02.03.17
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Polizei durchsucht am heutigen morgen (28.02.2017) mehrere Häuser im
Bereich der Oberstraße in Burg (Sachsen-Anhalt) +++ Grund der
Durchsuchungen: Verdacht der gefährlichen Körperverletzung +++
Ermittlungen und damit auch die heutigen Polizeimaßnahmen beruhen -
wieder einmal - einzig und allein auf den Aussagen lokaler Neonazis und
deren Umfeld +++ Linke Strukturen aus der Stadt rufen dazu auf, sich
nicht einschüchtern zu lassen und kündigen Solidaritäts- und
Protestaktionen an +++
Pressemitteilung (Burg, 28. Februar 2017): Erneute Hausdurchsuchungen in Burg –
Solidaritäts- sowie Protestaktionen angekündigt!
Am heutigen Dienstag, den 28. Februar 2017, drangen verschiedene
Einheiten der Polizei in mehrere Wohnungen und Häusern im Bereich der
Oberstraße in Burg (Sachsen-Anhalt) ein, um diese zu durchsuchen. Grund
dafür waren Aussagen einzelner lokaler Neonazis und deren näherem
Umfeld. Diese behaupteten bei der Polizei, vor wenigen Wochen in Burg
(Sachsen-Anhalt) angegriffen worden zu sein. Ziel der Durchsuchung war
es, vermeintliche Beweismittel sicherzustellen, die Rückschlüsse auf den
Tatvorwurf und den Beschuldigten ziehen lassen. Gefunden wurden – wie
auch nicht anders zu erwarten – keine der durch das Amtsgericht Stendal
aufgelisteten Gegenstände. Dennoch wurde eine Person kurzzeitig
festgenommen. Es ist mit weiteren Ermittlungen zu rechnen.
Bereits im letzten Jahr kam es zu einem ähnlichen Vorfall in Burg,
welcher in der vergangenen Woche vor Gericht verhandelt wurde. Damals
beschuldigte ein Neonazi aus Roßlau – der sich immer wieder in Burg
aufhält – einen Antifaschisten, ihn mit einer Waffe bedroht zu haben.
Auch hier hatte allein diese Aussage zu einer Hausdurchsuchung des
Beschuldigten geführt. Eine Waffe wurde auch hier nicht gefunden. Vor
Gericht stellte sich dann heraus, dass der Neonazi und dessen
vermeintliche Zeugen Falschaussagen getätig hatten, weshalb das
Verfahren eingestellt wurde.
Mia Sommer, Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Burg
[AAB], erklärt zu den neuesten willkürlichen Polizeimaßnahmen folgendes:
„Mit den heutigen Durchsuchungen durch die Polizei wird wieder einmal
deutlich, wie sehr Neonazis und Ermittlungsbehörden in Sachsen-Anhalt
zusammenarbeiten und wo für diese der politische Gesinnungsgegner steht.
In einem Bundesland wo Polizeiskandale schon fast die Regel darstellen,
rechte Gewalt verharmlost wird und bewusst nicht gegen Faschisten
ermittelt wird, wo Migranten und Obdachlose in Polizeigewahrsam sterben
und die Täter bis heute nicht ermittelt werden, reicht es aus – wie
heute in unserer Stadt wieder einmal gesehen – willkürlich Linke zu
beschuldigen und damit gleichzeitig den Repressionsorganen auszusetzen,
die diese dann kriminalisieren. Für uns ist dieser Zustand nicht länger
haltbar und wir rufen deshalb dazu auf, sich nicht einschüchtern zu
lassen und kündigen hiermit Solidaritäts- und Protestaktionen an!“
So wird es am 18. März – dem Kampftag für die Freilassung aller
politischen Gefangenen – in diesem Jahr von uns nicht nur eine
Kundgebung vor dem Knast in Burg geben. Wir werden außerdem auch
deutlich machen, dass entschlossener Antifaschismus nicht kriminell
sondern notwendig ist und jeder Angriff auf unsere GenossInnen und
Strukturen ein Angriff auf uns alle ist.
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