- „»Angezeigt wird nur ein geringer Teil der Angriffe«“ am 14. Februar 2019 in der jungen welt
ist ein Gespräch von Henning von Stoltzenberg mit Franziska Schestak-Haase (Beraterin bei »Ezra«, der Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen), in dem sie zu einem konkreten Fall – unter einigen angesprochenen – unter anderem ausführt: „Im April 2016 drang der Neonazi Steven H. mit dem ebenso stadtbekannten Neonazi Maximilian W. in das Jugend- und Stadtteilzentrum in Saalfeld-Gorndorf ein. Dort randalierten sie und entwendeten laut Anklage mehrere Gegenstände. Vorausgegangen waren Bedrohungen gegen einen im Zentrum angestellten Sozialarbeiter, der sich beim Bündnis »Zivilcourage und Menschenrechte« im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, kurz »Zumsaru«, engagiert. Der Bedrohte schloss sich zum Tatzeitpunkt aus Angst in seinem Büro in der ersten Etage ein. Im Verfahren vor dem Amtsgericht Saalfeld musste sich nur Steven H. verantworten, das Verfahren gegen den zweiten Beschuldigten wurde abgetrennt und später eingestellt. Der Vorsitzende Richter folgte der Darstellung von H., er sei eher zufällig unter Alkoholeinfluss im Stadtteilzentrum gelandet und wisse nicht mehr, was dort passiert sei. Der Sozialarbeiter bekam wiederum keine Chance, den politischen Hintergrund der Tat zu erläutern, da ihn der Richter nach einer einzigen Frage zu einem umgekippten Blumenkübel entließ. H. wurde wegen Sachbeschädigung verurteilt, ein politisches Tatmotiv wurde nicht berücksichtigt. Diese Tat reiht sich in eine Angriffsserie von Neonazis gegen politisch Aktive im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ein. Allein im Jahr 2018 haben wir 18 Übergriffe dieser Art registriert…“
Montag, 25. Februar 2019
Eine Offensive gegen Antifaschisten in Sachsen und Thüringen. Gemeinsam von Verfassungsschutz und Nazis
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