Kostenlos ist nicht unbedingt kostenlos. Das ist die Logik vieler Bankmanager. So untersagte das Landesgericht Düsseldorf (Az. 38 O 68/16) einer Sparda-Bank aus Nordrhein-Westfalen die Werbung für ein angeblich kostenloses Girokonto, da das Institut für die Girokarte eine Gebühr verlangte. Vor allem bei jungen Leuten soll die Masche »Geiz ist geil« ziehen.
Jugendkonto, Schülerkonto, Jugendgirokonto, Taschengeldkonto - egal wie Banken das Konto nennen: Dahinter steht ein Girokonto für junge Leute. Das Konto ist meist »kostenlos«. Das heißt jedoch meistens nur, es fällt keine monatliche Grundgebühr an, und die Karte zum Konto ist gratis.
Skeptisch sollten aber auch ältere Verbraucher sein, wenn Geldinstitute mit einem kostenlosen Konto werben. Schließlich haben die meisten Geldhäuser in Deutschland in den vergangenen Monaten an der Preisschraube gedreht.
In einem vergleichsweise aufwendigen Verfahren hat die Internetseite Biallo kürzlich Girokonten von rund 1400 Banken und Sparkassen verglichen. Das Vergleichsportal erhofft sich durch die Berichterstattung über den Test einen höheren Bekanntheitsgrad und mehr Klicks. Geld verdient Biallo, wie andere Portale auch, unter anderem aus Klicks zu einer fremden Internetpräsenz.
Bisher hatten sich vor allem kleinere Institute vor einer Veröffentlichung ihrer Daten geziert - nun sind sie dazu gesetzlich verpflichtet. »Und siehe da«, heißt es bei Biallo, »unsere gründliche Recherche zeigt, dass 38 Geldhäuser an kostenlosen Girokonten weiterhin festhalten.« Und über 100 Banken sind, zumindest was die Kontoführungsgebühr betrifft, kostenlos.
Damit ein Girokonto als »kostenlos« gilt, musste es vier Kriterien erfüllen.
1. Keine Kontoführungsgebühr
Wenn im Preisaushang der Bank Kontoführungs- oder Grundgebühr steht, lassen Sie besser die Finger davon. Bei einem kostenfreien Girokonto gibt es solche Gebühren nicht.
Wenn im Preisaushang der Bank Kontoführungs- oder Grundgebühr steht, lassen Sie besser die Finger davon. Bei einem kostenfreien Girokonto gibt es solche Gebühren nicht.
2. Kein Mindestgeldeingang
Viele Banken binden die Grundgebühr an einen bestimmten monatlichen Mindestgeldeingang oder an ein Durchschnittsguthaben. Nur wenn das eine oder andere erreicht wird, verzichten diese Institute auf die monatliche Grundgebühr. Wenn dagegen eine monatliche Gutschrift in beliebiger(!) Höhe vorausgesetzt wird, gilt das Girokonto nach wie vor als kostenlos.
Viele Banken binden die Grundgebühr an einen bestimmten monatlichen Mindestgeldeingang oder an ein Durchschnittsguthaben. Nur wenn das eine oder andere erreicht wird, verzichten diese Institute auf die monatliche Grundgebühr. Wenn dagegen eine monatliche Gutschrift in beliebiger(!) Höhe vorausgesetzt wird, gilt das Girokonto nach wie vor als kostenlos.
3. Keine Kosten für Girocard
Die Girocard, oft noch als EC-Karte bezeichnet, muss für den Kontoinhaber kostenlos sein.
Die Girocard, oft noch als EC-Karte bezeichnet, muss für den Kontoinhaber kostenlos sein.
4. Keine Überweisungskosten
Unabhängig davon, ob Sie eine Online-Überweisung tätigen oder diese über das Selbstbedienungs-Terminal abwickeln: Die Überweisung muss bei beiden Varianten kostenlos sein.
Unabhängig davon, ob Sie eine Online-Überweisung tätigen oder diese über das Selbstbedienungs-Terminal abwickeln: Die Überweisung muss bei beiden Varianten kostenlos sein.
Bank hilft beim Kontowechsel
Sind alle Kriterien erfüllt, gilt für Biallo ein Konto als kostenlos. Für andere Nutzer gilt dies nicht. So können für eine Kreditkarte verschiedene Kosten anfallen. Unter anderem berechnen viele Kreditinstitute eine sogenannte Jahreskartengebühr. Einen Preis zahlen müssen Sie im Regelfall auch, wenn Sie Geld per Hand überweisen wollen. Wer einen Überweisungsträger in den Briefkasten der Bank wirft, muss oft zwischen 1 und 1,50 Euro entrichten.
Letztlich hängt also der Preis, den Sie für ein Girokonto bezahlen, von ihrem Nutzerverhalten ab. Als Faustformel gilt unter Experten: Mehr als 60 Euro im Jahr sollte niemand für das Girokonto zahlen. Wollen Sie es genau wissen, können Sie im Internet bei Biallo (biallo.de) nachschauen.
Doch auch die Experten der Stiftung Warentest nehmen regelmäßig den Markt der Girokonten unter die Lupe. Derzeit untersuchen und vergleichen sie die Konditionen von rund 120 Geldinstituten. Insgesamt werden an die 40 Merkmale abgefragt. So können Sie sich das Konto aussuchen, welches am besten zu Ihnen passt.
Kostenlos ist das allerdings nicht: 1,50 Euro kostet die Freischaltung auf test.de. Der Vergleich wird von der Stiftung Warentest laufend aktualisiert, die Höhe der Dispozinsen vierteljährlich. Zusätzlich finden Sie viele Informationen, etwa zum sicheren OnlineBanking oder zu den einzelnen TAN-Verfahren.
Haben Sie eine Alternative zu Ihrer Bank gefunden, steht einem Wechsel eigentlich nichts mehr im Wege. Nie war es einfacher als heute: Die Kreditinstitute sind seit September 2016 laut Zahlungskontengesetz verpflichtet, ihren Kunden einen unbürokratischen Wechsel zu ermöglichen. So bieten sie, mehr oder wenig freiwillig, einen Konto-Wechselservice an. Ihre bisherige Bank ist daher verpflichtet, Ihrer neuen Bank eine Liste aller bestehenden Aufträge der vergangenen 13 Monate zuzusenden. Kostenlos.
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