Montag, 30. Januar 2017

»Es gibt andere Möglichkeiten für Arbeitskämpfe«


Coca Cola hat in der BRD Jobs ­vernichtet. Verbliebene Beschäftigte 
sollen mit geringen Lohnerhöhungen abgespeist werden. Gespräch mit 
Freddy Adjan, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, 
Gaststätten (NGG) für die Tarifgespräche bei Coca Cola: "In 
Deutschland beschäftigt das Unternehmen fast 8.000 Mitarbeiter. In der 
vergangenen Woche hatten wir zweitägige Gespräche in Berlin 
eingeplant. Am ersten Tag haben wir gegen 11 Uhr begonnen. Zwischen 14 
und 15 Uhr lag uns das erste Angebot vor: 1,3 Prozent mehr Lohn, ein 
Leermonat im Januar, Laufzeit 12 Monate. Alle Beschäftigten in der 
Ecklohngruppe und darunter sollten eine Einmalzahlung von 50 Euro 
erhalten, die Auszubildenden 30 Euro mehr pro Monat. Coca Cola hat uns 
vorgerechnet, dass dies dann nicht 1,3 Prozent seien, sondern sogar 
2,5 Prozent. (...) Unsere große Tarifkommission war darüber so 
verärgert, dass sie beschlossen hat, unverzüglich die Gespräche 
abzubrechen, also auch den zweiten Tag nicht mehr weiter zu 
verhandeln. Bereits vereinbarte Treffen am 9. und 10 Februar haben wir 
gecancelt. (...) Die Lager von Coca Cola sind voll, da die Kunden sich 
vor einer kürzlich erfolgten Preiserhöhung bevorratet hatten. Der 
Konzern müsste bald anfangen, Ware zu vernichten, weil er nicht weiß, 
wohin damit. Deswegen ist es nicht sinnvoll, die Leute jetzt auf die 
Straße zu holen. Im Gegenteil würden wir dem Unternehmen einen 
Gefallen tun..." Interview von Claudia Wrobel in junge Welt vom 
30.01.2017
http://www.jungewelt.de/2017/01-30/005.php

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