Straßenschlachten greifen auch auf andere Stadtteile über
Im Stadtteil Briel im französischen Nantes wurde gestern Abend bei
einer Routinekontrolle ein 22-jähriger Familienvater in seinem Auto von
der Polizei erschossen. Die Nachricht verbreitete sich rasend schnell im
Stadtteil und darüber hinaus. In der Nacht kam es dann zu massiven
Straßenschlachten zwischen Jugendlichen und der Polizei.
„Er weigerte sich zu gehorchen“
Laut Polizeiangaben
ereignete sich der Vorfall gegen 20:30, als der Fahrer eines Fahrzeugs
kontrolliert werden sollte. „Er weigerte sich zu gehorchen“, sagt eine
Polizeiquelle. „In diesem Moment machte er eine plötzliche Umkehr. Er
traf einen Polizist am Knie, der gerade Zeit hatte, zur Seite zu
treten. Einer seiner Kollegen feuerte, um das Fahrzeug anzuhalten. “
Die NachbarInnen sehen das anders: Bubakar habe keinen Polizisten
berührt. „Er wurde erschossen für nichts“, so ein Anwohner gegenüber dem
französischen Nachrichtenportal Oueste-France
„Wir haben einen Bruder verloren“
Die AnliegerInnen wie Chris aus Briel stehen unter Schock: „Dieser
junge Mann, er hatte die ganze Zeit das Lächeln. Das hat ihn
charakterisiert. Er war nicht in Schwierigkeiten. Wir haben einen Freund
verloren, wir haben einen Bruder verloren. Ich kannte ihn gut. Er
stammte aus Paris, aber er hatte eine Weile hier gelebt. Er hat Familie.
Für uns ist es ein Nachbarschaftskind.“
Gewaltsame Proteste als Reaktion
Schnell verbreitete sich die Nachricht im Stadtteil. Aufstandsbekämpfungseinheiten wurden nach Briel gesandt, woraufhin die Lage eskalierte.
AnwohnerInnen, vor allem Jugendliche, bewarfen die Polizisten mit
Steinen und Molotow-Cocktails, die Polizei setzte Tränengas ein. Viele
Beamte waren in Zivil unterwegs. Die Ausschreitungen sprangen auch auf
andere arme Stadtteile von Nantes über.
Im Laufe der Nacht wurden mehrere Autos und ein lokales Einkaufszentrum in Brand gesteckt. „Ich
bin niedergeschlagen“, sagte Ali Rebouh, Stellvertretender des
Distrikts von Dervallières, als er vor den brennenden Geschäften steht.
Doch die Priorität sei es nun, mit den BewohnerInnen zu stehen: „sie
müssen unterstützt werden.“
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