Donnerstag, 2. März 2017

Ökonomisierung erfolgreich, Patientin tot! Im deutschen Gesundheitssystem geht es schon lange nicht mehr um Daseinsvorsorge, sondern um Profite



"Schlechte Ausbildungsbedingungen, unbegründete Befristungen, 
Ausgliederung von Arbeitsbereichen, Arbeitsverdichtung und 
Personalmangel - prekäre Arbeitsverhältnisse sind nicht die Ausnahme, 
sondern Normalbetrieb in den Krankenhäusern. Dass das deutsche 
Gesundheitssystem ein Musterbeispiel für prekäre Arbeitsbedingungen 
ist, dürfte kein Geheimnis mehr sein. Die Auflösung des sozialen 
Wohlfahrtstaates zugunsten ökonomischer Interessen seit den 1970er 
Jahren und der Siegeszug des Neoliberalismus in den 1990er Jahren 
haben aus dem Gesundheitssystem eine Gesundheitswirtschaft gemacht. 
(...) Ein verbindlicher Personalschlüssel würde einen nennenswerten 
Faktor der Betriebskosten aus der Optimierungslogik des 
Fallpauschalensystems herauslösen. Profitmöglichkeiten könnten 
deutlich eingeschränkt werden. Der bisherigen Personalbemessung 
entlang von Budgets würde eine Personalbemessung am Bedarf 
entgegengesetzt. Es geht nicht nur um rein betriebliche 
Auseinandersetzungen. Sie können einen Symbolcharakter für die Frage 
nach einem besseren, gerechteren und würdevolleren Leben haben. Die 
radikale Linke sollte solche Kämpfe um eine soziale Infrastruktur auch 
als Antwort auf eine erstarkende rechtspopulistische und rechtsextreme 
Bewegung nutzen." Artikel von der AG Gesundheit der 
Interventionistischen Linken Berlin bei ak - analyse & kritik - 
zeitung für linke Debatte und Praxis Nr. 624 vom 14. Februar 2017
http://www.akweb.de/ak_s/ak624/10.htm

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