Freitag, 19. Oktober 2012

NOBELPREIS FÜR DIE EU IST EIN SCHLECHTER SCHERZ

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke Havanna, 15. Oktober 2012, Cubadebate. (auf Kommunisten-online am 18. Oktober 2012) – „Soll das ein Witz sein?“, ereifert sich mit spöttischem Lächeln Chrisoula Panagioti, eine 36 Jahre alte Kosmetikerin in Athen, als sie vernimmt, daß die Europäische Union den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat. Vor drei Tagen hat die Athenerin ihre Arbeit verloren und ist damit eine von etlichen Tausenden griechischen Arbeitslosen in der Hauptstadt geworden, welche vom 5. Jahr der Rezession schwer gezeichnet ist. Als ihr geantwortet wird, daß es da nicht um einen Witz gegangen sei, wird aus ihrem Spott ganz rasch die blanke Empörung. Das Nobelpreiskomitee macht sich über uns und das, was wir durchmachen müssen, lustig“, wettert sie. „Alles, was sie da anstellen, macht uns Menschen hier nur noch wütend.“ In ganz Europa wird die Politik der Europäischen Union für die Verschärfung der auf dem Kontinent durchlebten bisher schlimmsten kapitalistischen Krise von vielen betroffenen Menschen verantwortlich gemacht. So reagieren viele Menschen derzeit entweder sprachlos oder voller Empörung auf diese Preisverleihung. „Ich kann das nicht begreifen. Die EU wäre der letzte Kandidat auf meiner Liste. Das ist ein gefährlicher Machtblock“, meint Philip Deane, 48 Jahre alt, Informatikberater in Dublin. Mariana Fotiou, 69 Jahre alt, Lotterieschein-Verkäuferin in Athen, wird fuchsteufelswild: „Das regt mich auf. Wir haben einen Finanzkrieg. Merken die davon nichts? Die einzige Moral, die da gefördert wird, ist die von Angela Merkel.“ Die Ironie, den Preis in Momenten an die EU zu verleihen, in welcher die EU in etlichen europäischen Hauptstädten härter und gewalttätiger zutage tritt, ließ sich bis hinein in das Nobelpreiskomitee spüren. (Gestützt auf Meldungen von Perú21) Quelle: http://www.cubadebate.cu/

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