Montag, 2. Juli 2018
Rettungsschiff „Lifeline“ auf Malta – Seehofers Polizeistaat auch (unterstützt vom französischen Präsidenten…)
a) ver.di Gewerkschaftsrat: Menschen zu retten, darf kein Verbrechen sein.
"... Obwohl sich auch in Deutschland Bundesländer wie Berlin,
Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein offiziell bereit
erklärt haben, Flüchtlinge aus humanitären Gründen solidarisch
aufzunehmen, blockiert der zuständige Bundesinnenminister Horst
Seehofer die Aufnahme der Menschen. Stattdessen forderte er im
Innenausschuss des Bundestags, das Schiff zu beschlagnahmen und die
Besatzung strafrechtlich zu verfolgen. In welcher Welt leben wir, in
der das Retten von Menschenleben zur Straftat erklärt wird? (...) Wir
stehen als Gewerkschafter*innen für den Schutz der Menschenrechte und
für Solidarität – auch mit den Schwächsten der Gesellschaft. Unsere
Kolleginnen und Kollegen setzen sich in ihrer Arbeit jeden Tag für
eine soziale, gerechte und lebenswerte Welt ein. Wir fordern zusammen
mit dem Europäischen Gewerkschaftsbund, dass die gemeinsamen
europäischen Werte wie die Einhaltung der Menschenrechte, die
Solidarität und die Humanität geachtet und eingehalten werden. Wir
verurteilen die Haltung des Bundesinnenministers und unterstützen die
solidarische Aufnahme von Schutzsuchenden und Flüchtlingen auch in
Deutschland." Resolution der Sitzung des Gewerkschaftsrates am 28./29.
Juni 2018 (pdf)
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/07/verdi_seenotrettung.pdf
b) Malta betrachtet Rettungsschiff "Lifeline" als Tatwerkzeug /
"Lifeline"-Kapitän muss in Malta vor Gericht
"Europa macht dicht: Nach Italien hat auch Malta diese Woche
angekündigt, bestimmte Seenotrettungsschiffe von NGOs nicht mehr
anlanden zu lassen. Unterdessen geht der Streit um das Schiff, das
bereits im Hafen von Valletta liegt, weiter. Am Montag muss der
Kapitän vor Gericht. Und die maltesischen Behörden haben einen ganz
eigenen Blick auf den Sachverhalt, der zum Präzendenzfall für die
neue, harte Linie in der EU-Asylpolitik werden könnte. Die maltesische
Polizei hat bei Gericht die Beschlagnahmung des Rettungsschiffs
"Lifeline" beantragt. Das geht aus der Gerichtsvorladung gegen den
deutschen "Lifeline"-Kapitän Claus Peter Reisch hervor. Maltas
Premierminister Joseph Muscat hatte diesen Schritt vergangene Woche
bereits angekündigt. In dem Papier, das dem MDR-Magazin "exakt"
vorliegt, wird das Schiff als Tatwerkzeug ("corpus delicti")
bezeichnet. Am Montag beginnt in Valetta die Gerichtsanhörung zu der
Reisch vorgeladen ist..." Bericht von Thomas Datt vom 01. Juli 2018
beim NDR
https://www.mdr.de/nachrichten/politik/ausland/malta-beantragt-beschlagnahmung-rettungs-schiff-lifeline-100.html
c) Spendensammlung: Rechtskosten für die „Lifeline“-Besatzung
Spendensammlung bei Leetchi
https://www.leetchi.com/c/rechtskosten-fuer-die-lifeline-besatzung
Siehe weitere Infos und Spendenadressen im Dossier
http://www.labournet.de/?p=133969
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