Donnerstag, 12. Juli 2018

Polizist erschießt jungen Familienvater „für nichts“ – Riots im französischen Nantes

Straßenschlachten greifen auch auf andere Stadtteile über

Im Stadtteil Briel im französischen Nantes wurde gestern Abend bei einer Routinekontrolle ein 22-jähriger Familienvater in seinem Auto von der Polizei erschossen. Die Nachricht verbreitete sich rasend schnell im Stadtteil und darüber hinaus. In der Nacht kam es dann zu massiven Straßenschlachten zwischen Jugendlichen und der Polizei.
„Er weigerte sich zu gehorchen“
Laut Polizeiangaben ereignete sich der Vorfall gegen 20:30, als der Fahrer eines Fahrzeugs kontrolliert werden sollte. „Er weigerte sich zu gehorchen“, sagt eine Polizeiquelle. „In diesem Moment machte er eine plötzliche Umkehr. Er traf einen Polizist am Knie, der gerade Zeit hatte, zur Seite zu treten. Einer seiner Kollegen feuerte, um das Fahrzeug anzuhalten. “
Die NachbarInnen sehen das anders: Bubakar habe keinen Polizisten berührt. „Er wurde erschossen für nichts“, so ein Anwohner gegenüber dem französischen Nachrichtenportal Oueste-France
„Wir haben einen Bruder verloren“
 Die AnliegerInnen wie Chris aus Briel stehen unter Schock: „Dieser junge Mann, er hatte die ganze Zeit das Lächeln. Das hat ihn charakterisiert. Er war nicht in Schwierigkeiten. Wir haben einen Freund verloren, wir haben einen Bruder verloren. Ich kannte ihn gut. Er stammte aus Paris, aber er hatte eine Weile hier gelebt. Er hat Familie. Für uns ist es ein Nachbarschaftskind.“
Gewaltsame Proteste als Reaktion
Schnell verbreitete sich die Nachricht im Stadtteil. Aufstandsbekämpfungseinheiten wurden nach Briel gesandt, woraufhin die Lage eskalierte. AnwohnerInnen, vor allem Jugendliche, bewarfen die Polizisten mit Steinen und Molotow-Cocktails, die Polizei setzte Tränengas ein. Viele Beamte waren in Zivil unterwegs. Die Ausschreitungen sprangen auch auf andere arme Stadtteile von Nantes über.
Im Laufe der Nacht wurden mehrere Autos und ein lokales Einkaufszentrum in Brand gesteckt. „Ich bin niedergeschlagen“, sagte Ali Rebouh, Stellvertretender des Distrikts von Dervallières, als er vor den brennenden Geschäften steht. Doch die Priorität sei es nun, mit den BewohnerInnen zu stehen: „sie müssen unterstützt werden.“

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