Der sudanesische Militärrat beteuert zwar ständig seine
Verhandlungsbereitschaft – offensichtlich nicht freiwillig –
verhandelt aber nicht wirklich, sondern möchte möglichst viel Macht
behalten. Dazu macht er auch – als sei er eine Regierung – massiv
Außenpolitik. Die beiden obersten Vertreter dieses Gremiums gingen in
diesen Tagen sogar auf zwei Auslandsreisen: Bei potenziellen (oder
auch: tatsächlichen) Verbündeten für eine Militärdiktatur. Während
eine Reise zum „Kollegen“ al Sisi nach Kairo ging (der viel Erfahrung
darin hat, eine demokratische Bewegung und dann auch jede
demokratische Regung in Blut zu ersticken), ging die andere nach Saudi
Arabien, dessen Kronprinz viel Erfahrung darin hat, jeden Beginn einer
demokratischen Regung mit Köpfen, Vierteilen und anderen Mordmethoden
zu beenden. Dort maßte sich der sudanesische Besucher sogar an,
Außenpolitik zu betreiben: Der Sudan werde auch weiterhin an der Seite
Saudi Arabiens im Jemen kämpfen (Synonym für Schulkinder töten). Gegen
diese Haltung hat die Koordination der sudanesischen Opposition ab
Dienstag, 28. Mai 2019 zu einem zweitägigen Protest-Generalstreik
aufgerufen – wogegen sich die bürgerliche, religiös orientierte
Umma-Partei öffentlich aussprach und so erstmals eine Spaltungslinie
in der gemeinsamen Oppositionsplattform deutlich machte. Siehe zur
jüngsten Entwicklung im Sudan drei aktuelle Beiträge und einen
Hintergrundbeitrag über die Zusammensetzung der Opposition
http://www.labournet.de/?p=149390
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