Dienstag, 6. September 2016
Industrie/Arbeit 4.0
Abstiegsängste: »Industrie 4.0« wird nicht nur Arbeitsplätze kosten.
Es ist der staatlich orchestrierte Versuch, Gewinne zu sichern und den
»Standort Deutschland« vor der Degradierung zur Werkbank zu bewahren
"Unter dem Titel »Industrie 4.0« wird eine Zeitenwende verkündet, die
dem Namen nach nur die Industrie betrifft, aber in der Sache die ganze
Art und Weise verändern soll, wie in Zukunft produziert und konsumiert
wird. (...) Doch diesen potentiellen Wegfall von Arbeitsplätzen und
die damit fortschreitende Verarmung als ein ungewolltes Nebenprodukt
oder als »Schattenseite« der anrollenden Automatisierungswelle zu
besprechen, ist ignorant. Denn es ist der Sinn der Sache, wenn
Unternehmer ihre Produktionsprozesse derart digital aufrüsten, dass
sie weitgehend autonom und automatisch abgewickelt werden können. Der
damit erzielte Fortschritt besteht nicht darin, dass dann für Arbeiter
immer weniger Aufwand anfällt, sondern darin, dass für Unternehmer der
notwendige Einsatz von Geld für Arbeitskraft verringert wird. So
sparen sie sich die Lohnkosten für den Lebensunterhalt der
Beschäftigten, die nicht mehr gebraucht werden. (...) Die Frage nach
den Chancen und Risiken der Digitalisierung »für unsere Gesellschaft«
ist also längst beantwortet: Die »Industrie 4.0« ist eine
Herausforderung für die maßgeblichen Subjekte der
marktwirtschaftlichen Konkurrenz. Sie ist ein Mittel und eine
Notwendigkeit für das Kapital und den Staat in ihrer jeweiligen
Konkurrenz. Was das für die absolut unmaßgeblichen Leute bedeutet, die
um die Zukunft ihrer jetzigen und zukünftigen Arbeitsplätze bangen,
werden die dann – auch hier wie gehabt – rechtzeitig zu spüren
bekommen." Beitrag von Theo Wentzke bei der jungen Welt vom 1.
September 2016
http://www.jungewelt.de/2016/09-01/060.php
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