP-KPdSU), des Genossen A. K. Tscherepanow auf dem XXII. Internationalen Kommunistischen Seminar in Brüssel am 1. Juni 2013 Übersetzung: Max Schmidt, Halle/S. Zweiter Teil Die Tricks der Marx-Verfälscher Natürlich ist das nicht nur eine russische Erscheinung. Das Projekt der „Eurolinkspartei“ ist, auf einen kurzen Nenner gebracht, auf die Verdrängung der Kommunisten vom linken Rand des politischen Feldes gerichtet. Meistens haben die Opportunisten – sowohl in der Vergangenheit, als auch heute – vorgeschlagen, sich unter dem Deckmantel der Sorge um die Einheit der Reihen der Partei jeglicher Kritik zu enthalten. So verteidigten sie Gorbatschow, während sie die Waffen der Kritik gegen Jelzin richteten. Heute verteidigen sie Sjuganow und die KPRF, während sie sagen, daß man die Waffen auf Putin richten muß usw. Sie sagen, daß wir ein rotes Banner haben, daß wir doch alle Kommunisten sind, und uns alle für den Sozialismus einsetzen müssen. Lenin hat sich noch in 1914 ausführlich hinsichtlich der Einheit geäußert: „Die Einheit ist eine große Sache und eine große Losung! Doch die Arbeitersache braucht die Einheit unter den Marxisten, nicht aber die Einheit der Marxisten mit den Gegnern und Verfälschern des Marxismus.“ [1] Und dabei war Lenin gegenüber den Verfälschern des Marxismus nicht einfach nur streng, sondern kalt und hart: „Entweder Diktatur (d.h. die eiserne Macht) der Gutsbesitzer und der Kapitalisten, oder Diktatur der Arbeiterklasse. Ein Mittelding gibt es nicht! Von der Mitte träumen die Schmarotzer, die Intelligenzler, Herrschaften, die schlecht gelernt haben in schlechten Büchern, vergebens. Nirgends in der Welt gibt es ein Mittelding, und wird es nicht geben. Entweder Diktatur der Bourgeoisie (verdeckt unter hochtrabenden sozialrevolutionären und menschewistischen Phrasen wie Volksherrschaft, konstituierende Versammlung, Freiheit und dergleichen), oder Diktatur des Proletariats. Wer das aus nicht der Geschichte (…) gelernt hat, der ist ein hoffnungsloser Idiot.“ [2] Und er fügte hinzu: „Nur Halunken oder Dummköpfe orakeln, das Proletariat müsse zuerst bei Wahlen, die unter dem Joch der Bourgeoisie, unter dem Joch der Lohnsklaverei stattfinden, die Mehrheit erobern und könne erst danach die Macht erobern. Das ist der Gipfel an Borniertheit oder Heuchelei, das ist der Ersatz des Klassenkampfes und der Revolution durch Wahlrummel unter der bestehenden Ordnung, unter der alten Macht.“[3] Lenin scheute sich nicht, unmittelbar die Politiker, aber auch die Parteien namentlich auszusprechen: „Das größte Elend und eine Gefahr für Europa besteht darin, daß es in ihm keine revolutionäre Partei gibt. Es gibt Parteien von Verrätern, solcher wie die Scheidemänner, Renaudels, Hendersons, Webbs und Co. oder von Allerweltslakaien wie Kautsky. Es gibt keine revolutionäre Partei.“ [4] Im Jahre 1920 schrieb Lenin, daß „der Bolschewismus die Bourgeoisie in Jahren 1917-1919 nicht besiegt hätte, wenn er nicht zuvor 1903-1917 gelernt hätte, die Menschewiki, d.h. die Opportunisten, Reformisten und Sozial-Chauvinisten, zu besiegen, und sie schonungslos aus der Partei der proletarischen Avantgarde zu vertreiben.“ [5] Nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution forderte Lenin die entschlossene und endgültige Abgrenzung vom Opportunismus der II. Internationale, und er war selbst der Initiator für die Bildung der III. Kommunistischen Internationale. Unter seiner Führung wurden die theoretischen Prinzipien und die organisatorischen Maßnahmen für die Abgrenzung vom Opportunismus entwickelt, die als Bedingungen für die Aufnahme in die Komintern bekannt wurden. Heute gibt es keine Kommunistische Internationale, aber wir meinen, daß eine solche Notwendigkeit herangereift ist. Strenge Kriterien für eine kommunistische Partei Aber man muß dazu gerade für die marxistischen kommunistischen Parteien, die auf klaren Klassenpositionen stehen, strenge Richtlinien für die Teilnahme einführen. Wofür vorgeschlagen wird, bestimmte strenge Aufnahmekriterien zu entwickeln. Zur Unterstützung bei dieser Arbeit ist es nützlich, wenn wir uns an die Leninschen Kriterien der Aufnahme in die Komintern erinnern. Man wirft uns häufig vor, daß wir der Kritik des Opportunismus zu viel Aufmerksamkeit widmen, und rät uns, diese Energie auf die Entlarvung des Imperialismus insgesamt, sowie Putins und seines Regimes zu richten. Jedoch ausgehend vom Hinweis Lenins, daß es, „um von der Partei und der Revolution einen nicht wieder gutzumachenden Schaden abzuwenden, Momente gibt, die uns verpflichten, immer wieder beharrlich die Frage zu stellen und die Dinge beim richtigen Name zu nennen“,[6] betrachten wir die heutige Situation als außergewöhnlich, und wir müssen leider feststellen, daß eine Reihe von Parteien unsere ideologischen Gegner sind, die sich als kommunistisch bezeichnen. Die Beachtung dieser Probleme ist eine vordringliche Angelegenheit. Man muß die Tatsache beachten, daß Lenin 1919 bemerkte, daß sich viele Opportunisten, sozusagen der Mode folgend, der Komintern anschlossen. Und heute gibt es mehr als genug solche Linken, Pseudolinken und Kommunisten, nur dem Namen nach. Alle diese Erscheinungen werden heute so oder so beobachtet, doch wenn man die Strategie und die Taktik ausarbeitet, natürlich nicht, indem man mechanisch den Bedingungen 1919 folgt, dann kommt um die Leninsche Erfahrung nicht herum. Das Gespräch für die Aufnahme in die Kommunistische Internationale kann nur mit jenen Parteien geführt werden, die die Diktatur des Proletariats anerkennen. Und nicht nur als ein Lippenbekenntnis zu Lenin, sondern durch die tagtägliche Propaganda ihrer Notwendigkeit. Indem sie daran arbeiten, das Proletariats als Klasse für sich zu organisieren. Bei dieser Arbeit ist die Russische Kommunistische Arbeiterpartei bereit, mit wirklichen kommunistischen Parteien brüderlich zusammenzuarbeiten. Abschließend möchte ich sagen, daß das Wissen der führenden Theorie letzten Endes siegt, doch daß ein Sieg ohne eine entsprechende Kampforganisation nicht möglich ist. Dafür brauchen wir Wissen, Mut und auch den Willen zum Sieg. Ich wünsche allen Teilnehmern des Seminars Erfolg im Kampf gegen den Imperialismus, den Revisionismus und den Opportunismus in der Organisation der Kräfte der Arbeiterklasse, der Verwirklichung der sozialistischen Revolution und der Errichtung der Diktatur des Proletariats! Ich wünsche uns allen Erfolg in diesem Kampf! Es lebe die sozialistische Revolution! Quelle: http://rkrp-rpk.ru/content/view/9473/1/ [1] W.I. Lenin, Einheit, in LW, Dietz Verlag, Berlin, 1961, Bd.20, S.228 [2] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.39, S.158 (russ.) [3] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.39, S.219 (russ.) [4] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.37, S.110 (russ.) – ein Artikel Lenins, erschienen in der Prawda № 219, vom 11. Oktober 1918 unter dem Titel: „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“ [5] W.I. Lenin, Vollst舅dige Gesamtausgabe, Bd.40, S.24 (russ.) [6] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.25, S.343 (russ.)

Keine Kommentare:

Kommentar posten