Montag, 2. Juli 2018

Der bürgerliche Staat schützt die Kinder nicht

In unserer Gesellschaft ist die Erziehung und Pflege von Kindern die Privatsache der Eltern. In Artikel 6 Absatz 2 des Grundgesetzes steht:„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“ Das bedeutet zum einen dass der Staat sich bis zu einem gewissen Rahmen aus der Erziehung und Pflege der Kinder heraus hält. Es bedeutet auch das jeder selbst schauen muss wie er die Erziehung seiner Kinder organisiert, wie er es hinbekommt Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen und was er seinen Kindern für Werte vermittelt. In dem Sozialgesetzbuch wird noch weiter ausgeführt ab wann der Staat in die Kindererziehung eingreift.
Jetzt steht ein Paar vor Gericht weil sie ihren Sohn über Jahre missbraucht haben. Vergewaltigungen, andere erzwungene sexuelle Handlungen und Demütigungen durchlebte er beinahe täglich. Ausgeübt von dem Stiefvater Christian L., der Mutter Berrin T. Und zahlreichen Fremden an die der Junge zum Missbrauch angeboten wurde. Unter den Tätern ist ein Bundeswehroffizier der ihn vergewaltigte, ein Handwerker der seine Tötungsfantasien an ihm ausleben wollte und ein spanischer Bonze namens Gonzales D. Der Spanier steht nächsten Monat vor Gericht. Er zahlte zehntausende Dollar für mehrere Treffen, bezahlte die Ferienwohnung in der er den Jungen vergewaltigte und kaufte ihm Geschenke. Schließlich bot er an den Eltern ein Haus zu kaufen, unter der Bedingung er könne den Jungen bis ins Jugendalter vergewaltigen wenn er zu Besuch käme. Mutter und Stiefvater waren mit dem Vorschlag einverstanden. Schließlich zeigte Gonzales D. dem Jungen ein Video auf dem zu sehen ist wie er mit einem anderen Mann ein Mädchen vergewaltigt und sie am Ende mit einem Stethoskop erwürgt. Unter den Geschenken an den Jungen ist auch ein Stethoskop. Vier Wochen später wird Christian L. Festgenommen und sagt über die Vereinbarung mit Gonzales D. „Mich haben die Treffen von Jonas mit dem Spanier auch sexuell interessiert. Ihr ging es dagegen nur ums Geld.“. Nach seiner Festnahme kooperiert er mit den Behörden, hilft die Männer festzunehmen an die er den Jungen gegen Geld verkauft hat. Aber natürlich wolle er damit nicht seinen „eigenen Arsch retten“. Er wolle, dass dem Jungen „Gerechtigkeit widerfährt“.
Man kann sich denken was am Ende bei der Verurteilung rauskommt. 3 – 4 Jahre Haft, er war ja auch geständig, hat ja auch kooperiert, muss bestimmt auch an ein paar Therapiesitzungen teilnehmen. Und während solche Verbrecher ein paar Jahre, in der Regel auf Bewährung bekommen werden Leute schon für Nichtigkeiten wie mehrfaches Schwarzfahren oder Diebstahl hinter Gitter gebracht. Dort geht es dem Staat ja auch um das heilige Privateigentum.
Aber wie konnte es überhaupt so weit kommen, dass dieses Schwein und seine Partnerin ihrem Kind so etwas antun? Denn Christian L. Ist kein unbekannter. Bereits 2009 findet man erstmals Kinderpornografie bei ihm. 2010 wird er wegen sexuellen Missbrauch einer 14-Jährigen verurteilt. Nachdem er mit Berrin T. zusammenkommt erzählt er ihr von seiner „Neigung“, die hat damit kein Problem und lässt ihn bei sich und ihrem – zu diesem Zeitpunkt – siebenjährigen Sohn einziehen. Christian L. fragt sie nach seinem Einzug, ob er mit ihrem Sohn Sex haben könnte. Berrin T. passt gelegentlich auf die dreijährige, leicht behinderte Tochter einer Bekannten auf. Zu ihr habe sie ohnehin kein gutes Verhältnis. „Mit der könne er machen, was er wolle“, wird sie in der Anklageschrift zitiert. Er vergeht sich an dem Mädchen was erst aufhört als eine Erzieherin des Mädchens verdacht schöpft. Daraufhin erlaubt Berrin T. ihm ihren Sohn zu vergewaltigen.

Vor Gericht nimmt sie keine Stellung zu den vielfältigen Vorwürfen. Warum hat sie kein Problem damit gehabt einen Kinderschänder mit ihrem kleinen Sohn zusammen wohnen zu lassen? Warum sieht sie dabei zu wie er missbraucht wird, von ihrem Freund und Fremden. Wer brachte die Handschellen mit, mit denen der Junge gefesselt wurde. Und warum gibt es Videos auf denen sich Berrin T. mit einem Dildo an ihrem eigenen Sohn vergeht, warum hört sie nicht auf obwohl er weint?
Aber nicht nur an die Mutter gibt es viele Fragen. Auch wieso das Jugendamt das Kind über ein Jahr in der Obhut seiner Peiniger lässt ist nicht klar. Anfang 2016 erfährt das Jugendamt, dass der einschlägig Vorbestrafte Christian L. Bei Berrin T. eingezogen ist. Aber es wird noch über ein Jahr dauern bis das Kind in eine Pflegefamilie kommt. Und nach mehreren Monaten muss er zurück zu den Schweinen die ihn misshandeln. Danach wird es für ihn wohl noch schlimmer, Filme zeigen wie sie ihren Sohn wahlweise selbst misshandelt oder ihren Freund anstachelt ihn zu quälen. In einem Film ist zu sehen wie sie, Christian und ein Kunde zu dritt den Sohn vergewaltigen. Was für eine Institution erlaubt es einem Pädophilen mit kleinen Kindern zusammen zu leben? Wie kommen Sachbearbeiter darauf die Mutter wäre in der Lage den Missbrauch ihres Sohnes effektiv zu verhindern? Ein Bericht des Jugendamtes wird wohl im Juli folgen. Wir können nur vermuten aber in der Vergangenheit war es häufig ein Zusammenspiel aus Fahrlässigkeit, massiver Unterbesetzung und Überforderung in den entsprechenden Stellen. Schließlich ist dies kein isolierter Einzelfall sondern solche Fälle von „Behördenversagen“ kommen immer wieder ans Licht.
Der Junge ist mittlerweile in einer Pflegefamilie und wird wahrscheinlich noch lange brauchen um das erlebte aufzuarbeiten. In der Vergangenheit wurde Pädophilie häufig als ein Phänomen von den „unteren Schichten“, vom „Rand der Gesellschaft“ beschrieben. Die Kunden waren in diesem Fall nicht nur irgendwelche Lumpen, sondern kommen zu weiten Teilen aus Kleinbourgeoisie. Aber die Menschen werden nicht im luftleeren Raum zu dem was sie sind. Das Sein bestimmt das Bewusstsein und was für eine Gesellschaft bringt solche kranken Dinge hervor? Es ist der Imperialismus, der zu völliger Degeneration in allen Schichten aber besonders innerhalb der Bourgeoisie führt. In ihrer Dekadenz und ihrem Hedonismus verlieren sie jeglichen Bezug zu den angeblichen Werten der Bourgeoisie selber. Der Kapitalismus in seinem letzten Stadium, dem Imperialismus ist ein verfaulender, sterbender Kapitalismus. Wenn wir Pädophilie ein Ende machen wollen müssen wir den Imperialismus und das Patriarchat zerschlagen. Wir müssen Kindererziehung gesellschaftlich organisieren und eine Gesellschaft schaffen in der Kindesmissbrauch effektiv verhindert wird und Täter wirklich bestraft werden.

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