Montag, 27. Mai 2019
Logistik und Transportwesen. Ein Feld der sichtbaren und unsichtbaren Auseinandersetzungen im digitalen, globalen Kapitalismus, Teil II
"An die Logistik heften sich nicht nur in den Stabsabteilungen von
Unternehmen und Regierungen Hoffnungen, sondern – mit etwas anderer
politischer Intention – auch in der Linken. Die Vorstellung, mit der
Lahmlegung von »Hubs« und Häfen das System an seinen empfindlichsten
Teilen treffen und so aus den Angeln heben oder ihm doch zumindest per
elektronischem Knopfdruck empfindlichen Schaden zufügen zu können,
beflügelt nicht wenige Aktive, sei es am Schreibtisch oder bei der
Blockade. Die VertreterInnen des italienischen Operaismus beschäftigen
sich schon etwas länger mit dem Thema, als es populär ist. Zu erinnern
ist hier etwa an die vor 40 Jahren erschienene »Geschichte des
Containers« der Gruppe »Primo Maggio«. Sergio Bologna, selbst Teil der
operaistischen Geschichte, hat sich in » Zerstörung der
Mittelschichten. Thesen zur neuen Selbstständigkeit« (Graz 2006)
erneut mit der Bedeutung dieses Sektors beschäftigt. Im Rahmen der
Veranstaltung »Stadt als Fabrik. Wie Logistik und Masterpläne das
Leben in der Stadt verändern« hielt er im Juni 2018 auf Einladung des
Düsseldorfer Forums Freies Theater einen Vortrag, dessen ersten Teil
wir im express 4/2019 leicht überarbeitet dokumentiert haben. Dort
zeichnet der Autor die Entwicklung von Logistik und Transportwesen
über Innovationen wie das Internet und die Containerisierung nach und
schließt mit der These einer anhaltenden Branchenkrise, die er vor
allem anhand des Überangebots an Transportkapazitäten zur See
demonstriert. Im Folgenden dokumentieren wir den zweiten (und letzten)
Teil seines Beitrags, in dem er sich kritisch mit der Hoffnung auf den
strategisch-revolutionären Charakter von Arbeitskämpfen in der
Logistik-Branche befasst..." Teil II des Vortrags von Sergio Bologna,
erschienen in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und
Gewerkschaftsarbeit 5/2019
http://www.labournet.de/?p=147646
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