Montag, 27. Mai 2019

Nichts mit Spaß: 700 Entlassungen bei Media-Markt

"Bei Media Markt, der mit dem Slogan „Hauptsache Ihr habt Spaß“ wirbt,  
geht die Angst um. Der Elektronikkonzern, der zur Media-Saturn-Holding  
(MSH) gehört, plant einen radikalen Personalabbau. Große Teile der  
Verkaufsflächen sollen ausgegliedert werden. (...) Bereits im ersten  
Halbjahr sollen in der Verwaltung in Ingolstadt 700 von 3000  
Arbeitsplätzen vernichtet werden. Insider berichten, dass es nicht nur  
die Zentrale an der Donau trifft. Auch die Filialen werden durch die  
Fremdvermietung der Flächen erneut kräftig „ausgedünnt“. (...) Als  
Grund für den Personalabbau sieht die Holding den zunehmenden  
Onlinehandel. Doch dies ist nur die offizielle Erklärung. Ähnlich, wie  
die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, nennen Beschäftigte die  
wirklichen Ursachen. Ein über Jahre bewusst erzeugter Mangel an  
Personal treibe die Kunden aus den Märkten. Hauptgrund für diesen  
Zustand ist, dass immer weniger Personal mehr Verkaufsfläche bedienen  
muss. (...) In einer gemeinsamen Erklärung der Gewerkschaftsvertreter  
von ver.di und IG Metall im Aufsichtsrat der Ceconomy AG wird dies  
noch einmal bekräftigt. Nach Auffassung beider Gewerkschaften liegt  
die Ursache beim Missmanagement der vergangenen Jahre (...) Schon vor  
fünf Jahren rollte eine Entlassungswelle durch die Filialen. Als  
Gegenpol versuchten damals Beschäftigte Betriebsräte zu wählen. Doch  
dies erwies sich als besonders schwierig. Wer sich nicht einschüchtern  
lies, stand unter „Dauerbeobachtung“. Wurde mit Kündigung bedroht oder  
abgemahnt. Noch immer berichten Belegschaften, dass über die  
Abteilungs- und Filialleitungen versucht würde, die Gründung von  
Betriebsräten zu verhindern. Dabei wird neben den genannten Drohungen  
auch versucht das Personal zu spalten. Durch die Wahl von  
Betriebsräten würde das Weihnachtsgeld gefährdet. (...) Der neue  
Stellenabbau wird Beschäftigte und ver.di herausfordern, neue  
Strategien des Widerstands zu entwickeln. Dazu gehört auch, gemeinsam  
zu überlegen, wie dies Branchenübergreifend möglich ist..." Artikel  
von Herbert Schedlbauer vom 24.5.2019 - wir danken!
http://www.labournet.de/?p=149333

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen