Montag, 27. Mai 2019

Zwei Tage Protest-Generalstreik ab Dienstag, 28. Mai im Sudan gegen einen Militärrat, der tut, als sei er eine Regierung – bürgerliche Opposition möchte nicht mit streiken

Der sudanesische Militärrat beteuert zwar ständig seine  
Verhandlungsbereitschaft – offensichtlich nicht freiwillig –  
verhandelt aber nicht wirklich, sondern möchte möglichst viel Macht  
behalten. Dazu macht er auch – als sei er eine Regierung – massiv  
Außenpolitik. Die beiden obersten Vertreter dieses Gremiums gingen in  
diesen Tagen sogar auf zwei Auslandsreisen: Bei potenziellen (oder  
auch: tatsächlichen) Verbündeten für eine Militärdiktatur. Während  
eine Reise zum „Kollegen“ al Sisi nach Kairo ging (der viel Erfahrung  
darin hat, eine demokratische Bewegung und dann auch jede  
demokratische Regung in Blut zu ersticken), ging die andere nach Saudi  
Arabien, dessen Kronprinz viel Erfahrung darin hat, jeden Beginn einer  
demokratischen Regung mit Köpfen, Vierteilen und anderen Mordmethoden  
zu beenden. Dort maßte sich der sudanesische Besucher sogar an,  
Außenpolitik zu betreiben: Der Sudan werde auch weiterhin an der Seite  
Saudi Arabiens im Jemen kämpfen (Synonym für Schulkinder töten). Gegen  
diese Haltung hat die Koordination der sudanesischen Opposition ab  
Dienstag, 28. Mai 2019 zu einem zweitägigen Protest-Generalstreik  
aufgerufen – wogegen sich die bürgerliche, religiös orientierte  
Umma-Partei öffentlich aussprach und so erstmals eine Spaltungslinie  
in der gemeinsamen Oppositionsplattform deutlich machte. Siehe zur  
jüngsten Entwicklung im Sudan drei aktuelle Beiträge und einen  
Hintergrundbeitrag über die Zusammensetzung der Opposition
http://www.labournet.de/?p=149390

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