Samstag, 21. Juli 2018

Weiterhin Streiks und Massendemonstrationen in Panama: Rücknahme der Strompreis-Erhöhung und der Privatisierung der Stromversorgung werden zunehmend massiver gefordert



„Seit rund einer Woche protestieren in Panama-Stadt zahlreiche  
Menschen gegen eine von der Regierung geplante Erhöhung der Preise für  
Elektrizität. Die Maßnahme sieht vor, dass ab der zweiten Hälfte  
dieses Jahres die Preise für Strom um 8,4 Prozent ansteigen sollen,  
wenn in einem Haushalt mehr als 300 Kilowatt pro Stunde verbraucht  
werden. Dies kündigte die Behörde für öffentliche Dienstleistungen am  
05. Juli 2018 an. Die Regierung argumentiert, dass die Erhöhung  
aufgrund der normalen Anpassung für Strompreise sowie der Kosten für  
den Bau der dritten Übertragungsleitung notwendig sei.  Besonders die  
Arbeiten an eben jener Übertragungsleitung sind der Grund für einen  
großen Teil des Unmuts der Panamaer. Sie werfen der Regierung des  
Präsidenten Juan Carlos Varela Missmanagement vor, welches zu massiven  
Verzögerungen beim Bau der Leitung geführt habe und nun auf dem Rücken  
der Bevölkerung ausgetragen werden solle. „Am Ende geht es um die  
Lebensqualität der Panamaer. Wenn es eine erneute Erhöhung gibt, wird  
sich dies auch auf die  Lebenshaltungskosten niederschlagen. Diese  
Stadt kann keinen weiteren Anstieg vertragen“, gab die Aktivistin  
Paulette Thomas gegenüber der Presse an. (…) Die Proteste haben sich  
im Laufe der vergangenen Woche auf das ganze mittelamerikanische Land  
ausgedehnt. In mehreren Teilen Panamas hat es Straßenblockaden  
gegeben. Daher hat Präsident Varela die Maßnahme fürs Erste  
ausgesetzt. Die Demonstrationen gehen trotzdem auch in dieser Woche  
weiter. Sowohl die Gewerkschaft des Bausektors als auch mehrere  
Bildungseinrichtungen hatten für Montag, 16. Juli 2018, zum Streik  
aufgerufen, der vielerorts durchgeführt wurde. Zahlreiche Schulen im  
Land blieben zu Beginn der Woche geschlossen. Darüber hinaus ist für  
den 18. Juli ein nationaler Marsch geplant…“ – aus dem Beitrag  
„Proteste gegen geplante Erhöhung der Strompreise“ am 17. Juli 2018  
bei Blickpunkt Lateinamerika, aus dem bereits deutlich wird, dass die  
„Aussetzung“ der Erhöhung durch den Präsidenten keine Veränderung der  
Situation in Panama bewirkt. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge  
und den Hinweis auf den bisher letzten unserer Beiträge zu diesen  
Protesten
http://www.labournet.de/?p=134902

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