Freitag, 26. Oktober 2012

Bergbaukonzern Xstrata SMI und Militär schuldig am KIBLAWAN-MASSAKER

von Genosse Dencio Madrigal, Kommandeur der NPA (Valentin Palamine Kommando) übersetzt von Jens-Torsten Bohlke Mitteilung der NPA im Äußersten Süd-Mindanao vom 21. Oktober 2012. (auf Kommunisten-online am 25. Oktober 2012) – Die Lumaden der Blaan und die Volksmassen im Äußersten Süden von Mindanao rufen nach Gerechtigkeit angesichts des kaltblütigen Massakers an der Familie des bekannten gegen den Bergbau sich engagierenden Aktivisten und Lumaden-Anführers Daguil Cafeon. Jovi Malid Cafeon, 32 Jahre alt, und ihre drei Kinder Pop, John und Vicky befanden sich in ihrer Nipa-Hütte, als sie gnadenlos von Söldnern unter Befehl von Ltn. Jimmy Jimenez vom 27. Infanteriebataillon am frühen Morgen des 18. Oktober zusammengeschossen wurden. Jovy und zwei ihrer Kinder starben auf der Stelle, während das jüngste Kind, die sieben Jahre alte Vicky, verletzt wurde. Jovi war im zweiten Monat schwanger und hatte ihre Kinder um sich geschart, damit sie ihr bei der Farmarbeit helfen sollten, als die uniformierten Killer eintrafen. Daguil war nicht zuhause, als das Gemetzel stattfand. Das 27. Infanteriebataillon besaß die Dreistigkeit zu behaupten, dass das Massaker ein „rechtmäßiger Schlag“ gegen einen „üblen Banditen“ war. Dies angesichts der Tatsachen, dass es sich bei den erwiesenen Opfern um unbewaffnete und wehrlose Frauen und Kinder gehandelt hat. Ein Zeuge, der am Ort dieses Verbrechens zugegen war, berichtete davon, dass Jovy nach der ersten Schusssalve ausrief: „Hunong na kay may tama na ko. Basin madamay ang mga bata.“ Aber die Soldaten gingen in die Hütte hinein und feuerten dort aus kurzer Entfernung weiter. Die sieben Jahre junge Vicky entkam schwerverletzt durch Flucht in ein sicheres Versteck. Um diesen kaltblütigen Mord zu bemänteln, ihre faschistischen Handlungen zu rechtfertigen und SMI-Xstrata vor ihrem blutbefleckten Ruf beim Kaltstellen der Opposition durch Mord in Schutz zu nehmen, behauptet die 1002. Brigade, dass Daguil ein Bandit und kein Vorkämpfer gegen den Bergbau ist. Alle wissen, dass Daguil Cafeon kein Bandit, sondern ein sehr geachteter Anführer der Lumaden ist, der sich mutig in Verteidigung seiner Rechte und der Rechte seines Volkes gegen den monströsen Bergbaukonzern Xstrata-SMI erhoben hat. Das 27. Infanteriebataillon der Aquino-Regierung, die Task Force Kitaco, die paramilitärischen Verbände und die geheimdienstlichen Agenten sind in Tateinheit mit diesem zerstörerischen Bergbaukonzern seit Jahren darin verwickelt, dass die Menschen, welche es wagen, ihren Mund zum Protest aufzumachen, misshandelt werden, bedroht werden, ständig angegriffen und letztlich ermordet werden. Dabei werden nicht einmal die Frauen und die Kinder verschont. Dies alles dient nur dazu, die fortgesetzte Tätigkeit eines ausländischen Raubbau-Konzerns sicherzustellen, welcher dem Volk nichts weiter bringt als Zerstörung und Elend, unsere Bodenschätze ausplündert und die künftigen Generationen um ihr Eigentum bringt. Seit dieser multinationale Bergbaukonzern erst als Western Mining Corporation (WMC) und später als Xstrata-SMI sich vor Ort zu schaffen machte, haben die Mordserien nicht aufgehört. Die Opferliste trägt die Namen vieler tapferer Menschen, die zum Schutz ihrer angestammten Ländereien aufstanden. Darunter Gurilmin Malid, Virgilio Lagaro, die Gebrüder Bulane, Atong Pacaide, Boy Billianes, Bruder Fr. Fausto Tentorio, die Farmer aus Tururay namens Ronald und Alex Maley, die am 29. September im Ortsteil Telafas von Columbio ermordet worden waren. Und jetzt traf es die Familie Cafeon. Diese Namen sind für uns auf die Fahne geschrieben. Sie symbolisieren den gemeinsamen Willen, dieses ausländische Monster zu bekämpfen, welches wagt, uns unser Eigentum zu rauben, uns unsere Flüsse und Bäche zu vergiften, uns unsere Siedlungen zu zerstören und unsere Aktivisten zu ermorden. Das Volk verlangt Gerechtigkeit nicht nur für die Familie Cafeon, sondern für alle Opfer von Xstrata-SMI. Vor allem drei Dinge fordert das Volk: -1- Die Bestrafung des 27. Infanteriebataillons und seines Kommandostabs für ihre Verbrechen gegen Zivilpersonen als schlimme Menschenrechtsverletzer; -2- Die vollständige Vertreibung des 27. Infanteriebataillons, der Task Force Kitaco, der philippinischen Polizei und der paramilitärischen Verbände sowie der anderen bewaffneten Söldner aus dem Bergbaugebiet, weil ihre Anwesenheit dort extreme Armut für das Volk sowie irreparable Schäden für die Lumaden und das gesamte Volk im Bergbaugebiet verursacht hat; -3- und am wichtigsten: Den vollständigen Stopp jeglicher Tätigkeit von Xstrata-SMI, das Vertreiben dieses Multis aus unserem Land, unseren Bodenschätzen und unserem Volk. Solange dieser multinationale Konzern in unseren Schürfgebieten bleibt, werden wir niemals Frieden erreichen können. Quelle: E-Mail der KP der Philippinen an die Redaktion Weitere Informationen: http://www.philippinerevolution.net/ Philippinen: Armee bekämpft Widerstand gegen Bergbauprojekt eines Schweizer Konzerns Von Michael Reckordt und Rainer Werning jungeWelt von 24. Oktober 2012 (auf Kommunisten-online am 25. Oktober 2012) – In den frühen Morgenstunden des 18. Oktober befanden sich Juvy Capion und ihre beiden acht und dreizehn Jahre alten Söhne John und Jordan in ihrer Nipahütte in Datal Aliong, einem entlegenen Dorf in der südphilippinischen Gemeinde Kiblawan, als gegen 6.30 Uhr Soldaten des 27. Infanteriebataillons der Armee die Behausung zehn Minuten lang unter Beschuß nahmen und die drei töteten. Juvys Ehemann, Daguil Capion, das eigentliche Ziel dieser militärischen Aktion, gelang die Flucht. Capion ist Vorsitzender der lokalen Gemeinschaft der indigenen B’laan. Ausgerechnet auf deren Terrain möchte der schweizerische Bergbaukonzern Xstrata mit seiner philippinischen Tochter Sagittarius Mines, Inc. (SMI) das Tampakan-Kupfer-Gold-Projekt als offenen Tagebau betreiben. Umgerechnet 5,9 Milliarden US-Dollar will SMI, an der Xstrata 62,5 Prozent der Aktien und die Managementkontrolle hält, in der Region investieren, um jährlich 375000 Tonnen Kupfer und 360000 Unzen Gold zu fördern. Doch erst kürzlich mußte der Beginn dieses ambitionierten Unterfangens um zwei Jahre auf 2018 verschoben werden. Vor Ort regt sich immer massiverer Widerstand gegen das Projekt. Der beabsichtigte Abbau soll überdies in einem Erdbebengebiet erfolgen, wodurch Rückhaltebecken mit giftigem Schlamm bersten könnten. In dieser vorwiegend von Landwirtschaft geprägten Region würde eine Umweltkatastrophe die Menschen dauerhaft ins Elend stoßen. Anläßlich einer offiziellen Vorstellung der Umweltverträglichkeitsprüfung im September 2011 war SMI ebenfalls außerstande, die Frage zu beantworten, wie viele Menschen bei einem möglichen Dammbruch durch die Flutwelle sterben würden. Sobald sich Konzerne wie Xstrata in einer bestimmten Region niederlassen, werden dorthin staatliche Sicherheitskräfte zu ihrem Schutz abkommandiert. Im Zuge wachsender Militarisierung kommt es zu Vertreibungen, Schikanen und anderen Menschenrechtsverletzungen. Bereits am 9. März 2009 war Eliezer Billanes, ein erklärter Bergbaugegner, auf dem Marktplatz der Provinzhauptstadt Koronadal erschossen worden. Die Indigenen ließen sich trotz Einschüchterungen nicht von ihrem Protest abhalten. Sie warfen Xstrata/SMI vor, das Bergbaugesetz ignoriert zu haben. Dieses sieht ausdrücklich eine »freie, vorherige und in Kenntnis der Sachlage erteilte Zustimmung aller Beteiligten« vor, die allerdings nicht erteilt wurde. Die Lage eskalierte in den vergangenen zwei Jahren. Daguil Capion wußte sich nicht mehr anders als mit Gewalt zu wehren. In seinem Dorf waren zuvor Gräber durch Baumaßnahmen geschändet worden. Mehrfach wurde seine Familie von Soldaten und dem privaten Sicherheitsdienst des Bergbauunternehmens schikaniert. Als erneut Sicherheitskräfte seine Familie bedrohten, soll er zur Waffe gegriffen und drei Personen deren Wachpersonals erschossen haben. Das Militär jagte ihn, doch der Flüchtige konnte in dem unwegsamen Terrain untertauchen. Der kommandierende Oberstleutnant Alexis Noel Bravo des 27. Infanteriebataillons erklärte, man hätte Hinweise von einem Informanten erhalten, wo sich Capion versteckt halte. »Unsere Truppen wurden beschossen, als wir uns seinem Aufenthaltsort näherten. Also übten wir Vergeltung«. Das philippinische Netzwerk Alyansa Tigil Mina (Allianz gegen Bergbau), das sich für ein stärkeres Mitspracherecht indigener Gemeinschaften bei Bergbauvorhaben einsetzt, verurteilte aufs Schärfste die Erschießung der drei Capion-Familienmitglieder: »Das ist ein barbarischer und heimtückischer Akt des Militärs«, so deren Koordinator Jaybee Garganera. Daguil Capion und seine Familie gehörten keiner Rebellenbewegung an, ihr Engagement gelte einzig und allein »dem Schutz des Landes ihrer Vorfahren«. Derweil rechnen die Bürgermeister von Kiblawan und Tampakan mit dem Schlimmsten. Sie setzten ein Kopfgeld auf Capion aus, da sie Vergeltung oder gar einen Stammeskrieg gegen ihre Gemeinden befürchten. 300000 Peso, umgerechnet etwa 5500 Euro, haben sie für dessen Ergreifung ausgelobt – tot oder lebendig. http://www.jungewelt.de/2012/10-24/033.php Mindanao (Philippinen): Schwere Menschenrechtsverletzungen durch philippinisches Militär ZIVILE ANGEHÖRIGE VON NPA-KÄMPFERN ZUNEHMEND TERRORISIERT UND INHAFTIERT von Genossen Ka Efren, Sprecher der NDF Süd-Mindanao übersetzt von Jens-Torsten Bohlke Mitteilung der KP der Philippinen, 12. August 2012. (auf Kommunisten-online am 20. August 2012) – Am 6. August 2012 wurde die 21 Jahre junge Lindy Dawang, Ehefrau eines NPA-Kämpfers und Angehörige des Blaan-Stammes, auf Befehl von Oberstleutnant Norman Zuniega durch ein Kommando des 39. Infanteriebataillons der Streitkräfte der Philippinen im Ortsteil Daligasaw in Santa Maria in der Provinz Davao del Sur festgenommen und gewaltsam inhaftiert. Lindy ist zu diesem Zeitpunkt im 6. Monat schwanger gewesen. Sie hatte keinen anderen Ausweg, als den Anordnungen der Söldner des 39. Infanteriebataillons Folge zu leisten. Einen Haftbefehl zeigten die Söldner des 39. Infanteriebataillons nicht vor. Sie brachten das Opfer in das Hauptquartier des Bataillons in Santa Cruz, Davao del Sur, wo Lindy laut einer Pressemitteilung des Militärs „verhört wird“. Am darauf folgenden Tag, dem 7. August 2012, wurde im Ortsteil San Isidro von Santa Maria in der Provinz Davao del Sur ein weiteres Blaan-Stammesmitglied mit dem Namen Tayet „Aying“ Magwan von einem Kommando des 39. Infanteriebataillons festgenommen und ebenfalls in das Hauptquartier des Bataillons gebracht. Das Opfer ist 27 Jahre alt und hatte ihr zwei Jahre altes Kind dabei. Aying war gerade aus Malapatan in der Provinz Sarangani angekommen, wo sie vor den ständigen Schikanen der Söldner des 73. Infanteriebataillons geflüchtet war. Auch bei ihr ist bekannt, daß sie die Ehefrau eines Kämpfers der NPA ist. Auch sie wurde ohne Haftbefehl in das Camp des 39. Infanteriebataillons verbracht und dort drei Tage lang gefangen gehalten. Die Stammesgemeinschaften der Blaan fürchten, daß auch sie wie Lindy verhört und dabei möglicherweise gefoltert wird. Die National-Demokratische Front der Region Süd-Mindanao verurteilt auf das schärfste diese willkürlichen und brutalen Angriffe der Streitkräfte der Philippinen auf Zivilpersonen, noch dazu Frauen und Kinder. Lindy Dawan und Aying Magwan sind unschuldig. Sie gehören nicht zur NPA. Sie sind zivile Staatsangehörige der Philippinen, ebenso wie die Familienangehörigen von Söldnern der Streitkräfte der Philippinen zivile Staatsangehörige der Philippinen sind. Demzufolge sind ihnen ihre Rechte als Staatsbürger und Menschen sowie Frauen und Kinder zu gewähren. Die Söldner des 39. und 73. Infanteriebataillons der 10. Infanteriedivision der Streitkräfte der Philippinen haben keine rechtliche und moralische Grundlage, um sie festzunehmen, zu verhören und Terror gegen sie auszuüben, nur weil sie Ehefrauen von NPA-Kämpfern sind. Das Vorgehen der Streitkräfte der Philippinen in diesen Fällen stellt eine schwere Verletzung der Kriegsregeln gemäß den Genfer Konventionen, dem CARHR-IHL sowie den UN-Menschenrechten der Kinder dar. In ihren verzweifelten Bestrebungen auf der Suche nach geheimdienstlichen Informationen und Schwächung der NPA-Kämpfer zwecks Aufgeben ihrer Sache hat das 39. Infanteriebataillon in Davao del Sur darauf zurückgegriffen, Druck und Terror gegen die Ehefrauen und die Kinder von NPA-Guerrillakämpfern auszuüben, die dadurch schwer traumatisiert werden und bitterster Not und Elend sowie Schmerzen ausgesetzt sind. Wenn dies das Konzept zur „Gewinnung der Herzen und Hirne des Volkes“ namens Einsatzplan Bayanihan sein soll, dann schaufeln die Streitkräfte der Philippinen praktisch derzeit ihr eigenes Grab. Die Streitkräfte der Philippinen können niemals den Krieg durch Nötigungen, psychologische Kriegsführung und schmutzige Tricks gegen die Frauen und die Kinder gewinnen. Die National-Demokratische Front der Region Süd-Mindanao fordert, daß das 39. Infanteriebataillon unter Befehl von Oberstleutnant Norman Zuniega für seine offenen und andauernden Angriffe auf die Frauen und Kinder zur Verantwortung gezogen werden muss. Daß 39. Infanteriebataillon muß für alle eingetretenen Schäden zahlen, einschließlich der Kosten für Krankenhausbehandlungen, Ärzte und Medikamente sowie jegliche infolge der entstandenen Verletzungen und Traumata sich ergebenden Folgekosten. Vor allem fordern wir, daß beim 39. Infanteriebataillon und seiner Kommandoführung die notwendigen disziplinarischen Maßnahmen eingeleitet werden, wie sie in den internationalen Kriegsregeln festgelegt sind, welche die Regierung der Philippinen unterschrieben hat. Quelle: http://www.philippinerevolution.net/

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