Montag, 27. März 2017

Österreich: Familien“freundlichkeit“ zulasten der Frauen


Im Zuge des neuen Regierungsprogramms soll auch der 12 Stunden-Tag offiziell eingeführt werden. Familienministerin Karmasin steht voll und ganz hinter dieser Maßnahme. Ihr Argument als Familienministerin: Das sei wichtig um auf familiäre Herausforderungen eingehen zu können und das so unterm Strich mehr Zeit für die Familie bleibe. Das ist der blanke Hohn für alle Arbeiter und besonders für alle Arbeiterinnen!

Schon jetzt gehen „flexible“ Arbeitszeiten, Dienstpläne die erst eine Woche im voraus bekannt sind und sogenannte  „Teiler“ (Dienste mit mehrstündiger Pause) vor allem zu Lasten der Frauen. Mit einer Ausdehnung der „Flexibilisierung“ auf einen 12 Stunden-Tag und einem noch längeren Durchrechnungszeitraum wird sich die Lage der Arbeiterinnen weiter verschlechtern.
Es ist jetzt in den meisten Regionen schon ein Problem eine Kinderbetreuung zu den Dienstzeiten zu finden, mit einer Ausweitung wird das für viele Frauen einfach unmöglich. Vor allem im ländlichen Raum, aber auch immer stärker in den Städten, müssen die Frauen der älteren Generation oder die älteren Geschwister wieder einspringen um die Kinder zu betreuen, sei es im täglichen Geschehen oder auch in den Ferien.

Was noch hinzu kommt, und auch unter den „kritischeren“ Stimmen zum 12 Stunden-Tag und zur Kinderbetreuung nicht diskutiert wird: Was ist mit der Freizeit von uns Frauen!? Wir werden heute ganz selbstverständlich in die, wie Lenin schon richtig sagte, „stumpfsinnige“ Hausarbeit verbannt. Die Frauen werden mit Lohnarbeit, Kindererziehung und Hausarbeit eingedeckt. Am besten, die Frauen bleiben gleich zu Hause, dann sind sie dort wo die Herrschenden sie haben wollen: isoliert in der stumpfsinnigen Arbeit der Reproduktion!

Bei all dieser „Familienfreundlichkeit“ wird unterm Strich vor allem eins gemacht: die Arbeiterin ihrem Recht auf freie kulturelle und politische Betätigung beraubt!

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