Montag, 8. April 2019
Der algerische Präsident ist zurückgetreten worden. Unabhängige Gewerkschaften rufen zu neuen Streiks auf, während die herrschenden Clans sich bekriegen
„Gestern hatte Algeriens Präsident Bouteflika angekündigt, bis zum 28.
April zurückzutreten. Nach erneuten Protesten reichte der 82-Jährige
nun seinen sofortigen Rücktritt ein. Algeriens Präsident Abdelaziz
Bouteflika ist nach wochenlangen Protesten zurückgetreten. Er habe dem
Präsidenten des Verfassungsgerichts offiziell das Ende seiner Amtszeit
bekanntgegeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur APS. Mit
seinem Rückzug wolle er zur "Befriedung der Herzen und Gemüter" seiner
Landsleute beitragen, schrieb Bouteflika demnach. Im Stadtzentrum von
Algier versammelten sich spontan Dutzende Menschen, um zu feiern. Erst
am Montag hatte Bouteflika nach 20 Jahren an der Spitze des
flächenmäßig größten afrikanischen Landes überraschend angekündigt,
vor dem Ende seiner Amtszeit am 28. April zurückzutreten. Das genaue
Datum ließ er dabei aber offen. (…) Laut algerischer Verfassung
übernimmt im Fall des Rücktritts des Staatsoberhauptes der Präsident
des Oberhauses das Amt. Derzeit ist das Abdelkader Bensalah, ein alter
Weggefährte Bouteflikas. Binnen 90 Tagen muss ein neuer Präsident
gewählt werden. Eine offizielle Erklärung seitens der algerischen
Staatsorgane gibt es bislang nicht…“ – aus der Meldung „Bouteflika
reicht sofortigen Rücktritt ein“ am 03. April 2019 in der tagesschau
über die weitere Beschleunigung des Rücktritts… Siehe zum Rücktritt
Bouteflikas eine aktuelle Analyse sowie zwei Meldungen über neue
gewerkschaftliche Streikaufrufe und einen Beitrag über die Bedeutung
der Selbstorganisation - und den Hinweis auf den bisher letzten
unserer zahlreichen Beiträge zu den Massenprotesten in Algerien
http://www.labournet.de/?p=146825
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