Donnerstag, 12. Juli 2018

MAKING History #14 Newsletter des Historischen Zentrums der RLS


Wie gewohnt präsentieren wir Hinweise auf Veranstaltungen, Publikationen und Dokumentationen aus der historischen Bildungsarbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Dabei schauen wir auch «über den Tellerrand» und versorgen Sie mit interessanten Einladungen unserer Kolleginnen und Kollegen aus anderen Einrichtungen. Am Ende erlauben wir uns in dieser Ausgabe ein kleines Sommer-Spezial.

Veranstaltungen
11. Juli, Lesung, Berlin
Die Weisheit der Partei
«Viele Fragen, mit denen sich die Mitglieder des Ältestenrates in seiner bald 30-jährigen Geschichte befassten, sind auch heute noch aktuell und eben nicht ausreichend beantwortet», schreibt Dagmar Enkelmann in ihrem Vorwort zur neuen Studie über die
Geschichte des Ältestenrates der PDS/Partei DIE LINKE. Im Gespräch mit Hans Modrow und dem Autoren der Studie, Jochen Weichold, werden einige der Fragen wieder aufgeworfen. Beginn bereits 17:00 Uhr im Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung.


13. Juli, Szenische Lesung, Bielefeld
A Magical History Tour
Schluss mit Autoritäten, Lügen und Heuchelei! Gleichberechtigt, weltoffen und tolerant soll es sein, das Leben! In ausgewählten Texten, einzigartigen Erinnerungen und erlesenen Einzelstücken in Bild und Ton erinnert
PROJEKT: 1968 an die Zeit des Aufbegehrens, an ihre Anfänge und ihr Ende.


19. Juli, Ausstellungseröffnung, Berlin
Nelson Rolihlahla Mandela
Sein Erbe, sein Jahrhundert - das sind die Themen einer Ausstellung über den wohl wichtigsten Vorkämpfer gegen die Apartheitspolitik in Südafrika. Am 18. Juli wäre Nelson Mandela 100 Jahre alt geworden. Die
Vernissage mit dem Botschafter der Republik Südafrika findet um 18:00 Uhr am Berliner Franz-Mehring-Platz 1 statt.

24. Juli, Ausstellungseröffnung, München
Sarah Sonja Lerch
Die lange vergessene Revolutionärin war eine der Anführerinnen des Januarstreiks 1918. Die aus vielen Archiven zusammengetragenen Dokumenten der
Ausstellung im ver.di-Kulturforum Bayern geben Einblicke in das Leben von Sarah Sonja Lerch (1882, Warschau - 1918, München).


25. August, Ausstellungseröffnung, Erfurt
Die zwei Tode des Paul Schäfer
Paul Schäfer galt als Held, ganz wie ihn die DDR brauchte: Schuharbeiter und Mitbegründer der KPD in Erfurt, im Widerstand gegen die Nazis aktiv, mit 42 Jahren in Spanien im Kampf gegen Franco gefallen. Doch bis Spanien war er nie gekommen. 1935 hatte er sich wie so viele Kommunisten in die Sowjetunion gerettet, wo er, wie die
Ausstellung mit historischen Quellen belegt, 1938 wegen angeblicher Spionage für Nazi-Deutschland erschossen wurde.


14.-16. September, BerlinFeministische Sommeruni 2018Anlässlich der Eröffnung des Digitalen Deutschen Frauenarchivs wird die Tradition der Sommeruniversität wiederbelebt. Aktion und Wissensproduktion sollen aus der Bewegung heraus gemeinsam und selbstbestimmt gestaltet werden. Das Programm an der Humboldt-Universität enthält über 60 Workshops, Diskussionen und Filmangebote.



Publikationen

Globale Räume für radikale transnationale Solidarität
Vom 17.-20. September 2015 fand in Berlin der
Erste Internationale Willi-Münzenberg-Kongress statt. Zahlreiche Aspekte des historischen Wirkens von Willi Münzenberg und der durch ihn repräsentierten Solidaritätsnetzwerke wurden beleuchtet. In dem nun von Bernhard H. Bayerlein, Kasper Braskén und Uwe Sonnenberg veröffentlichten Band sind über dreißíg der dort gehaltenen Beiträge veröffentlicht, als E-Book zum kostenlosen Download.


Koloniale AmnesieHenning Melber und Reinhart Kößler verfolgen in einem neuen RLS-Standpunkte-Papier die These, dass der Umgang mit der deutschen Kolonialvergangenheit noch immer von Amnesie geprägt ist.


Militanter Feminismus in Westdeutschland
Nach jahrelangen Recherchen und zahlreichen Gesprächen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zeichnet Katharina Karcher ein fesselndes Bild des radikalen Feminismus nach 1968. Das Erscheinen ihres Buches über «
Sisters in Arms» wurde finanziell von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert.


Mediathek
100 Jahre Revolution in Bayern
Eröffnet durch die beiden Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg und Friedrich-Ebert-Stiftungen diskutierten vor zwei Monaten vier Historikerinnen und Historiker die Revolution 1918/19 und ihre Folgen in Bayern (vgl. MAKING History #11). Für die RLS-Mediathek ist die Veranstaltung nun 
videodokumentiert.   


Über den Tellerand
Erinnerungskulturen der sozialen Demokratie
Die gleichnamige
Kommission am Bochumer Institut für soziale Bewegungen veröffentlichte kürzlich einen insbesondere an Nachwuchsforscher*innen gerichteten Call for Paper für erinnerungsgeschichtliche Beiträge aus der Geschichte der sozialen Demokratie, der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften. Mehr Informationen.


AK Loukanikos
«Muss sich unser Blick auf linke Geschichte angesichts der massiven Verschiebung der Kräfteverhältnisse in den letzten Jahren verändern – und wenn ja, wie? Ist narratives Reihen schließen gegen die Rechte und ihren Aufschwung das Gebot der Stunde oder müssen Differenzierung und linke Selbstkritik weiter die Hauptaufgaben sein?» Letzteres, findet das AutorInnenkollektiv Loukanikos: Linke Geschichte bleibe ein
Eimer voller Löcher!


Sozial.geschichte On- und Offline
Das neue Heft von Sozial.geschichte Online enthält unter anderem Beiträge über die Abwehr von Antisemitismus im Kaiserreich und der Weimarer Republik, über jüdische Immigranten in der belgischen Ökonomie, über Wilhelm Reich, Erich Fromm und über die Extremismusforschung. Alle Texte im
Open-Access oder als Einzelheft in Printversion bestellbar


Frankfurter Auschwitz Prozess
Die Tondokumente des Ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963-1965) gehören zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Eingebettet sind einige von ihnen nun in einem umfangreichen
Online-Storytelling-Projekt über die rechtliche Aufarbeitung des Mordens in Auschwitz.


Sommer-Spezial
Für Ihre Reisen listet unser Spezial republikweit einige schon im Sommer eröffnete Ausstellungen über 100 Jahre Revolution in Deutschland auf.  
Ausstellungen zu 100 Jahre Revolution in DeutschlandDas Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum widmet dem Matrosenaufstand eine Sonderausstellung. In Hamburg (Revolution! Revolution?) und der damals noch eigenständigen Stadt Schöneberg (heute Berlin) wird den lokalen Ereignissen nachgegangen. In Köln können Auf- und und Umbruch im Werk von Käthe Kollwitz betrachtet werden. Bei der «Damenwahl» werden in Frankfurt/Main Frauen vorgestellt, die zur Entstehung der Weimarer Republik und zur Einführung des Frauenwahlrechts 1918/1919 beitrugen. Eine Revolution für Anfänger*innen to go bietet das Schloss Karlsruhe, während im südbadischen Grenzstädtchen Lörrach die Zeitenwende 1918/19 länderübergreifend erinnert wird. 

Historische Arbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung auf twitter
Die historische Bildungsarbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist auch auf twitter vertreten. Unter
https://twitter.com/rls_history wird täglich getweetet.

Redaktion
Bernd Hüttner und Uwe Sonnenberg, Historisches Zentrum Demokratischer Sozialismus der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin,
bernd.huettner@rosalux.org, Telefon 030/44310-425 (Sonnenberg), Web: https://www.rosalux.de/themen/geschichte/

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