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Die noch junge Klima-Bewegung “Extinction Rebellion” warnt vor dem Tod durch den Klimawandel – und ruft zu zivilem Ungehorsam auf. Jetzt ist sie auch in Deutschland angekommen. (…) Es ist eine Protest-Performance der noch jungen Bewegung “Extinction Rebellion”
(“Rebellion gegen das Aussterben”). Die schlägt den typischen Rat von Klimakommunikationsexperten, nicht zu sehr auf Katastrophenerzählungen zu setzen, demonstrativ in den Wind. Ihre Vertreter verkleiden sich als der personifizierte Tod, bilden gern Totenköpfe auf Plakaten ab, warnen vor einem dramatischen Massenaussterben infolge des Klimawandels – und rufen so zum zivilen Ungehorsam auf. In Großbritannien, wo die Bewegung im vergangenen Jahr gegründet wurde, gab es schon in mehreren Städten Aktionen, bei denen Klimaaktivisten Straßen und Plätze blockiert haben. Jetzt ruft die Bewegung an mehreren Orten weltweit die “Woche der Rebellion” aus. (…) Drei Kernforderungen hat “Extinction Rebellion”: Die Regierungen und auch die Medien müssen deutlich sagen, wie bedrohlich die Klimakrise und die Zerstörung unserer Ökosysteme sind. 2025 soll die Welt treibhausgasneutral sein, also nur noch so viele Treibhausgase emittieren, wie die Erde natürlich verarbeiten kann. Wie das zu erreichen ist, sollen Bürgerversammlungen entscheiden…”
Artikel von Susanne Schwarz vom 15. April 2019 bei Klimareporter 
, siehe dazu weitere Infos
- Rebellion mit Seifenblasen. Die britische Klimabewegung »Extinction Rebellion« setzt erstmals Akzente in Deutschland. Wie geht es nun weiter?
“… Doch warum braucht es neben »Ende Gelände« und »Fridays For Future« (FFF) eigentlich noch eine Klimabewegung? »Extinction Rebellion« soll irgendwie internationaler und thematisch breiter sein, heißt es von den Veranstalter*innen. Ein Kenner der Szene hofft, dass die Bewegung das Bindeglied zwischen der noch recht passiven Zivilgesellschaft und der etablierten Klimabewegung werden könnte. Und in der Tat: Es scheint, als erreiche »XR« sowohl politisch interessierte Neulinge, als auch Menschen, denen die FFF-Demonstrationen nicht radikal genug sind. Mehrere Redner*innen betonen, dass »die Systemfrage« gestellt werden müsse, Appelle an die Politik nicht mehr ausreichten. Besonders deutlich wird der Klimaaktivist Tadzio Müller: »Wir müssen jeden Tag die Regeln dieser Scheiß-Normalität brechen.« Das erste Ziel der Bewegung: der Ausruf des Klimanotstandes. Explizite Kapitalismuskritik hört man an diesem Vormittag jedoch eher wenig…” Artikel von Niklas Franzen vom 16.04.2019 beim ND online 
- Von Fridays for Future zur Extinction Rebellion
“Kann der neue Umweltaktivismus das apokalyptische Denken ablegen und Teil einer Bewegung für ein schönes Leben für Alle werden? (…) Damit wird deutlich, dass die Aktionen der neuen Umweltbewegung sich durchaus in der Tradition einer linken Praxis befinden, die schon vor mehr als 25 Jahren das Thema Stadtentwicklung, die Diskussion über eine lebenswerte Stadt, in der sich nicht nur Reiche das Wohnen in angesagten Bezirken leisten können, mit der Drosselung des Automobilverkehrs verbunden hat. (…) Es sind genau die gleichen Fragen, die heute wieder viele in Berlin bewegen – Umwelt, Mieten und darüber hinaus eine Stadt, in der nicht nur die Reichen leben können. Da gäbe es also für die neue Klimabewegung genügend Ansätze für eine Verbreiterung ihres Widerstands. Eine Stadt wie Berlin möglichst autofrei zu machen, wäre ein lohnendes und auch durchaus realistisches Ziel. (…) Dabei wird übersehen, dass sich sowohl in den Arbeiten von Marx und Engels als auch in verschiedenen Schriften von ökosozialistischen Autoren Ansätze einer egalitären Gesellschaft finden, die auch das Mensch-Umwelt-Verhältnis beachten. Würden solche Ansätze auch in der neuen Umweltbewegung mehr berücksichtigt, bestünde die Hoffnung, dass sich die Bewegung vom apokalyptischen Denken verabschiedet und auch von einem mystischen Naturbegriff, der den menschlichen Fingerabdruck nicht als Ausdruck der Zivilisation, sondern als zu behebenden Makel ansieht. (…) Es gab in den letzten Jahren einige Bewegungen, die schnell durch das Internet an Bedeutung gewannen und genauso schnell wieder verschwanden. Erinnert sei nur an die Occupy-Bewegung und die Bewegung der Platzbesetzungen. Einige haben sich in der Bewegung politisiert und wurden Teil von sozialen Bewegungen in Stadtteilen oder an den Arbeitsplätzen. Schnelles Verschwinden oder Kooperieren mit anderen sozialen Bewegungen ist auch die Perspektive der neuen Umweltbewegung. Dabei hat Extinction Rebellion schon mal den Vorteil, dass sie nicht mehr mit Greta Thunberg identifiziert wird und auf Vordenker oder gar Gurus verzichtet...” Artikel von Peter Nowak vom 16. April 2019 bei telepolis 
- Fotos: #ExtinctionRebellion – Blockade der Oberbaumbrücke in Berlin
“Auch in Berlin beteiligten sich am 15. April mehrere hundert Aktivist*innen an der internationalen „Rebellionswoche“ von #ExtinctionRebellion für ein entschlossenes Handeln gegen die Klimakatastrophe. Die Aktionen starteten mit einer Kundgebung vor dem Reichstag. Nach einem Zwischenstopp an der Jannowitzbrücke, an der Künstler*innen und Musiker*innen auftraten, blockieren mehrere hundert Menschen für rund 3 Stunden den Verkehr auf der Oberbaumbrücke. Dann wurden sie von der Polizei von der Brücke getragen…” Eine Fotoseite von und beim Umbruch Bildarchiv 
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