Montag, 30. April 2018

«An allem ist zu zweifeln»



Am 5. Mai jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag von Karl Marx
Karl Marx ist bis heute der schärfste Analytiker der kapitalistischen Produktionsweise. Generationen von Wissenschaftler*innen nahmen seine Schriften auf, entwickelten sie weiter, revidierten, kritisierten und aktualisierten sie. Eine Vielzahl theoretischer Strömungen ist entstanden und lebt bis heute fort. Die Rezeption, auch und gerade international, war dabei stets einem Wandel unterworfen, Lesarten der Marx’schen Schriften wurden selbst Gegenstand erbitterter Auseinandersetzungen.
Was können wir 200 Jahre später, befreit von den Dogmen der Vergangenheit, von einer ebenso brillanten wie offenen und auch in herrschenden Kreisen hoch anerkannten Theorie lernen, vor allem in Kenntnis der noch immer laufenden Forschungen zu seinen überlieferten Manuskripten, bei denen sich immer mehr herausschält, wie unzusammenhängend, fragmentiert, stets suchend, die einst kanonisierten Werke waren? Eines ließe sich sicher lernen, nämlich das Motto, das Marx seinen Töchtern mitgegeben hat: «An allem ist zu zweifeln.»

Zum 200. Geburtstag von Karl Marx wird die Rosa-Luxemburg-Stiftung einen Kongress veranstalten: eine kurze Woche mit Theorie, Politik und Kunst vom 2. bis 6. Mai. Es handelt sich um die zentrale Konferenz innerhalb des ganzjährigen Veranstaltungsprogramms im Marx-Jubiläumsjahr. Die Anmeldelisten für die Tagung sind längst geschlossen, die Räume ausgelastet. Aber wir zeichnen einige Vorträge und Diskussionen auf, viele sind auch live in einem Videostream von zu Hause oder unterwegs zu verfolgen: www.rosalux.de/livestream. Eine ausführliche Dokumentation wird folgen.

Seit der Bankenkrise vor zehn Jahren ist Marx wieder in aller Munde. Wer sich mit der Aktualität von Marx auseinandersetzen möchte, kommt weder an der Geschichte noch an den stets aktualisierten Erkenntnissen der überlieferten Schriften vorbei. In diesem Sinne hat die Rosa-Luxemburg-Stiftung gemeinsam mit der Berliner Landesstiftung Helle Panke bereits vor einem Jahr das Portal marx200.org aufgesetzt, um gleich mehrere Jubiläen zu würdigen: 100 Jahre russische Revolutionen, 150 Jahre «Das Kapital» und 200 Jahre Karl Marx.
In diesem Portal findet sich aber nicht nur Lesematerial, auch eine gut bestückte Mediathek präsentiert Interviews, Erklärfilme, Meinungen und Vorträge, um Marx zu verstehen. Aktuelles Highlight ist die fünfteilige Fimreihe «K wie Karl» des britische Journalisten und Filmemachers Paul Mason, der fragt: «Warum ist Marx heute wichtig?». Jeden Montag wird ein Film veröffentlicht, der vierte Teil am 7. Mai, der fünfte und letzte Teil am 14. Mai.
Einen guten Überblick über die Vielfalt des Angebotes auf marx200.org vermittelt das zehnminütige Video Best of Marx 200 . Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern.

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