„… Ein
Mann mit Vokuhila und einem „Oldtimer“-Shirt kommt aus dem Wohnhaus und
mischt sich ins Gespräch ein. Den Angriff von Thomas F. kann er
nachvollziehen: „Nee, er kann gar nichts dafür, er hat das angekündigt.“
Der Name des Mannes ist Michael W., er wohnt in der Wohnung neben Abad.
„Die dürfen machen, was sie wollen“, sagt er und schüttelt den Kopf.
Eine Nachbarin, Frau M., die sich aus dem Fenster im ersten Stock in das
Gespräch einschaltet, beschwert sich: „Die dürfen hier wohnen bleiben,
und Thomas muss raus.“ Ob sie mitbekommen habe, was Thomas F. gemacht
habe? Ja, sagt Frau M., aber jeder müsse sich in Deutschland an die
Regeln halten, auch die Libyer. Thomas F. sei immer nett zu allen
gewesen. Was hat Thomas F. denn gerufen? „Was man halt so schreit, was
viele denken. Zum Beispiel gibt es ein Wort, das mit K. anfängt, mehr
kann man dazu nicht sagen.“ Frau M. meint das rassistische Schimpfwort
„Kanake“. Michael W. pflichtet ihr bei. Außerdem heiße das Wort „Kanake“
einfach nur Mensch. Frau M. findet, dass viel zu schnell von Rassismus
gesprochen werde. „Man muss ja nur sagen, dass die alle nach Hause
sollen.“ Es ist eine absurde Gesprächssituation. Ein deutscher und ein
syrischer Reporter stehen in Dresden-Übigau und sprechen mit einem Mann
mit SS-Tattoos, der seine libyschen Nachbarn mit einer Machete
angegriffen und ihre Wohnungstür mit einem Hakenkreuz beschmiert hat.
Zwei Nachbarn schalten sich ein und springen dem Täter zur Seite.
Schließlich müsse sich jeder an die Regeln halten. Diese drei Übigauer
wollen keine Rassisten sein. Für sie sind die Libyer die Ursache des
Problems…“ – aus dem Beitrag „Unter Nachbarn“ von Tarek Khello am 25. Juli 2019 in der taz online Sonntag, 28. Juli 2019
Wetten, dass sie hinterher wieder mal nichts gewusst haben wollen – die Befürworter des Angriffs auf einen Flüchtling mit einer Machete? Hamburger Bündnis gegen Rechts: Kein Platz für Nazis
„… Ein
Mann mit Vokuhila und einem „Oldtimer“-Shirt kommt aus dem Wohnhaus und
mischt sich ins Gespräch ein. Den Angriff von Thomas F. kann er
nachvollziehen: „Nee, er kann gar nichts dafür, er hat das angekündigt.“
Der Name des Mannes ist Michael W., er wohnt in der Wohnung neben Abad.
„Die dürfen machen, was sie wollen“, sagt er und schüttelt den Kopf.
Eine Nachbarin, Frau M., die sich aus dem Fenster im ersten Stock in das
Gespräch einschaltet, beschwert sich: „Die dürfen hier wohnen bleiben,
und Thomas muss raus.“ Ob sie mitbekommen habe, was Thomas F. gemacht
habe? Ja, sagt Frau M., aber jeder müsse sich in Deutschland an die
Regeln halten, auch die Libyer. Thomas F. sei immer nett zu allen
gewesen. Was hat Thomas F. denn gerufen? „Was man halt so schreit, was
viele denken. Zum Beispiel gibt es ein Wort, das mit K. anfängt, mehr
kann man dazu nicht sagen.“ Frau M. meint das rassistische Schimpfwort
„Kanake“. Michael W. pflichtet ihr bei. Außerdem heiße das Wort „Kanake“
einfach nur Mensch. Frau M. findet, dass viel zu schnell von Rassismus
gesprochen werde. „Man muss ja nur sagen, dass die alle nach Hause
sollen.“ Es ist eine absurde Gesprächssituation. Ein deutscher und ein
syrischer Reporter stehen in Dresden-Übigau und sprechen mit einem Mann
mit SS-Tattoos, der seine libyschen Nachbarn mit einer Machete
angegriffen und ihre Wohnungstür mit einem Hakenkreuz beschmiert hat.
Zwei Nachbarn schalten sich ein und springen dem Täter zur Seite.
Schließlich müsse sich jeder an die Regeln halten. Diese drei Übigauer
wollen keine Rassisten sein. Für sie sind die Libyer die Ursache des
Problems…“ – aus dem Beitrag „Unter Nachbarn“ von Tarek Khello am 25. Juli 2019 in der taz online
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