Dossier

Kurze Neuigkeiten aus dem angeblich sicheren Afghanistan: Anschlag während de Maizière-Besuch: “
Ungeachtet
der Tatsache, dass die Bundeswehr-Mission in Afghanistan kürzlich
verlängert und personell aufgestockt wurde, will die Große Koalition
Afghanen vermehrt in ihr Heimatland abschieben. Das bekräftigte
Innenminister de Maizière bei einer Pressekonferenz am 06.01. und auch
in den Beschlüssen der Innenministerkonferenz heißt es, dass „die
Sicherheitslage in Afghanistan in einigen Regionen eine Rückkehr
ausreisepflichtiger afghanischer Staatsangehöriger“ grundsätzlich
erlaube und Abschiebungen in diese „sicheren Regionen“ möglich seien.
(…) Drinnen tafelt de Maizière, draußen gibt es Tote. Mindestens 20
Tote, 29 Verletzte – das ist die Bilanz eines weiteren Anschlags in
Kabul. Bei weitem nicht der einzige in der letzten Zeit, ein Bericht vom
20.01. spricht sogar von bis dato sieben Taliban-Anschlägen allein in
Kabul im Jahr 2016, auch die Bundeswehr war bereits davon betroffen.
Besonders interessant dabei: Von den 34 afghanischen Provinzen
bezeichnet der afghanische Flüchtlingsminister 31 als unsicher – eine
der drei übrigbleibenden Provinzen ist Kabul. Allein diese Einschätzung
spricht Bände über die generelle Sicherheitslage im Land. Angespannte
Sicherheitssituation wird heruntergespielt…”
Beitrag von und bei Pro Asyl vom 2. Februar 2016 
. Siehe dazu das
Netzwerk aus europäischen Initiativen, um die Rückführungen nach Afghanistan zu stoppen 
sowie den “ausgegliederten Fall”:
Schüler in Nürnberg setzen mit Protest gegen Abschiebung ein wichtiges Zeichen – und werden kriminalisiert und hier zu den Abschiebungen nach Afghanistan:
- Nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan am Di, 30.07.19!?
“Warnung: Es gibt Hinweise, dass die nächste Sammelabschiebung nach
Afghanistan am Di, 30.07.19 stattfinden wird. Wir raten allen
ausreisepflichtigen Afghanen, dringend eine Beratungsstelle oder eine*n
Rechtsanwält*in aufzusuchen.” Meldung des Flüchtlingsrats Bayern am 23.7.2019
- Warnung: Hinweise auf nächste Sammelabschiebung am
17.06.2019 vermutlich vom Flughafen Halle/Leipzig /
Uno-Flüchtlingshilfswerk warnt vor Abschiebungen nach Afghanistan
“Es gibt Hinweise, dass die nächste Afghanistan Abschiebung
voraussichtlich in der Woche vom 17. – 21. Juni stattfinden wird.
Vermutlich am Montag, Dienstag oder Mittwoch. Wir raten allen
ausreisepflichtigen Afghanen, dringend eine Beratungsstelle oder eine*n
Rechtsanwält*in aufzusuchen.” Erster Hinweis beim Bayerischen Flüchtlingsrat
, siehe dazu:
- Uno-Flüchtlingshilfswerk warnt vor Abschiebungen nach Afghanistan
“Abgelehnte Asylsuchende sollen nur im Ausnahmefall nach Afghanistan
gebracht werden. So will es das Uno-Flüchtlingshilfswerk. Denn die
radikalislamischen Taliban sind auf dem Vormarsch…” Artikel vom 09.06.2019 beim Spiegel online
- Schlag auf Schlag: Nach Asylrechtsverschärfung auch Ausweitung der Afghanistan-Abschiebungen?
“Kaum wurde sein umstrittenes Gesetzespaket im Eiltempo durch den
Bundestag gepeitscht, unternimmt Horst Seehofer den nächsten Vorstoß:
Bei der Innenministerkonferenz in der kommenden Woche soll ein Beschluss
zur Ausweitung von Abschiebungen nach Afghanistan gefasst werden. Und:
Diese beiden Themen hängen enger miteinander zusammen, als man denkt.
(…) Der Beschluss der Bundestagsabgeordneten hat schwerwiegende Folgen.
Hohe Hürden bei der Ausbildungsduldung, verfassungswidrige
Leistungskürzungen, eine massive Ausweitung von Abschiebehaft, die
sogenannte »Duldung light«, mit der den Menschen Wege in ein mögliches
Bleiberecht versperrt werden, die Kriminalisierung der Zivilgesellschaft
– all das ist für sich genommen schon drastisch genug. (…) Es sind aber
nicht nur diese bekannten und offensichtlichen Folgen: Der Vorstoß von
Bundesinnenminister Seehofer zu Abschiebungen nach Afghanistan
offenbart, dass dies nur ein erster Schritt war. Die SPD hat den
Hardlinern in der Union mit der Zustimmung zum Gesetzespaket nun die
Instrumente an die Hand geliefert, um die geplante immer rigorosere
Abschiebepolitik auch umzusetzen. (…) Denn mit diesen Mitteln möchte
Horst Seehofer nun offenbar auch weitere Abschiebungen nach Afghanistan
forcieren. Die in den meisten Bundesländern geltende Beschränkung auf
Straftäter, Gefährder und teilweise auch sog. »Identitätsverweigerer«
soll wegfallen, das fordert er vor der anstehenden
Innenministerkonferenz am 12. Juni in Schleswig-Holstein.(…) Das
Hau-ab-Gesetz hat jetzt den Weg für maßlose Inhaftierungen und
Abschiebungen bereitet. Zumindest im Hinblick auf Afghanistan können die
Innenminister der Länder sich Horst Seehofer noch in den Weg stellen,
indem sie nächste Woche bei der Innenministerkonferenz keine Ausweitung
der von Abschiebungen nach Afghanistan betroffenen Personengruppe
beschließen.” Kommentar von Pro Asyl vom 7. Juni 2019
– siehe zum Hintergrund unser Dossier: Asyl-Verschärfungen 2019: „Geordnete-Rückkehr“ – und ungestörte Abschiebungen (das “Gute-Abschiebungs-Gesetz”)
- Afghanistan Abschiebung im Mai am 21. Mai 2019
“Wir haben mehrere Hinweise, dass die nächste Afghanistan
Abschiebung voraussichtlich am Dienstag, den 21.05. stattfinden wird.
Informationen über einen Startflughafen gibt es noch nicht. Wir raten
allen ausreisepflichtigen Afghanen, dringend eine Beratungsstelle oder
eine*n Rechtsanwält*in aufzusuchen…” Meldung des Bayerischen Flüchtlingrats
- Prügelknabe des Innenministeriums: Amberger Afghane muss als Legitimation der Afghanistan Abschiebungen herhalten
“Gestern, am Dienstag den 21.05.2019, wurden 24 Männer nach
Afghanistan abgeschoben. 14 davon kommen mutmaßlich aus Bayern. Einer
davon ist A., ein 18-jähriger Mann aus Amberg, der kürzlich vor dem
Jugendgericht zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten auf Bewährung
verurteilt wurde. Er hatte im Dezember 2018 alkoholisiert mit 3 weiteren
Geflüchteten in der Amberger Innenstadt Passant*innen angegriffen und
verletzt. Bereits vor dem Prozess und der Aufarbeitung der eigentlichen
Tat, hat Innenminister Herrmann lautstark die Abschiebung der vier
Beschuldigten angekündigt. A. hatte zu Prozessbeginn seine Tat
vollumfänglich eingeräumt, Schuldeinsicht und Reue gezeigt und eine gute
Sozial- und Resozialisierungsprognose erhalten. Im Prozess wurde er als
sog. Mitläufer behandelt. Sich „bewähren“ kann A. nun nicht mehr, wie
vom Innenministerium angekündigt, wurde er gestern nach Afghanistan
abgeschoben. Tritt eine Person strafrechtlich in Erscheinung, kommt es
zu Ermittlungen und gegebenenfalls zu einem Prozess mit Urteil – dass
Straftat, Umstände, Reue und Lebenssituation der straffällig gewordenen
Person einbeziehen muss. Tritt eine Person mit Fluchthintergrund
strafrechtlich in Erscheinung, werden von hiesigen Politiker*innen
rechtsstaatliche Prinzipien wie etwa Verhältnismäßigkeit der Strafe oft
nicht mehr mitbedacht. Die Abschiebung zusätzlich zur Strafe oben
draufgesattelt…” Meldung des Bayerischen Flüchtlingsrates vom 22.05.2019
- Afghanistanflieger: Mit Misshandlungen in die Obdachlosigkeit?
“Heute, am 21.05, startet der insgesamt 24. Abschiebeflug nach
Afghanistan. Die deutschen Behörden reagieren dabei offenbar nicht auf
Kritik aus dem Antifolter-Komitee des Europarates an menschenrechtlich
fragwürdigen Zuständen bei einer Abschiebung nach Kabul. Und dort
angekommen sind die Bedingungen für die Rückkehrer nun noch schlechter. Der
Europäische Ausschuss zur Verhütung von Folter und unmenschlicher und
erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT), eine Institution des
Europarates, hat jüngst geharnischte Kritik an den Zuständen bei einer Abschiebung nach Kabul
geäußert, die er im August 2018 beobachtet hatte. Es
ist skandalös, dass es unter den Augen der CPT-Beobachter auf dem
beobachteten Kabul-Flug zu Misshandlungen durch die begleitenden Beamten
kam, bei denen einer Person die Genitalien gequetscht wurden und
Techniken mit atembehindernder Wirkung angewendet wurden. Wenn dies auf
einem beobachteten Flug geschah, ist zu befürchten, dass es in anderen
Fällen ohne Zeugen noch »härter zur Sache geht«. (…) Abschiebungen nach
Afghanistan sind angesichts der Sicherheitssituation dort generell
unverantwortlich. Nach dem Bericht des CPT muss es jetzt jedoch auch um
die Umstände der Charterabschiebungsflüge gehen. Bis zur Umsetzung der
von CPT genannten Empfehlungen / Forderungen dürfte eigentlich kein
einziger Abschiebungsflug abheben. Auf Seiten der Bundesregierung und
der Bundespolizei scheint allerdings wenig Bereitschaft zu bestehen,
dafür zu sorgen, dass gegen Menschenrechtsverletzungen bei Abschiebungen
wirksame Vorkehrungen getroffen werden. Die Führung der Bundespolizei
leugnet sogar, dass es die zentralen Missstände, die das CPT
dokumentiert, gegeben hat. Dafür wurden kürzlich gar Pilot*innen durch
Bundespolizeichef Romann scharf angegriffen – diese lehnen aus Gründen
der Luftsicherheit die Mitnahme von Abzuschiebenden manchmal ab. Wenn
der heutige Abschiebungsflug nach Afghanistan morgen früh in Kabul
eintrifft, dann gibt es für die Betroffenen mittlerweile allerdings noch
ein neues Problem: Es droht ihnen die Obdachlosigkeit…” Meldung vom 21.05.2019 bei Pro Asyl
- Abschiebung in Krieg, Verfolgung, Suizid? Bayerisches Innenministerium kennt bei Abschiebung nach Kabul keine Schmerzgrenze
“Auch für den für heute angesetzten Flug wird Bayern wieder dafür
sorgen, dass wenigstens ein paar Afghanen im Flugzeug sitzen. Nach
Schätzungen des Bayerischen Flüchtlingsrats wird Bayerns Innenminister
Herrmann 20 oder mehr Afghanen zur Abschiebung bringen wollen. Die
Abschiebung von Straftätern dient den bayerischen Behörden dabei als
Alibi, um unbescholtene Afghanen abzuschieben. Wird die Passion zum
Verhängnis? Mobin M. nahm im vergangenen Sommer an einem örtlichen
Passionsspiel teil, stand als Römer neben dem leidenden Christus. Fotos
gelangten über Facebook an Freunde und Verwandte in Afghanistan. Er
erhielt massive Drohungen, wurde wenig später für drei Wochen in die
Psychiatrie eingeliefert. Einigermaßen stabilisiert bekam er dann im
Oktober seinen Ablehnungsbescheid sowie die Abschiebeandrohung und
flüchtete in Panik nach Frankreich. Von dort wurde er vor zehn Tagen
zurückgeschickt und sofort in Abschiebehaft genommen. Wenn bekannt wird,
dass er wieder in Afghanistan ist, droht ihm der Tod, weil er sich
durch die Teilnahme an den Passionsspielen für die Afghanen als
Christenfreund gezeigt hat. In Deutschland jedoch könnte der junge Mann
seine durch die Flucht nach Frankreich unterbrochene Pflegeausbildung
weiterführen. Seine Pflegefachschule würde ihn sofort wiederaufnehmen.
Ein weiterer junger Afghane ist laut seiner Therapeutin schwerst
traumatisiert und hochgradig suizidgefährdet. In einem persönlichen
Appell hat sich die Therapeutin an Innenminister Herrmann gewandt.
Vermutlich wird es eine höfliche Antwort geben, mit der die unbedingte
Notwendigkeit der Abschiebung des jungen Mannes, der eine Jugendstrafe
verbüßt, formal begründet wird…” Protest vom 21.05.2019 von und beim bayerischen Flüchtlingsrat
- Einfach »weiter so« mit Abschiebungen nach Afghanistan? Pro
Asyl: Nach Kritik des Europ. Ausschusses zur Verhütung von Folter muss
es Veränderungen in der Praxis geben
“Der nächste Sammelabschiebungsflug nach Afghanistan ist
für den 21.05. geplant. Der Europäische Ausschuss zur Verhütung von
Folter und unmenschlicher und erniedrigender Behandlung oder Strafe(CPT)
hat jüngst geharnischte Kritik an den Zuständen bei einer Abschiebung
nach Kabul geäußert, die er im August 2018 beobachtet hatte. Auf Seiten
der Bundesregierung und der Bundespolizei scheint wenig Bereitschaft zu
bestehen, dafür zu sorgen, dass gegen Menschenrechtsverletzungen bei
Abschiebungen wirksame Vorkehrungen getroffen werden. Die Führung der
Bundespolizei leugnet sogar, dass es die zentralen Missstände, die das
CPT dokumentiert, gegeben hat. PRO ASYL hält angesichts der
Sicherheitssituation in Afghanistan Abschiebungen dorthin generell für
unverantwortlich. Nach dem Bericht des CPT muss es jetzt jedoch auch um
die Umstände der Charterabschiebungsflüge gehen. Bis zur Umsetzung der
von CPT genannten Empfehlungen/Forderungen dürfte eigentlich kein
einziger Abschiebungsflug abheben… “ Pressemitteilung von Pro Asyl vom 20. Mai 2019
, wichtig dazu: “Empfehlungen/Forderungen des CPT im Bericht vom 9. Mai 2019 (soweit sie Praktiken bei Abschiebungsflügen betreffen)”

- Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul am 22.5. erwartet
“Ein weiterer Abschiebeflug mit abgelehnten afghanischen
Asylbewerbern steht nach Angaben dortiger Behörden bevor. Die Gruppe
solle am Mittwoch in Kabul eintreffen, kündigte ein Mitarbeiter der
afghanischen Migrationsbehörde an. (…) Die Abschiebungen nach
Afghanistan sind umstritten. Der Krieg gegen die radikalislamischen
Taliban und die Terrormiliz “Islamischer Staat” geht weiter, jeden Tag
werden Menschen getötet oder verletzt. Zudem hat die Internationale
Organisation für Migration nach eigenen Angaben Ende April aufgehört,
abgeschobenen Migranten aus Europa Übergangs-Unterkünfte anzubieten.
Stattdessen zahlt die Organisation den Rückkehrern nun einen Betrag von
167 US-Dollar (150 Euro) bei der Ankunft und vermittelt nützliche
Informationen, etwa über Hotels.” dpa-Meldung vom 19.5.2019 bei t-online
- Am 24. April nach Afghanistan om Flughafen Düsseldorf
abgeschoben: Insgesamt 30 Menschen – weder als Straftäter*in,
„Gefährder*in“ noch als „Identitätsverweiger*in“ geführt
“Bei gestriger Sammelabschiebung nach Afghanistan wurden insgesamt
30 Menschen vom Flughafen Düsseldorf abgeschoben, aus Sachsen waren zwei
Personen betroffen, so die Landesdirektion auf Anfrage des SFR. Die
Betroffenen kamen aus Leipzig und Dresden und wurden weder als
Straftäter*in, „Gefährder*in“ noch als „Identitätsverweiger*in“ geführt.
Auf Twitter wurde berichtet, dass sich eine Person in Leipzig selbst
verletzt habe. Dies bestätigte die Landesdirektion. Die betroffene
Person sei ins Krankenhaus transferiert worden, dort sei sie behandelt
und im Anschluss die Reisefähigkeit bestätigt worden. Damit erhöht sich
die Zahl der aus der Bundesrepublik nach Afghanistan abgeschobenen
Menschen auf 563…” Aus der Meldung des Sächsichen Flüchtlingsrats vom 25.4.2019
, siehe dazu:
- Abschiebung abgelehnter Asylbewerber: „Immer wieder trifft es gut Integrierte”
“Am Donnerstagmorgen landete wieder ein Abschiebeflug in Kabul.
Bellinda Bartolucci von Pro Asyl über Rechtslage und Umstände dieser
Flüge…” Interview von Andrea Dernbach vom 25.04.2019 beim Tagesspiegel online
- Abschiebung nach Kabul am 24.4.2019: Es zählen die Menschen – nicht die Abschiebezahlen!
“Am kommenden Mittwoch, den 24.04.19, findet voraussichtlich die
nächste Abschiebung nach Kabul statt. Eine solche Mitteilung wird, wenn
das „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ in Kraft treten wird, als „Beihilfe zum
Geheimnisverrat“ möglicherweise strafrechtlich verfolgt werden. Die
drohende Strafe soll abschrecken vor der Unterstützung der Personen, die
von Abschiebung bedroht sind. (…) Warum ist es notwendig, diesen jungen
Mann aus seinem Umfeld zu reißen, Freundschaften und eine Beziehung
dadurch zu zerstören. Aussagen wie diese stellen das innenpolitische
Dogma der Notwendigkeit der Abschiebung in Frage, weil sie die
menschliche Seite erkennbar machen. Bei Abschiebungen geht es nicht um
Sachen und Zahlen, sondern um Menschen. „Wir vom Bayerischen
Flüchtlingsrat bemühen uns, diese menschliche Seite, die Schicksale
deutlich zu machen und unterstützen Betroffene, Appelle und Bitten an
die Politik und das Innenministerium heranzutragen. Wir wollen nicht,
dass Abschiebung betrachtet wird wie eine Postwurfsendung. Dafür treten
wir ein,“ sagt Stephan Dünnwald, Sprecher des Bayerischen
Flüchtlingsrats. „Wir kennen für den aktuellen Flug zwei junge Männer
aus Bayern, beide haben 2015 in Deutschland Schutz gesucht und einen
Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut. Sie sind im Iran aufgewachsen
und stehen vor der Abschiebung nach Afghanistan – in ein für sie nahezu
fremdes Land. Doch vor allem sind sie eines – Mitmenschen. Dem
Innenministerium sind diese Fälle, diese Menschen, bekannt.“” Mitteilung vom 23.04.2019 vom und beim Bayerischen Flüchtlingsrat
- 23. Sammelabschiebeflug in das kriegszerrüttete Afghanistan: PRO ASYL fordert Stopp der zynischen Abschiebungen
“Am heutigen Mittwoch, 24. April soll der mittlerweile 23.
Sammelabschiebeflieger nach Kabul starten. Dabei vergeht kaum ein Tag
ohne eine Schreckensmeldung aus dem kriegszerrütteten Land: Erst
vergangene Woche reklamierte der IS einen schweren Selbstmordanschlag
mit zahlreichen Opfern mitten in Kabuls Regierungsviertel für sich. Die
ohnehin desolate Versorgungssituation für die Bevölkerung verschärft
sich, nachdem das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seine
Arbeit wegen indirekter Drohung durch die Taliban einstellen musste.
Hinzu kommt die Versorgung unzähliger Binnenvertriebener – allein im
März haben Gefechte zwischen Taliban und IS den Vereinten Nationen
zufolge in den Provinzen Kunar und Nangarhar zur Vertreibung von mehr
als 21.000 Menschen geführt…” Pressemitteilung vom 24.04.2019 
- Afghanistan: Zahl der getöteten Zivilisten durch afghanische und US-Truppen gestiegen
“Mehr als 500 unbeteiligte Menschen sind in den ersten drei Monaten
2018 in Afghanistan bei Militäreinsätzen getötet worden. Ein Großteil
starb bei Luft- und Bodeneinsätzen der USA und ihrer Verbündeten…” Meldung vom 24.04.2019 beim Spiegel online
- Jahresstatistik: Zahl der per Charterflug abgeschobenen Afghanen mehr als verdoppelt
“Bombenanschläge, bewaffnete Überfälle, Entführungen: Die
Sicherheitslage in Afghanistan ist kritisch, Abschiebungen in das Land
sind umstritten. Trotzdem werden regelmäßig Abschiebungen per
Charterflug organisiert – mit immer mehr Passagieren. (…) 2018 wurden
insgesamt 284 Menschen im Rahmen von Sammelabschiebungen in das Land am
Hindukusch gebracht, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine
Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, die dem „Evangelischen
Pressedienst“ vorliegt. Im Vorjahr waren es den Angaben zufolge 121. (…)
Die Zahl der Afghanen in Deutschland hat sich den Angaben zufolge seit
2011 von knapp 57.000 auf rund 257.000 vervierfacht. Fast 16.000
besitzen eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung, gut 133.00 ein
befristetes Bleiberecht. Deutschland schickt seit Ende 2016 abgelehnte
Asylbewerber wieder nach Afghanistan zurück. Nach einer Verschlechterung
der Sicherheitslage und einem Anschlag auf die deutsche Botschaft in
Kabul wurden die Abschiebungen im Sommer 2017 auf Gefährder, Straftäter
und sogenannte Identitätstäuscher beschränkt. Anfang Juni 2018 beriet
das Bundeskabinett über den neuen Lagebericht des Auswärtigen Amts zu
Afghanistan. Dieser schilderte zwar nach wie vor eine „volatile“
Sicherheitslage. Dennoch hob die Bundesregierung die Einschränkungen für
Abschiebungen auf. Ohne Beschränkungen schiebt derzeit aber nur Bayern
Afghanen ab…” Meldung vom 10. April 2019 von und bei MiGAZIN 
- nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan am 19.3.2019 aus Leipzig!
- Abschiebekrimi: Was von gestern bleibt. Unverhältnismäßiger
Polizeieinsatz in Nürnberg | Jan Ali H. wurde kurzfristig vom Flug
genommen | 21 Personen nach Afghanistan abgeschoben
“Gestern, Dienstag den 19. März 2019, fand die mittlerweile 22.
Sammelabschiebung nach Afghanistan statt. Bundesweit wurden 21 Personen
abgeschoben. 10 Personen kamen vermutlich aus Bayern. Der für den Flug
vorgesehene Nürnberger Realschüler Jan Ali H. wurde vom Bayerischen
Innenministerium kurz vor Abflug der Maschine vom Flieger genommen.
Aktuell befindet er sich noch im Krankhaus auf der psychiatrischen
Station. Der junge Afghane wurde am gestrigen Vormittag von einem
massiven Großaufgebot von Polizei und Sondereinsatzkommando in Nürnberg
festgenommen. Nachdem sich der dokumentiert depressive und
suizidgefährdete junge Mann selbst verletzt hatte, wurde er in einer
Nürnberger Klinik medizinisch versorgt und nach Leipzig gefahren. Eine
Überprüfung des psychischen Zustands des jungen Mannes in einer
Psychiatrie wurde unterlassen. „Die gestrigen Vorkommnisse in Nürnberg
sind erschütternd. Schon wieder wurde in Nürnberg versucht, einen jungen
Mann mit einem martialischen Polizeiaufgebot aus seinem Lebensumfeld zu
reißen. Sein Gesundheitszustand muss den Behörden im Vorfeld bekannt
gewesen sein. Die Abschiebung eines psychisch angeschlagenen Mannes mit
solch einem massiven Einsatz durchzusetzen, ist absolut
unverhältnismäßig und unverantwortlich,“ berichtet Johanna Böhm vom
Bayerischen Flüchtlingsrat. „Weiter stellt sich für uns die Frage,
weshalb die Nürnberger Klinik es unterlassen hat, H.‘s psychischen
Zustand zu untersuchen.“ Die Bundespolizei am Flughafen Leipzig/Halle
war vom Bayerischen Flüchtlingsrat über die Erkrankung des jungen Mannes
informiert worden. Ebenso zahlreiche Politiker*innen, darunter
Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth und der grüne Abgeordnete Uwe
Kekeritz, die beim Bayerischen Innenministerium intervenierten. Auch
zahlreiche Einzelpersonen sowie seine Schule hatten sich dafür
eingesetzt, die Abschiebung zu stoppen. Abends versammelten sich in
Nürnberg rund 700 Menschen, um gegen die Abschiebung von Jan Ali H. und
anderer Afghanen zu protestieren. Die Appelle zeigten scheinbar Wirkung…” Beitrag vom 20.03.2019 von und beim Bayerischen Flüchtlingsrat
- Abschiebung in Nürnberg eskaliert
“Junger Flüchtling aus Afghanistan widersetzt sich der Abschiebung /
Polizei, USK und SEK vor Ort – Einsatz ist beendet / Flüchtlingsrat:
Wir befürchten Suizidversuch
Heute Abend soll die nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan starten,
heute von Leipzig aus. Deshalb hat die Polizei begonnen, Flüchtlinge
dafür einzusammeln und zum Flughafen zu bringen. Eine Abschiebung in
Nürnberg ist bereits eskaliert. Jan Ali H., der mit seiner Familie beim
Bayerischen Flüchtlingsrat schon seit Jahren in Beratung ist, widersetzt
sich der Abschiebung. Die Polizei hat Beamt*innen des USK und des SEK
dazu gezogen. Aus Solidarität haben sich einige Unterstützer*innen vor
dem Haus versammelt, die Polizei hat diese eingekesselt. Jan Ali H. hat
mit seiner Familie bereits 2015 an einer wochenlangen Dauerprotestaktion
von Geflüchteten in Nürnberg teilgenommen. Sein Vater wurde von den
Taliban umgebracht, er, seine schwer kranke Mutter, und seine beiden
Geschwister sind gemeinsam nach Deutschland geflohen, wo sie schon seit
2010 leben – seit langem schon als geduldete Flüchtlinge. Jan Ali H. hat
seinen Schulabschluss gemacht, derzeit besucht er die Abendrealschule
und macht seinen Abschluss voraussichtlich im Juni 2019. Aufgrund der
langjährigen Perspektivlosigkeit hat Jan Ali H. eine Depression
entwickelt und ist suizidal. Auch in der Beratung hat er mehrfach
geäußert, dass er sich umbringen wird, sollte die Polizei versuchen, ihn
abzuschieben. Die Polizei hat ihren Einsatz nun beendet, Jan Ali H.
scheint in eine Klinik gebracht zu werden…” Meldung vom 19.03.2019 von und beim Bayerischen Flüchtlingsrat
, siehe dazu auch Meldung mit Bildern bei nordbayern.de
– in Nürnberg findet am Abend eine Protestdemo statt!
- Abschiebungen nach Afghanistan: „Bayern geht voran“. Bayern
hält nach wie vor an rigider Praxis fest und will Afghanen trotz
Arbeitsplatz und geplanter Eheschließung abschieben
“Heute Abend, Dienstag, den 19. März, soll der mittlerweile 22.
Abschiebeflug nach Afghanistan gehen. Nach wie vor hält Bayern an seiner
strengen Gangart fest und schiebt gut integrierte und potentielle
Arbeitnehmer ab. (…) „Es kann nicht sein, dass Bayern an Abschiebung auf
Biegen und Brechen festhält. Trotz Drucks von Haupt- und
Ehrenamtlichen, trotz des Fachkräftemangels in der Wirtschaft. Die
bayerische Staatsregierung versetzt monatlich eine ganze
Bevölkerungsgruppe in Angst und Schrecken, anstatt Rechtssicherheit für
Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu schaffen“, kritisiert David Förster vom
Bayerischen Flüchtlingsrat. “Wir fordern Innenminister Herrmann auf,
diese Abschiebungen zu unterlassen und endlich einen bayernweit
einheitlichen, einfachen Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im
Sinne der Geflüchteten, der Ehrenamtlichen und der bayerischen
Wirtschaft zu veranlassen. Das Zerreißen von festen Beziehungen und die
Abschiebung von gut integrierten Menschen ist nicht christlich, nicht
sozial und nicht vernünftig.“” Meldung vom 19.03.2019 von und beim Bayerischen Flüchtlingsrat
- “Es gibt Hinweise, dass die nächste Abschiebung nach Afghanistan
voraussichtlich Anfang nächster Woche stattfinden wird. Wir haben noch
keinen genauen Termin, vermuten aber eine Sammelabschiebung am Montag,
18.03. oder Dienstag, 19.03.2019. Informationen über einen
Startflughafen gibt es noch nicht. Wir raten allen ausreisepflichtigen
Afghanen, dringend eine Beratungsstelle oder eine*n Rechtsanwält*in
aufzusuchen.” Erste Meldung beim Bayerischen Flüchtlingsrat

- 21. Sammelabschiebung nach Afghanistan vom Flughafen
Frankfurt: Bayern will Familie trennen / Demonstration in München am
18.2. um 19 Uhr (Treffpunkt DGB Haus) / Achtung! Diese Mitteilung könnte
künftig strafrechtliche Konsequenzen haben!
“Wiederholt will das bayerische Innenministerium Afghanen abschieben
und das um jeden Preis. Die Sammelabschiebung ist für Montag, den
18.2.2019, vermutlich vom Flughafen Frankfurt aus geplant. Von den fünf
dem Bayerischen Flüchtlingsrat bekannten Fällen ist nur eine Person
Straftäter. Diese ist Christ und hat in Afghanistan einer heimlichen
Kirche angehört. Bei der Asylanhörung hat er seine Glaubenszugehörigkeit
nicht angegeben, aus Angst, der Dolmetscher würde dies gegen ihn
verwenden. Bei einer Abschiebung nach Afghanistan droht ihm der Tod. Ein
weiterer eklatanter Fall ist Parwiz S. Herr S ist seit Dezember Vater
eines Kindes, er hat seit zwei Jahren eine Beziehung mit der deutschen
Mutter. Die Vaterschaft ist anerkannt, das Sorgerecht konnte er nicht
beantragen, weil er kurz vor dem Behördentermin von der Ausländerbehörde
in Abschiebehaft genommen wurde. Eine Abschiebung würde die Familie
auseinander reißen, Parwiz S. und seine Lebensgefährtin wollten zudem
heiraten. „Wir appellieren an das bayerische Innenministerium, die
geplante Abschiebung dieser Personen zu stoppen. Die Freien Wähler und
der CSU Mittelstand gaben nun bekannt, die Abschiebungen nach
Afghanistan auf Straftäter zu beschränken. Eine Forderung nach einem
Ende der Abschiebungen muss aber für alle gelten. Der oben genannte Fall
zeigt, dass ob Straftäter hin oder her, eine Abschiebung den Tod der
Betroffenen bedeuten kann; hier wegen der Glaubenszugehörigkeit des
jungen Mannes. Dieses Risiko nimmt das Innenministerium in Kauf“, sagt
Agnes Andrae vom Bayerischen Flüchtlingsrat. „Wir setzen uns deshalb für
einen generellen Abschiebstopp nach Afghanistan ein“.” Meldung vom 15.02.2019 beim Bayerischen Flüchtlingsrat
, siehe auch:
- Achtung! Diese Mitteilung könnte künftig strafrechtliche Konsequenzen haben!
“PRO ASYL kritisiert 21. Afghanistan-Abschiebung, die Vorschläge zur
verschärften Durchsetzung von Abschiebungen und zeigt unterschiedliche
Abschiebepraxis der Bundesländer mit interaktiver Karte
In diesen Tagen herrscht wieder einmal Furcht in der afghanischen
Community in Deutschland. Am Montag soll zum einundzwanzigsten Mal seit
Beginn der Charterabschiebungen nach Afghanistan ein Flug in Richtung
Kabul abheben – diesmal von Frankfurt am Main. PRO ASYL erneuert die
Kritik an Abschiebungen nach Afghanistan, ein Land, in dem nach
Einschätzungen des US Council on Foreign Relations , der International
Crisis Group und ACLED (Armed Conflict Location & Event Data
Project) der aktuell tödlichste Konflikt der Welt tobt. Abschiebungen in
ein Land, in dem Millionen Menschen Hungersnöte drohen, die Zahl der
Binnenvertriebenen weiter auf extrem hohem Niveau ist und 54,5% der
Bevölkerung nach UN-Schätzungen unterhalb der Armutsgrenze leben, sind
nicht zu verantworten. (…) PRO ASYL hat anlässlich der bevorstehenden
Sammelabschiebung eine Übersichtskarte zur Abschiebungspraxis der Bundesländer
veröffentlicht…” Pressemitteilung vom 18.2.2019 von uns bei Pro Asyl
- Bestens integriert, Ausbildungsplatz, abgeschoben nach Kabul? Brief einer ehrenamtlichen Flüchtlingshelferin
“Den nachfolgenden Brief schrieb Frau Stubenrauch am 8. Februar an
Staatssekretär Eck. Bislang hat sie keine Antwort bekommen. Stattdessen
erfuhr sie gestern Nachmittag, dass Herr S in Kempten festgenommen
wurde. Er ist aller Wahrscheinlichkeit nach vorgesehen für die
Abschiebung nach Afghanistan am kommenden Montag, 18.02.2019. Der Brief
dokumentiert exemplarisch die ganze Last, die auf den Ehrenamtlichen
liegt, und die ganze Absurdität bayerischer Abschiebepolitik, die
bestens integrierte und dringend gesuchte Arbeitskräfte auf die
Abschiebeliste setzt…” Beitrag vom 16.02.2019 beim Bayerischen Flüchtlingsrat
- Warnung: Hinweise auf nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan am Mo, 18.02.2019
“Es gibt Hinweise, dass der nächste Abschiebeflug nach Afghanistan
voraussichtlich am Mo, 18.Februar 2019, stattfinden wird. Informationen
über den möglichen Startflughafen haber wir bisher nicht.” Meldung beim Bayerischen Flüchtlingsrat 
- Die 20. Afghanistanabschiebung und ihre Betroffenen: Künftiges Ehepaar getrennt | Klasse verliert ihren Mitschüler
“Am 07.01.19 fand die erste Sammelabschiebung nach Afghanistan im
neuen Jahr statt, es war die 20. Sammelabschiebung nach Afghanistan.
Bundesweit wurden dabei 36 Personen nach Kabul abgeschoben – 23 davon
kamen aus Bayern. Neben den Personen, über die wir im Vorfeld der
Abschiebung bereits berichteten, sind dem Bayerischen Flüchtlingsrat
noch weitere Fälle bekannt. Nach und nach treffen Informationen über
abgeschobene Lebenspartner, Mitschüler und Bekannte bei uns ein. Diese
Berichte machen fassungslos angesichts der Schicksale, die dahinter
stecken…” Meldung vom 18.01.2019 von und beim bayerischen Flüchtlingsrat 
- [7.1.2019] Nächster Abschiebeflug nach Kabul geplant
“Trotz der weiter prekären Sicherheitslage in Afghanistan sollen
Mitte nächster Woche erneut abgelehnte Asylbewerber aus Deutschland nach
Kabul abgeschoben werden. Der Flug solle am kommenden Dienstag (8.1.)
in Kabul eintreffen, bestätigte ein Mitarbeiter des afghanischen
Flüchtlingsministeriums am Dienstag. (…) Erst an Heiligabend wurden in
Kabul bei einem mehrstündigen Angriff auf mehrere Regierungsgebäude
mindestens 43 Menschen getötet. Für Unruhe sorgten kürzlich auch
US-Medienberichte, denenzufolge die USA rund die Hälfte ihrer in
Afghanistan stationierten Truppen abziehen könnten…” Agenturmeldung vom 1.1.2019 bei der Welt online
- Trotz anhaltender Kämpfe: 36 Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben
“Deutschland hat trotz fortdauernder Anschläge und bewaffneter
Kämpfe Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben. Die insgesamt 36
abgelehnten Asylbewerber landeten am Dienstag in Kabul. (…) 23 der
abgeschobenen Menschen hielten sich zuletzt in Bayern auf, darunter
zwölf rechtskräftig verurteilte Straftäter. Neben Bayern beteiligten
sich Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz,
das Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein an der Abschiebung.
Das Flugzeug landete den Angaben zufolge am Dienstagmorgen in Kabul. (…)
Unter den von München aus Abgeschobenen sei auch ein afghanischer
Flüchtling gewesen, der zum Christentum konvertiert war, kritisierte der
Bayerische Flüchtlingsrat und bezeichnete seine Ausweisung als
„Todesurteil für den Betroffenen“. Die Flüchtlingshelfer halten
Afghanistan für nicht sicher und weisen darauf hin, dass sich bewaffnete
Konflikte dort zuspitzen…” Beitrag vom 9.1.2019 beim Migazin
- Erneut Sammelabschiebung nach Afghanistan: Bayern will am 7.1.19 wieder Kranke nach Kabul abschieben
“Am 07.01.2019 startet nach Erkenntnissen des Bayerischen
Flüchtlingsrats der nächste Sammelabschiebeflug von Deutschland nach
Afghanistan. Laut Medienberichten bestätigt die afghanische Regierung
die geplante Ankunft der Chartermaschine in Kabul am 08.01.2019. Unter
den Abschiebekandidaten sind erneut körperlich und psychisch kranke
Flüchtlinge aus Kabul, z.B. Herr S., ein Bauarbeiter aus Niederbayern.
Er spricht Deutsch, arbeitete auf dem Bau, bis ihm ein Stahlträger auf
die Hand stürzte. Seitdem ist Herr S. arbeitsunfähig, braucht
Medikamente und bezieht Sozialleistungen. Nun will ihn die Zentrale
Ausländerbehörde Deggendorf nach Kabul abschieben und hat ihn in
Abschiebehaft nehmen lassen. Ebenfalls in Abschiebehaft sitzt Herr R. Er
ist depressiv, traumatisiert, brach die Behandlung aber ebenso ab, wie
den Besuch einer Berufsintegrationsklasse. Inzwischen volljährig,
arbeitete Herr R. in einer Plattlinger Pizzeria, bis ihm vor rund drei
Monaten die Arbeitserlaubnis entzogen wurde. Auch er soll sich aber
nächster Woche in Kabul durchschlagen. Auch hier ist die Zentrale
Ausländerbehörde Deggendorf die zuständige Behörde. Ein weiterer, dem
Flüchtlingsrat bekannter Fall ist schon vor längerem vom Islam zum
Christentum konvertiert. Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisiert die
Abschiebungspläne scharf…” Pressemitteilung vom 06.01.2019
- [Passau] Nach Arbeitsunfall droht Salekhan Z. die Abschiebung
“Am Montag, 7. Januar, ist ein erneuter Abschiebeflug nach
Afghanistan geplant. Nach PNP-Informationen soll u.a. Salekhan Z. in dem
Flieger nach Kabul sitzen. Der Mittdreißiger hat sich bei seiner Arbeit
auf dem Bau in Passau die Hand zerquetscht, ist seither krank und
arbeitsunfähig, wie der Bayerische Flüchtlingsrat anprangert. Diese
Woche ist Salekhan Z. in seiner Passauer Unterbringung festgenommen
worden, derzeit sitzt er in Eichstätt in Abschiebehaft. Der
Flüchtlingsrat kritisiert in seiner Pressemitteilung: “Es hat den
Anschein, als würden verstärkt Personen für die Abschiebung in den Blick
genommen, die es aus verschiedenen Gründen nicht schaffen, in eine
qualifizierte Beschäftigung zu kommen.”…” Beitrag vom 04.01.2019 in der Passauer Neuen Presse 
- Kundgebung vor dem Dreikönigstreffen der CSU am 06.01. in München
Anlässlich der Situation auf dem Mittelmeer sowie der nächsten
Afghanistanabschiebung am 7.1. gibt es eine Kundgebung vor dem
Dreikönigstreffen der CSU am 06.01., ab 10.00 am Richard-Strauss-Brunnen
in München
- ACHTUNG: Erneute Sammelabschiebung nach Afghanistan am Dienstag, 4.12.2018 ab Frankfurt
Es gibt Hinweise, dass der nächste Abschiebeflug nach Afghanistan voraussichtlich am Dienstag, den 4.12.2018, stattfinden wird. Weitere Infos beim Flüchtlingsrat Bayern
- Abschiebung nach Afghanistan – Junger Mann wird in diesem
Moment aus Leben gerissen. SFR e.V. fordert Sächsisches
Staatsministerium des Inneren auf, Abschiebung abzubrechen
“„Für uns ist es nicht verständlich, warum ein junger Mann, der voll
integriert ist, nun so plötzlich abgeschoben werden soll. Vor allem, da
er sich nach seiner Eingewöhnungszeit und dem Erlernen der deutschen
Sprache, für die Ausbildung bei uns zum Fachmann der Systemgastronomie
interessierte.“ Der Einstieg in diese Ausbildung wäre für ihn auch bei
uns kurzfristig möglich gewesen.„ Drei Sätze von Helmut Brunhuber, die
eine ganze Zukunft für Hern M. umreißen. Brunhuber ist Geschäftsführer
der Food Star GmbH, die Burger King Filialen im Raum Chemnitz betreibt.
Herr M. arbeitet in Vollzeit in mehreren der Filialen. Nur, zu diesem
Zeitpunkt wird er abgeschoben. Für heute, den 04. Dezember, ist wieder
eine Sammelabschiebung nach Afghanistan terminiert. (…)„Das Sächsische
Staatsministerium des Inneren muss die Abschiebung abbrechen! Wir
fordern auch die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration,
Petra Köpping auf, sich gegenüber ihrem Kabinettskollegen für Herrn M.
einzusetzen. Abschiebungen wie diese untergraben auch ihre politische
Arbeit!“…” Pressemitteilung vom 04.12.2018 von und bei Sächsischer Flüchtlingsrat
und deren Protestvorlage 
- Abschiebeflug Nr. 19 nach Kabul heute ab Frankfurt. PRO
ASYL: Die Risiken für die Abgeschobenen werden ständig größer –
Demonstration gegen Abschiebung am Flughafen um 18:30 Uhr geplant
“Am heutigen Dienstag wird zum neunzehnten Mal seit Beginn der
Charterabschiebungen nach Afghanistan abgeschoben. Insgesamt wurden bei
den bisherigen Flügen 425 Personen abgeschoben – in eine
Sicherheitssituation hinein, die sich kontinuierlich verschlechtert.
Heute wird der Charterflug in Frankfurt starten. PRO ASYL kritisiert die
Weiterführung der Abschiebungen nach Afghanistan als unverantwortlich
und den Ernst der Lage verkennend. (…) Insbesondere Bayern wird
vermutlich weiter eine härtere Linie fahren (und einige Länder
mitziehen.) Dort sind auch in den letzten Wochen wieder Fälle bekannt
geworden, in denen jungen Flüchtlingen die Ausbildungsduldung nicht
erteilt wurde oder Ausbildungen auf Behördenanordnung abgebrochen werden
mussten und die Betroffenen sich davor fürchten, statt ausgebildet
abgeschoben zu werden. Die 3+2-Regelung (Ausbildungsduldung) wird in
manchen Regionen geradezu sabotiert…” Pressemitteilung vom 04.12.2018 von und bei Pro Asyl
- Demos gegen die Abschiebung am 4. Dezember am Flughafen Frankfurt und in Nürnberg
- Stoppt die Abschiebung nach Afghanistan! Demo am 4. Dezember 2018 ab 18:30 am Flughafen Frankfurt
- No Deportation Nowhere! Demo am 04.12. um 19:00 Uhr am HBF Nürnberg, siehe Aufruf bei redside
- Abschiebung trotz Verzweiflung und Krankheit – Unter den
Verhafteten für die für heute geplante Abschiebung nach Afghanistan sind
viele Fälle, die suizidgefährdet und krank sind
“R.Mohammadi flüchtete als 11jähriger aus Afghanistan und kam 2015
nach Deutschland. Bis kurz nach seiner Volljährigkeit lebte er in einer
Wohngruppe für unbegleitete Minderjährige in Kissingen. Die
traumatischen Erlebnisse seiner Flucht und der Verlust seiner Familie
haben ihn hier nie losgelassen. Trotz massiver psychischer Belastung
ging er zur Schule und absolvierte erfolgreich mehrere Praktika. 2017
wurde sein Asylantrag abgelehnt, eine Klage blieb erfolglos. Wegen des
enormen Drucks der drohenden Abschiebung und der zeitgleichen Entlassung
aus der Jugendwohngruppe, brach er im Mai 2017 zusammen. Er wurde nach
einem Selbstmordversuch in das BKH Augsburg eingeliefert. Trotzdem
bemühte er sich intensiv weiter voranzukommen. R.Mohammadi war gerade
dabei, sich in Augsburg bei „Nordsee“ um einen Arbeitsplatz zu bemühen.
(…) Trotz seiner traumatischen Erlebnisse hat er versucht, nicht
aufzugeben, sogar nach seinem verzweifelten Selbstmordversuch“, so Frau
S, seine ehemalige Betreuerin aus der Wohngruppe von Prisma e.V. Auch
andere Afghanen, die jetzt gesucht worden sind, wie Hafizullah K aus dem
Dachauer Land oder Karim aus Freising, drückt die Angst vor der
Abschiebung nieder, sie können nur noch mit Psychopharmaka ihre Angst
niederringen. Dass nun die Polizei nach ihnen sucht, kann sie in erneute
Suizidversuche treiben. Ein weiterer junger Afghane ist heute im
Großraum München festgenommen worden. Er hat in Afghanistan vier Jahre
für die US Armee gearbeitet, ein Bruder von ihm ist deswegen von den
Taliban ermordet worden. Auch er wird von den Taliban gesucht. Erst vor
vier Wochen war er wegen akuter Suizidgefahr stationär in die
Psychiatrie aufgenommen worden. Mohamad S, wurde heute früh in
Vilsbiburg verhaftet. Er ist Schüler in der Berufsintegrationsklasse,
hatte schon erfolgreich in Praktikum in einem Hotel absolviert. Für den
27.11.2018 ist eine Operation seiner Ohren anberaumt, ohne die, so die
Auskunft der Uniklinik Regensburg, ihm bald völlige Taubheit droht…” Meldung des Bayerischen Flüchtlingsrats vom 13. November 2018
, siehe auch:
- Sachsen: Protest gegen Abschiebung nach Afghanistan
“Für den Dienstagabend war ein erneuter Abschiebeflug vom Airport
Leipzig/Halle nach Afghanistan geplant. Linken-Politiker und
Menschenrechtler protestierten. Den sächsischen Behörden warfen sie
übertriebene Härte bei Abschiebungen vor. (…) Zusammen mit den
Flüchtlingsräten Sachsens und Sachsen-Anhalts forderte „Protest LEJ“
zudem unabhängige Abschiebe-Beobachter an dem Leipziger Airport. Dies
sei nötig, da die Abschiebepraxis der sächsischen Landesregierung in den
vergangenen Monaten immer rigider geworden sei, sagte Mark Gärtner vom
sächsischen Flüchtlingsrat. Zuletzt seien auch Kranke und Menschen mit
Behinderung abgeschoben worden…” Bericht vom 14. November 2018 beim Migazin
- Vorraussichtliche nächste Abschiebung nach Afghanistan am 13.11.2018 ab Leipzig/Halle
“Es gibt Hinweise, dass der nächste Abschiebeflug nach Afghanistan
voraussichtlich am Dienstag, den 13.11.2018, stattfinden wird. Nach
unseren Informationen gehen wir davon aus, dass der nächste Flug vom
Flughafen Leipzig/Halle starten wird.” Erste Warnung von und beim Bayerischen Flüchtlingsrat
und:
- Keine Abschiebung! Nirgendwohin! 12.11., 19:00 Uhr Hauptbahnhof Nürnberg
“Am 13.11. plant der deutsche Staat die nächste Sammelabschiebung
nach Afghanistan. Das nehmen wir zum Anlass, gemeinsam mit dem offenen
internationalistischen Treffen „come fight stay – together“ und allen
anderen solidarischen Menschen und Strukturen gegen alle Abschiebungen
auf die Straße zu gehen! Zum mittlerweile 18. mal sollen Menschen aus
der Sicherheit in eine Zukunft ohne jede Hoffnung nach Afghanistan
abgeschoben werden. Mittlerweile ist Afghanistan längst nicht mehr das
einzige Ziel solcher „Charterflüge“ Nach Nigeria und Osteuropa sind
bereits solche Flüge gegangen, nach Italien hatte Bayern kürzlich
geplant Charterflüge einzuführen und die Liste, für nächste Ziele ist
lang: Äthiopien, Eritrea, Ghana, Armenien…” Aufruf von und bei organisierte autonomie Nürnberg 
- Egal wer, egal wohin – Gegen jede Abschiebung: Demonstration am 13. November 18 Uhr München Odeonsplatz
“Am Dienstag, 13.11. führt die Bundesregierung bereits den 17.
Abschiebflug nach Afghanistan durch – ein Land in dem seit vielen Jahren
Krieg herrscht. Es wird zu erwarten sein, dass Bayern wieder ehrgeizig
daran mitwirkt, Menschen, egal ob in Ausbildung oder in welcher
Situation auch immer, aus dem Leben zu reißen und zum Abschiebeflug zu
bringen. Der Umgang mit dem Thema Afghanistan ist sinnbildlich für die
rassistische Abschiebe- und Ausgrenzungspolitik der reaktionären
Parteien. (…) Deswegen wenden wir uns nicht nur exemplarisch gegen
Abschiebungen nach Afghanistan, sondern gegen alle Abschiebungen – egal
wohin. Bewegungsfreiheit ist ein essenzielles Menschenrecht, das aber
aktuell nur einem kleinen Teil der Menschheit ermöglicht wird. Wir
wenden uns gegen eine Politik der Ausgrenzung, gegen Isolation, gegen
AnKER-Zentren, gegen die Kriminalisierung von Refugee-Protesten und
gegen die Festung Europa. Wir stehen ein für eine solidarische und
vielfältige Gesellschaft, an der jede*r teilhaben kann. Gemeinsam wollen
wir am Dienstagabend durch die Münchner Innenstadt ziehen und unsere
Wut über die rassistische Politik und über die anhaltenden Abschiebungen
nach Afghanistan, genauso wie unsere Forderung nach Bewegungsfreiheit
und gleichberechtigter Teilnahme an der Gesellschaft auf die Straße
tragen. Keine Abschiebung nach Afghanistan! Keine Abschiebung
nirgendwo!” Aufruf der Karawane München vom 9. November 2018
- Weiterer schwerer Anschlag: Abschiebungen nach Afghanistan zunehmend in der Kritik
“Zehn Kandidaten sind bereits bei Anschlägen gestorben, am
Donnerstag erschossen die Taliban weitere Politiker und einen mächtigen
Polizeichef. (…) Kurz vor der Parlamentswahl am Samstag sendet der
Anschlag ein fatales Signal aus. Die Taliban haben gedroht, die
Abstimmung zu stören und Wähler, Wahlhelfer, Polizei und andere
Sicherheitskräfte umzubringen. Bereits zehn Kandidaten für die Wahl sind
in den vergangenen Wochen getötet worden. Misereor zufolge ist mit
weiterer Gewalt zu rechnen. Abschiebungen an den Hindukusch müssten
daher ausgesetzt werden. „Die Sicherheitslage und die Armutssituation in
Afghanistan sind seit Jahren katastrophal und verschlimmern sich
täglich“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hilfswerks, Pirmin Spiegel,
in Aachen. In Deutschland habe es trotzdem noch Anfang Oktober einen
Abschiebeflug von Niedersachsen nach Afghanistan gegeben, kritisierte
er. Aktuell ist Bayern das einzige Bundesland, das grundsätzlich alle
ausreisepflichtigen Afghanen abschiebt. Die überwiegende Mehrheit der
Bundesländer dagegen hält an Einschränkungen für Abschiebungen nach
Afghanistan fest und fliegt nur oder vorrangig Gefährder oder Straftäter
nach Kabul. Spiegel forderte die Bundesregierung auf, verstärkt auf
Integration zu setzen, statt Flüchtlinge zurückzuschicken…” Beitrag vom 19. Oktober von und bei MiGAZIN
- Sammelabschiebung nach Afghanistan voraussichtlich am 2.10.2018 vom Flughafen München
“Es gab bereits einige Hinweise auf die nächste Sammelabschiebung
nach Afghanistan in der ersten Oktoberwoche, speziell Di, 02.10.18 sowie
Do, 04.10.18. Wir gehen nun davon aus dass der nächste Sammelcharter
voraussichtlich am Dienstag, 02. Oktober 2018, vom Flughafen München
gehen wird. Sollte sich hier noch etwas ändern, teilen wir das
selbstverständlich über die bekannten Kanäle mit.” Meldung vom und beim Flüchtlingsrat Bayern 
- Erste Details zu Afghanistan-Abschiebung Nr 16 – erste
Gegendemonstration aus dem „rechtsextremen“ Spektrum zur „Nachtdemo“ am
Odeonsplatz/München
“Kurz nach dem fast pünktlichen, für 22 Uhr avisierten Start der 16.
Deutschen Sammelabschiebung vom Flughafen München berichtete der
Bayerische Rundfunk, dass „etwas mehr als ein Dutzend“ abgelehnte
afghanische Asylbewerber auf dem Flug gewesen sein. „Die meisten davon“
sollen in Bayern gelebt haben. (…) Der Sprecher des afghanischen
Flüchtlingsministeriums Hafiz Ahmad Miakhel bestätigte inzwischen auf
Twitter die Ankunft von 17 Afghanen. Damit erhöht sich die Gesamtzahl
der seit Dezember 2016 aus Deutschland abgeschobenen Afghanen auf 366.
211 waren es bisher im Jahr 2018. (…) Die im Vergleich zum Abschiebeflug
Nr 15 im August und davor Flug Nr. 14 mit 69 Abgeschobenen wieder
deutliche niedrigere Zahl von „Passagieren“ könnte mit dem jüngsten
Bericht des UNHCR zusammenhängen, das von „generalisierte Gewalt“ am
Ankunftsort Kabul berichtet hatte. (…) Wieder kam es zu Protesten gegen
die Abschiebung in Form einer „Nachtdemo“ am Odeonsplatz, zu der u.a.
der Bayerische Flüchtlingsrat aufgerufen hatte – und offenbar erstmals
zu einer Gegendemonstration, an der sich „eine Handvoll Personen aus dem
rechten Spektrum“ beteiligt hätten, wie es im bereits zitierten
BR-Bericht hieß. Besser hätte es wohl aus dem „rechtsextremen“ Spektrum
heißen müssen, denn „laut Polizei wurde eine dieser Personen wegen
Zeigen des Hitlergrußes vorläufig festgenommen.“…” Aktualisierter Beitrag vom 12.9.2018 von und bei Thomas Ruttig 
- Hinweise auf nächsten Abschiebetermin nach Afghanistan am Di, 11. September 2018
“Spiegel Online
und die Welt
berichteten die Tage von einem nächsten Sammelabschiebungtermin nach
Afghanistan. Wir können diesen Termin soweit bestätigen. Die nächste
bundesweite Abschiebung nach Afghanistan soll am Di, 11. September 2018
stattfinden. Voraussichtlich soll der Flug wieder vom Flughafen München
gehen…” Warnung von und beim Bayerischen Flüchtlingsrat
- Sammelabschiebung nach Afghanistan: Unter den Betroffenen
waren mehrere schwer kranke Personen. Eine Person wurde vier Tage nach
Bauchoperation abgeschoben
“Bei der gestrigen Sammelabschiebung nach Afghanistan wurden 46
Personen von München aus nach Kabul abgeschoben. Der Flieger hob um kurz
vor Mitternacht ab und 25 der 46 Personen kamen aus Bayern. In seiner
heutigen Pressemitteilung betonte das Bayerische Innenministerium, dass
nach rechtskräftiger Ablehnung regelmäßig auch keine individuellen
Gründe vorlägen, die einer Abschiebung entgegenstehen. Weiter sagt
Innenminister Herrmann: „Zum Rechtsstaat gehört auch, dass die Umstände
des Einzelfalls nicht aus dem Blick geraten dürfen.“ Dass dies lediglich
ein heuchlerisches Lippenbekenntnis bleibt und individuelle Gründe sehr
wohl vorhanden waren ohne dass sie Geltung fanden, zeigt sich in einem
besonders drastischen Fall. Ein junger Mann aus Niederbayern mit
schwerer Depression und posttraumatischer Belastungsstörung wurde
gestern mit dem Sammelabschiebeflieger nach Kabul abgeschoben. Neben
seinen schwerwiegenden psychischen Erkrankungen kommt hinzu, dass bei
ihm erst vergangenen Samstag eine Operation am Bauch vorgenommen werden
musste. Entsprechend ist auch noch Nahtmaterial in der Wunde vorhanden,
das auf Empfehlung der behandelnden Klinik nach zehn Tagen nach der
Operation entfernt werden solle. Trotz alledem wurde er als reisefähig
erklärt und befindet sich nun mit den 45 anderen Personen in Kabul. Hier
solle er sich laut Verwaltungsgericht nun selbst um die Wundversorgung
kümmern. Aus Brandenburg wurden zudem zwei Fälle von Personen bekannt,
die suizidal sind (siehe Pressemitteilung vom Flüchtlingsrat Brandenburg vom 15.8.2018
)...” Pressemitteilung von und bei Flüchtlingsrat Bayern vom 15.8.2018 
- Kabul: Weiterer Abschiebeflug mit 46 Menschen an Bord in Afghanistan eingetroffen
“Mit 46 Menschen an Bord ist am Mittwochmorgen ein weiterer
Abschiebeflug aus Deutschland in der afghanischen Hauptstadt Kabul
gelandet. Die 15. Sammelabschiebung seit Ende 2016 stieß auf heftige
Kritik. (…) Gegen den jüngsten Abschiebeflug aus München protestierten
mehrere hundert Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt. Der
Flüchtlingsrat sprach von rund 700 Demonstranten, die Polizei von etwa
600. Der bayerische Flüchtlingsrat kritisierte, dass unter den
Abgeschobenen auch gut integrierte Männer seien, die sich hier bereits
eine Perspektive aufgebaut hätten. Zudem missachte die Bundesregierung
mit dem Flug die neuesten Erkenntnisse des Auswärtigen Amtes über die
“volatile” Sicherheitslage in Afghanistan. Die Abschiebungen dorthin
seien “Symbolpolitik, um Deutschland als harten Abschiebestaat zu
präsentieren und die rechten Wähler*innen zu umwerben“…” Meldung vom 15. August 2018 beim MDR 
- Flüge nach Afghanistan: Bayern schiebt ab, wer greifbar ist [weil integriert] – Die Folge: Viele Migranten tauchen unter
“Abschiebungen nach Afghanistan – das ist gerade für die CSU ein
wichtiges Thema. Längst geht Bayern nicht mehr vor allem gegen
Straftäter und Gefährder vor. Die Folge: Viele Migranten tauchen unter.
(…) Bis Anfang Juni schob Deutschland wegen der kritischen
Sicherheitslage in Afghanistan nur Straftäter ab, sogenannte Gefährder,
sowie Menschen, die sich ihrer Identitätsfeststellung verweigerten. Auf
Grundlage eines neuen Lageberichts des Auswärtigen Amts entschied die
Bundesregierung aber, diese Beschränkungen aufzuheben. Während sich die
meisten Bundesländer an die alte Regelung halten und vorwiegend
Straftäter abschieben, geht Bayern hier einen Sonderweg. Nur fünf der 51
aus Bayern Abgeschobenen auf dem letzten Flug waren Straftäter. (…) Auf
die Frage, wie sich die konkrete Passagierliste zusammensetze,
antwortet das Bundesinnenministerium, es würden letzten Endes diejenigen
abgeschoben, die auffindbar sind: “Die endgültige Passagierliste hängt
im Wesentlichen davon ab, welche von den zuvor aufgemeldeten
ausreisepflichtigen afghanischen Staatsangehörigen von den Ländern am
Tag der konkreten Maßnahme auch zugeführt werden.” Und “zugeführt
werden” können eben vor allem diejenigen, die sich vorbildlich
verhalten, die einen geregelten Tagesablauf haben, die in die Schule
oder zur Arbeit zu gehen…” Beitrag von Anna Tillack und Lisa Wreschniok vom 14. August 2018 bei tagesschau.de 
- Die große Angst: Junge Afghanen fürchten Abschiebung aus Deutschland
“Seitdem das bayerische Innenministerium verkündet hat, dass
abgelehnte Asylbewerber aus Afghanistan ohne Ausnahme abgeschoben werden
sollen, wächst die Angst, dass gut integrierte Menschen von heute auf
morgen das Land verlassen müssen. (…)Unterstützer und Freunde stünden
fassungslos vor der bayerischen Abschiebungslinie, sagt die
ehrenamtliche Helferin Milena Eichhorn, Pädagogikstudentin aus Bamberg.
„Da passieren zurzeit Geschichten, die sind so krass und nicht
nachvollziehbar.“ Es könne doch nicht sein, dass Menschen, „die hier
wunderbar integriert sind“, abgeschoben werden und in Afghanistan in
Gefahr sind, sagt die 22-Jährige. Die Aufregung und Furcht sei auch bei
denen groß, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, berichtet
Sozialarbeiter Riccardo Schreck, der ebenfalls ehrenamtlich in der
Asylarbeit aktiv ist. Er hat drei afghanische Freunde, die in den
vergangenen Tagen untergetaucht sind, sagt er. Einen von ihnen vermutet
er in Frankreich, denn das Nachbarland schiebt wegen der Gefahrenlage in
Afghanistan dorthin nicht mehr ab. Er wünscht sich, „dass die
tatsächliche Gefährdung“ für die Rückkehrer auch in Deutschland zur
Kenntnis genommen wird…” Artikel von Jutta Olschewski vom 15. August 2018 beim Migazin 
- Endlich Worte in Taten umsetzen. Erneute Sammelabschiebung
nach Afghanistan am kommenden Dienstag, den 14. August 2018 vom
Flughafen München / Demonstration in München am 14.8. um 20:30 Uhr,
Auftakt: Odeonsplatz
“Bei der Eröffnung des Landesamtes für Asyl und Rückführungen am 27.
Juli 2018 hatte Ministerpräsident Markus Söder Verbesserungen beim
Zugang zu Arbeit und Ausbildung für Flüchtlinge versprochen: Der
Freistaat Bayern werde in Zukunft „deutlich offener sein und alle
Ermessensspielräume nutzen“. Der nordrhein-westfälische
CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer hat am 3. August 2018 einen
Abschiebestopp für Pflegefachkräfte gefordert. Eine Reihe von
Ministerpräsidenten wie auch der Präsident des Deutschen Instituts für
Wirtschaft in Köln forderten, wer eine Ausbildung in Aussicht habe,
dürfe nicht auf eine Abschiebeliste. Diese Kurswende beim Zugang zum
Arbeits- und Ausbildungsmarkt ist absolut begrüßenswert, wenn sie nicht
ein Lippenbekenntnis bleibt. Bei der bevorstehenden Abschiebung nach
Afghanistan wird sich zeigen, ob die bayerische Staatsregierung auch
hält, was sie verspricht. Am kommenden Dienstag, den 14. August 2018
soll der mittlerweile 15. Sammelabschiebeflieger nach Afghanistan
starten, diesmal wieder vom Flughafen München. Darunter sind dem
Bayerischen Flüchtlingsrat wieder Fälle von Betroffenen bekannt, die
sich bereits in Ausbildung oder Schule befanden. So hat einer der
Kandidaten für den Abschiebeflug nur noch ein Jahr Berufsschule vor
sich. Ein anderer hatte schon zwei Jahre eine Ausbildung absolviert. Der
Arbeitgeber, eine Kulmbacher Firma für Sanitärtechnik, würde den jungen
Afghanen sofort wieder beschäftigen. Beide sollen nun am Dienstag
abgeschoben werden…” Pressemitteilung vom 10.08.2018 vom und beim Flüchtlingsrat Bayern
, siehe auch Infos zu deren Banneraktion 
- Einschränkungen: Länder schieben nur bestimmte Gruppen nach
Afghanistan ab / Künftig soll jeden Monat ein Rückführungsflug nach
Kabul durchgeführt werden
“Anfang Juni hat die Bundesregierung die Einschränkungen für
Abschiebungen nach Afghanistan aufgehoben. Seitdem kann theoretisch
jeder abgelehnte Asylbewerber zurückgeschickt werden. In der Praxis
macht aber nur Bayern davon Gebrauch. Die überwiegende Mehrheit der
Bundesländer hält an den Einschränkungen für Abschiebungen nach
Afghanistan fest. Wie eine Umfrage des „Evangelischen Pressedienstes“
unter den Innenministerien der Länder ergab, werden weiterhin nur oder
vorrangig Gefährder oder Straftäter abgeschoben. Nur Bayern gibt an,
grundsätzlich alle ausreisepflichtigen Afghanen abzuschieben. Die
Bundesregierung hatte die Einschränkungen eigentlich Anfang Juni
aufgehoben. Abschiebungen fallen aber in die Zuständigkeit der Länder.
Dort wird über die einzelnen Fälle entschieden. Das
Bundesinnenministerium kündigte am Sonntag an, die Anzahl der
Rückführungen deutlich erhöhen zu wollen. (…) In diesem Jahr gab es nach
Angaben des Bundesinnenministeriums bislang sechs Sammelabschiebungen
mit insgesamt 148 Afghanen. 226 Afghanen reisten darüber hinaus im
ersten Halbjahr im Zuge einer geförderten Rückkehr aus. Insgesamt wurden
bis Ende Juni laut vorläufigen Zahlen des Innenministeriums mehr als
12.000 Menschen aus Deutschland abgeschoben, knapp 9.000 sind von allein
ausgereist. Abschiebungen nach Afghanistan finden aber nicht nur im
Rahmen gecharterter Flüge statt. Berlin beteiligte sich etwa nur mit
einer Abschiebung an einem Sammelflug. Bis Ende Mai wurden insgesamt
nach Angaben der Innenverwaltung aber 28 Menschen aus der Hauptstadt
nach Afghanistan abgeschoben. (…) Künftig soll jeden Monat ein
Rückführungsflug nach Kabul durchgeführt werden…” Beitrag vom 7. August 2018 beim Migazin 
- Warnung: Hinweise auf bundesweiten Abschiebetermin nach Afghanistan am Di, 14. August 2018 ab München
“Wir haben Hinweise darauf, dass die nächste Abschiebung nach
Afghanistan in der 33. Kalenderwoche, vermutlich am 14.08. geplant ist.
In Bayern sitzt bereits mindestens eine Person in Abschiebehaft, eine
Person wurde heute zu verhaften versucht. Wir vermuten weiter, dass es
bei der bayernlastigen Verteilung der Kandidaten wieder zu einer
Abschiebung vom Flughafen München aus kommen könnte. Wir bitten alle,
diese Information weiterzugeben und Betroffene nach Möglichkeit zu
warnen. In Bayern, aber auch in Sachsen und vermutlich
Mecklenburg-Vorpommern gilt eine Einschränkung auf Straftäter,
Gefährder, Mitwirkungsverweigerer nicht. Hier sind grundsätzlich alle
ausreisepflichtigen Männer mögliche Betroffene. Da vermutlich wie bei
den bisherigen Flügen versucht werden wird, einen Teil der Betroffenen
vorab in Abschiebehaft zu nehmen, sollte man möglicherweise Betroffene
auch ab jetzt zu erhöhter Vorsicht ermahnen. Gerade in Bayern traf es
beim letzten Flug insbesondere auch gut integrierte Afghanen, die sich
vielleicht in Sicherheit wiegen, weil sie eine Arbeit haben, eine
Ausbildung, eine Wohnung, oder weil ihr Fall in der Härtefallkommission
liegt. All dies wurde bei der letzten Abschiebung in Bayern nicht
berücksichtigt, und stellt deshalb keinen Schutz dar.” Meldung vom bayerischen Flüchtlingsrat vom 2 August bei Fratzebuch, siehe für Weiteres die Homepage des bayerischen Flüchtlingsrats 
- Zivilcourage: Elin Ersson verhinderte Abschiebungsflug nach Afghanistan
“Ganz viel Liebe für diese wunderbare Frau, die einen Flug von
Göteborg nach Afghanistan verhindert, da sich in der Maschine
geflüchtete Menschen befanden, die nach Afghanistan abgeschoben werden
sollen. Einem dieser Menschen soll in Afghanistan der Tod drohen. Durch
die Tatsache, dass sie sich nicht auf ihren Sitz setzte, musste der
Pilot den Flug (vorerst) abbrechen. Elin Ersson, so der Name der Frau,
streamte unter Tränen die Situation live. Hier der herzergreifende
Mitschnitt” siehe das Video seit dem 24. Juli 2018 bei den Blog-Rebellen
und endlich nicht mehr nur bei Fratzebuch. Zu den Hintergründen und Folgen siehe die tageschau-Meldung 
- Afghane rechtswidrig abgeschoben
“Am Morgen des 3. Juli wurde Nasibullah S. von Polizisten aus seiner
Unterkunft in Neubrandenburg geholt, zum Flughafen München und von dort
nach Kabul gebracht. Er ist einer der 69 Menschen, die an diesem Tag
nach Afghanistan abgeschoben wurden. Und im Fall von Nasibullah S. war
diese Aktion offenbar unrechtmäßig. Denn er befand sich nach Recherchen
des NDR noch im Asylverfahren. Das bestätigte das Verwaltungsgericht
Greifswald auf Nachfrage. (…) Eine Woche nach der Abschiebung hätte der
20-Jährige vor Gericht angehört werden sollen, weil er gegen die
Ablehnung seines Asylantrages geklagt hatte. “Wegen des laufenden
Asylklageverfahrens hätte keine Abschiebung erfolgen dürfen”, teilte ein
Gerichtssprecher mit. “Verfassungsrechtlich muss man hier von einem
Verstoß sprechen”, sagt Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der
Linksfraktion im Bundestag. Denn jeder Asylbewerber habe Anspruch auf
Schutz, solange das Verfahren nicht wirklich geklärt sei. “Von daher ist
es im Grunde genommen ein Skandal, dass hier einfach über die Gerichte
hinweg abgeschoben wird”, so Jelpke. Die Anwältin des Mannes, die
Stralsunder SPD-Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen, hat nach eigenen
Angaben bereits beantragt, dass die Behörden S. zurück nach Deutschland
holen, damit er sein Verfahren beenden kann… “ Meldung von von Gabor Halasz, Sebastian Pittelkow, Hannes Stepputat vom 17. Juli 2018 bei NDR online 
- Abgeschobener Afghane begeht in Kabul Suizid
“Ein aus Deutschland abgeschobener Flüchtling hat sich in
Afghanistan selbst getötet. Er gehörte zu den 69 Abgeschobenen, über die
Innenminister Seehofer gesprochen hatte. Ein vor einer Woche aus
Deutschland abgeschobener afghanischer Asylbewerber hat sich nach seiner
Rückkehr erhängt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für
Migration (IOM) fand man ihn tot in einer Unterkunft der Organisation in
Kabul. Der Mann aus der nordafghanischen Provinz Balkh war demnach 23
Jahre alt und hatte acht Jahre lang in Deutschland gelebt. Der Mann sei
im Spinsar-Hotel gefunden worden, hieß es. Dort gewährt die IOM
rückkehrenden Flüchtlingen, die nicht wissen, wo sie unterkommen sollen,
für einige Tage Unterkunft. (…) Ein vor einer Woche aus Deutschland
abgeschobener afghanischer Asylbewerber hat sich nach seiner Rückkehr
erhängt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration
(IOM) fand man ihn tot in einer Unterkunft der Organisation in Kabul.
Der Mann aus der nordafghanischen Provinz Balkh war demnach 23 Jahre alt
und hatte acht Jahre lang in Deutschland gelebt. Der Mann sei im
Spinsar-Hotel gefunden worden, hieß es. Dort gewährt die IOM
rückkehrenden Flüchtlingen, die nicht wissen, wo sie unterkommen sollen,
für einige Tage Unterkunft…” Agenturmeldung vom 11. Juli 2018 bei der Zeit online 
- Keine Schlupflöcher für Menschenrechtsverletzungen! Pressemitteilung des Berliner Bündnis gegen Abschiebungen nach Afghanistan
“Unbehelligt von der Öffentlichkeit schiebt die rot-rot-grüne
Berliner Regierung am 3. Juli einen Mann nach Afghanistan ab und
beteiligt sich so erstmals an einer Sammelabschiebung nach Afghanistan.
Die Unmenschlichkeit und politische Verantwortungslosigkeit einer jeden
Abschiebung nach Afghanistan lässt sich jedoch weder durch eine
Haftstrafe, noch als eine Einzelentscheidung rechtfertigen oder
schönreden. (…) Selbst wenn – wie von Innensenator Geisel bestätigt –
die Berliner Linie beibehalten wird, trägt diese Abschiebung nach
Afghanistan doch dazu bei, diese aufzulösen und setzt die Vorstellung
um, dass das Leben von afghanischen Menschen es nicht wert ist geschützt
zu werden. Angesichts der weiterhin praktizierten Dublin-Abschiebungen
in EU-Länder, wo Menschen eine Abschiebung nach Afghanistan droht, ist
ohnehin fraglich, ob von einer Berliner Linie die Rede sein kann. (…)
12.000 Berliner*innen haben am Samstag auf der Straße klar gemacht, dass
sie die unmenschliche und mörderische Migrationspolitik, die von
rechten Kräften in Deutschland und der EU gefordert und Schritt für
Schritt durchgesetzt wird, nicht hinnehmen und dass jedes Menschenleben
zählt. Die Berliner*innen möchten keine weiteren durch die Politik und
die Regierungsparteien zu verantwortenden Toten, weder durch
Verhinderung von Seenotrettung im Mittelmeer, noch durch zwangsweise
Abschiebung in den Krieg! Gestern zeigten sich erneut viele
Berliner*innen bei der Demonstration “Kein Schlussstrich” solidarisch
mit den Familien, Betroffenen und Hinterbliebenen von rassistischen
Morden…” Pressemitteilung des Berliner Bündnis gegen Abschiebungen nach Afghanistan vom 12.7.2018 
- Air Bavaristan: Bayern kennt bei Abschiebung keine Grenzen.
Bayerischer Flüchtlingsrat: Hunderte Afghanen flüchten aus Bayern. Die
CSU produziert selbst Sekundärmigration
“Bei der gestrigen Abschiebung nach Afghanistan hat Bayern allein 51
der insgesamt 69 Abgeschobenen auf den Flug gebracht. Zahlreiche
weitere Afghanen wurden gestern polizeilich gesucht, wurden aber nicht
angetroffen. Betroffen sind Schüler, Flüchtlinge mit festem
Arbeitsplatz, sogar eine Person, die eine zweijährige schulische
Ausbildung absolviert, aber nicht rechtzeitig einen Antrag auf
Ausbildungsduldung gestellt hatte. Fest steht: es gibt keine
Integrationsleistung, die in Bayern vor der Abschiebung schützt. Das hat
desaströse Auswirkungen. Aus allen Teilen Bayerns kommen Mitteilungen,
dass Afghanen nicht mehr in der Schule erscheinen, sich verstecken und
vor allem aber das Land verlassen. Der Bayerische Flüchtlingsrat geht
davon aus, dass zehn Mal so viele, wie gestern abgeschoben wurden, sich
auf den Weg nach Frankreich, Spanien oder Italien gemacht haben. (…)
Setzt Bayern sich mit dieser Politik durch, zerstört dies das ohnehin
fragile gemeinsame Europäische Asylsystem und gefährdet die
Freizügigkeit im Schengenraum. Wir fordern alle sich für vernünftig
haltenden Politiker*innen auf, diesem Treiben Einhalt zu gebieten und
Abschiebungen nach Afghanistan zu stoppen.“” Pressemeldung vom 4.7.2018 vom und beim Bayerischen Flüchtlingsrat 
- CSU räumt ab – Schüler und kranke Afghanen sind oben auf der
Liste. Bayern stellt mehr als zwei Drittel der Personen für den
Abschiebeflug
“Am heutigen Dienstag, den 3.7.18, soll um 21:50 Uhr der 14.
Sammelabschiebeflug nach Afghanistan gehen, diesmal vom Flughafen
München. Allein heute sind an uns sieben weitere Fälle herangetragen
worden, die sich bereits in Abschiebehaft oder in Polizeistationen
befinden und für den heutigen Flug vorgesehen sind. Damit sind uns
insgesamt 18 Fälle bekannt, die von Bayern aus auf dem Abschiebeflieger
sitzen sollen. Zahlreiche weitere werden sich wohl in Strafhaft befinden
oder noch kurzfristig verhaftet werden. Aus den anderen Bundesländern
sind bislang nur sieben Personen für den Sammelabschiebeflug heute von
München aus vorgesehen. Damit stellt Bayern bislang mehr als zwei
Drittel der abzuschiebenden Personen und ist das einzige Bundesland,
dass jetzt Abschiebungen nach Afghanistan massiv ausweitet. Dabei geht
die Bayerische Staatsregierung diesmal wieder besonders rigide vor und
will selbst gut integrierte Personen und junge Erwachsene aus
Jugendhilfeeinrichtungen heraus abschieben: So berichteten wir bereits
gestern über Esam (Pressemitteilung vom 2.7.18), der sich in der
Ausbildung zum Bäcker befindet. Ein Berufsschüler wurde aus einer
heilpädagogischen Einrichtung heraus verhaftet; ein anderer auf dem Weg
zur Berufsschule. A., gerade mal 19 Jahre alt, wurde aus einer
Jugendhilfeeinrichtung heraus verhaftet; F., auch erst 19 Jahre alt, ist
Berufsintegrationsschüler und soll heute Abend abgeschoben werden. W
ist seit 7 Jahren in Deutschland und hat seit 5 Jahren einen
unbefristeten Arbeitsvertrag, heute früh wurde auch er verhaftet. H.
lieferte die Psychiatrische Klinik Gauting im Landkreis Starnberg an die
Polizei aus. Er war seit zehn Tagen in stationärer Behandlung. W. aus
Schwaben brach beim Verhaftungsversuch zusammen und wurde in die
Psychiatrie überstellt…” Meldung vom 03.07.2018 beim Bayerischen Flüchtlingsrat
- Abschiebeflug in Kabul angekommen. Mehr als 50 Menschen sind in das Kriegsgebiet am Hindukusch abgeschoben worden
“Mit mehr als 50 Menschen an Bord ist in der afghanischen Hauptstadt
Kabul ein weiterer Abschiebeflug angekommen. Das sagten Beobachter von
afghanischen und internationalen Flüchtlingsinstitutionen am Kabuler
Flughafen am Mittwochmorgen. Damit haben Bund und Länder die bisher
weitaus größte Gruppe abgelehnter Asylbewerber in das kriegszerrissene
Land abgeschoben. Bisher hatte eine Vereinbarung gegolten, wonach nicht
mehr als 50 Passagiere an Bord von Abschiebeflügen sein dürfen. Oft
waren es weniger als 20 Passagiere pro Flug. Die aus München kommende
Maschine war um 8:40 Uhr Ortszeit in Kabul gelandet. Insgesamt haben
Bund und Länder nun mehr als 280 Afghanen auf direktem Weg in ihr
Heimatland zurückgebracht. Flüchtlingsaktivisten hatten erklärt, dass
eine große Gruppe aus Bayern kommen werde. Stephan Dünnwald vom
Bayerischen Flüchtlingsrat sagte, er wisse allein von zwölf Betroffenen
aus Bayern. »Darunter sind Jungs, die in die Integrationsklasse gingen –
mindestens zwei – und mehrere, die krank sind.«...” Agenturmeldung vom 04.07.2018 beim ND online
- Nächstern Abschiebetermin nach Afghanistan am Di, 03. Juli vom Münchner Flughafen
Bisher gab es verschiedene Meldungen über den nächsten möglichen
Abschiebetermin. Nun wurde bekannt, dass die nächste Abschiebung
voraussichtlich am Dienstag, 03. Juli stattfindet. Info und Warnhinweise beim Bayerischen Flüchtlingsrat
. Siehe:
- Demo am Flughafen München: München | 03. Juli 2018 |
18.00 Uhr | Flughafen München, Terminal 1, vor Check in Ebene 3.
Protest geplant auch in Nürnberg | 03. Juli 2018 | 18.00 Uhr | Ort wird
noch bekanntgegeben
- Warnung: Erste Hinweise auf nächsten Abschiebetermin nach Afghanistan am 26.06.2018
“Bisher gibt es noch keine eindeutige Bestätigung des nächsten
Sammelabschiebetermins. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass
dieser – wie auch bei den letzten Flügen – Ende des Monats stattfinden
wird. Es gibt erste vertrauenswürdige Hinweise auf den Dienstag, 26.
Juni 2018.” Meldung beim Flüchtlingsrat Bayern
, siehe dort aktualisierte Infos
- Afghanistan – note safe ! Erste bayernweite Afghanistan-Konferenz vom 13. bis 15. Juni in München
“Obwohl in Afghanistan seit mehr als 30 Jahren Krieg herrscht und
sich die Sicherheitslage für Zivilist*innen dort immer mehr verschärft,
schiebt die Bundesregierung und das Land Bayern weiter nach Afghanistan
ab. Abgeschoben werden keineswegs „nur“ Straftäter oder Gefährder,
sondern Menschen, die gut integriert sind. Viele der betroffenen
Personen lebten seit vielen Jahren in Deutschland, hatten eine feste
Arbeit, eine Ausbildung in Aussicht oder standen kurz vor der Heirat. Im
Februar 2018 wurde ein neuer Bericht der UN-Mission in Afghanistan
UNAMA veröffentlich. Er beschäftigt sich mit der Bedrohungslage für die
Zivilbevölkerung in Afghanistan im Jahr 2017. Darin steht geschrieben,
dass mittlerweile – im vierten Jahr in Folge – mehr als 10.000
Zivilist*innen durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in
Afghanistan getötet oder verletzt wurden. Darunter Tausende Frauen und
Kinder. 2017 hat die Zahl der Opfer von Terroranschlägen einen neuen
Höchststand erreicht und auch im Jahr 2018 sind bereits mehrere schwere
Anschläge zu verzeichnen…” aus dem Aufruf des bayerischen Bündnisses “Afghanistan – Not Safe” vom Juni 2018
auf der Aktionsseite. Die Konferenz findet am 13. – 15. Juli 2018 in
München im Bellevue di Monaco, Müllerstr. 2-6, in Deutsch statt. Die
Teilnahmegebühr inkl. Verpflegung beträgt 40,00 € für das ganze
Wochenende. Die Soligebühr beträgt 60,00 €. Somit können Sie es Menschen
ermöglichen an der Konferenz teilzunehmen, die weniger finanzielle
Möglichkeiten haben. Der ermäßigte Preis beträgt 20,00 €.
- Merkel: Afghanistan wieder sicher. Abschiebungen uneingeschränkt möglich
“Die Bundesregierung sieht nach dem neuen Lagebericht keinen Grund
mehr für Einschränkungen bei Abschiebungen nach Afghanistan. Grüne und
Linke finden Abschiebungen in das Land unverantwortlich. Sie lesen den
Bericht anders. (…) Merkel sagte, auf der Grundlage dieses Berichts und
angesichts der Tatsache, dass die deutsche Botschaft wieder besser
arbeitsfähig sei, müssten die Beschränkungen nicht mehr gelten.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) werde den Bundesländern die
Haltung der Bundesregierung mitteilen. Sie könnten dann auf dieser Basis
Entscheidungen über Abschiebungen treffen. Linke und Grüne lesen den
Bericht anders als die Kanzlerin. „Aus dem Bericht geht eindeutig
hervor, dass in Afghanistan weiterhin Krieg, Armut und Korruption
herrschen. Afghanistan ist nicht sicher“, sagte die innenpolitische
Sprecherin der Linken im Bundestag, Ulla Jelpke. Wer dorthin abschiebe,
handele unverantwortlich und nehme Tod und Verletzungen Betroffener in
Kauf…” Beitrag vom 7. Juni 2018 beim Migazin 
- Schrecken nach der Abschiebung. Die Antirassistische
Initiative Berlin hat Schicksale von abgewiesenen Asylbewerbern in
Afghanistan dokumentiert
“Mitte Dezember 2016 haben die Abschiebung von Geflüchteten aus
Deutschland nach Afghanistan begonnen. Mittlerweile sind sie zur Routine
geworden. Insgesamt 13 Abschiebeflüge gab es in den vergangenen
anderthalb Jahren. 234 Menschen wurden ausgeflogen. Schlagzeilen machen
die Flüge in der Regel nur noch, wenn es einem Geflüchteten gelingt,
sich erfolgreich einer Ausweisung zu entziehen. Jetzt hat die
Antirassistische Initiative Berlin (ARI) an die Konsequenzen dieser
Abschiebungen für die Betroffenen erinnert. Sie stehen im Mittelpunkt
der aktualisierten Dokumentation »Die bundesdeutsche Flüchtlingspolitik
und ihre tödlichen Folgen«, welche die ARI seit 1994 jährlich
herausgibt. Dort sind die Menschen benannt, die nach ihrer Abschiebung
in Afghanistan verletzt oder getötet wurden. Die Dokumentation liefert
viele erschreckende Beispiele über die tödliche deutsche
Flüchtlingspolitik. Sie ist seit 1994 ein leider noch immer
unverzichtbares Stück Gegenöffentlichkeit. Seit wenigen Wochen ist diese
wohl umfangreichste Dokumentation des deutschen Alltagsrassismus auf
einer Datenbank im Internet zu finden (www.ari-dok.org
)...” Artikel von Peter Nowak vom 07.06.2018 beim ND online
, siehe dazu unser Dossier: [Dokumentation] Tödliche Folgen der Flüchtlingspolitik
- Asyllagebericht: Bundesregierung sieht Abschiebungen nach Afghanistan weiter schwierig
“… Die Sicherheitslage in Afghanistan ist nach Einschätzung der
Bundesregierung anhaltend schwierig. Zu diesem Fazit kommt das
Auswärtige Amt in seinem neuen Asyllagebericht, der an diesem Freitag an
die zuständigen Behörden weitergeleitet wurde. Wie die Zeitungen der
Funke Mediengruppe sowie der Rechercheverbund aus NDR, WDR und
Süddeutscher Zeitung (SZ) berichten, kommen die Experten des
Auslandsministeriums zu dem Ergebnis, dass die Regierung in Kabul
“häufig nicht in der Lage ist, ihre Schutzverantwortung effektiv
wahrzunehmen”. Sie habe “seit je nur beschränkten Einfluss auf lokale
Machthaber und Kommandeure”, die häufig ihre Macht missbrauchten.
Afghanistan, so zitieren die Medien aus dem “Lagebericht zu asyl- und
abschieberelevanten Ereignissen”, befinde sich “in einer schwierigen
Aufbauphase und einer weiterhin volatilen Sicherheitslage”. Diese weise
starke regionale Unterschiede auf. Provinzen mit aktiven Kampfhandlungen
stünden Provinzen gegenüber, in denen die Lage trotz gelegentlicher
Anschläge oder anderer Gewaltaktionen “vergleichsweise stabil” sei. So
herrsche in dem Bürgerkriegsland also eine volatile Sicherheitslage. (…)
Diese Erkenntnisse, die als vertraulich gelten und aus Gründen des
Quellenschutzes von der Bundesregierung nicht veröffentlicht werden,
bilden die Grundlage, auf der die Behörden über Asylanträge und
Abschiebungen von Afghanen entscheiden…” Beitrag vom 1. Juni 2018 von und bei der Zeit online 
- Warnung: Nächste Abschiebung nach Afghanistan voraussichtlich am Di, 22.05.2018 – Proteste
Bayerischer Flüchtlingsrat meldet: “Wir haben Hinweise dass der
nächste Abschiebeflug nach Afghanistan voraussichtlich am Dienstag, den
22.05.2018, vom Flughafen Frankfurt, stattfinden wird” Siehe dazu aktualisierte Hinweise für afghanische Flüchtlinge und ihre Berater*innen
bei Pro Asyl. Siehe dazu auch das Update
der Petition “Bundeskanzlerin Angela Merkel: Keine Abschiebungen nach
Afghanistan!” vom 16. Mai 2018 von Thomas Nowotny bei change.org
mit Möglichkeit der Unterstützung. Proteste:
- Frankfurt am Dienstag, 22. Mai 18:00 – 21:00: Jetzt
erst recht: Abschiebestopp nach Afghanistan sofort! Flughafen Frankfurt
International, Airportring, 60547 Frankfurt am Main
- Würzburg am Dienstag, den 22. Mai: Demonstration
Initiative Bleiberecht Würzburg um 18:00 Uhr vom Hauptbahnhof Würzburg
bis zum Dom durch die Innenstadt von Würzburg gegen die für den selben
Tag geplante 12. Sammelabschiebung vom Frankfurter Flughafen nach Kabul/
Afghanistan
- [Online-Petition] Friedensstadt Augsburg gegen Abschiebungen in den Krieg!
“Wir, die Schülervertretung der Friedensstadt Augsburg, appellieren
an den Augsburger Stadtrat, die Resolution, die von den Augsburger
Helferkreisen und dem Augsburger Flüchtlingsrat erstellt, von vielen
Organisationen unterstützt, vom Augsburger Integrationsbeirat einstimmig
beschlossen und von den Grünen in den Stadtrat eingebracht wurde, zu
beschließen und damit dem Beispiel anderer bayerischer Städte, wie
beispielsweise München, Würzburg, Erlangen etc. zu folgen! Afghanistan
ist kein Land, in das man momentan Menschen abschieben kann.(…) Auch
gegen diese unmenschliche Art der Unterbringung und Isolierung bitten
wir den Stadtrat Stellung zu beziehen und ein Zeichen zu setzen…” Online-Petition vom April 2018 bei change.org
Die Initiatoren bitten um rege Beteiligung durch Unterschrift und wir um Nachahmung!
- Nächste Abschiebung nach Afghanistan am Dienstag, 24. April vom Flughafen Düsseldorf
“Wir haben Hinweise dass der nächste Abschiebeflug nach Afghanistan
voraussichtlich am Dienstag, den 24.04.2018 stattfinden wird. Der
Flughafen ist bisher noch unklar.” Meldung beim Bayerischen Flüchtlingsrat
, siehe dort für Aktualisierungen
- Proteste:
Düsseldorf: Fluechtlingsrat NRW ruft auf zur Protestaktion heute Abend (24.4.) am Flughafen Düsseldorf (18 Uhr am Terminal B)
Augsburg, 24.04. | 18.30 | Königsplatz
München, 24.04. | ganztägige Banneraktion + Demo. 24. 4. | 18 Uhr | Max-Joseph-Platz
Köln: Kundgebung am Montag, 23.4. Vor dem Hauptbahnhof
in Köln. “Gegen jede Abschiebung! Nach Afghanistan und egal wohin!” um
18.00 Uhr
Nürnberg, 23.04. | 18.30 | Hallplatz
- PRO ASYL: »Unverantwortlich«. Heute Abend in Düsseldorf: Die nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan
“Dutzende Tote und mehr als hundert Verletzte vergangene Woche beim
schweren Anschlag in Kabul, da schieben deutsche Behörden erneut
Afghanen auf dem Luftweg nach Afghanistan ab. Dort erwartet die
Abgeschobenen ein hohes Maß an Unsicherheit, in einer Vorwahlzeit, in
der mit Anschlägen des IS und der Taliban vermehrt zu rechnen ist. PRO
ASYL kritisiert das Vorgehen als unverantwortlich. Ausgeblendet wird die
Sicherheitslage, die nach Angaben verschiedener Stellen besonders davon
gekennzeichnet ist, dass die Taliban in einer beträchtlichen Zahl der
Provinzen faktisch die Herrschaft haben oder in der Lage sind, die
Kräfte der Regierung permanent mit militärischen Mitteln
herauszufordern. Anschläge im Zentrum Kabuls dienen als Demonstration
der Stärke. Seit Jahresbeginn wurden mehr als 72.000 Menschen in
Afghanistan erneut in die Flucht geschlagen, davon laut UNOCHA
Afghanistan allein 23.000 in der vergangenen Woche…” Pressemitteilung vom 24.04.2018
- Menschenrechtsorganisationen appellieren an die Bundespolizei, sich nicht an Abschiebeflügen zu beteiligen
“Anlässlich des angekündigten nächsten Abschiebefluges nach
Afghanistan morgen, am Dienstag, 24. April wenden sich
Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingsräte mit einem Appell an die
Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei, sich nicht an derartigen
Abschiebeflügen zu beteiligen. Laut aktueller Medienberichte sind immer
weniger Beamtinnen und Beamte der Bundespolizei bereit, Abschiebeflüge
zu begleiten. “Wir halten die Entscheidung all derjenigen für richtig,
die sich zu diesem Schritt entschließen und nicht daran teilnehmen,
Menschen gegen ihren Willen aus Deutschland fortzuschaffen, allzu oft
sogar unter Androhung und Anwendung physischen Zwangs”, begründet Britta
Rabe vom Komitee für Grundrechte und Demokratie den Schritt, “besonders
die Abschiebungen in das Kriegsgebiet Afghanistan sind aufgrund der
dortigen Gefahrenlage durch nichts zu rechtfertigen. Sie sind
menschenrechtswidrig. Wer kann es vor sich selbst verantworten, Menschen
dorthin auszuliefern – selbst wenn sie eines Vergehens beschuldigt
werden?” Die Teilnahme an Abschiebungen als “Personenbegleiter Luft” ist
für Beamtinnen und Beamte der Bundespolizei freiwillig. Sie können
demnach frei entscheiden, ob sie sich für derartige Aufgaben zur
Verfügung stellen.” Pressemitteilung vom 23.4.2018 beim Komitee für Grundrechte und Demokratie
unterschrieben auch von Flüchtlingsrat Hamburg e.V., Flüchtlingsrat
Niedersachsen e.V., Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V., Flüchtlingsrat
Schleswig-Holstein e.V., Vereinigung Demokratischer Juristinnen und
Juristen e.V.
- Air Seehofer: 12. deutscher Abschiebeflug wohl am 24.4.18 – und: weiter deutsche Dublin-Abschiebungen
“… Am letzten Wochenende fand in Oslo eine große Kundgebung vor dem
Parlament statt – viele zeigten die roten Drachen, das Symbol des
europaweiten Aktionsbündnisses „Don’t Send Afghans back“. Oslo schickt
jede Woche Geflüchtete nach Kabul zurück – auch Familien. Auch
Schwerkranke. Auch unbegleitete Minderjährige. Das traut sich nicht mal
Seehofer. Aber wie der folgende Bericht zeigt, schiebt Deutschland
Familien nach Norwegen ab, die dann nach Afghanistan weiterdeportiert
werden…” Beitrag von Thomas Ruttig vom 22.4.2018 bei Afghanistan Zhaghdablai – Thomas Ruttig über Afghanistan
- Hinweise für afghanische Flüchtlinge und ihre Berater*innen:
Behauptungen, die Asylanträge afghanischer Staatsangehöriger seien
chancenlos, sind falsch.
“… Die Innenminister beschlossen im Juni 2017 die
Abschiebungen auf drei Personengruppen zu beschränken: auf Straftäter,
Gefährder und Ausreisepflichtige, die ihre Mitwirkung an der
Identitätsfeststellung verweigern (…). Mit dieser Einschränkung wurden
die Sammelabschiebungen trotz der sich weiter verschlechternden
Sicherheitssituation wieder aufgenommen. Insgesamt wurden von Beginn der
Abschiebungspolitik bis heute (April 2018) weniger als 200 Menschen
nach Afghanistan abgeschoben. Die Angst vor Abschiebungen unter den
Afghan*innen in Deutschland ist jedoch groß. (…) Auch wenn es bitter
sein mag, dass in manchen Regionen serienweise Ablehnungsbescheide an
Afghan*innen zugestellt werden – der juristische und politische Einsatz
lohnt sich. Die relativ hohe Schutzquote ist nicht vom Himmel gefallen,
sie ist Resultat der öffentlichen Debatte über die Sicherheitssituation
in Afghanistan. Es ist wichtig, immer wieder aufs Neue zu thematisieren,
ob Abschiebungen nach Afghanistan gerechtfertigt werden können und sich
für die in Deutschland lebenden Afghan*innen öffentlich einzusetzen.
Nach wie vor berichten viele Medien sehr kritisch über die
Abschiebungsflüge, die Situation von Millionen Binnenvertriebenen in
Afghanistan, über die verschlechterte Sicherheitslage in früher als
sicher angesehenen Regionen, über die faktische Machtübernahme der
Taliban und anderer bewaffneter Gruppen in vielen Landesteilen. (…) Es
hat sich gelohnt, politisch und rechtlich für afghanische Flüchtlinge zu
streiten. Eine Verbesserung der Lage in Afghanistan, die eine Rückkehr
in Würde möglich machen würde, ist auf längere Zeit hinaus nicht in
Sicht. Für ein Bleiberecht von Afghan*innen muss deshalb weiter
gestritten werden.” Einige aktuelle Hinweise von Pro Asyl vom 24. April 2018 
- Afghanistan Abschiebung: zynisches Spiel mit dem
Menschenleben. Bayern schickt wieder “hartnäckige Identitätsverweigerer”
nach Afghanistan
“Auf dem für heute angesetzten Abschiebeflug nach Kabul werden
wieder mehrere Afghanen aus Bayern sein, die unter dem zweifelhaften
Label der „hartnäckigen Identitätsverweigerung“ laufen. Während diese
Kategorie in anderen Bundesländern keine Rolle spielt, dehnt die
bayerische Regierung den Begriff der Identitätsverweigerung weit aus. So
ist heute wohl wieder ein Flüchtling auf dem Flug, dessen Tazkira
(afghanisches Identitätspapier) gerade auf dem Weg von Kabul nach
Deutschland ist. Vor 14 Tagen wurde die Zentrale Ausländerbehörde
darüber informiert, und es liegt ihr auch eine Kopie dieser Tazkira vor.
Wenn die Tazkira also in Deutschland ankommt, ist ihr Besitzer schon
auf dem Rückflug nach Kabul. Ganz sicher ist noch nicht, dass Herr D
abgeschoben wird, es laufen noch Rechtsmittel gegen die
Ausländerbehörde. Der Bayerische Flüchtlingsrat hat Informationen zu
zwei weiteren Personen aus Bayern, die für die Abschiebung heute Abend
ab Flughafen Leipzig-Halle vorgesehen sind. Keiner dieser drei hat
Straftaten begangen, keiner ist Gefährder. Zudem geht der Bayerische
Flüchtlingsrat davon aus, dass Bayern wieder mehrere Personen aus
Strafhaft oder Untersuchungshaft zur Abschiebung bringen wird…” Mitteilung vom 26.03.2018 von und beim Bayerischen Flüchtlingsrat 
- Erneute Sammelabschiebung nach Afghanistan am 26.03.2018 von Halle/ Leipzig – und Proteste
“Wir haben Hinweise, dass der nächste Abschiebeflug nach Afghanistan
voraussichtlich am Montag, den 26.03.2018 vom Flughafen Halle/ Leipzig
starten wird. Außerhalb Bayerns sind in der Regel nur Straftäter
betroffen. In Bayern vor allem Personen, die a) rechtskräftig abgelehnt
worden sind und b) entweder Straftaten begangen haben, trotz
Aufforderung keine Tazkira vorlegen können oder als Gefährder eingestuft
wurden…” Info von und beim Flüchtlingsrat Bayern
, dort wie immer laufende Aktualisierungen und sicherlich kommende Proteste, einen ersten Aufruf gibt es bereits für Montag, den 26. März ab 17:30 Uhr in Würzburg
(Vorsicht, Fratzbuch!)
- “Schikane”: Zahl der ausreisepflichtigen Afghanen steigt
“Obwohl die meisten afghanischen Schutzsuchenden aufgrund der
Sicherheitslage nicht abgeschoben werden können, wird mehr als die
Hälfte der Asylanträge von Afghanen abgelehnt. Die Linke werfen der
Regierung Schikane vor. Die Zahl der Afghanen, die Deutschland verlassen
müssten, ist gestiegen. Ende Januar galten knapp 14.600 Afghanen als
ausreisepflichtig, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf
eine Parlamentsanfrage der Linksfraktion hervorgeht, über die zuerst
die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtete und die auch dem epd vorliegt.
Das waren nach Angaben der Zeitung rund 1.770 mehr als vor einem Jahr.
Gleichzeitig ist die Zahl in etwa so hoch wie im Herbst 2016, als durch
ein Rücknahmeabkommen Abschiebungen von Afghanen aus Deutschland wieder
möglich gemacht wurden. Mehr als 10.400 der ausreisepflichtigen Afghanen
hatten Ende Januar eine Duldung. Dies verhindert eine Abschiebung
beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen, weil die Identität nicht
geklärt ist oder wegen familiärer Härten. Die deutsche Behörden lehnen
den Angaben zufolge mehr als die Hälfte der Asylanträge von Afghanen ab:
Die Gesamtschutzquote für afghanische Staatsbürger hat im Jahr 2017 bei
44 Prozent gelegen…” Artikel vom 6. März 2018 bei Migazin 
- Afghanistanabschiebung wurde zur „Air Bavaria“.
Flüchtlingsrat kritisiert: Nur die bayerische Regierung hält rigoros aus
wahltaktischen Gründen an Abschiebungen nach Afghanistan fest,
Innenminister Herrmann täuscht „beharrlich“ die Öffentlichkeit
“Bayerischer Flüchtlingsrat: Gestern abend verließ der 10.
Sammelabschiebeflug nach Afghanistan den Münchner Flughafen, eine halbe
Stunde nach Abflug vermeldete das bayerische Innenministerium Vollzug.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erklärte dazu, der Rechtsstaat
setze damit ein Zeichen. Es sei „die Aufgabe des Rechtsstaats, seine
Bürger zu schützen und die Abschiebung […] mit Nachdruck durchzusetzen“.
Doch Rechtsstaatlichkeit zeigt sich gerade im Umgang mit
schutzsuchenden Menschen. Und hier gibt der Vollzug der bayerischen
Behörden mehr und mehr Anlass zu Zweifeln, wie es um die
Rechtsstaatlichkeit in Bayern bestellt ist. In zwei dem Bayerischen
Flüchtlingsrat bekannten Fällen mussten die von der Staatsregierung für
die Abschiebung vorgesehenen Afghanen aus der Abschiebhaft entlassen
werden, die zuständigen Verwaltungsgerichte beurteilten die
Vorgehensweise der Behörden als rechtswidrig. In mindestens einem Fall
wurde ein Geflüchteter abgeschoben, der in keine der Personengruppen,
die laut Vereinbarung mit der Bundesregierung überhaupt abgeschoben
werden dürfen, gehört: Er ist weder Straftäter, noch Gefährder oder
hartnäckiger Identitätsverweigerer. Und auch bei der Definition dieser
Personengruppen beweist das bayerische Innenministerium eine kaum zu
überbietende Kreativität. Als Straftäter gerät man in Bayern schon in
die Räder der Abschiebemaschinerie nach einer Verurteilung zu 50
Tagessätzen aufgrund eines Bagatelldelikts. Wer mit einem falschen Pass
eingereist ist, wird wegen Urkundenfälschung in der Regel höher bestraft
und steht schon mit einem Bein im nächsten Abschiebeflieger. Besonders
die Einstufung als hartnäckiger Identitätsverweigerer ist nicht mehr
nachzuvollziehen…” Pressemitteilung vom 21.02.2018 von und bei Bayerischer Flüchtlingsrat 
- Abflug aus München: 14 Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben – unter Protesten
“Am Dienstagabend wurden 14 abgelehnte Asylbewerber aus Afghanistan
per Flugzeug in ihre Heimat abgeschoben. Der vom Bundesinnenministerium
organisierte Sammelcharter hob um 19.40 Uhr vom Flughafen München in
Richtung Kabul ab, wie das bayerische Innenministerium mitteilte. Von
den 14 Abgeschobenen hielten sich demnach 10 zuletzt in Bayern auf. Aus
welchen Bundesländern die übrigen stammen, ging aus der Mitteilung nicht
hervor. Nach BR-Informationen sollten ursprünglich 58 Asylbewerber nach
Afghanistan zurückgebracht werden, es seien schließlich aber nur 14 an
Bord gewesen. (…) Gegen die Abschiebung protestierten am Dienstagabend
trotz Schneefalls und Kälte auf dem Münchner Marienplatz etwa 200
Menschen. “Lasst uns gemeinsam für eine Politik der Integration und
nicht der Abschiebungen einstehen”, hieß es in der Erklärung des
Bayerischen Flüchtlingsrats, der zu der Kundgebung aufgerufen hatte…” Beitrag vom 21. Februar 201 bei der Süddeutschen Zeitung online 
- Afghanistan-Abschiebung voraussichtlich ab München / Erneut Flüchtlinge mit an Bord, die sich nichts zuschulden kommen ließen
“Am morgigen Dienstag soll die nächste Chartermaschine nach Kabul
starten und abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan zurückbringen. Der
Flug startet nach den uns vorliegenden Hinweisen nicht von Düsseldorf,
sondern vom Münchner Flughafen aus. Der Bayerische Flüchtlingsrat
befürchtet deshalb, dass es heute Nacht und morgen früh noch zu
zahlreichen Verhaftungsversuchen kommen wird. Die Bundesregierung und
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann halten hartnäckig an der Mär
fest, es gebe sichere Gebiete in Afghanistan, in der die Abgeschobenen
eine Lebensperspektive haben. Dabei weisen alle UN-Organisationen, die
mit Afghanistan befasst sind, das Land als Kriegsgebiet aus. Der
deutsche Botschafter und seine wenigen MitarbeiterInnen, die nach dem
Bombenanschlag auf die deutsche Botschaft im vergangenen Jahr in der
US-Botschaft Asyl gefunden haben, sind nicht in der Lage, einen neuen
Lagebericht zu erstellen. Trotz aller Beschlüsse sitzen wohl erneut
Flüchtlinge an Bord, die weder Straftaten begangen haben, noch Gefährder
sind, oder hartnäckig die Klärung ihrer Identität verweigert haben…” Meldung vom 19.02.2018 von und bei Bayerischer Flüchtlingsrat
- Warnung: Nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan am Di, 20.02.2018 ab Flughafen München – Proteste
“Wir haben Hinweise dass der nächste Abschiebeflug nach Afghanistan
voraussichtlich am Dienstag, den 20.02.2018 stattfinden wird. Der
Flughafen ist bisher noch nicht bekannt.” Kurzwarnung von und bei Bayerischer Flüchtlingsrat
.
Am Wochenende finden europaweit Protestaktionen gegen Abschiebungen
Geflüchteter nach Afghanistan statt, siehe bekannte Proteste:
- Liste internationaler Proteste
- Demonstration München | 17.02.2018 | 9 Uhr |
Lenbachplatz – Demonstration gegen den Afghanischen Präsidenten –
Afghanische Organisationen rufen anlässlich der Münchner
Sicherheitskonferenz zu einer Protestkundgebung auf.
- Kundgebung Nürnberg | 19.02.2018 | 17 Uhr |
Karl-Bröger-Haus. Offene Antira AG der Interventionistischen Linken
Nürnberg und Antifaschistische Linke Fürth rufen auf zu einer Kundgebung
gegen die Abschiebungen nach Afghanistan.
- Demonstration München | 20.02.2018 | 18 Uhr |
Marienplatz. Keine Abschiebung nach Afghanistan! Der Bayerische
Flüchtlingsrat und die Karawane München rufen anlässlich des geplanten
Abschiebeflugs am 20.Februar zu einer Demonstration in der Münchner
Innenstadt auf!
- Kundgebung Würzburg | 20.02.2018 | 18 Uhr |
Marktplatz. Kundgebung gegen Abschiebungen nach Afghanistan, initiiert
wird die Kundgebung von der INITATIVE BLEIBERCHT und Unterstütz vom
Würzburger Flüchtlingsrat, vom Medi Netz Würzburg, vom Mehr als 16a und
von Peace Love and Solidarty.
- Demonstration gegen Abschiebungen nach Afghanistan in Göttingen | 20.02.2018 | 17 Uhr | Gänseliesel
- NOZ: Pro Asyl mahnt Bundesregierung: Jetzt endlich
Abschiebungen nach Afghanistan stoppen – Menschenrechtler alarmiert über
neuen UN-Bericht
“Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hat angesichts eines neuen
UN-Berichts über zivile Kriegsopfer in Afghanistan an die
Bundesregierung appelliert, jetzt endlich die Fakten über die Lage auf
den Tisch zulegen und Abschiebungen in das Land sofort zu stoppen.
Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt sagte der “Neuen Osnabrücker
Zeitung” (Freitag): “Das Auswärtige Amt muss endlich einen sachgerechten
Lagebericht veröffentlichen. Es kann nicht sein, dass das
Außenministerium seit vielen Monaten damit argumentiert, dass die
deutsche Botschaft in Kabul zerstört und nicht arbeitsfähig ist.” Mit
dieser Schutzbehauptung wolle sich die Bundesregierung lediglich vor dem
öffentlichen Eingeständnis drücken, dass es keine sicheren Regionen in
Afghanistan gebe. Belege für die überaus kritische Lage gebe es zuhauf…” Meldung der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 15. Februar 2018 beim Presseportal 
- Neue Erkenntnisse über Afghanistan-Abschiebungen
“Es gebe sichere Regionen in Afghanistan: So begründet die
Bundesregierung immer wieder, warum sie nach wie vor Sammelabschiebungen
dorthin durchführt. 68 Straftäter, Gefährder und sogenannte
Identitätsverweigerer wurden zurückgebracht. Eine Analyse des
Bayerischen Rundfunks hat ergeben: Auch Personen aus nicht-sicheren
Regionen waren darunter…” Artikel von Janina Lückoff vom 03.02.2018 bei BR24 
- [Von wegen “nur” Straftäter] Keine Papiere. Behinderter Flüchtling im Abschiebeflug nach Afghanistan
“Zu den am Dienstagabend per Sammelflug [19] abgeschobenen Afghanen
zählt auch der behinderte und traumatisierte Flüchtling Reza Hosaini. Er
habe keine Papiere vorweisen können. Hosaini ist als Zehnjähriger nach
einer Bombenexplosion auf einem Auge erblindet. (…) Die Regensburger
Rechtsanwältin Margal Noruzi sagte am Mittwoch dem Evangelischen
Pressedienst, sie habe bis Dienstagabend vergeblich versucht, die
Abschiebung von Reza H. zu verhindern. Der 20-Jährige ist nach Angaben
seiner Unterstützer auf einem Auge blind und hat eine schwere
Angststörung. Seine Anwältin beschreibt ihn als „verwirrt“. Abgeschoben
wurde er demnach, weil die Behörden ihn in die Gruppe derjenigen
zählten, die „hartnäckig“ die Mitwirkung an der Feststellung ihrer
Identität verweigern. (…) Nach Angaben des Bundesinnenministeriums saßen
in dem Abschiebeflug, der Afghanistan am Mittwoch erreichte, 19
volljährige Männer, darunter 13 Straftäter und ein Gefährder. Fünf
fielen in die Gruppe derer, die die Feststellung ihrer Identität
verweigerten. Reza H. hatte nach Angaben der Anwältin keine Papiere…” Migazin-Meldung vom 25. Januar 2018 
- Warnung: Nächste Abschiebung nach Afghanistan voraussichtlich am Di, 23.01.2018 vom Flughafen Düsseldorf
Informationen und Materialien beim Bayerischen Flüchtlingsrat
(oben auf der Startseite), siehe Aufrufe zu Kundgebungen: Sonntag, 21.
Januar um 15:30 Uhr am Unterer Marktplatz in Würzburg (Initiative
Bleiberecht Würzburg); Montag, 22.01.2018 ab 18.00 Uhr Schwabacher Str.
30 in Fürth; Dienstag, 23.01.2018: Würzburg und neu: 23.01.2018 ab 16 Uhr am Flughafen Düsseldorf / 23.01.2018 ab 18 Uhr am Marienplatz in München
- Abschiebung: “Die Staatsregierung [Bayern] lässt auf Biegen und Brechen Afghanen einsammeln”
“Am 23. Januar wollen Bund und Länder das nächste Flugzeug mit
abgelehnten Asylbewerbern nach Afghanistan schicken. Ministerpräsident
Seehofer sagt zwar, dass “im Augenblick nur Straftäter und Gefährder
zurückgeführt” werden, doch einige Fälle weisen darauf hin, dass
offenbar auch die mit Abschiebung zu rechnen haben, die sie sich nichts
zuschulden haben kommen lassen. (…) Der Chef des Bayerischen
Flüchtlingsrats, Stephan Dünnwald, rechnet damit, dass mindestens 15
Afghanen, die zuletzt im Freistaat lebten, von der Abschiebung betroffen
sein werden. Einer der Männer ist der 21-jährige Yosufi E., dem in
Afghanistan die Steinigung droht…” Artikel von Christian Rost vom 18. Januar 2018 bei der Süddeutschen Zeitung online 
- Wenn die Angst vor Abschiebung in den Suizid treibt
“Am 1. Januar sprang ein Flüchtling aus dem Fenster einer
Gemeinschaftsunterkunft. Er ist kein Einzelfall: Immer mehr afghanische
Flüchtlinge nehmen sich in Bayern aus Angst vor Abschiebung das Leben.
Das bayerische Innenministerium gibt Gruppen wie dem Flüchtlingsrat eine
Mitschuld an der Unruhe unter Afghanen. (…) “Statt die Traumatisierung
zu verarbeiten, kommt hier eine neue Traumatisierung hinzu”, sagt Maria
Möller, Hausärztin aus Augsburg, die sich seit 2015 in der
Flüchtlingsarbeit engagiert. Für viele Afghanen, seelisch ohnehin
bereits angeschlagen, gleiche diese Situation “einem Russisch Roulette –
wann komm ich dran mit der Abschiebung? (…) Demnach hatten 2016 158
Flüchtlinge in Bayern versucht, sich das Leben zu nehmen. In vier Fällen
endete dies tödlich. “Das war mehr als eine Verdreifachung gegenüber
den Vorjahren”, sagt Kamm. Mitverantwortlich für diese Entwicklung
machte Kamm die bayerische Asylpolitik. Die Antwort der Staatsregierung
fiel drastisch aus. “Zu einem solchen haltlosen und ehrverletzenden
Vorwurf werden wir uns nicht äußern.” (…) Kontraproduktiv, so der
Sprecher, sei außerdem, Abschiebetermine an Asylbewerber weiter zu
geben. Dadurch entstünden unnötige Sorgen, nicht durch eine
unverhältnismäßig scharfe Abschiebepraxis…” Artikel von Dietrich Mittler und Lisa Schnell vom 9. Januar 2018 bei der Süddeutschen Zeitung online 
- Afghanistan: Das neue Jahr beginnt, wie das alte endete
“Mit Anschlägen, die viele Menschenleben fordern – und mit
Abschiebungen aus Deutschland. Wieder war die Hauptstadt Kabul
betroffen, davon unbeirrt landen genau dort weiterhin die
Abschiebeflieger. Der nächste ist für den 23.1. geplant.
Todesopfer durch Terroranschläge – allein in Kabul. Allein 2017.
Mindestens zwanzig Tote, darunter Teilnehmer einer Demonstration: Auch
2018 reißen die Meldungen über blutige Anschläge in Afghanistan nicht
ab. Allein in der Hauptstadt Kabul gab es im vergangenen Jahr über 20
große Anschläge mit mehr als 500 Todesopfern. Erst vergangene Woche
starben über 30 Personen bei einem Anschlag auf ein Kulturzentrum. Zu
beiden Anschlägen bekannte sich der afghanische IS-Ableger, der seine
Aktivität im letzten Jahr merklich erhöht hat. Allerdings zeigen nicht
nur die aktuellen, dem IS zugeschriebenen, Terrorakte, sondern auch
Anschläge der Taliban, in welch großem Maße auch Zivilpersonen
unterschiedslos dabei zu Tode kommen, selbst wenn deren primäres Ziel
staatliche Einrichtungen, Sicherheitskräfte oder ähnliches gewesen sein
mögen. (…) Dessen ungeachtet ist in Deutschland der nächste
Abschiebungsflug schon für den 23.1. (ab Düsseldorf) geplant. Obwohl
immer noch kein neuer Lagebericht des Auswärtigen Amtes vorliegt – der
eigentlich turnusgemäß bereits im Oktober 2017 hätte erscheinen sollen.
Realitätsverweigerung scheint Abschiebungsvoraussetzung zu sein.” Meldung vom 05.01.2018 von und bei Pro Asyl 
- Nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan am 23.01.2018!
Nach Infos des „Forum Afghanischer Migranten“ gibt es am 23.01. wieder
eine Sammelabschiebung nach Afghanistan, vom Düsseldorf Flughafen aus
- Arm, aber in Teilen normal? Das Afghanistan-Märchen
“Afghanistan ist auch offiziell wieder ein “Land im Krieg”. Allein
in Kabul gab es in diesem Jahr mehr als 20 große Anschläge. Trotzdem
schiebt die Bundesregierung in das Land ab und verbreitet Märchen. Wenn
es um Afghanistan geht, ist sich die deutsche Bundesregierung nicht zu
schade, die dümmstmöglichen Vergleiche heranzuziehen. So sagte ein
Vertreter des Bundesinnenministeriums neulich auf einer Fachkonferenz,
das Risiko, im afghanischen Krieg getötet zu werden, sei ungefähr so
hoch, wie in Deutschland an multiresistenten Erregern zu sterben. Das
Schlimme an diesen perfiden Vergleichen ist, dass sie bei vielen
Menschen auf fruchtbaren Boden stoßen. Selbst Politiker der Grünen waren
sich in diesem Jahr nicht zu schade, in der Debatte über afghanische
Flüchtlinge mit Halbwahrheiten nur so um sich zu werfen. (…) Ein wenig
mehr Ehrlichkeit würde der ganzen Debatte also mal wieder gut tun. Wir
müssten uns dann jedoch eingestehen, dass Abschiebungen nach
Afghanistan, also in den Krieg, nicht zu rechtfertigen sind. Leider
scheint es so, dass die deutsche Politik zu diesem Eingeständnis nicht
bereit ist. Wir werden uns auf weitere perfide deutsche Halbwahrheiten
über Afghanistan einstellen müssen – allen Kämpfen, toten Zivilisten und
Anschlägen zum Trotz.” Kommentar von Jürgen Webermann vom ARD-Studio Neu-Delhi vom 28. Dezember 2017 bei tagesschau.de 
- AFGHANISTAN IST NICHT SICHER! Proteste gegen die Abschiebungen nach Afghanistan am 6.12.
“Am Mittwoch, den 6.12. soll eine weitere Sammelabschiebung nach
Afghanistan stattfinden. Einen ganzen Flieger mit 78 afghanischen
Geflüchteten schickt das Innenministerium nach Kabul. Während in
Afghanistan immer noch Krieg und Terror herrscht und die Nachrichten
über weitere Anschläge nicht aufhören, wird dies vom Innenministerium
fröhlich untergraben und nach wie vor argumentiert, man könne ja auch in
ein sicheres Gebiet umziehen. Egal, dass es dort keine
Zukunftsperspektiven gibt. Egal, dass unabhängige Länderberichte zu
Afghanisten alle Gebiete als gefährlich einstufen. Die Menschen auf
diesem Flug, so rechtfertigt das Innenministerium sein perfides
Vorgehen, seien überwiegend männliche Straftäter. Doch was bedeutet
diese Rechtfertigung in Hinblick auf die noch ausstehende Neubewertung
der Sicherheitslage und die tatsächliche Lage in Afghanistan? Sie
beudeutet, dass sich die Regierung wieder eine Kategorie von Menschen
schafft, deren Leben sie als nicht schützenswert ansieht und es
entrechtet wie es ihr beliebt...” Aus dem Aufruf der Karawane München zur Demonstration am 6.12. in München – siehe bisher bekannte weitere Proteste:
- Würzburg, Vierröhrenbrunnen | Montag, 04.12.2017, 17 Uhr
- Nürnberg, Hallplatz | Kundgebung, Dienstag, 05.12.2017, 17 Uhr
- Köln, Bahnhofsvorplatz, Dienstag, 05.12.2017, ab 18.00 Uhr
- München, Sendlinger Str. 8 | Mittwoch, 06.12.2017, 19 Uhr
- Frankfurt, Flughafen | Mittwoch, 06.12.2017, 18 Uhr
- Düsseldorf, Mittwoch, 6.12. um 17.00 Uhr auf dem Schadowplatz
- Berlin, Mittwoch, 06.12. 18.00, Oranienplatz (U8/1 Kottbusser Tor)
- Afghanistan: Bundespolizei sucht Beamte für Abschiebeflug [am Nikolaus]
“78 Afghanen sollen nach SPIEGEL-Informationen Anfang Dezember in
ihr Heimatland abgeschoben werden. Die Bundespolizei hat jedoch
Probleme, genügend begleitende Beamte mit entsprechendem Visum zu
finden. Trotz der weiter verschlechterten Sicherheitslage in Afghanistan
plant Deutschland nach Informationen des SPIEGEL am 6. Dezember eine
“nationale Sammelrückführungsmaßnahme” vom Frankfurter Flughafen nach
Kabul. Auf der Flugliste stehen 78 Afghanen. 16 von ihnen befinden sich
derzeit in Haft. Für ihre Begleitung werden rund hundert speziell
ausgebildete Polizisten benötigt. Allerdings hat die Bundespolizei
Schwierigkeiten, genügend Beamte zu finden, die im Besitz eines Visums
für Afghanistan sind – zumal zeitgleich ein Abschiebeflug nach Pakistan
stattfinden soll. Das Bundespolizeipräsidium appelliert daher an Beamte,
die dafür eingeplant sind und ein Afghanistan-Visum haben, sich für den
Kabul-Flug zu melden, der “politische Priorität” habe, wie es in einem
Schreiben heißt…” Beitrag vom 23.11.2017 beim Spiegel online
– nicht nur PRO ASYL fordert
: die für den 6. Dezember geplante Abschiebung stoppen!
- Afghanistan – Abschiebung morgen stoppen!
“morgen schieben deutsche Behörden zum wiederholten Mal in diesem
Jahr eine Gruppe von Menschen per Sammelflug nach Afghanistan ab. Sie
werden gezwungen, in ein Land zurückzukehren, in dem sie täglich um ihr
Leben fürchten müssen. Ihre Abschiebung ist daher ein klarer Verstoß
gegen geltendes Völkerrecht. (…) Fordere jetzt Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf, diese und weitere Abschiebungen zu stoppen!...” Aktualisierte Petition von und bei Amnesty International 
- Abschiebung nach Afghanistan am 24. Oktober von Leipzig/
Halle – Leipzig: Aufruf zum Protest-Camp – Keine Abschiebung nach
Afghanistan!
“Wir, Zendegi, rufen zum Protest Camp vom 21. bis zum 24. Oktober
auf dem Augustusplatz in Leipzig auf. Wir protestieren damit gegen die
Abschiebung nach Afghanistan am 24. Oktober vom Flughafen Leipzig/
Halle. Wir rufen die Bürger*innen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und überall
sonst in der Bundesrepublik dazu auf, uns zu unterstützen, die
Non-Citizens, die hier in Deutschland leben. (…) Ab dem morgigen Tag, 14
Uhr, werden wir gemeinsam mit anderen Menschen verschiedener
Staatsbürgerschaften mit Hoffnung und Geduld gegen Abschiebungen im
Allgemeinen, gegen die Abschiebung nach Afghanistan im Besonderen,
protestieren...” Aufruf vom 20. Oktober 2017 beim Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt
mit Einzelheiten zum Protest Camp
- 24.10.2017 aus Leipzig: Nächster Abschiebeflug nach Kabul geplant. PRO ASYL fordert Moratorium
“Trotz aller Berichte über die sich weiter verschärfende
Sicherheitslage in Afghanistan ist nach Agenturmeldungen eine erneute
Sammelabschiebung am kommenden Dienstag, 24.10.2017 aus Leipzig geplant.
PRO ASYL fordert ein Moratorium von Abschiebungen nach Afghanistan. (…)
Über Facebook hat die Berliner Rechtsanwältin Laaser gepostet: »Heute
wurde ein Mandant festgenommen und in Abschiebehaft verbracht. Er soll
nächste Woche nach Afghanistan abgeschoben werden. Straftaten liegen
nicht vor, Gefährder ist er auch nicht. In Afghanistan war er auch noch
nie.« (…) Über ein Drittel der in diesem Jahr Binnenvertriebenen stammen
aus dem Norden, in dem auch die Bundeswehr stationiert war.
Mittlerweile machen sich dort offenbar als Taliban-Konkurrenz auch immer
mehr lokale IS-Ableger breit. Eine weitere Eskalation ist zu erwarten…” Pressemitteilung vom 19.10.2017 von und bei Pro Asyl
, dort umfangreiche Hintergründe
- [Petition] Bleiberecht für Anwar Khan Safi: Bsirske fordert Stopp der Abschiebung
“Die MitarbeiterInnen des Klinikums Augsburg machen sich große
Sorgen, dass ihrem Arbeitskollegen Anwar Khan Safi mit hoher
Wahrscheinlichkeit in wenigen Tagen die Abschiebung in das
Bürgerkriegsland Afghanistan droht. In einer Petition an den Bayerischen
Landtag fordern hochrangige VertreterInnen von ver.di, unter anderem
der Bundesvorsitzende Frank Bsirske, die Abschiebung zu stoppen und dem
Kollegen ein Bleiberecht zumindest für die Dauer seiner Ausbildung
einzuräumen. Anwar ist 2014 aus seiner kriegszerstörten Heimat
Afghanistan nach Deutschland geflohen. Während seines Asylverfahrens
lernte er fließend Deutsch und hat 2016/17 im Klinikum Augsburg
erfolgreich eine einjährige Ausbildung zum Krankenpflegehelfer
absolviert. Seit August 2017 ist Anwar am Klinikum angestellt und im
KollegInnenkreis außerordentlich beliebt. Er engagiert sich darüber
hinaus seit über zwei Jahren als ehrenamtlicher Sanitäter bei den
Johannitern in Augsburg. Er hat bereits die Zusage, ab 1. Oktober diesen
Jahres die fachlich höherwertige Ausbildung am Klinikum zum
Gesundheits- und Krankenpfleger beginnen zu können…” Presseinformation von ver.di Bezirk Augsburg vom 29. September 2017 – dort auch weitere Infos zur Petition
- Ausbildung statt Abschiebung. Wir fordern ein Bleiberecht für unseren Kollegen Anwar Khan Safi
“… Wer Integration will, muss die Rahmenbedingungen dafür schaffen,
dass sie gelingt. Die fehlende Rechtssicherheit beim Aufenthaltsstatus,
die Bedrohung durch Abschiebungen und die Aussetzung und Einschränkungen
des Familiennachzugs tragen zu Unsicherheit und unsicherer Perspektive
bei. Doch Integration braucht gleiche Rechte. Wir sind überzeugt, dass
junge Geflüchtete die eine Ausbildung aufnehmen, nicht abgeschoben
werden dürfen. Abschiebungen in sogenannte sichere Drittstaaten –
insbesondere nach Afghanistan – sind zu stoppen. Den Rechtsruck in der
Gesellschaft werden wir nicht durch Abschiebungen und Ausgrenzung
stoppen, sondern nur durch eine solidarische Politik, die Geflüchtete
nicht kriminalisiert und sie mit Arbeitsverboten belegt…” Solidaritätserklärung des ver.di Bundesmigrationsausschusses vom 14. Oktober 2017
mit dem Krankenpfleger und ver.di Kollegen Anwar Khan Safi aus
Aufgsburg, dem die Abschiebung in das Bürgerkriegsland Afghanistan
droht.
- Bundesregierung ignoriert Lebensgefahr für abgelehnte Asylbewerber
“Ein neuer Amnesty-Bericht dokumentiert die Gefahren für
abgeschobene Asylbewerber in Afghanistan. Den Menschen drohen dort
Gewalt, Entführungen und Tod. Jede Abschiebung stellt einen Verstoß
gegen das Völkerrecht dar. Europäische Regierungen schieben derzeit
zunehmend Menschen nach Afghanistan ab, wo ihnen Gewalt, Folter und Tod
drohen. Das dokumentiert Amnesty International in dem neuen Bericht
“Forced back to danger”. Trotz der prekären Sicherheitslage in ihrer
Heimat erhalten Afghaninnen und Afghanen außerdem immer seltener Schutz
in Deutschland….” Pressemitteilung vom 05. Oktober 2017
, darin der Bericht zum Download. Siehe dazu auch bei Pro Asyl am 5.10.2017
: Nichts sehen, nichts hören? Realität in Afghanistan endlich zur Kenntnis nehmen!
- Sammelabschiebeflug am 12. September nach Kabul geplant. PRO ASYL: Bundesregierung macht Wahlkampf auf Kosten von Menschenleben:
“Trotz aller Fakten über die Sicherheitslage in Afghanistan soll
Medienberichten zufolge am 12. September eine Sammelabschiebung nach
Kabul geplant sein, diesmal wohl vom Flughafen in Düsseldorf. PRO ASYL
ist entsetzt. »In Afghanistan herrscht Krieg, Hunderttausende sind auf
der Flucht. Hier soll wohl auf den letzten Metern vor der Wahl noch
Abschiebehärte demonstriert werden, um am rechten Rand nach
Wählerstimmen zu fischen«, so PRO ASYL-Geschäftsführer Günter Burkhardt.
Abschiebungen nach Afghanistan sind unverantwortlich. PRO ASYL fordert:
Keine Abschiebungen nach Afghanistan! Alle, die sich daran beteiligen,
gehen ein unverantwortbares Risiko für die Betroffenen ein. Den vom
Auswärtigen Amt (AA) jüngst vorgelegten Bericht zur Lagebeurteilung für
Afghanistan wertet PRO ASYL als unbrauchbar…” Pressemitteilung vom 07.09.2017 von und bei Pro Asyl
– wichtig:
- Protest gegen Sammelabschiebung am Düsseldorfer Flughafen am Dienstag, 12. September 17:00 – 19:00 Düsseldorfer Flughafen Terminal B, Düsseldorf
- Am 11. September um 17 Uhr an den Katharinentreppen (vor dem Hbf) findet in Dortmund die Vorabenddemo gegen die geplante Abschiebung afghanischer Geflüchteter am 12.09.2017 vom Düsseldorfer Flughafen statt.
- Härte zeigen: Sammelabschiebung nach Afghanistan
“Am morgigen Dienstag soll es wieder eine Sammelabschiebung nach
Afghanistan geben. Eigentlich waren “Rückführungen” nach Kabul seit Mai
wegen der katastrophalen Sicherheitslage ausgesetzt worden. Dennoch hat
das federführende Bundesinnenministerium jetzt wieder einen Flug
angesetzt. Wir sprachen mit Karl Kopp von Pro Asyl über die wenigen
Informationen, die vorab bekannt sind und die Situation afghanischer
Flüchtlinge in Deutschland.” Interview vom 11.9.2017 des Radio Dreyeckland Freiburg beim Audioportal Freier Radios
- [Zynismus pur] Afghanistan: Sorge um Polizisten bei Abschiebe-Flügen
“… Die Gefahr lauert überall in Afghanistan, sobald man das Gelände
des Flughafens in der Hauptstadt Kabul verlässt. Daraus zieht die
Bundesregierung Konsequenzen – für ihre Polizisten. Während offenbar im
Hintergrund die nächsten Sammelabschiebungen von abgelehnten
Asylbewerbern vorbereitet werden, sorgt sich das Innenministerium in
Berlin um die Sicherheit der Polizisten, die Flüchtlinge bei
Einzelabschiebungen begleiten müssten. Man wähle Verbindungen, “die nur
einen kurzen Aufenthalt am Flughafen Kabul erforderlich machen”,
schreibt das Ministerium an die Grünen-Bundestagsabgeordnete Luise
Amtsberg. “Weder ist eine Übernachtung noch ein Verlassen des
Flughafengeländes erforderlich.” Bei Sammelabschiebungen fliegen die
Beamten mit der Chartermaschine sofort zurück…” Beitrag von Bernd Kastner vom 29. August 2017 bei der süddeutschen Zeitung online
- [GB] Pilot weigert sich, abgelehnten Asylbewerber nach Afghanistan zu fliegen
“Samim Bigzad, der in England gelebt hatte, sollte am 26. August
2017 vom Londoner Flughafen Heathrow aus deportiert werden. Aktivisten,
die sich für den 22-Jährigen eingesetzt hatten, sagten, es bestehe die
Gefahr, dass der junge Mann in der afghanischen Hauptstadt getötet
würde. (…) “Samim sagte, sie seien im Gang vor der Tür des Flugzeugs
gewesen, als der Pilot herauskam und sagte:“Ich fliege nicht. Sein Leben
ist gefährdet.“...” Meldung vom 30.8.2017 bei euronews
– dies ist nicht nur nachahmenswert, sonder auch daher interessant,
weil wir kürzlich meldeten, dass laut Pilotenvereinigung Cockpit
zumindest in Deutschland eine Ablehnung nur aus Sicherheitsgründen,
nicht aus Gewissensgründen zulässig sei und eine Arbeitsverweigerung mit
möglichen arbeitsrechtlichen Konsequenzen wäre… Siehe: Flugkapitän muss Abschiebung bei Risiko stoppen
- Thema verfehlt – Lagebeurteilung des Auswärtigen Amtes zu Afghanistan unzureichend
“… Das Bundesamt für Migration & Flüchtlinge (BAMF) hat seine
Herkunftsländerleitsätze zu Afghanistan überarbeitet. All das passiert
ohne ausreichende Entscheidungsgrundlage! Das Auswärtige Amt (AA) sollte
nach dem schweren Sprengstoffanschlag in Kabul Ende Mai die
Sicherheitssituation in Afghanistan neu bewerten. Das Ergebnis – eine
herbe Enttäuschung. Das AA verfehlt das Thema, es liefert keine
brauchbaren Informationen. (…) Erwartet wurden z.B. Nachweise für die
Behauptung, die in den BAMF-Bescheiden immer wieder zu finden ist – dass
eine inländische Fluchtalternative, also eine Schutzmöglichkeit
innerhalb Afghanistans zu finden sei. Diese Fluchtalternative muss
»zumutbar« und »erreichbar« sein. Erwartet wurden Nachweise, dass das AA
konkrete sichere Regionen für bestimmte Personengruppen beschreibt,
wenn es sie denn geben sollte. Erwartet wurde, dass das Außenamt sich
dieser Verantwortung stellt. Diese berechtigten Erwartungen bleiben
unerfüllt. (…) Wo es dann aber konkret werden müsste, heißt es nur, eine
Beurteilung hänge von den Umständen des Einzelfalles ab. Zu
berücksichtigen seien neben den örtlich herrschenden Machtgefügen
beispielsweise Ethnie, Stamm, Konfession und Herkunft. Ein guter
Einleitungssatz – mehr aber auch nicht…” Kritik von und bei Pro Asyl vom 25.08.2017
, wichtig dazu – auch für rechtliche Auseinandersetzungen – ist die ausführliche Analyse von Pro Asyl “Zur Lagebeurteilung des Auswärtigen Amtes zu Afghanistan” vom 25. August 2017
(wobei allerdings grundsätzlich klar sein sollte, dass für “unseren”
Innenminister der eherne Grundsatz gilt: Aus den Augen, aus dem Sinn –
so hofft er jedenfalls)
- Abschiebungen nach Afghanistan: Berlin ist lebensgefährlich pragmatisch
“Das Leben in Afghanistan wird immer gefährlicher. Doch die
Bundesregierung bleibt bei ihrer Haltung: Sie will weiter in das Land
abschieben. Zumindest Kriminelle. Berlins Kurs ist so populistisch wie
menschenverachtend. Die Bundesregierung hat in ihrer Asylpolitik derzeit
vor allem eine Mission: abschieben, abschieben, abschieben. Immer
wieder ist von einer “nationalen Kraftanstrengung” bei den als
“Rückführungen” beschönigten Maßnahmen die Rede. (…) Die
Anerkennungsquoten von Flüchtlingen aus Afghanistan sanken in
Deutschland in den vergangenen Jahren zwar auf scheinbar wundersame
Weise. Fast so, als würde das Land immer sicherer werden. Der Grund war
aber vielmehr der gewachsene Druck der Politik auf Entscheidungsträger
in Asylverfahren. Denn in Afghanistan selbst stieg die Zahl der zivilen
Opfer kontinuierlich. (…) Zu Tausenden Toten kamen Hunderttausende
Binnenvertriebene, die unter erbärmlichen Bedingungen leben. Sie zu
erwähnen, ist wichtig. Denn was gern ignoriert wird, wenn es um das
Schönreden der Sicherheitslage in Afghanistan geht: Sterben diese
Binnenvertriebenen auf ihrer Flucht durch Hunger, Durst oder Kälte, so
landen sie nicht in der offiziellen Statistik der zivilen Opfer. (…)
Auch Verbrecher haben Menschenrechte. Aus der Perspektive des deutschen
Rechtstaates ist es schlicht nicht hinnehmbar, Menschen in ein Land zu
schicken, in denen ihnen Verfolgung, Todesstrafe oder Folter drohen –
egal ob die Person sich in Deutschland mit gefälschten Papieren
ausgewiesen oder sich eines Taschendiebstahls schuldig gemacht hat. Ja,
selbst nach einem Mord…” Ein Kommentar von Issio Ehrich vom 09. August 2017 bei n-tv.de 
- Flüchtlinge aus Afghanistan: Abschiebung über Umwege
“Die Bundesregierung hat einen geplanten Abschiebeflug abgesagt –
dennoch schickt sie indirekt weiter Flüchtlinge nach Afghanistan. Am 13.
Juni hatte Deutschland Asylbewerber nach Oslo ausgeflogen. Dort gilt
kein Afghanistan-Moratorium, und die norwegischen Behörden schieben auch
Familien mit Kindern nach Kabul ab. (…) Das Innenministerium in
Mecklenburg-Vorpommern verweist auf das Dublin-Verfahren. Die
Landesregierung habe in diesen Fällen “keine Kenntnis über das weitere
Verfahren im zuständigen EU-Mitgliedstaat”. Dass Norwegen die
Sicherheitslage ganz anders einschätzt, spielt offenbar keine Rolle. Die
Entscheidung über “eine mögliche Abschiebung nach Afghanistan ist
abschließend durch den zuständigen Mitgliedstaat zu treffen und liegt
nicht im Einflussbereich Deutschlands”, so ein Sprecher…” Beitrag von Moritz Geier und Bernd Kastner vom 26. Juni 2017 bei der Süddeutschen Zeitung online 
- Bundesregierung sagt Abschiebe-Flug am MIttwoch nach Kabul ab – verschoben, aber nicht abgesagt!
“Schon die Ankündigung von neuen Abschiebungen nach Afghanistan
hatte für hitzige Proteste gesorgt. Jetzt hat die Bundesregierung einen
Flug von Leipzig nach Kabul nach SPIEGEL-Informationen abgesagt. (…) In
Regierungskreisen hieß es am Samstag, der Flug sei nicht aus politischen
Gründen abgesagt worden. Vielmehr könne die Deutsche Botschaft in
Kabul, die nach dem schweren Anschlag vor einigen Wochen weiterhin
geschlossen ist, die Abschiebung nicht wie gewohnt logistisch
unterstützen. Deswegen habe man sich zur spontanen Absage des Flugs
entschlossen. Gleichzeitig wurde in den Kreisen betont, dass der
Abschiebe-Flug nur verschoben, aber nicht abgesagt wurde. Vielmehr
bestehe weiterhin Einigkeit, dass man die Abschiebungen fortsetzen
wolle, wenn die Botschaft die Maßnahme wieder unterstützen könne…” Artikel von Matthias Gebauer vom 24.06.2017 bei Spon 
- Todsicheres Herkunftsland. Steigende Zahl von Attentaten in
Afghanistan. UNO warnt vor gefährlicher Lage. Bundesregierung will
weiter Menschen an den Hindukusch abschieben
“Krieg und Terror peinigen die Afghanen in ihrer Heimat. Die
Sicherheitslage ist schlechter denn je. Erst am gestrigen Donnerstag
kamen bei einem Autobombenanschlag in der Provinz Helmand mindestens 36
Menschen ums Leben. Über 59 Personen wurden verletzt. Unter den Opfern
befanden sich neben Soldaten und Polizeibeamten auch Zivilisten. Es
liegt die Vermutung nahe, dass auch dieser Terrorakt auf das Konto der
Taliban geht. Sie kontrollieren etwa 80 Prozent der besagten Provinz.
Der deutschen Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD ist die gefährliche
Lage in Afghanistan jedoch egal. Wie Spiegel Online und der Norddeutsche
Rundfunk (NDR) gestern übereinstimmend berichteten, sollen am kommenden
Mittwoch erneut Flüchtlinge aus Deutschland ins Kriegsgebiet
abgeschoben werden. So sei ein Abschiebeflug nach Kabul geplant. Der
derzeitige Abschiebestopp nach Afghanistan gelte nicht für angebliche
Straftäter, kommentierte das Ministerium die Meldungen…” Artikel von Markus Bernhardt in junge Welt vom 23.06.2017 
- Neue Abschiebungen nach Afghanistan: Zum Widerstand verpflichtet
“… Wer nach Afghanistan abgeschoben wird, und, für uns hier noch
entscheidender, wer aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben wird,
ist seines Menschenrechts beraubt worden. Wer aus Deutschland nach
Afghanistan abgeschoben wird, ist deshalb im Sinne der Präambel der
Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ein Opfer von „Tyrannei und
Unterdrückung“. Er oder sie wäre von der Erklärung zum letzten Mittel
des Widerstands berechtigt, zum Aufstand gegen Tyrannei und
Unterdrückung. Wir alle, die Zeug*innen dieses exemplarischen Unrechts
sind, begangen an Menschen, die ihres Menschenrechts beraubt und derart
ohne den Schutz einer „Herrschaft des Rechts“ sind, sind deshalb zum
Widerstand verpflichtet. Im Unterschied zu den in die Abschiebung
Gezwungenen haben wir verschiedene Möglichkeiten, unserer Verpflichtung
zum Widerstand nachzukommen…” Appell von Thomas Seibert vom 22. Juni 2017 bei medico international 
- Geplante Abschiebung ausgesetzt [solle jedoch „schnellstmöglich nachgeholt werden“]
“… Nach dem verheerenden Bombenanschlag in Kabul hat die
Bundesregierung die für Mittwochabend geplante Sammelabschiebung nach
Afghanistan abgesagt. Das teilte der hessische Innenminister Peter Beuth
(CDU) am Mittag unter Berufung auf eine Mitteilung aus Berlin mit. Eine
„ordnungsgemäße Abwicklung“ könne von der deutschen Botschaft in
Afghanistan „nicht sichergestellt“ werden, hieß es darin. Der Flug werde
„storniert“. Er solle jedoch „schnellstmöglich nachgeholt werden“,
zitierte der Minister…” Artikel von Pitt von Bebenburg vom 31.5.2017 bei der FR online
, siehe auch Pro Asyl dazu:
- PRO ASYL begrüßt den Stopp des heutigen Abschiebeflugs
“Der für heute geplante Abschiebeflug nach Kabul soll storniert
werden. PRO ASYL begrüßt den Stopp der heutigen Abschiebung nach Kabul
und fordert, dass weitere geplante Abschiebungen nach Afghanistan nicht
vollzogen werden. »Die Ablehnungen von AfghanInnen basieren auf
Zufallsentscheidungen und sind in einem Rechtsstaat nicht hinnehmbar«,
kritisiert Burkhardt. Die Bundesregierung hat kein Recht abzuschieben,
wenn nicht gewährleisten werden kann, dass rechtsstaatlich einwandfreie
Verfahren durchgeführt werden. (…) PRO ASYL und Verbände gehen nach den
bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass afghanische Schutzsuchende zu
Tausenden zu Unrecht abgelehnt wurden. Ihnen droht die Abschiebung in
ein Land, das ZivilistInnen keinen Schutz bieten kann. Hierfür gibt es
mehrere Gründe…” Pressemitteilung vom 31.5.2017
- Afghanistan: Viele Tote bei Anschlag in Kabul
“Bei einem Autobombenanschlag in der Nähe der deutschen Botschaft in
Kabul hat es Dutzende Opfer gegeben. Mindestens 64 Menschen sind
getötet und mehr als 300 verletzt worden. Die deutsche und die
französische Auslandsvertretung wurden beschädigt…” Meldung vom 31.05.2017 bei tagesschau.de
. Die
nun sicher zu verschärfende Reisewarnung wird wohl nur für Diplomaten
gelten. Hingegen: Wie der Bayerische Flüchtlingsrat meldet, findet der
nächste Abschiebeflug voraussichtlich am 31.05.2017 und dies vermutlich
vom Flughafen Frankfurt – nicht München aus, die Warnhinweise und Informationen dort werden ständig aktualisiert
- [Abschiebeflug am 31.05.2017] Breite Kritik an Mängeln in Asylverfahren und Abschiebungen ins unsichere Afghanistan
“Am morgigen Mittwoch soll der nächste Abschiebeflug nach
Afghanistan stattfinden. Für Wohlfahrtsverbände,
Menschenrechtsorganisationen und Richter- und Anwaltsvereinigungen ein
Skandal. Sie fordern den sofortigen Stopp aller Abschiebungen nach
Afghanistan und kritisieren die Ablehnungspraxis des BAMF. Wegen
schwerwiegender Mängel bei Asylverfahren von afghanischen Asylsuchenden
befürchten die Organisationen, dass nach fehlerhaften Asylverfahren
abgelehnte Afghanen demnächst abgeschoben werden und dadurch ihr Leben
aufs Spiel gesetzt wird. (…) Die Sicherheitslage in Afghanistan ist so
unberechenbar, dass auch der UNHCR eine Unterscheidung von »sicheren«
und »unsicheren« Gebieten ablehnt. (…) Die Organisationen appellieren
deswegen gemeinsam an Bund und Länder, Asylgesuche mit der notwendigen
Sorgfalt zu prüfen sowie alle Abschiebungen nach Afghanistan zu stoppen.” Meldung vom 30.5.2017 bei Pro Asyl
zur gemeinsamen Erklärung, dort verlinkt
- Nächster Abschiebeflug voraussichtlich am 31.05.2017 –
vermutlich wieder vom Flughafen München!!! Bayernweite Kundgebungen
gegen die erneute Sammelabschiebung nach Afghanistan
“Am Mittwoch, 31.05.2017 findet die mittlerweile 6.
Sammelabschiebung nach Afghanistan statt. Auch diesmal startet der
Flieger vom Münchner Flughafen. Wir wollen und können das nicht
hinnehmen. Die humanitäre Situation in Afghanistan ist nach wie vor
katastrophal! Die Bundesregierung und auch die bayerische
Staatsregierung halten aber weiterhin an ihrer menschenverachtenden
Politik fest und führen weitere Sammelabschiebungen nach Afghanistan
durch. Im letzten halben Jahr wurden bereits insgesamt 106 Menschen nach
Afghanistan abgeschoben. Trotz der Tatsachen, dass in Afghanistan Krieg
herrscht, dass monatlich zahlreiche Zivilist*innen bei Bombenanschläge
sterben und dass sich die Situation in der vergangenen Zeit im ganzem
Lande wieder dramatisch verschlechtert hat, verweisen die politisch
Verantwortlichen der deutschen Abschiebepolitik auf vermeintlich
„sichere“ Gebiete in Afghanistan und auf angebliche „innerstaatliche
Fluchtalternativen“. (…) Deshalb solidarisiert euch mit afghanischen
Geflüchteten und kommt zu einer der Demos in Bayern: 1. Kundgebung
Nürnberg Weißer Turm Ludwigsplatz Montag, 29.05.17, 17.00 Uhr / 2.
Kundgebung Bamberg (wöchentlich stattfindend) Am Gebelmann Montag,
29.05.2017, 18.00 Uhr / 3. Kundgebung München (wöchentlich stattfindend)
Odeonsplatz Dienstag, 30.05.2017, 18.00 Uhr / 4. Kundgebung München (am
Tag der Sammelabschiebung) Flughafen München, MAC-Forum Mittwoch,
31.05.2017, 19.00 Uhr…” Meldung und Aufruf vom 26. Mai 2017 vom und beim Bayerischen Flüchtlingsrat 
- Nächster Sammelcharter nach Afghanistan am 24. April vom Münchner Flughafen
Der nächste Abschiebeflug nach Afghanistan wird wohl nächsten Montag, 24.04.2017, vom Münchner Flughafen aus starten – siehe aktuelle Infos beim Bayerischen Flüchtlingsrat
. Siehe dazu:
- Kundgebungen in München und Nürnberg gegen die
Sammelabschiebung nach Afghanistan: Afghanistan is not safe! – keine
Abschiebungen nach Afghanistan!
- Kundgebung München: Flughafen München, MAC-Forum, Montag 24.04.2017, 19.00 Uhr
- Kundgebung Nürnberg: Weißer Turm /Ludwigsplatz, Montag, 24.04.17, 17.00 Uhr
- Nächster Abschiebeflug nach Kabul steht bevor
“PRO ASYL kritisiert scharf den für den heutigen Montag geplanten
Sammelabschiebeflug nach Kabul, der vom Münchener Flughafen aus
stattfinden soll und fordert die Annullierung. »Hunderte Tote und
Verletzte am Freitag und Bund und Länder schieben weiter in ein Kriegs-
und Krisengebiet ab«, kritisiert Günter Burkhardt, Geschäftsführer von
PRO ASYL. »Damit einher geht eine beispiellose Entrechtung afghanischer
Flüchtlinge. Das Bundesinnenministerium wischt die Faktenlage beiseite
und verbreitet weiter die Mär von angeblich »sicheren« Regionen, was
sich dann auch in den Entscheidungen des BAMF wiederfindet. Die
individuellen Fluchtgründe von AfghanInnen in den Asylverfahren werden
dort in hohem Maße missachtet…” Pressemitteilung vom 24.04.2017
mit umfangreichen Fakten zur Lage in Afghanistan und sinkender Schutzquote afghanischer Flüchtlinge
- Nordrhein-Westfalen: Koalitionskrach um neue Abschiebungen nach Afghanistan
“NRW bereitet die Abschiebung von neun weiteren Flüchtlingen nach
Afghanistan vor. Dem Vernehmen nach soll der Flug in der kommenden Woche
starten. Die Grünen zeigen sich verärgert. (…) Im Umfeld des
NRW-Innenministeriums hieß es am Freitag, Kraft und Jäger sähen keinen
Anlass, die Abschiebepraxis von NRW zu ändern.” Artikel von Thomas Reisener vom 22. April 2017 bei RP-online
- Politik in Bochum [als Beispiel]: Jetzt vor Ort Verantwortung abschieben?
“Rund 40 Aktivist*innen haben am Donnerstag, den 30. März gemeinsam
die Sitzung des Bochumer Stadtrates besucht und gegen Abschiebungen nach
Afghanistan demonstriert. (…) Die Initiative Treffpunkt Asyl sieht die
Verantwortlichen in Bochum weiterhin in der Pflicht. Dazu Hans Hudde:
„Wir fordern weiterhin: Tun Sie alles, um Abschiebungen nach Afghanistan
zu verhindern, denn sie verletzen Menschenrechte. Afghanistan ist nicht
sicher!“” Pressemitteilung vom 30.3.2017 von und bei Initiative Treffpunkt Asyl
, dort auch das Flugblatt und Bilder der Aktion – im LabourNet Germany stellvertretend für viele in anderen Städten!
- Bundesamt für Migration: Vertrauliches Papier nennt Afghanistan einen unsicheren Staat
“Als am Abend des 27. März ein Charterflugzeug von München nach
Kabul startet, sind 15 Afghanen an Bord, 15 Menschen, die aus
Deutschland abgeschoben werden – und dies ist schon die vierte
Massenabschiebung von einem deutschen Flughafen seit dem vergangenem
Dezember. (…) Dass dabei politischer Druck im Spiel ist, zeigt nun ein
internes Papier des Bundesamts für Migration (BAMF), das dem
Innenministerium untersteht. Es liegt der Berliner Zeitung vor und
enthält vertrauliche Leitsätze zur Prüfung von Asylanträgen von Afghanen
und zur Lage in Afghanistan. Darin wird das Bild eines zerrütteten,
unsicheren Staates gezeichnet, dennoch wird verstärkt darauf gesetzt,
dass Rückkehrer durch private Netze wie die Familie Hilfe bekommen.
Kriegerische Auseinandersetzungen, Attentate und Bombenanschläge seien
nach wie vor an der Tagesordnung…” Beitrag von Kordula Doerfler und Viktor Funk vom 29. März 2017 bei der Berliner Zeitung online 
- Afghane begeht wegen drohender Abschiebung Suizid.
Bundesweit steigt der Druck auf Flüchtlinge vom Hindukusch / Angst vor
Sammelabschiebungen und negativen Asylbescheiden
“Seit Dezember 2016 führte die Bundesregierung vier
Sammelabschiebungen nach Afghanistan durch, die letzte am 27. März. Der
Druck und die Angst, die durch die Androhungen von Abschiebungen nach
Afghanistan aufgebaut werden, haben dramatische Konsequenzen: In Haar
bei München hat ein Afghane Suizid begangen, nachdem sein Asylantrag
abgelehnt wurde, berichtete die »Abendzeitung«. Der 20-Jährige habe am
Samstag unmittelbar nachdem er sein Ablehnebescheid in Empfang nahm
Suizid begangen. Die Zeitung berichtet darüber hinaus von zwei weiteren
Afghanen, die wegen der drohenden Abschiebungen Suizidversuche
unternommen hätten...” Artikel von Alexander Isele vom 30.03.2017 beim ND online 
- Abschiebungen nach Afghanistan: Ärzteorganisation rügt Verstöße gegen hippokratischen Eid
“Die Ärzteorganisation IPPNW rügt anlässlich von 15 weiteren
gewaltsamen Abschiebungen nach Afghanistan Verstöße gegen den
hippokratischen Eid. „Geflüchtete werden für die Abschiebung nach
Afghanistan für flugtauglich erklärt, obwohl sie es nicht sind“,
kritisiert IPPNW-Arzt Tom Nowotny. Mehrere der von Abschiebung bedrohten
Menschen sind suizidgefährdet. Am vergangenen Samstag hat ein junger
Mann aus Kandahar nach Erhalt der Ablehnung seines Asylantrages
Selbstmord begangen, wie die Münchener Abendzeitung berichtete. Zwei
weitere Afghanen, die im Abschiebungsgefängnis Mühldorf in Bayern
untergebracht waren, haben ebenfalls am Samstag Selbstmordversuche
unternommen, wie bei einer Mahnwache bekannt wurde. Zuvor bildeten über
400 TeilnehmerInnen eine Menschenkette um die Haftanstalt und stellten
sich damit symbolisch vor die Schutzsuchenden. Leider konnte die
Abschiebung der psychisch kranken Asylbewerber nicht verhindert werden…” IPPNW-Pressemitteilung vom 28.03.2017 
- Deutschland schiebt Ende März afghanische Flüchtlinge ab:
Entweder am 27. oder am 28. März sollen bis zu 50 Afghanen nach Kabul
»rückgeführt« werden
“Deutschland wird Ende März erneut afghanische Flüchtlinge aus
Deutschland abschieben. Der Sammelflug soll am 27. März an einem
deutschen Flughafen starten und am 28. März morgens in der afghanischen
Hauptstadt Kabul ankommen. Das bestätigten zwei hochrangige Mitarbeiter
des Kabuler Flüchtlingsministeriums am Freitag…” Meldung vom 24.03.2017 beim ND online 
- Petition gegen Abschiebungen aus NRW nach Afghanistan
„Abschiebungen nach Afghanistan sind menschenrechtlich nicht zu
vertreten! Die auf der Innenministerkonferenz im Dezember 2015
beschlossene Modifizierung des Erlasses, nur in „sichere“ Regionen“ in
Afghanistan abzuschieben, ging von einer tatsächlichen Situation in
Afghanistan aus, die spätestens seit den Entwicklungen im vergangenen
Jahr jeder Grundlage entbehrt. Der Bericht des UNHCR zur Situation in
Afghanistan aus Dezember 2016 kommt zu dem Schluss, dass sich die
Sicherheitslage in Afghanistan seit April 2016 nochmal deutlich
verschlechtert hat. Das gesamte Staatsgebiet Afghanistans sei von einem
innerstaatlichen bewaffneten Konflikt betroffen. Es gebe keine Region,
die dauerhaft sicher sei. Auch der aktuellste Bericht der United Nations
Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA) dokumentiert seit dem Beginn
der jährlichen Berichterstattung für 2016 die höchsten Zahlen von
zivilen Opfern und von Kindern unter den Opfern. Dabei geben die Zahlen
alleine und die Berichte über größere Anschläge nur ein unvollständiges
Bild von der aktuellen Situation, denn Terror, Gewalt und Angst prägen
den Alltag in Afghanistan. Täglich finden (Selbstmord)Attentate auf
Märkten, öffentlichen Plätzen u.a. statt, die ein friedliches und
normales Leben unmöglich machen. Auf Grundlage dieser aktuellen
Erkenntnisse ist die Sicherheitslage in Afghanistan so kritisch, dass
keine Abschiebungen in dieses Kriegsland stattfinden dürfen“ – aus der Petition „Keine Abschiebungen aus NRW nach Afghanistan“ seit dem 16. März 2017
bei Open Petition – am 20. März schon mit knapp 1.500 Unterschriften: Viele mehr tun Not!
- Mahnwache gegen Abschiebung nach Afghanistan in Würzburg am Montag, den 13.03. um 17:30 Uhr
“Die Initiative für Bleiberecht veranstaltet am kommenden Montag,
den 13.03. um 17:300 Uhr am oberen Markt in Würzburg bereits die vierte
Mahnwache in Folge. Wie schon an den vorangegangen Montagen, richtet
sich der Protest gegen die Abschiebepraxis der deutschen
Bundesregierung, die mit Gewalt Menschen in das Kriegsgebiet Afghanistan
abschiebt. Die Initiatoren der Veranstaltung erwarten eine ähnlich rege
Beteiligung wie bei den bisherigen Mahnwachen, mit jeweils rund 100
teilnehmenden Personen. Es wird im Wesentlichen wieder ein offenes
Mikrophon geben, an dem alle Teilnehmenden herzlich eingeladen sind zu
sprechen. Bisher wurde dieses in ruhiger aber entschlossener Atmosphäre
gut genutzt: Insbesondere Geflüchtete, die direkt von dem
Abschiebeabkommen betroffen sind, nutzen diese Möglichkeit um von ihren
Ängsten und Sorgen Ausdruck zu verleihen und um von der Situation in
Afghanistan zu berichten. Aber auch Menschen, bspw. aus
Unterstützerkreisen, äußerten ihr Unverständnis über das Abkommen und
berichteten von den dramatischen psychischen Zuständen, die sie bei
betroffenen Personen beobachten. Das Medinetz Würzburg solidarisierte
sich dementsprechend mit den Protesten der Mahnwache machte in einem
Redebeitrag, sowie auf Transparenten klar: „Abschiebungen machen Krank –
Gesundheit ist Menschenrecht!“ (…) Die Initiatoren gehen davon aus,
dass die Mahnwache auf Grund der dringlichen Lage und angesichts des
hohen Zuspruchs – bis auf weiteres – jeden Montag stattfinden wird.” Aus der Pressemitteilung der Initiative für Bleiberecht vom 10. März 2017 (per Email). Siehe dazu rückblickend:
- Aktion für Bleiberecht und gegen Abschiebungen nach Afghanistan
“Die Initiative für Bleiberecht hat anlässlich der Rede von
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Diozösanmpfang am 23.01.2017 im
Congress Centrum Würzburg zum Thema „Verbundenheit in offener
Gesellschaft: Pluralität und Identität – Herausforderung und Chance“
einen Flashmob für Bleiberecht und gegen Abschiebungen nach Afghanistan
veranstaltet. (…) Die Initiative für Bleiberecht fordert den sofortigen
Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan, sowie ein Ende der
Kriminalisierung von Migration…” Beitrag vom 23. Januar 2017 bei “Mehr als 16a – Asylpolitische Aktion und Diskussion”
- Rigide Abschiebepolitik verschärft Situation in Afghanistan
“Laut aktuellem UNHCR-Bericht gibt es in Afghanistan keine sicheren
Regionen. Das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Inneren
dagegen verteidigen in ihrem „Lagebericht der Bundesregierung über die
Situation in Afghanistan“ die gewaltsamen Abschiebungen in ein
Kriegsgebiet. Dem widerspricht die Ärzteorganisation IPPNW in ihrer
Entgegnung vehement. Dass im vergangenen Jahr 127.892 afghanische
Staatsangehörige einen Asylantrag in Deutschland gestellt haben –
gegenüber 574 im Jahr 2007 und 32.000 im Jahr 2015 – zeige bereits, wie
bedrohlich die Situation in Afghanistan sei. Die Grundlage für
Asyl-Entscheidungen sei in der Regel bereits überholt, wenn abgelehnte
Asylbewerber abgeschoben werden sollen. (…) Dem Argument von Auswärtigem
Amt und Bundesinnenministerium, Deutschland schiebe lediglich
alleinstehende Männer ab, entgegnet die Ärzteorganisation, dass gerade
die Situation der nach Afghanistan abgeschobenen alleinstehenden Männer
besonders heikel sei. Da sie weder in die Nachbarländer noch nach Europa
fliehen könnten, bleibe vielen von ihnen nichts anderes übrig, als sich
einer der bewaffneten Gruppen anzuschließen, sei es aus Existenz- oder
aus Sicherheitsgründen. Die Rückführungspolitik werde so langfristig
das Chaos in Afghanistan vergrößern und die Gewaltspirale anheizen. Dass
der afghanische Staat den gewaltsam zurück gebrachten Männern keine
Existenzalternative biete, könne man an den Schicksalen der Rückkehrer
bereits beobachten. „Statt Fluchtursachen zu bekämpfen, verschärft man
mit der rigiden Abschiebepolitik die Situation im Herkunftsland“, heißt
es in der Entgegnung…” IPPNW-Pressemitteilung vom 9.03.2017
- Abschiebungen nach Afghanistan: “Es ist auch eine Art Suizidprogramm”
“Der Anwalt Gunter Christ ist spezialisiert auf Verfahren
afghanischer Asylbewerber – und erhebt schwere Vorwürfe gegen die
Bundesregierung. Mit den Abschiebungen nach Afghanistan nehme die
Suizid-Gefahr dramatisch zu. Christ beklagte, die deutsche
Flüchtlingspolitik sei nicht humanitär – und sei es nie gewesen…” Beitrag von Martin Gerner vom 22.02.2017 beim Deutschlandfunk online 
- Der ehrenamtliche IG Metall-Flüchtlingsbetreuer Ahmad Pouya: Abschiebung trotz Lebensgefahr
“Kein Erbarmen kannten die bayerischen Behörden: Der ehrenamtliche
IG Metall-Flüchtlingsbetreuer Ahmad Pouya musste im Januar Deutschland
in Richtung Afghanistan verlassen. In seiner Heimat bedrohen ihn die
Taliban wegen seiner politischen Lieder mit dem Tod. Der 33-jährige ist
an geheimem Ort untergetaucht und will versuchen, mit einem
Künstlervisum nach Deutschland zurückzukehren. Die IG Metall unterstützt
ihn dabei. (…) Das IG Metall-Flüchtlingsbüro „Der Laden“ sammelt
Spenden, um Pouya zu helfen, sein Leben zu retten: derladen@igmetall.de,
Telefon 069-24005622…” einblick März 2017 vom 20.02.2017 beim DGB
-
Nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan bestätigt: Heute(22.2.) aus München
„
Bereits an diesem Mittwoch sollen 50 weitere abgelehnte Asylbewerber
an den Hindukusch geflogen werden – diesmal von München aus. Die
Angst vor der Abschiebung, die sich am Dienstag in München und
andernorts verbreitet hatte, wird an diesem Morgen zur traurigen
Gewissheit: Etwa 50 Afghanen sollen noch an diesem Abend vom Münchner
Flughafen aus in ihr Heimatland abgeschoben werden…“
Artikel von Velten Schäfer vom 22.02.2017 beim ND online 
, siehe für aktuelle Aktionen
Twitter: #KeineAbschiebungen 
- Flüchtlinge aus Afghanistan: Immer weniger Bundesländer schieben ab
“Seit zwei Monaten werden afghanische Flüchtlinge abgeschoben –
zumindest Teile des Landes sollen sicher sein. Doch die Rückkehrer
stehen vor dem Nichts und Experten sagen: Von Sicherheit kann keine Rede
sein. Nun regt sich in immer mehr Bundesländern Widerstand. (…) Nach NDR-Informationen
sollen diese Woche erneut Afghanen abgeschoben werden. Vor allem
alleinstehende Männer will die Bundesregierung in ihr Heimatland
zurückschicken. Ob abgelehnte Asylsuchende damit rechnen müssen,
abgeschoben zu werden, hängt derzeit allerdings auch von ihrem Wohnsitz
ab: Mittlerweile sehen fünf Bundesländer eine Abschiebung nach
Afghanistan kritisch. So hat sich Schleswig-Holstein bisher am
deutlichsten gegen die Einschätzung der Bundesregierung positioniert.
Vergangene Woche verkündete Innenminister Stefan Studt (SPD) einen
Abschiebestopp für drei Monate. Länger können Bundesländer ohne
Zustimmung des Bundes einen solchen Stopp nicht erteilen. Auch Bremen,
Thüringen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen zweifeln aufgrund der
Einschätzung des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR)
daran, dass es sichere Regionen in Afghanistan gibt…” Beitrag von Gábor Halász, Carolin Fromm und Reiko Pinkert vom 20.02.2017 bei der Tagesschau online
- Afghanistan-Abschiebungen “Sicherheitslage ist nirgendwo gut”
“Laut der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung hat sich
die Lage in Afghanistan seit dem Beginn der Sammelabschiebungen aus
Deutschland dorthin nicht verändert. Sie fordert einen sofortigen Stopp
dieser Praxis – und steht damit nicht alleine. Die
Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, hat einen
Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan gefordert. “Nicht die Lage in
Afghanistan hat sich verändert, sondern die innenpolitische Diskussion”,
sagte sie der “Passauer Neuen Presse”. Dies dürfe aber nicht
kurzfristig auf dem Rücken der Menschen ausgetragen werden, vielmehr
seien neue Ansätze in der Integrationspolitik gefordert…” Meldung vom 18.02.2017 bei der Tagesschau online
- NRW stoppt Afghanistan-Abschiebung
“Nach Streit in rot-grüner Koalition nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan ohne NRW-Beteiligung: Das
erfuhr unsere Redaktion aus Kreisen des NRW-Innenministeriums. Die
ersten beiden Sammelabschiebungen, zu denen NRW noch jeweils mehrere
Afghanen angemeldet hatte, waren von Frankfurt nach Kabul gestartet und
hatten in Düsseldorf eine Koalitionskrise ausgelöst…” Meldung vom 18. Februar 2017 bei rp-online
- Abschiebungsstopp nach Afghanistan – Jetzt! Aufruf zur Demonstration am Samstag, 11.2.2017 in Düsseldorf [und weiteren Städten]
“Am
11. Februar werden Menschen in ganz Deutschland einen Abschiebungsstopp
nach Afghanistan fordern und zwar JETZT, denn: Afghanistan ist
#keinsicheresLand! Treffpunkt: 13:30 Uhr vor dem DGB-Haus Düsseldorf
(nahe HBF, Friedrich-Ebert-Str. 34). Kundgebung: 15 Uhr vor dem Landtag…” Aufruf für den 11. Februar in Düssedorf bei stay-duesseldorf.de
. Weitere Demonstrationen sind am 11.02. bisher für Berlin
, Hamburg, Hannover, Rostock, Nürnberg, Wiesbaden, Trier und Erfurt angekündigt. Siehe dazu die Aktionsübersicht 
- Abschiebungen Afghanistan doch zu gefährlich?
“Die Bundesregierung möchte Flüchtlinge aus Afghanistan konsequent
abschieben. Immer mehr Bundesländer stellen die Rückführungen in das
Land aber zurück. Sie zweifeln an der Sicherheitslage vor Ort. Ein neuer
UN-Bericht gibt ihnen recht. In mehreren Bundesländern wachsen
Medienberichten zufolge Bedenken in Hinblick auf Abschiebungen
abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan. Neben Schleswig-Holstein und
Berlin zweifelten auch Bremen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz an der
Sicherheitslage in dem Land…” Beitrag vom 6. Februar 2017 bei der Tagesschau online
- Immer mehr zivile Opfer – weniger Abschiebungen
“Es ist die höchste Zahl der vergangenen acht Jahre: Laut einem
Bericht der Vereinten Nationen ist die Zahl der zivilen Opfer in
Afghanistan im vergangenen Jahr um drei Prozent gestiegen. Demnach
starben 2016 mehr als 3.498 Zivilisten. Fünf deutsche Bundesländer
schieben derzeit wegen der Sicherheitslage kaum noch nach Afghanistan
ab…” Beitrag vom 6.02.2017 beim Deutschlandfunk
- Bayerische Landesregierung gegen Menschen aus Afghanistan:
IG Metall Betreuer abgeschoben (dazu gibt es eine IGM Spendenkampagne),
Arbeitserlaubnisse entzogen – und Beispiele der Proteste gegen
Abschiebungen nach Afghanistan
Auch die Versuche, die Ausweisung des IG-Metall Flüchtlingsbetreuers als
Härtefall auszusetzen, nutzten nichts: Die bayerische Landesregierung
will sich als beste Abschiebungsmaschine profilieren.
Blitzabschiebungen vor rechtlicher Klärung und Entzug der
Arbeitserlaubnis sind ebenfalls in Bayern besonders verbreitet. Und nur
ein Ärzteprotest verhinderte die Entführung eines frisch operierten
Abschiebeopfers. Proteste gibt es anderswo – in Bochum beispielsweise.
Siehe dazu drei aktuelle Beiträge:
- [Spendenaufruf] Pouya nach Afghanistan abgeflogen und untergetaucht
am 27. Januar 2017 bei der IG Metall ist der Artikel (und
Spendenaufruf) der IGM zur Abschiebung des IG
Metall-Flüchtlingsbetreuers, worin es unter anderem heißt: “Bayern
ganz hart: IG Metall-Flüchtlingsbetreuer Pouya musste nach Afghanistan
zurück. Dort bedrohen ihn die Taliban. Pouya ist untergetaucht und will
bald versuchen, nach Deutschland zurückzukommen. Die IG Metall
unterstützt ihn dabei. (…) Bis zuletzt hatten die IG Metall sowie
zahlreiche Unterstützer, darunter auch Bundestags-Vizepräsidentin
Claudia Roth versucht, Pouyas Abschiebung als Härtefall auszusetzen.
Doch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann blieb hart. In
Afghanistan droht Pouya die Ermordung durch die Taliban…” Und die
Spendensammlung: Bianka Huber sammelt Spenden, um Pouya zu unterstützen.
Wer spenden will, kann sich an das IG Metall-Flüchtlingsbüro “Der
Laden” (derladen@igmetall.de ) wenden.
- »Einige entziehen willkürlich die Arbeitserlaubnis«. Bayern
bei Abschiebungen nach Afghanistan besonders gnadenlos.
Ausländerbehörden nutzen Spielräume nicht. Gespräch mit Stephan Dünnwald
“… Der Skandal ist: Abschiebungen werden derart auf die
Schnelle vollzogen, dass eine rechtliche Klärung zuvor nicht möglich
ist. Betroffene können es nicht mehr schaffen, notwendige Beratungen in
Anspruch zu nehmen oder einen Anwalt zu konsultieren. In einem Fall
waren die Vaterschaft und das Sorgerecht gerichtlich nicht anerkannt;
eine familiäre Bindung konnte aufenthaltsrechtlich nicht geltend gemacht
werden. Über den anderen Mann wissen wir nicht näher, weshalb für ihn
kein Abschiebeschutz galt. Wir hatten auch keine Gelegenheit mehr, zu
ihm Kontakt aufzunehmen. Von einer Journalistin der Nachrichtenagentur dpa,
die ihn in Kabul interviewte, war zu erfahren: Seine Freundin in
Deutschland ist im dritten Monat schwanger von ihm. Dabei heißt es,
Familien dürfen nicht auseinandergerissen werden. Er habe einen
Ausbildungsvertrag in der Tasche gehabt, die Stelle aber nicht antreten
dürfen. Die Ausländerbehörde hat es nicht genehmigt. (…)Wie unerbittlich
Bayern dagegen vorgeht, ist an den Zahlen der am Montag vom Flughafen
Frankfurt am Main nach Kabul Abgeschobenen zu sehen. Baden-Württemberg
hatte vier Flüchtlinge zur Abschiebung gemeldet, Hamburg drei,
Nordrhein-Westfalen drei, die allerdings alle untergetaucht waren,
Rheinland-Pfalz nur eine Person, Hessen keine einzige. Aus Bayern waren
es 18 Personen. Einen frisch Operierten hatte die Polizei kürzlich zur
Abschiebung aus dem Krankenhaus holen wollen. Ärzte, die sich schützend
vor das Krankenbett stellten, haben es verhindert. Der bayerische
Innenminister Joachim Herrmann hat sich konsequent für Abschiebungen
nach Afghanistan ausgesprochen. Er kritisierte den Vorstoß seines
schleswig-holsteinischen Amtskollegen Stefan Studt, SPD, einen
Abschiebestopp in Betracht zu ziehen.” Gitta
Düperthal im Gespräch mit dem Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats,
Stephan Dünnwald, bei der jungen Welt 28. Januar 2017 
- Und es gibt Proteste, hier in Bochum sind Abschiebungen nach
Afghanistan auf der Tagesordnung der Ratssitzung. Die Linksfraktion hat
den Appell des Initiativkreises Flüchtlingsarbeit aufgegriffen, in dem
der Rat aufgefordert wird, die Menschenrechte ernst zu nehmen und sich
gegen Abschiebungen nach Afghanistan auszusprechen. In einem Antrag zur
Ratssitzung am kommenden Mittwoch wird die Bochumer Ausländerbehörde
aufgefordert, “alle vorhandenen rechtlichen Spielräume zu nutzen, um
Abschiebungen aus Bochum in das Bürgerkriegsland Afghanistan zu
verhindern.” Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat die
Initiative Treffpunkt Asyl eine Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz
vor dem Rathaus angemeldet. Los geht es am Mittwoch, den 1. Februar um 14 Uhr, also eine Stunde vor Beginn der Ratssitzung.
- Die nächste Sammelabschiebung von 50 afghanischen Flüchtlingen aus Deutschland ist für den 24. Januar geplant. Siehe dazu:
- Keine Abschiebung nach Griechenland!
“Die Europäische Kommission hat am 8.12. vorgeschlagen, dass ab
15.3.2017 die Menschen, die es geschafft haben, sich von den
griechischen Flüchtlingscamps nach anderen europäischen Ländern
durchzuschlagen, wieder zurückgeschickt werden können. Die
Bundesregierung will schon bald wieder Asylbewerber nach Griechenland
abschieben (Presseberichte am 12.1.2017, s. auch Proasyl https://www.proasyl.de/news/griechenland-tausende-fluechtlinge-schutzlos-in-der-kaelte-und-bald-endet-der-abschiebestopp/
).
Im Dezember 2016 haben sich Flüchtlingsinitiativen gegen diesen
Vorschlag der Europäischen Kommission positioniert; sie fordern von der
Bundesregierung, dass sie das im September 2015 versprochene
Relocation-Programm für 27.500 Geflüchtete (aus Griechenland und
Italien) endlich zügig umsetzt… „Keine Abschiebung nach Griechenland”
wird in Hamburg unterstützt von: AK Frieden, ver.di Hamburg – AK
AntiRassismus, ver.di Hamburg – Attac Hamburg – Flüchtlingsrat Hamburg –
Griechenland-Solidarität-Hamburg – LAG LISA (Die Linke) – Nuit Debout
Hamburg – Ottenser Gespräche zu Flucht und Migration – VVNBdA Hamburg
Nord (23.12.2016)…” Pressemitteilung der
Griechenland-Solidaritätsgruppe Hamburg, 18.1.2017 (per Email). Siehe
dazu die gemeinsame Erklärung von Flüchtlingsinitiativen vom Dezember
2016, dokumentiert bei Sand im Getriebe/ Attac Deutschland

- Afghanen in Hamburg: Diakonie und Caritas fordern Abschiebestopp
“… Vor einer Woche wurden erneut mehrere Sprengstoffanschläge mit
zahlreichen Toten aus Afghanistan gemeldet. Trotzdem hält die
Bundesregierung an Abschiebungen in die Region fest. Kritik an dem
Vorgehen formulieren jetzt die Hamburger Diakonie und Caritas, die sich
für einen Hamburger Abschiebestopp stark machen. Solch eine Regelung
existierte in Hamburg seit 2008. (…)m Dezember beteiligte sich Hamburg
an einer bundesweiten Sammel-Abschiebung von Afghanen. In letzter
Sekunde wurde vor Gericht die Abschiebung eines Afghanen gestoppt, der
seit mehr als 20 Jahren in Deutschland lebte. Andere Bundesländer wie
Thüringen, Schleswig-Holstein oder auch Niedersachsen hatte sich an der
Aktion nicht beteiligt. Inzwischen erwägt Schleswig-Holstein
Innenminister Stefan Studt (SPD) einen weitreichenderen Abschiebestopp.
(…) Für die Hamburger Innenbehörde steht ein Abschiebestopp allerdings
nicht zur Debatte…“Artikel von Jonas Füllner vom 17. Januar 2017 bei Hinz&Kunzt
- Hamburg soll Abschiebungen nach Afghanistan aussetzen
“Diakonie Hamburg und Caritas Hamburg setzen sich für einen
Abschiebestopp nach Afghanistan ein. Diakonie-Chef Landespastor Dirk
Ahrens: „Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich dramatisch
verschlechtert und bleibt somit prekär. Das belegt der jüngste Bericht
des UNHCR nachdrücklich. Deshalb sind Abschiebungen nach Afghanistan
nicht zu verantworten.“ Diakonie und Caritas kritisieren den Beschluss
der Bundesregierung, Abschiebungen nach Afghanistan zuzulassen und
plädieren für eine Hamburger Abschiebestopp-Regelung. Dirk Ahrens: „Den
Bundesländern steht die Möglichkeit offen, eigenständig
Abschiebestopp-Regelungen zu treffen. Schleswig-Holstein prüft das
zurzeit und wir halten es für dringlich, dass Hamburg ebenfalls einen
solchen Schritt macht. Das gebietet sowohl der humanitäre
Flüchtlingsschutz als auch eine vernünftige Integrationsstrategie.“…” Pressemitteilung der Diakonie Hamburg vom 16. Januar 2017
- Neues sicheres Ankunftsland: Kiel will Abschiebestopp
“Schleswig-Holstein kündigt einen Abschiebestopp für
afghanische Flüchtlinge an. Die Sicherheitslage habe sich rapide
verschlechtert. Hamburg zieht nicht mit. Schleswig-Holstein bäumt sich
gegen das Bundesinnenministerium auf: Innenminister Stefan Studt (SPD)
hat in einem Konsultationsschreiben an seine Senatoren- und
Ministerkollegen in den anderen Bundesländern angekündigt, einen
zunächst dreimonatigen Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Afghanistan zu
erlassen, die in dem Nordland leben. Er halte Afghanistan grundsätzlich
nicht für ein sicheres Land und die Lage dort habe sich zuletzt
verschlimmert…” Artikel von Kai von Appen vom 11. 1. 2017 bei der taz online
- Petition · Bundeskanzlerin Angela Merkel: Keine Abschiebungen nach Afghanistan! · Change.org
- Erlaubnis ohne Antrag: 80 Afghanen dürfen in Bremen bleiben
“Die Ausländerbehörde des Stadtamtes hat im November in einer
Hauruck-Aktion rund 80 geduldeten afghanischen Staatsbürgern eine
Aufenthaltserlaubnis bis in den Frühsommer 2017 verschafft. Für die
behördenintern als „Afghanistan-Sonderaktion November 2016“ bezeichnete
Maßnahme wurden offenbar ausländerrechtliche Bestimmungen zumindest sehr
wohlwollend ausgelegt. (…) Erst am vergangenen Wochenende
demonstrierten rund 750 Menschen in der Bremer Innenstadt gegen
Abschiebungen nach Afghanistan. In dem Land herrsche Krieg, die
Rückkehrer erwarteten dort zumindest Not und Perspektivlosigkeit,
teilweise auch Gefahr für Leib und Leben, hieß es auf der Kundgebung.
Die Leiterin der Ausländerbehörde im Stadtamt, Bettina Scharrelmann,
sieht das ähnlich. Im Gespräch mit dem WESER-KURIER sagte sie, ihr Amt
habe die zunächst auf sechs Monate befristeten Aufenthaltserlaubnisse
ausgesprochen, „weil wir für die Sicherheit der Menschen im Falle Ihrer
Rückkehr nach Afghanistan nicht garantieren können“…” Alles andere als wohlwollender Beitrag von Jürgen Theiner beim Weser Kurier online vom 15.12.2016
– mit erschreckenden Kommentaren darunter -, dem wir die positive
Entscheidung der Bremer Ausländerbehörde (eine deutsche Fabienne?)
trotzdem gern entnommen haben: Zur Nachahmung empfohlen!
- Petition an den Minister Joachim Herrmann: Bleiberecht für Pouya
“Der Musiker Ahmad Shakib Pouya, seit Jahren Mitglied und
Hauptdarsteller bei dem integrativen Opernprojekt ZAIDE. EINE FLUCHT.,
steht vor der Abschiebung nach Afghanistan – ungeachtet der Tatsache,
dass der mittlerweile vorbildlich in Deutschland Integrierte in seinem
Herkunftsland politisch verfolgt und vom Tod bedroht ist. Mehr noch:
Sein sehr besonderer Fall liegt momentan der Härtefallkommission des
Bayerischen Landtags vor, die noch nicht entschieden hat. Dass die
Abschiebung trotzdem angeordnet wurde, gab es unseres Wissens bislang
noch nie…” Petition mit weiteren Informationen bei avaaz
– siehe zur Person Ahmad Shakib Pouya – stellvertretend für alle von Abschiebung bedrohten Menschen…:
- Ahmad Shakib Pouya darf vorerst bleiben!: “Ich danke allen Menschen, die sich für mich eingesetzt haben”
“Der afghanische Musiker und Schauspieler Ahmad Shakib Pouya kann
nun offenbar doch vorerst in Deutschland bleiben. Pouya stand schon am
Frankfurter Flughafen, um “freiwillig” zurück in seine alte Heimat zu
fliegen. Er tat dies aus zwei Gründen: Nur so konnte er einer drohenden
Abschiebung entgehen, und nur so darf er irgendwann wieder in
Deutschland einreisen – zurück zu seiner Partnerin. Pouya sprach mit der
Süddeutschen Zeitung über seine Hoffnung, seine Träume, seine Angst…” Interview von Dietrich Mittler vom 22. Dezember 2016 bei der Süddeutschen Zeitung online
.
Wir freuen uns, doch die Sache ist noch nicht ausgestanden! Zudem zeigt
der Fall, dass Solidarität durchaus etwas bewirken kann!
- IG-Metall bittet um Hilfe – Petition für unseren Kollegen Pouya
“Unser Kollege Pouya, der ein wesentlicher Bestandteil und
Mitinitiator unseres Flüchtlingsladens hier in Frankfurt ist, soll
abgeschoben werden. Er ist ein wunderbares Beispiel für gelungene
Integration und ist aufgrund seiner Einstellung, seines Engagements und
seiner künstlerischen Tätigkeit in seinem „Heimatland“ Afghanistan mehr
als gefährdet…” e-mail-Aktion vom 21. Dezember 2016
- Ahmad Shakib Pouya ist nicht nur Künstler und Gewerkschafter, sondern auch aktiv beim Grandhotel Cosmopolis in Ausgsburg: Wir sind Pouya
“Am vergangenen Mittwoch morgen hat die Polizei in Augsburg und
Frankfurt nach Ahmad Shakib Pouya gesucht. Sie wollten ihn in ein
Flugzeug setzen, mit dem afghanische Flüchtlinge nach Kabul
„rückgeführt“ wurden. Rückführung bedeutet Abschiebung, klingt nur nicht
ganz so brutal. Klingt eher, als würde man ein Kleidungsstück
zurückschicken, das doch nicht passt. Wir reden aber nicht von
Kleidungsstücken, sondern von Menschen, die ihre „Rückführung“ in eine
lebensbedrohliche Lage bringt. (…) Er hat sich für den kommenden
Donnerstag, den 22. Dezember, ein Flugticket nach Kabul gekauft. Denn
eine „freiwillige Ausreise“ scheint derzeit die einzige Möglichkeit für
ihn zu sein, eine „Wiedereinreisesperre“ zu umgehen, also die einzige
Möglichkeit, zu seiner Frau, seiner Familie, seiner Arbeit
zurückzukehren – an den Ort, den man auf gut deutsch Heimat nennt. Die
Härtefallkommission wird seinen Antrag weiterprüfen. Normalerweise
dauert so eine Prüfung etwa ein halbes Jahr, sagt Sabine Reiter von „Tür
an Tür“. Wenn der Antrag positiv beschieden wird, kann Pouya wieder
nach Deutschland einreisen und hierbleiben. Falls er dann noch am Leben
ist.” Beitrag von Sophie Diesselhorst vom 19. Dezember 2016 beim Grandhotel Cosmopolis
- Ein Dammbruch: Abschiebungen in Einsatzgebiete der Bundeswehr
“Mitte Dezember 2016 begannen die ersten Sammelabschiebungen nach
Afghanistan. Betroffen waren vom ersten Flug 34 Asylbewerber_innen aus
den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen,
Hessen, Hamburg und dem Saarland. Sie wurden mit einer eigens hierfür
gecharterten Maschine von Frankfurt nach Kabul gebracht und sind dort
von der Flughafenpolizei und Personal der International Organisation for
Migration (IOM) in „Empfang“ genommen worden. Vielleicht war das der
Moment, in dem das Asylrecht in Deutschland vollends seine Wirkung
verloren hat. (…) Bald: Mali. Menschen in Länder abzuschieben, in denen
Krieg herrscht und wo die Bundeswehr selbst mitkämpft, soll zukünftig
offenbar zur Regel werden. Besonders offensichtlich wird das am Abkommen
der EU mit Mali, das am 11. Dezember 2016 geschlossen wurde und das,
neben einer verstärkten Bekämpfung des Schlepperwesens, vor allem die
einfachere Abschiebung von Menschen nach Mali vorsieht. Quasi zeitgleich
kündigte die Bundesregierung an, die bereits etwa eintausend deutschen
Kräfte in Mali um etwa weitere 300 zu verstärken…” IMI-Standpunkt 2016/42 – in: Graswurzelrevolution Nr. 415, Januar 2017. Online bei der Informationsstelle Militarisierung vom 20. Dezember 2016 
- Sammeltransport im Januar: NRW schiebt weitere Afghanen ab
“NRW-Innenminister Ralf Jäger will sich offenbar an einer
weiteren Sammel-Abschiebung nach Afghanistan beteiligen. Damit
verschärft sich der Druck auf die Grünen: Sie haben keine klare
Position.
Der nur wenige Tage alte Burgfrieden in NRW zwischen SPD und
Grünen im Streit um Abschiebungen nach Afghanistan gerät ins Wanken.
Nach Informationen unserer Redaktion will Bundesinnenminister Thomas de
Maizière (CDU) bereits am 7. Januar die nächste Sammelabschiebung in das
Krisenland organisieren. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums
bestätigte, dass “für Januar eine weitere Rückführungsmaßnahme
vorgesehen” sei. Wie aus dem Umfeld von NRW-Innenminister Ralf Jäger
(SPD) zu erfahren ist, wird NRW sich erneut daran beteiligen. Ein
Sprecher verwies zwar darauf, dass nicht Jäger persönlich, sondern die
Ausländerbehörden in NRW die Abschiebungen anordnen. Faktisch könnte
Jäger Abschiebungen nach Afghanistan aber jederzeit per Erlass
unterbinden. Das tut er nicht. In der vergangenen Woche hatte er
hingegen ausdrücklich steigende Zahlen für Abschiebungen aus NRW nach
Afghanistan angekündigt…” Artikel von Thomas Reisener und Gregor Mayntz vom 20. Dezember 2016 bei der Rheinischen Post online 
- GEGEN ABSCHIEBUNGEN IN KRIEG UND PERSPEKTIVLOSIGKEIT
„Wir protestieren heute gegen Abschiebungen, aber ich befürchte,
dass es dabei auch darum geht, unser Land gegen eine Bedrohung zu
verteidigen. Denn die wachsende Gefahr, dass das Asylrecht in
Deutschland immer noch weiter abgebaut und ignoriert wird, und dass
verstärkt und sogar in Kriegsgebiete abgeschoben wird, verläuft parallel
zur Tatsache, dass unser Land immer stärker von Rechten, von
Antidemokraten, von Rassisten bedroht wird…” Rede vom 17.12.2016 von Franz Dobler
, Freundschaftskreis Augsburger Flüchtlingsrat e.V., dokumentiert beim Grandhotel Cosmpolis
- Abschiebungen nach Afghanistan: Der erste Flug nach Kabul
“Innenminister de Maizière bewertet die Rückführungsaktion als
“richtig und notwendig”. Kritiker werfen der Regierung einen Verstoß
gegen Grundrechte vor
Die Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern soll den Vertrauensverlust
in die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin Merkel wettmachen.
“Rückführung, Rückführung und nochmals Rückführung” wurde von ihr im
September als Programm ausgegeben. (…) Dass Kranke mit abgeschoben
werden, zeigt aber auch Lücken der behördlichen Arbeit an. Bestätigt
wird eine solche Lücke auch durch das Urteil des
Bundesverfassungsgerichts, dass die Abschiebung eines Mannes, der
ursprünglich mit im Flugzeug nach Kabul sitzen sollte, gestoppt hat,
“weil ihm sonst die Möglichkeit weitgehend verwehrt wäre, seinen
Asylfolgeantrag weiterzuverfolgen”….” Artikel von Thomas Pany in telepolis vom 15. Dezember 2016
– siehe zum letzteren Punkt:
- Einstweilige Anordnung Bundesverfassungsgericht: Abschiebung
eines afghanischen Staatsangehörigen aufgrund der besonderen Umstände
des Einzelfalls ausgesetzt
“Mit Beschluss vom heutigen Tag hat die 1. Kammer
des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts die für den 14.
Dezember 2016 vorgesehene Abschiebung eines afghanischen
Staatsangehörigen bis zu einer Entscheidung über die
Verfassungsbeschwerde, längstens jedoch bis zum 26. Januar 2017,
untersagt. Dabei hat die Kammer die Frage, ob angesichts der aktuellen
Lage in Afghanistan Abschiebungen derzeit verfassungsrechtlich
vertretbar sind, ausdrücklich offen gelassen. Die Entscheidung beruht
allein auf einer Folgenabwägung, bei der die Gründe für den Erlass der
einstweiligen Anordnung überwiegen. Der Antragsteller kann ohne weiteres
zu einem späteren Termin abgeschoben werden, sofern sich herausstellen
würde, dass die Abschiebung ohne Rechtsverstoß hätte durchgeführt werden
können. Demgegenüber wäre dem Antragsteller eine Fortführung seines
Asylfolgeantrags nach erfolgter Abschiebung kaum möglich, wenn sich
später herausstellen würde, dass die Abschiebung rechtswidrig war. Im
Verfahren 2 BvR 2564/16 hat die 1. Kammer des Zweiten Senats des
Bundesverfassungsgerichts einen entsprechenden Antrag auf einstweilige
Untersagung der Abschiebung nach Afghanistan abgelehnt…” BVerfG-Pressemitteilung vom 14. Dezember 2016 zu den Beschwerden 2 BvR 2557/16 und 2 BvR 2564/16
. Anm.:
Leider fehlt jegliche Begründung, warum das BVerfG den EA im zweiten
Fall (2 BvR 2564/16) abgelehnt hat. Hier ist der PM nur zu entnehmen,
dass “keine vergleichbaren Umstände geltend gemacht” worden wären.
Wirklich interessant wird es natürlich erst im Januar.
- Abschiebe-Flüge nach Afghanistan: Von Frankfurt ins Ungewisse
“Die Sammelabschiebungen von abgelehnten afghanischen Asylbewerbern
beginnen: Nach SPIEGEL-Informationen soll am Mittwoch (also heute,
14.12.16) der erste Charter-Flug mit 50 Afghanen von Frankfurt nach
Kabul starten. In der afghanischen Hauptstadt werden die gescheiterten
Flüchtlinge zunächst von lokalen Behörden aufgenommen und sollen dann in
ihre Heimatregionen zurückkehren – wenn diese als halbwegs sicher
gelten. In deutschen Regierungskreisen wurden die Pläne für die erste
Sammelabschiebung von Afghanen auf Anfrage bestätigt…” Beitrag von Matthias Gebauer bei SPON vom 13. Dezember 2016
. Die IL Frankfurt/Main ruft zum Protest am Frankfurter Flughafen auf: 14.12.16, 17.30 Uhr, Terminal 1b (Twitter-Meldung vom 13. Dezember 2016
)
- Das nennt Ihr sicher? Keine Abschiebungen in Kriegsgebiete!
Keine Abschiebungen nach Afghanistan! Demonstration am 26. November in
Düsseldorf
“Zu
Beginn des Jahres 2016 behauptete Innenminister De Maizière während
eines Fernsehinterviews in Kabul, dass Afghanistan sicher sei.
Ironischerweise sprengte sich am selben Tag nur wenige Kilometer weiter,
ein Selbstmordattentäter der Taliban an einer stark besuchten
Verkehrsader in die Luft. Er riss dabei 20 weitere Menschen mit in den
Tod. Dass das Alltag der afghanischen Bevölkerung ist, verschweigt De
Maizière. Stattdessen lässt er verlauten, dass Afghan*innen lediglich
aus Gründen ökonomischer Perspektivlosigkeit, Korruption und
Kriminalität flüchten. Das ist nicht nur eine maßlose Relativierung der
dortigen Zustände, sondern eine Leugnung des Krieges der seit nunmehr 36
Jahren tobt…” Aufruf bei afghanischer-aufschrei zur NRW-weiten Groß-Demonstration in Düsseldorf
am 26.11.2016 um 13 Uhr: DGB-Haus / Nähe HBF
- Afghanistan: Kein sicheres Land für Flüchtlinge (neue Broschüre)
“… Im Jahr 2015 erhielten 78 % der afghanischen Asylsuchenden in
Deutschland nach inhaltlicher Prüfung einen Schutzstatus. Schon allein
diese Zahl zeigt, dass die aktuelle Debatte über Flüchtlinge aus
Afghanistan an der Wirklichkeit vorbei führt. Abschiebungen nach
Afghanistan sind währenddessen für die Rückkehrer*innen
lebensgefährlich. Einzelpersonen haben ohne familiäre oder
freundschaftliche Netzwerke in Afghanistan kaum eine Überlebenschance,
da sie keine staatliche Unterstützung erhalten. (…) Um diese Fakten auch
in der öffentlichen Diskussion bekannt zu machen und dem Eindruck
entgegenzuwirken, Afghan*innen hierzulande seien Flüchtlinge dritter
Klasse, ohne Aussicht auf ein Bleiberecht in Deutschland, hat PRO ASYL
nun eine Broschüre veröffentlicht. Sie soll vor allem Argumente an die
Hand geben und die Debatte um Abschiebungen nach Afghanistan, unter
Auswertung von Medienberichten und Reports unterschiedlicher
Organisationen, in einen sachlichen Kontext stellen…” Meldung bei Pro Asyl vom 11.08.2016
. Siehe dazu: BROSCHÜRE: Afghanistan – Kein sicheres Land für Flüchtlinge

- Refugee-Aktivist nach Hungerstreik nach Afghanistan abgeschoben
Nachdem es zunächst vor allem geheißen hatte, dass inzwischen
“freiwillige” Ausreisen nach Afghanistan forciert wurden, ist inzwischen
klar: Es finden auch Abschiebungen unter Zwang statt. Die Initiative
“Freedom not Frontex” hat den Fall von Zaki dokumentiert, der nach 14
Jahren Aufenthalt in Europa, trotz zweier Kinder in Norwegen und dem
ausdrücklichen Wunsch, seine norwegische Verlobte zu heiraten, am 15.
März 2016 nach Kabul abgeschoben wurde. Ein erster Abschiebeversuch im
Februar war dem Bericht nach noch an Protesten gescheitert. Zaki befand
sich daraufhin im Abschiebegefängnis Mühldorf drei Wochen im
Hungerstreik, im Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags stimmte die
CSU-Mehrheit gegen eine weitere Duldung für Zaki – und damit für seine
endgültige Abschiebung. Die Begründung: Er wäre ja immerhin mit falschen
Papieren und mithin illegal eingereist. Auf welchem legalen Weg Zaki
hätte kommen sollen, teilten die CSU-Politiker nicht mit. Wir
dokumentieren den Bericht der Soli-Initiative vom 17. März 2016
. Und für die Zukunft:
- Afghanistan-Abschiebungen: Bundesweiter Sammelcharter im Februar geplant
“Bundesinnenministerium plant Sammelabschiebung nach Afghanistan
noch im Februar 2016 / Flüchtlingsrat: „De Maizière erkauft Bereitschaft
zur ‚Eindämmung des Migrationsdrucks’“: Bundesinnenminister de Maizière
hat von 31.01.-02.02.2016 Afghanistan besucht. In einem Schreiben an
die Länderinnenminister vom 05.02.2016 berichtet er, die afghanische
Regierung erkenne nun „die Verpflichtung Afghanistans zur Rücknahme
seiner Staatsangehörigen“ an, die Bundesregierung werde das „durch
gezielte Projekte vor Ort unterstützen“ und die afghanische Regierung
„ihren Beitrag zur Eindämmung des Migrationsdrucks aus Afghanistan
leisten“. Um „diese positiven Signale rasch in die Praxis umzusetzen“
bittet de Maizière die Länderinnenminister um Unterstützung, noch im
Februar einen Abschiebecharter nach Afghanistan voll zu bekommen, denn:
„Dies trägt zum raschen Abbau praktischer Vollzugshindernisse bei“. Das
bayerische Innenministerium hat den geplanten Sammel-Abschiebecharter
bereits bestätigt und erklärt, man suche schon die geeigneten Kandidaten
zusammen. (…) Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisiert die geplanten
Sammelabschiebungen massiv. Afghanistan ist von Taliban und IS stark
umkämpft, die Taliban haben ein größeres Gebiet unter ihrer Kontrolle,
als vor dem NATO-Einmarsch in Afghanistan im Jahr 2001. Dass Auswärtige
Amt stuft deshalb die Sicherheitslage als schlecht ein, die
Bedrohungslage habe sich dramatisch verschärft…” PM des Bayerischen Flüchtlingsrats vom 11. Februar 2016 
- Mehr Soldaten nach Afghanistan – aber trotzdem dorthin abschieben?
“Ende Oktober wurden Stimmen in der Bundesregierung laut, in Zukunft
vermehrt nach Afghanistan abschieben zu wollen – auch dort gebe es
sichere Regionen. Am Mittwoch wurden nun allerdings sowohl eine
Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan, als auch eine
Aufstockung der deutschen Truppen beschlossen. Begründung: Rückschläge
bei der Sicherheitssituation im Land. Das passt nicht zusammen…” Beitrag von und bei Pro Asyl vom 20.11.2015
. Aus dem Text:”…
Knapp 1000 Bundeswehr-Soldaten sollen zukünftig am Hindukusch
stationiert sein, das Mandat wurde bis Ende 2016 verlängert – das ist
die Reaktion der Bundesregierung auf die sich rapide verschlechternde
Sicherheitslage. Schlagzeilen hatte vor allem die kurzzeitige Besetzung
vom nordafghanischen Kundus, bis vor 2 Jahren Standort eines
Bundeswehr-Feldlagers, durch die Taliban gemacht. Die erstmalige
Besetzung einer Provinzhauptstadt ist von hoher symbolischer Bedeutung
für die Taliban, die dies weidlich medial ausgeschlachtet haben. Ein
interner Lagebericht des Auswärtigen Amts beschreibt die Situation nach
der Rückeroberung mit den Worten: „Die afghanischen Sicherheitskräfte
(ANDSF) […] haben es geschafft, das Patt mit der Insurgenz aufrecht zu
erhalten.“ Auf gut Deutsch: Es gibt aktuell angeblich eine Art
Unentschieden zwischen Sicherheitskräften, Taliban und anderen
Aufständischen…“
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