Dossier

“
Gegen
den AfD-Kritiker Michael Csaszkóczy wurde Strafbefehl wegen
Hausfriedensbruchs erlassen. Er soll sich vor Beginn einer
AfD-Veranstaltung im Mai unrechtmäßig in den öffentlichen Räumen der
Stadtbücherei Heidelberg aufgehalten haben und sich geweigert haben, zu
gehen (wir berichteten). (…) Dass von dem Antifaschisten irgendwelche
Störungen ausgegangen seien, behauptet nicht einmal die
Staatsanwaltschaft“. Dennoch sei Csaszkóczy nun von Richterin Robinson
am Amtsgericht wegen „Hausfriedensbruchs in der Stadtbücherei“ zu einer
Verwarnung mit 500 Euro Geldbuße, zusätzlich mit einer Bewährung von
einem Jahr bei Strafandrohung von 15 Tagessätzen (wahlweise Haft)
verurteilt worden – eine Entscheidung, die wohl bewusst darauf abziele,
den Protest gegen die rechte Hetze der AfD einzuschüchtern und zu
kriminalisieren. Gegen den „absurden Strafbefehl“ sei bereits Einspruch
eingelegt worden. Es wird also voraussichtlich bald zu einer
Hauptverhandlung kommen…”
Meldung vom 27. Oktober 2017 von und bei Beobachter News 
, dort auch Link zur Vorgeschichte (AIHD/iL = Antifaschistische Initiative Heidelberg). Siehe dazu:
- Berufungsverhandlung des Lehrers Michael Csaszkóczy am 18. September 2019
Der nächste Termin in dem abstrusen Prozess, der auf Betreiben der AfD
gegen Michael geführt wird, ist für den neuen Termin Mittwoch 18.
September 2019 um 8.45 Uhr beim Landgericht Heidelberg anberaumt. Aus
diesem Anlass gab es eine solidarische Presseerklärung der
DGB-Gewerkschaften im Rhein-Neckar-Kreis sowie eine Veranstaltung:
- Die Presseerklärung vom 17.7.2019
von DGB Kreis Rhein-Neckar Heidelberg, GEW Rhein-Neckar Heidelberg,
ver.di Rhein-Neckar und IG Metall Heidelberg (noch zum ursprünglichen
Termin am 11.9.)
- [ Veranstaltungshinweis und Audiobeiträge zu] Freiheit, die wir meinen! Weg mit den Berufsverboten – Geheimdienste auflösen
“Nochmalige Veranstaltung der Initiative gegen Berufsverbote, VVN
BdA und der Roten Hilfe am 23.Juli 2019 im Hilde Domin Saal der
Stadtbücherei Hd aus Anlass des Prozeß gegen Micha Csazkoczy am
18.September 2019″ Dazu Links zu folgenden Audio-Beiträgen: 1. “Im
Rahmen der Ausstellung in der Abendakademie Mannheim bis 7.Mai 2019,
einem Tag vor dem Tag der Befreiung, “vergessene Geschichte,politische
Verfolgung in der BRD” Veranstaltung der KünstlerInnen “Bunte Vielfalt
statt völkische Einfalt” in Zusammenarbeit mit der IG Metall und des DGB
und der GEW Nordbaden mit Bettina Franke, Bernd Köhler, Einhardt
Klucke, Micha Csaszkoczy und Monika-Margret Steger” 2. “Auch Berufsverbote ILO-, Menschenrechts- und GG-widrig” 3. “Immer noch keine Rehabilitation und Entschädigungen der politischen Verfolgung durch Berufsverbote in den 70ern” Alle Beiträge beim Audioportal Freier Radios vom Juli 2019
, siehe auch Infos zur Veranstaltung auf der Seite der Initiative gegen Berufsverbote
- Family Business – Richterspruch gegen Antifaschisten von Schwiegertochter eines AfD-Politikers
“… Die Verurteilung des Heidelberger Lehrers Michael Csaszkóczy
durch die Schwiegertochter des AfD-Bundestagsabgeordneten Albrecht
Glaser, Julia Glaser, sorgt über Partei- und Organisationsgrenzen hinweg
für Empörung. »Die Grenze zwischen Recht und Selbstjustiz durch einen
AfD-Familienclan ist hier nur noch schwer zu erkennen«, kritisierte Ulla
Jelpke, die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag,
am Freitag gegenüber junge Welt. Zwar könne Frau Glaser nichts für ihren
Schwiegervater, aber sie könne ihn auch nicht einfach ignorieren. »Sie
hätte dem Rechtsstaat einen großen Gefallen getan, sich in diesem Fall
für befangen zu erklären«, so Jelpke. Zur Erinnerung: Der bekannte
Antifaschist war am 14. September vom Heidelberger Amtsgericht wegen
eines angeblich von ihm begangenen Hausfriedensbruchs zu 20 Tagessätzen à
80 Euro verurteilt worden. Die Richterin begründete ihr hartes Urteil
damit, dass Csaszkóczy im Mai 2017 als »Rädelsführer« der linken Szene
versucht habe, eine Veranstaltung der AfD-Fraktion des
baden-württembergischen Landtags zu stören beziehungsweise zu
verhindern. Nach dem Prozess hatten Antifaschisten die Information
veröffentlicht, dass es sich bei der Richterin um die Schwiegertochter
Glasers handele, der in der Vergangenheit mehrfach durch rassistische
Äußerungen aufgefallen war und als »Alter Herr« der Heidelberger
Burschenschaft Allemannia aktiv sein soll. (…) Die Antifaschistische
Initiative Heidelberg, organisiert in der Interventionistischen Linken
(AIHD/IL), forderte bereits am 1. Oktober in einer Erklärung, das
Amtsgericht Heidelberg müsse aufklären, warum sich Richterin Glaser
nicht wegen ihrer engen familiären Bindung zu einem AfD-Bundespolitiker
für befangen erklärt, sondern »selbst nach einer Besetzungsrüge auf
ihrer Zuständigkeit für den Fall beharrt« habe. Das Gericht müsse zudem
erklären, warum es trotz Kenntnis der Verwandtschaftsverhältnisse
ausgerechnet ihr diesen Fall zugeteilt habe. Möglichkeiten, diese Fragen
zu beantworten, dürften sich bald ergeben – Csaszkóczy wird gegen den
Richterspruch in Berufung gehen.” Beitrag von Markus Bernhardt in der jungen Welt vom 6. Oktober 2018
- AfD, Kultusministerium, Polizei und Staatsanwaltschaft gegen
Versammlungsfreiheit für linken Lehrer: Kann AfD in Heidelberg
öffentliche Säle nutzen und bestimmen wer zuhört?
“Michael Csaszkòczy, Heidelberger Lehrer der 2004-2007 unrechtmäßig
mit Berufsverbot belegt war, wurde am vergangenen Freitag wegen
vermeintlichen Hausfriedensbruch zu einer Strafe von 20 Tagessätzen
verurteilt. Grund: Er war im Foyer der Heidelberger Stadtbücherei, wo im
Hilde Domin-Saal, benannt nach der jüdischen Schriftstellerin,eine AfD
Veranstaltung stattfand. Der AfD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Klos
erteilte ihm Hausverbot, woraufhin 5 Polizisten einschritten und Michael
Csaszkòczy widerstandslos wegtrugen. Über seine Bewertung des Urteils
haben wir mit Michael Csaszkòczy von der Antifaschistischen Initiative
Heidelberg gesprochen.” Info zur Sendung am 21. September 2018 von und bei Radio Dreyeckland

- »Es könnte wieder Berufsverbot drohen«. Nächster Prozess
gegen Heidelberger Lehrer. AfD klagt (und gewinnt) wegen angeblicher
Störung von Veranstaltung
Aus dem Interview von Gitta Düperthal mit dem Heidelberger Lehrer Michael Csaszkóczy bei der jungen Welt vom 14. September 2018
: “… Am
12. Mai 2017 war es Parteivertretern gelungen, für die Veranstaltung
»Ein Jahr AfD-Fraktion im Landtag« die Stadtbücherei anzumieten –
ausgerechnet den Hilde-Domin-Saal, benannt nach der jüdischen Dichterin.
Ich war dort zusammen mit insgesamt 20 der Partei nicht allzu
wohlgesonnenen Menschen. Auf der anderen Seite erschienen nur sieben
explizite Anhänger. Daraufhin hieß es, die zuvor als öffentlich
deklarierte Veranstaltung sei jetzt keine solche mehr, sondern eine
private. Rüdiger Klos, AfD-Abgeordneter im baden-württembergischen
Landtag, erteilte mir im Foyer der Stadtbücherei ein Hausverbot. Die
Polizei erschien und trug mich aus dem Gebäude. (…) Nun wird es erneut
darum gehen, weshalb ich der Aufforderung, das Büchereifoyer zu
verlassen, nicht Folge geleistet habe. Ich bin der Auffassung: Eine
Partei, die eine öffentliche Wahlveranstaltung in ebensolchen Räumen
veranstaltet, muss mit einer kritischen Öffentlichkeit leben. (…) Zu
meinem Berufsverbotsverfahren hatte der Verwaltungsgerichtshof Mannheim
2007 rechtskräftig im Urteil festgestellt, es sei nicht
nachzuvollziehen, dass die bloße Teilnahme an »Veranstaltungen und
Demonstrationen, die ersichtlich ebenso vom Grundgesetz gedeckt ist wie
die freie Meinungsäußerung, überhaupt erwähnt wird«. Daraufhin habe ich
Einsicht in die vom Verfassungsschutz gesammelten Daten verlangt und
gegen die fortdauernde geheimdienstliche Überwachung geklagt. 2016 wurde
das vom Verwaltungsgericht in Karlsruhe mit der Begründung
abgeschmettert, wer die Verfassungswirklichkeit in der BRD kritisiere,
müsse mit solchen Maßnahmen rechnen. Das gelte auch für Menschen, die
bereit seien, »politisch mit Kommunisten zusammenzuarbeiten«. Der
Verfassungsschutz sammelt also weiter verwertbares Material gegen mich.
Für mich ist damit jede kleine Verurteilung bedeutsam, die anderen
lächerlich erscheinen mag. Es könnte wieder ein Berufsverbot drohen.”
- Siehe nun das Urteil: “In einem Prozess vor dem
Amtsgericht Heidelberg wurde am Freitag, 14. September, der 48-jährige
Realschullehrer Michael Csaszkóczy von Richterin Glaser wegen
„Hausfriedensbruch“ zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 80 Euro
verurteilt…” (Beobachternews am 17.9.18
) – Csaszkóczy wird in Berufung gehen
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