Mittwoch, 30. Juli 2014

Die Ukraine. Blut und Schmerz.

Von W.Korobow, Arbeiter aus Russland Übersetzung ins Deutsche: N.N. Die schwere finanzökonomische Krise der kapitalistischen Welt hat um die Ukraine keinen Bogen gemacht. Wie überall, haben die Mächtigen alle Lasten, die davon hervorgebracht wurden, auf die Schultern des Proletariats abgewälzt. Die Vernichtung der Industrie und der Landwirtschaft zu Gunsten der „Eurointegration“, die Verweigerung der Lohnzahlungen, der Bankrott des gesamten neoliberalen Wirtschaftsmodells haben zum bewaffneten faschistischen Putsch in der Ukraine geführt. Die in den Jahren der „Unabhängigkeit“ hochgezüchteten Bandera-Faschisten dienten den russenfeindlichen, auf die Interessen des Westens zurechtgestutzen Oligarchen als Kanonenfutter. Aus dem verbrecherischen Kompradoren-Clan der Poroschenko, Kolomojski, Pintschuk, Taruta, Achmetow u.a. ist eine Junta entstanden, die überall in der Ukraine – außer auf der Krim und in den Donezker und Lugansker Gebieten – über die national-orientierte Bourgeoisie gesiegt hat. Infolge des Umsturzes, kamen äußerst rechte und rechtsliberale Kräfte an die Macht, die von den Oligarchen gesponsert, und auf jede Weise von den herrschenden Kreisen der USA und der EU unterstützt werden, und die auf die wirtschaftliche Loslösung der Ukraine von Rußland und die Integration in die EU gerichtet sind. Darüberhinaus wurden Pläne der NATO bekannt zur Errichtung von Militärstützpunkten und zur Stationierung strategischer Raketen und Radaranlagen im Charkower Gebiet, an der Grenze zu Rußland. Ist nicht auch deshalb die Stadt Isjum im Charkower Gebiet ein Stützpunkt für die Entfaltung der Streitkräfte der nazistischen Junta für die Unterdrückung der Donezker und Lugansker Volksrepubliken geworden? Der begonnene Bürgerkrieg hat alle Schwächen der kommunistischen und Arbeiterbewegung offengelegt. In der Masse der Bevölkerung dominieren kleinbürgerliche und egoistische Verhaltensweisen, Nachsicht gegenüber den Neonazis und Anpassung an jede beliebige Macht. Nicht einmal für den Schutz der selbsternannten Donezker und Lugansker Volksrepubliken findet sich es eine ausreichende Anzahl von Selbstverteidigungskräften. Das heißt, nachdem sie für die Unabhängigkeit der Republiken gestimmt hatte, (und dafür stimmten etwa 90%), war die Masse der Bevölkerung nicht bereit, ihre Unabhängigkeit auch zu verteidigen. Und erst vor kurzem wurden Kampfgruppen der Bergarbeiter geschaffen. Kann man so seine Freiheit verteidigen. Putin hatte persönlich versprochen, gegen die Angriffe der Junta allseitigen Schutz und Hilfe zu leisten, doch nichts geschah. Erst haben die führenden Machthaber der Russischen Föderation die unabhängigen Republiken nicht anerkannt, und später fingen sie auch noch an, ihnen zuzureden, sie sollten in den Schoß der Kiewer Junta zurückkehren. Vielleicht ist damit die imperialistische Teilung der Ukraine schon beendet und die Krim reicht Rußland aus, oder aber die Machthaber der Russischen Föderation waren erschrocken über den pro-sozialistischen Verfassungsentwurf der Donezker Volksrepublik. Möglicherweise war die russische Regierung zutiefst darüber erschrocken, als die Volksrepubliken als eine der Aufgaben die Nationalisierung der Großindustrie, der natürlichen Reichtümer und des Bodens verkündeten. Und so wurden anstelle des versprochenen Schutzes von den Friedensstiftern Flugverbotszonen eingerichtet, und über den Gaspreis der Nazijunta gab es einen schändlichen, unmoralischen Streit. Nicht erzielte Milliarden – vor dem Hintergrund der verkohlten Leichen von Odessa, dem Blut der Verteidiger von Slawjansk, Kramatorsk und ganz Noworossija. Der liberal-faschistische Umsturz in Rußland ist bereits vorgemerkt. Die nationalistischen Parteien und Bewegungen agieren in aller Öffentlichkeit – in Gestalt von militär-patriotischen Klubs, als national-patriotische Bewegungen, und sie führen eine militärische Ausbildung nationalistischer Kämpfer durch. Durch die russischen machthaber werden auch die rassistischen und nazistischen Ausschreitungen der Fußball-„Ultras“ nicht unterbunden. Es war und bleibt bei der Entweihung und der Zerschlagung der sowjetischen Denkmäler und der Lenindenkmäler, bei den Anschlägen auf das Lenin-Mausoleum, dem Antikommunismus, der Entstalinisierung, den Umbenennungen, den Versuchen, Hammer und Sichel aus den Siegesbannern zu entfernen, bei den antisowjetischen Filmen, bei der totalen Lüge oder beim Verschweigen der Tatsachen der sowjetischen Geschichte durch die bürgerlichen russischen Massenmedien und bei den Versuchen, die Geschichte umzuschreiben. Das ist das untrügliche Anzeichen für nahenden Faschismus. Das führende Regime hat es geschickt verstanden, auf dem nationalen Boden nicht nur das Proletariat, sondern auch alle anderen Schichten der russischen Gesellschaft gegeneinander aufzuhetzen. Die Situation der kommunistischen und Arbeiterbewegung in der Ukraine und in Rußland ist sich in vielerlei Hinsicht ähnlich. Sowohl dort als auch hier herrscht Zersplitterung und Gleichgültigkeit, Unorganisiertheit und schlechte Disziplin, eine Abkehr vom Bolschewismus, und infolge dessen – geistige Verwirrung. In der Arbeiterbewegung gibt es nur wenige Arbeiterorganisationen: keine Sowjets und keine Arbeitergewerkschaften. Dementsprechend gibt es kaum einen kollektiven Kampf, und wenn, dann trägt er in der Regel nur ökonomischen Charakter. Doch auf der Tagesordnung steht die Gruppierung des Proletariats als Klasse, das ideologische Rüstzeug, der Widerstand gegen die faschistische Bedrohung, die Entfaltung des Klassenkampfes und der Kampf um die politische Macht, für die Sowjetmacht und für den Sozialismus. W.Korobow, Arbeiter.

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