Donnerstag, 12. Juli 2018

Kein "Fall Özil". Sondern: Ein "Fall rechte Özil-Kritik".



Der verdiente 26. Platz bei der Fußball-WM hat die deutschnationale 
Seele tief getroffen. Löw bleibt, wie auch Seehofer. Also ist Özil 
schuld. Über den Menschen Mesut Özil ließe sich viel, also gar nichts 
sagen: Vielleicht ist er ja tatsächlich politisch noch rechter, als 
die CSU-Garde des FC Bayern. Als Spieler hat er so wenig gute Pässe 
gespielt, wie Toni Kroos (bis auf dessen gelungene Vorlage für 
Schweden). Ist so desorientiert durch die Gegend gewandelt, wie Thomas 
Müller. Hat deutsch, also weisungsgemäß gehandelt, auch wenn er die 
Nazionalhymne nicht mitgesungen hat: Hallendhandball gespielt, immer 
außen rum. Anderswo singen "die" mit? Anderswo – Belgien, England, 
Frankreich - haben "die" wenigstens auch Wahlrecht und 
Staatsbürgerschaft qua Geburt und nicht das Ghetto. Kein Argument 
gilt, Özil ist Schuld: Das ist von den Fußball-Talkrunden - die 
einzigen Sendungen noch üblerer Qualität, als die Talkshows in ARD und 
ZDF – längst in die Nachrichtensendungen vorgedrungen. Er hat sich mit 
"dem Diktator" fotografieren lassen. Hat er. Den "wir Demokraten" ja 
so arg kritisieren – nur "Bild" ist da ehrlich: Ein Diktator, der 
"Deutsche" einsperren lässt (wenn es nur Türken wären…). Ob das 
Foto-Shooting von der Kohle bezahlt wurde, die Erdogan dafür kriegt, 
dass er uns "die Syrer" vom Leib hält, wird nicht berichtet, 
vielleicht ist ja auch alles weg, ausgegeben für deutsche Panzer, um 
Kurden zu killen, die "wir" hier schon lange zum Schweigen bringen 
wollen. Ein Foto mit Lagerkommandant Seehofer wäre besser gewesen, 
oder? Und so rückt die rechte Ideologie von der Haupttribüne auf das 
Spielfeld vor, wird die schon immer geforderte Aggression durch das 
Eigenschaftswort "nationalbewusst" vollends unsportlich radikalisiert. 
  Zum Thema "Fußball und die Rechte" eine aktuelle Materialsammlung 
vom 09. Juli 2018
http://www.labournet.de/?p=134389

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