Donnerstag, 12. Juli 2018

Arbeit 4.0: Keine Zugeständnisse beim Arbeitschutz - auch aus rechtlichen Gründen



"Dass gesundheitliche Belastungen von jeder Abweichung vom 
Normalarbeitstag ausgehen, wird durchaus anbetracht der 
Flexibilisierungswünsche der Arbeitgeber gewerkschaftlich diskutiert. 
Wenig Beachtung erfährt dagegen die Rechtslage zu den Folgen der 
gesundheitlichen Ausbeutung. Diese ist ziemlich eindeutig. So 
entschied das Bayerische Landessozialgericht mit Urteil vom 27.04.2018 
(Az. L 3 U 233/15) kategorisch: "Psychische Erkrankungen durch Stress 
können nicht als Berufskrankheiten anerkannt werden." (...) Damit 
sollte jedoch auch klar sein, dass von gewerkschaftlicher Seite alles 
abgelehnt werden muss, was für die Beschäftigten Stress bedeutet. Es 
ist nutzlos, sich über solche Entscheidung zu erregen. So funktioniert 
halt der Kapitalismus heute: Der Mensch als Verschleißprodukt und ist 
er kaputt, wird ausgetauscht und nicht etwa für den durch die 
Arbeitsbedingungen verursachten Schaden die Verantwortung übernommen. 
Deshalb sollten die Gewerkschaften jede Verhandlung über die 
Ausdehnung des 8-Stundentags und ähnlicher kapitalistischer Ansprüche 
auf menschlichen Verschleiß abrechen, solange der Gesetzgeber nicht 
wenigstens den Arbeitgeber für seine gesundheitsschädlichen 
Arbeitsbedingungen haftbar macht. Dies gilt bereits ohne die 
Sonderwünsche im Rahmen der Flexibilisierung..." Kommentar von Armin 
Kammrad zum Urteil des Bayerischen Landessozialgerichts vom 27.04.2018 
(Az. L 3 U 233/15) - wir danken!
http://www.labournet.de/?p=134164

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